Ich brauche noch einmal euren Rat.
Morgen ist mein alles entscheidendes MRT und ich hoffe immer noch auf ein Wunder, das mir bestätigt, dass alles nur falscher Alarm war.
Im Moment fühlt sich alles so an, als würde ich durch den Neben laufen.
Als Verdachtsdiagnose stand Bösartiges Leberzellkarzinom (terminal) auf dem Krankenschein.
Nebenbei noch der normale Wahnsinn:
Mal abgesehen davon, dass ich vor Angst die gesamte Woche über nicht arbeitsfähig bin /bisher war und momentan Puls jenseits von gut und böse habe, neigt sich das Schuljahr bald dem Ende entgegen.
Ich habe mit offenen Karten gespielt. An meiner Stammschule waren alle super mitgenommen und sehr verständnisvoll. Meine Kollegin kümmert sich wirklich aufopferungsvoll um meine Klasse und macht jetzt die benötigten Noten. Sie meinte: Du denkst jetzt bitte nur an dich und nur das zählt.
Ganz anders tickt die andere Schule.
Ich habe natürlich auch an meiner abgeordneten Schule (Mobbinproblem) Bescheid gesagt, dass ich nicht weiß ob ich in diesem Schuljahr noch wieder komme. Irgendwie war es mir auch ein Bedürfnis das Problem mit der Raumforderung zu schreiben, damit die nicht denken, ich mache mir zu Hause ein schönes Leben. Auch wen ich mich im Nachhinein dafür ärgere.
Dann dachte ich, ich sehe es nicht, als ich die Reaktion der stellvertretenden Schulleiterin las. Sinngemäß: Ich wünsche Ihnen alles Beste. Ich möchte Sie im Namen der Schulleitung aber bitten beim nächsten Mal bitten die öffentliche Gruppe zu nutzen, damit auch die Kollegen wissen, dass Sie im Krankenstand sind.
Und ich soll doch bitte die Kollegin informieren (das ist die, die mich bei der Klasse schlecht geredet wird); wie ich denn nun mit der geschriebenen Arbeit verfahre.
Gehts noch? Ich schreibe ihr, dass bei mir die Diagnose Krebs Thema ist und die nörgelt herum, dass ich das nächste Mal in die öffentliche Gruppe schreiben soll? Irgendwie hat mir das wieder die Augen geöffnet, wie die dort charakterlich ticken.
(Die Arbeit habe ich selbst gar nicht mehr geschrieben. Ich hatte ihr ja die Arbeit geschickt und sie hat sie dann schreiben lassen).
So, nun dachte ich, bevor es wieder noch mehr Gerede gibt und es heißt, ich hätte mich nicht gekümmert, teile ich der fragwürdigen Kollegin, die die Klasse gegen mich aufgehetzt hat mit, dass ich im Krankenstand bin und die Arbeit geschrieben habe, sie aber in der Schule liegt.
Antwort kam postwendend: Welche Lösung hast du dir denn vorgestellt? Am so und so vielten ist Notenschluss!
Nun die Frage. Ich bin ja im Krankenstand. Bin ich verpflichtet die Leistungskontrollen überhaupt durchzuschauen? Ich kann mich kaum konzentrieren und bin immer noch neben der Spur. Ich merke auch, dass mir dadurch immer mehr Fehler passieren. Auch bei den Korrekturen. Ich hatte noch 3 zu überprüfende Arbeiten von meiner Schule und hab etliches übersehen.
Ich bin so durcheinander. Heute morgen habe ich mein Kind, statt es in der Kita abzusetzen, zum Einkauf mitgenommen, den ich irgendwie noch über die Runde bringen wollte (Leben muss ja irgendwie weitergehen, auch wenn ich wie betäubt bin). Ich habe einfach vergessen sie hinzubringen, was mir noch nie passiert ist. Heute morgen sind mir 3 Teller herunterfallen und ich hab mich ausgeschlossen. Die Nachbarin hatte zum Glück den Schlüssel. Ich würde sagen, ich bin seit der Äußerung von Metastasen nicht mehr gesellschaftsfähig und bekomme regelrechter Panikattacken. Meine Kleine habe ich jetzt erstmal bei meinen Eltern untergebracht, um mich etwas zu sammeln.
Was antworte ich der mobbenden Kollegin? Antworte ich überhaupt etwas?
Ich habe tausend Dinge zu organisieren und kann mich jetzt nicht an die Leistungskontrollen setzen, als wäre nie etwas passiert.
Vielleicht bin ich eine schlechte Lehrerin, aber ich pack das gerade nicht.