Beiträge von Quittengelee

    ...und Kohlekraftwerke sind auch keine Schönheiten.

    In einer kleinen sächsischen Stadt wurde kürzlich ein Investor vergrault, der Solaranlagen für Stromversorgung des Ortes aufgebaut hätte. Die Anwohner hatten Sorge, dass das nicht schön aussieht. Kannste dir nicht ausdenken sowas!

    Jedes eingeführte Schulbuch deckt den Lehrplan ab, sonst wäre es nicht genehmigt.

    Fur Geschichte und Geo gibt es kein Lehrbuch für Lernförderschule. Es gibt teure Arbeitshefte, wenn keine angeschafft wurden, gibt's nichts.

    Letztlich habe wir das gleiche Problem, das wir bei diesen Diskussionen fast immer haben: die Einschätzung "das braucht man zwingend" beruht auf der subjektiven Meinung der Lehrperson. Das ist weder für die Schulleitung noch den Träger irgendwie relevant. Für die ist relevant, wenn es in irgendwelchen Lehrplanvorgaben steht, dass ein bestimmtes Material verwendet werden muss. So lange das nicht der Fall ist ist das hier

    irrelevant. Und schon gar nicht braucht man eine ganz bestimmte Anlauttabelle von einem ganz bestimmten Verlag. Im Zweifelsfall muss man seinen Unterricht an den rechtlichen Vorgaben orientieren und nicht an den subjektiven Einschätzungen darüber, was guter Unterricht ist. Wenn man das nicht möchte, zahlt man halt selbst, dann braucht man aber auch nicht weiter darüber diskutieren, das ist dann kein Schicksal sondern eigene Entscheidung (und das meine ich garnicht negativ, an bestimmten Stellen gebe ich auch manchmal Geld aus, weil mir Dinge persönlich wichtig sind).

    Genauso sehe ich das auch. Zwingend notwendig ist gar nichts aber Vieles wäre schön. Und bei uns zumindest ist das Budget klein und man kann nicht alles bestellen, wozu man Lust hat, auch nicht, wenn es noch so gut begründet ist. Da sind dann 187€ für Chemie, Physik, Bio und entweder, es gibt 5 Mikroskope oder ein billiges Planetenmodelldings und für den Rest zahlt man privat oder lässt es bleiben.

    Aber das Bewusstsein davon/darüber ist wichtig. Man darf natürlich sagen, dass man diese Karten nicht kaufen wird und selbst welche malen oder gar keine verwenden, die Kinder werden trotzdem lesen lernen. Aber man muss wissen, dass man ggf. den traurigen Blick von Müttern, Vätern oder Kolleginnen aushalten muss.

    Genau. Ich würde mir die Sachen jedes mal bei der Parallelklasse ausleihen bis es jeden genug nervt und irgendwas passiert. Kann ja nicht sein, dass genau eine Klasse benachteiligt wird.

    Die Parallellehrerinnen haben das Zeug gekauft, ob sie es verleihen, ist ihre Entscheidung.

    Oder der Unterricht schlecht vorbereitet. Tut mir leid, aber bevor ich mein eigenes Geld ausgebe, nehme ich in Kauf, dass die Unterrichtsqualität leidet. Das ist dann wirklich nicht mehr mein Problem oder meine Schuld, wenn grundlegende(!) Materialien nicht finanziert werden.

    Hm? Also ich muss jede Woche 25x45 min. etwas Lehrplankonformes mit den Kindern machen. Was soll das sein, wenn nicht mit selbst erstelltem Material? Da bleibt doch nur kaufen.

    Aber ja, im Fall von Naschkatze reicht ein kostenloser Ausdruck auf Pappe geklebt von irgend einem Verlag. Wenn die 1a das Bild Nashorn und die 1b Nase für N hat, ist das egal und hat weder didaktisch noch praktisch einen Nachteil.

    Also ich will dir, Naschkatze gar nicht in den Rücken fallen. Die Erwartungshaltung deines Chefs (mwd) ist wirklich problematisch und du solltest dich nicht nötigen lassen, etwas zu kaufen, was du nicht haben willst und was dir auch keinen Nutzen bietet. Aber stell dich auf Widerstand ein. Was Leute im Netz immer alles so tönen, musst du am Ende selbst ausbaden.

    Leute, wenn man Anlautkarten braucht, diese aber nicht da sind, kann man nicht einfach sagen "liebe Kinder, die Anlautkarten sind nicht finanziert worden, deswegen arbeiten wir ohne. Stellt euch den Apfel einfach vor".

    Selbst machen, in der Schule drucken, laminieren, etc. (was halt möglich ist) und die Arbeitszeit von anderen Sachen abziehen.

    Von was genau? Förderpläne schneller tippen? Nur die Hälfte aller Eltern einladen?

    Euer bemühen in allen Ehren, ich ärgere mich auch, wenn Kolleginnen Druck ausüben. Aber wenn ICH lieber Geld für etwas ausgebe, als 5 Stunden daran zu basteln, dann mache ich das. Im übrigen kaufe ich die Laminierfolie auch soundsooft selbst.

    Denn es geht ja weiter: es gibt keine 4 magnetischen Zahlenstrahle für 4 Parallelklassen im selben Zahlenraum... keine Fachbücher für Lernbehinderte ab Klasse 7. Die gibt es übrigens wirklich nicht, nicht nur in unserer Schule nicht. Lohnt wohl nicht für die Verlage. Und nein, ich erstelle NICHT für jedes Thema in Leichter Sprache eine Stationenarbeit sondern kaufe den Scheiß, denn wenn ich in der dritten Schulwoche erfahre, dass ich in Klasse 8 Geschichte fachfremd unterrichte, gibt es schlicht und ergreifend keinen Etat, um sich vom Persen-Verlag was zum ersten Weltkrieg anzuschaffen.

    Das Studium an der LMU hat eine Regelstudienzeit von sechs Semstern (Kassenzulassung nach Bachelor). Also kein Unterschied. Außerdem nicht so teuer wie die Logopädie-Ausbildung an den oftmals privaten Schulen.

    Stimmt, wobei man auch einen Master machen kann. Und Studiengänge haben in aller Regel nicht den Praxisanteil, den eine Ausbildung hat, wenn man am Ende also so viel verdient, wie eine Logopädin oder ein Logopäde, würde ich lieber gleich die Ausbildung machen. Oder Lehramt studieren, wenn ich denn lieber als Lehrkraft denn als Sprachtherapeutin arbeiten will.

    s3g4 , wenn es dich wirklich interessiert, kannst du zum Beispiel hier nachlesen. Fachärzte und Fachärztinnen äußern sich zum Bericht des Bundesistituts für Arzneimittel- und Medizinprodukte aus dem Jahr 2022 "Cannabis in der Medizin" und ihrer Arbeit im jeweiligen Fachgebiet:

    https://www.sciencemediacenter.de/angebote/22098

    "Statements

    Prof. Dr. Winfried Meißner

    Chefarzt der Abteilung Palliativmedizin und Leiter der Sektion Schmerztherapie, Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Jena, sowie Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

    „Aufgrund der offenbar fehlenden Repräsentativität – nur 16.800 Datensätze bei wohl mehr als 70.000 Behandlungsfällen laut Kassendaten sowie 52 Prozent Anästhesisten (=Schmerzexperten) in der Begleiterhebung, obwohlim Alltag aber Allgemeinmediziner die häufigsten Verschreiber sind – sind Aussagen zu Effektivität und Nebenwirkungen nicht wirklich möglich. Wie die Autoren auch schreiben: Es ist an der Zeit, dass die medizinische Zulassung und Erstattung durch die Solidargemeinschaft von Cannabinoiden auf der Basis hochwertiger Studien erfolgt – wie bei allen anderen Medikamenten – und das derzeitige Prozedere eine Übergangslösung bleibt.“

    Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl

    Oberärztin der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie sowie Leiterin der Arbeitsgruppe „Tourette“, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

    ...

    „Richtig ist zwar, dass die Datenlage für die Wirksamkeit Cannabis-basierter Medikamente bei psychiatrischen Erkrankungen bis heute gering ist. Allerdings können wir vielen unserer Patient:innen nur begrenzte Therapieangebote machen. So ist etwa für die Behandlung von Tics (meist kurze Bewegungen oder Lautäußerungen, die oft in rascher Abfolge und ohne ersichtlichen Bezug zur aktuellen Situation wiederholt werden; Anm. d. Red.) überhaupt nur ein einziges Medikament offiziell zugelassen, welches heute wegen schwerwiegender Nebenwirkungen gar nicht mehr empfohlen wird. Es ist daher sehr bedauerlich, dass die Krankenkassen durch eine Ablehnung der Kostenübernahmen neue, innovative Therapien verhindern.“


    ...

    In dem Bericht wird zudem suggeriert, Cannabisblüten machten eher abhängig als andere Cannabisarzneimittel. Dies wird immer wieder gemutmaßt, obwohl es keine Daten gibt, die diese These stützen. Interessant ist, dass in dem Bericht festgestellt wird, dass Cannabisblüten seltener zu Nebenwirkungen führen, dies aber mit dem jüngeren Alter der Patient:innen erklärt wird, statt zu diskutieren, dass Blüten eventuell tatsächlich besser verträglich und besser dosierbar sind.“

    „Uns fehlen weitere klinische Studien zur Wirksamkeit von Cannabisarzneien. Die Pharmaindustrie ist hier bei der Finanzierung aber sehr zurückhaltend. Daher muss eine Förderung durch den Bund erfolgen. Nur so können wir Daten gewinnen, die uns verlässliche

    ...

    Prof. Dr. Ursula Havemann-Reinecke

    Professorin für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin und Senior Scientist, Universitätsmedizin Göttingen

    „Es ist positiv, dass es eine Untersuchung des BfArM zu den durchgeführten Verordnungen von Cannabisarzneimitteln gibt, die, wie intendiert, zu klinischen Placebo-kontrollierten, aber auch experimentellen Forschungsvorhaben inspiriert. Aber die Frage bleibt, wer diese Forschungsvorhaben finanziert. Wichtig ist, dass es wissenschaftliche, nicht finanziell und interessensgeleitete unabhängige Forschungsprogramme gibt, die derartige Forschungen finanziell unterstützen. Leider ist dies aktuell nicht der Fall.“

    „Es ergeben sich aus dem Bericht viele für die Praxis relevante Fragen, die teils auch für künftige Forschungen interessant sein können: So bleibt zum Beispiel in dem Bericht völlig offen, inwieweit es auch zu einer Entwicklung von missbräuchlichem oder abhängig machendem Konsum als Nebenwirkung der Cannabisarzneien gekommen sein könnte. Es gibt ferner keine Daten zu psychischen Komorbiditäten wie Angst und depressive oder psychotische Erkrankungen, auch nicht zu Komorbiditäten mit anderen Suchterkrankungen wie solchen bedingt durch Tabak, Alkohol oder zu Opioid-bedingten Störungen. Diese Fragen sind vor allem für die Patienten, die Cannabisblüten verordnet bekommen haben, besonders interessant.“

    „In dem Bericht wird sehr deutlich, dass die Anästhesisten und die Ärzte mit dem Zusatztitel ,Schmerzmedizin‘ Cannabisarzneimittel am häufigsten und weniger Blüten verordneten, und gleichermaßen Daten in die Studie eingegeben haben. Aber es wird auch deutlich, dass die zweithäufigste Cannabisarzneien verordnende Gruppe der Allgemeinmediziner deutlich weniger Meldungen vorgenommen hat, aber gleichzeitig am meisten Cannabisblüten verordneten. Da wäre zum Beispiel auch interessant zu wissen, welche der Allgemeinmediziner hier eine Zusatzbezeichnung ,Suchtmedizinische Grundversorgung‘ hatten.“

    ...

    Was soll man machen, wenn SuS Waffen mithaben? Waffenkontrolle am Eingang? Das ist doch übertrieben. Und wenn sie ein Klappmesser auspacken oder Schlagringe? Willst du da einschreiten? Etwa jemanden nach Hause schicken oder gar die Polizei einschalten? Völlig übertrieben. Soll doch jeder machen, was er will, alles andere wäre doch zu viel Arbeit, vor allem für die Schulleitung. Wo kämen wir denn da hin, wenn sich irgendwer um die Schule und die ihnen anvertrauten SuS kümmern würde. Das Leben ist viel zu kurz für Stress, raucht doch einfach gleich mit, dann haben alle Spaß, heißa!:tanz::rauchen::prost:

    Edit: auf diese Bemerkung beziehend:

    ...

    Das ganze mit einem hohen Workload für einen eher geringen Lohn und leider auch oftmals geringe Anerkennung...

    ...frage ich mich: Naja, welcher Beruf bringt schon Anerkennung?

    Was mir mehr Sorgen machen würde: eine Ausbildung geht drei Jahre und dann verdient man. Ein ganzes Studium zu absolvieren, um dann mit Logopädinnen um die vorhandenen Stellen zu rangeln, das würde mich wahrscheinlich stören.

    Sprachheilpädagogik im Lehramt kann unterschiedliche Schwerpunkte haben: Eventuell arbeitest du an einer anderen Förderschule (musst du in Bayern nicht sowieso ein Unterrichtsfach und zwei sonderpäd. Fachrichtungen studieren?). Oder in der Inklusion, was je nach Bundesland wiederum unterschiedlich gehandhabt wird.

    Du verdienst natürlich wesentlich mehr. Allerdings frage ich mich schon, welchen psychischen Belastungen deine Kolleg*innen sich ausgesetzt sehen, was dann im Lehramt besser werden soll. Ist man als Therapeutin nicht im Einzelsetting?

    Als Lehrkraft bist du halt den Rest deiner Tage Lehrkraft, mit allem was dazu gehört. Deine Kenntnisse in Sprachheilpädagogik nutzen dir dann zwar grundsätzlich schon, aber du unterrichtest, führst Elterngespräche, musst Leistung bewerten, ggf. mit Grundschul-/Sek I-Lehrkräften zusammenarbeiten und hast immer wieder mit verhaltensauffälligen SuS zu tun.

    Wenn du dir das vorstellen kannst: warum nicht? Ich bin sehr froh um meine Absicherung und guten Verdienst. Generell mag ich meinen Beruf. Manchmal hätte ich aber auch nichts gegen schöne Einzelförderung in einer gut ausgestatteten Praxis und Eltern kommen freiwillig, hoffen auf Hilfe. Und wenn sie doch mal unzufrieden sind, wechseln sie einfach die Praxis und machen mich nicht dumm von der Seite an. Und wenn einem danach ist, arbeitet man mit Erwachsenen oder in einer Einrichtung, wechselt den AG... Hat alles Vor- und Nachteile.

    Als Förderschullehrerin nehme ich auch beim Kindergarten Anleihen... etwa so:

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