Beiträge von Quittengelee

    Irgendwie scheint mancher sich unter einer Gewerkschaft etwas vorzustellen, bei der einer alle 6 Monate vor Mikrofone tritt und mit roughen Worten 50% Lohnerhöhung fordert, während alle Beschäftigten so lange die Arbeit niederlegen und mit Zeigestöcken und Schwämmen gegen die Streikbrecher vorgehen.

    Also ja, selbstverständlich "lohnt" es sich, eine Gewerkschaft zu unterstützen. Sie weist einen zum Beispiel darauf hin, Widerspruch wg. amtsangemessener Alimentation einzulegen, sie liest aktuelle Maßnahmenpakete des Kultusministers und macht mobil dagegen, sie berät einen, wenn der eigene Personalrat keine Ahnung hat oder lieber mit dem Chef befreundet sein will als Lösungen für Probleme vor Ort zu finden. Zum Beispiel.

    ...in meiner Klasse sind elterndiagnostiziert fünf Hochbegabte, realistisch ist keiner von denen hochbegabt. Erstaunlicherweise sind das immer die Schüler die angeblich durch Übungen gelangweilt sind und wenn die zum Psychologen gehen kommt so ein bullshit wie "fast hochbegabt" oder "teilhochbegabt" raus, dabei ist die Diagnose eigentlich immer F91.X "nicht erzogen".

    Nunja, das ist in etwa so plakativ, wie die Behauptung, Hochbegabte hätten oft Probleme.

    Ausgangspunkt der Diskussion war ja die Aussage, man müsse sich um SuS mit Lernproblemen mehr kümmern als um besonders "Schlaue", weil Letztere automatisch durch Elternhäuser gefördert würden. Und das stimmt so halt nicht.

    Und genau deshalb werden sie von mir als weitere Arbeitgebervertreter wahrgenommen. Dies gilt insb. für GEW und VLW/VLBS. Wie an anderen Stellen bereits mehrfach erwähnt wünsche ich mir einen Claus Weselsky als Gewerkschaftsvorsitzenden. Der hatte wenigstens den Schneid wirklich für die Interessen seiner Gewerkschafter einzustehen.

    Was bekommst du eigentlich konkret von Tätigkeiten der GEW mit? Wenn du kein Mitglied bist, erhältst du ja keine Informationen, oder?

    10-12% der Hochbegabten sind Underachiever, was häufig an mangelnden Lernstrategien liegt, so die Uni Würzburg:

    https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/einb…r-kluge-koepfe/

    Ich weiß nicht, wie sich Hochbegabung anfühlt, aber ich vermute, dass sich eine starke Abweichung nach oben ebenso wie eine starke Abweichung nach unten vom Denken der Durchschnittsbevölkerung grundlegend unterscheidet.

    Da Schule ganz bestimmte Anforderungen stellt, zu denen wenig Problemlösen gehört und viel z.B. Textarbeit, würde es mich nicht wundern, wenn Langeweile ihr Übriges tut und das Kind durch die mittelmäßigen Noten in seinen Besonderheiten übersehen wird.

    Das ist an meiner Schule regelmäßig der Fall, oft auf Wunsch der Eltern im Vorabschlussjahr. Unter anderem ist das immer weiter sinkende Niveau der Mittelschule sicherlich ein Grund dafür, dass der Abschluss dann zwar knapp, aber trotzdem klappt.

    Natürlich gibt es Lernförderschüler*innen, die den Hauptschulabschluss schaffen. Dass es aber häufig der Fall ist, dass Lernförderschüler in der Inklusion plötzlich so motiviert sind, dass sie gute Noten schreiben, halte ich für ein Gerücht. Aber vielleicht trifft zu, was Plattenspieler schrieb, es hängt auch vom Bundesland ab. Wenn ein Kind mit einem IQ von 65 in die Inklusion geschickt würde, könnte es noch so motiviert sein, es würden trotzdem keine Wunder passieren. Das hat in der Regel einfach nichts mehr mit Motivation, Lehrkräften oder dem Umfeld zu tun.

    Im Bereich der Inklusion ist es ja auch nicht selten der Fall, dass Schüler*innen, zum Beispiel mit Förderschwerpunkt Lernen, so motiviert sind an Regelschulen, auch mal normale Noten zu bekommen, dass der Förderschwerpunkt aufgehoben werden kann und diese Schüler*innen einen ganz normalen Abschluss machen.

    Das ist wenn, dann sehr selten der Fall. Woher hast du denn diese Info?

    Meinst du? Kann ich kaum glauben.

    Bei uns ist tatsächlich mal ein Kind mit überdurchschnittlichem IQ in der Lernförderschule zur Diagnostik aufgetaucht.

    Aber auch in weniger speziellen Fällen kann ich mir gut vorstellen, dass es übersehen wird, weil sich Hochbegabung nicht immer durch Wunderkindtendenzen am Flügel und Interesse auf allen Fachgebieten zeigt.

    belohnen ist ja was anderes als zu behaupten, die spitze bliebe "auf der strecke".. die schaffen es meiner erfahrung nach mit ihrer schlauheit und oft auch mit drill von zu hause oft "von alleine", da wird gepaukt ohne ende (und von eltern viel gefordert), so dass ich kein schlechtes gewissen habe, mich um die schwachen zu kümmern, die sonst im leben wirklich auf der strecke bleiben.

    Verstehe ich schon, ich arbeite ja selbst mit den "Schwachen". Aber die Gesellschaft ist doch komplexer als nur sozial schwach = lernschwach und pfiffig = gefördert. Ich verstehe schon auch, dass leistungsstarke Kinder gefordert werden wollen und nicht 12 Jahre lang auf die warten mögen, die etwas nicht verstanden haben. Ist doch auch verschenktes Potenzial, diejenigen die Zeit absitzen zu lassen, die interessiert sind und denen man nicht alles hinterhertragen muss oder auch diejenigen zu erreichen, die nicht gerne still sitzen und brav sind, aber durchaus was auf dem Kasten haben und gerne im labor oder am Computer was gezeigt bekämen.

    Ich fänd mehr Differenzierung cool, ist halt bei riesen Klassen, Lehrplänen und gegliederten Schulsystem nicht besonders realistisch.

    Volksbank und Sparkasse sind gute Ansprechpartner, sie haben extra-Budgets dafür. Die Anträge sind oft formlos, es muss der Schülerschaft vor Ort zukommen (betone ich, weil ich schon Gelder für den Besuch von Austauschschüler*innen beantragt habe und deren Eintritte von meinem "Eigenanteil" bezahlt werden sollten, zum Beispiel).

    Danke! Also wenn die Schule zum Beispiel eine neue Ausstattung xy braucht, die 25.000€ kostet. Kann man dann die Sparkasse fragen, ob sie was "dazu gibt"? Auch wenn die Ausstattung von der Stadt/Kommune kommen müsste, da aber kein Geld ist?

    ach, die ärmsten strebsamen und schlauen.. die bleiben in unserer gesellschaft ja sowas von auf der strecke!

    (wie man an den mächtigen sieht, kommen dumme zwar auch mal an die macht, aber die elite bleibt mitnichten auf der strecke! um die muss man sich die wenigsten sorgen machen!)

    Wer eher nicht auf der Strecke bleibt, sind Wohlhabende, sie können sich Musik, Nachhilfe und Beziehungen kaufen. Dass intelligente Kinder und Jugendliche automatisch bevorzugt werden, kann ich aber nicht erkennen.

    Edit: Und warum "Strebsamkeit" nicht belohnt werden sollte, erschließt sich mir auch nicht direkt.

    Ich würde wahrscheinlich, wie oben beschrieben, wochenweise verreisen und in den Ferien was mit Kind und Mann gemeinsam machen. Jetzt schon zu planen ist etwas früh, aber ich verstehe den Wunsch, schon eine Idee entwickeln zu wollen. Allerdings weißt du tatsächlich nicht, ob deine Tochter dann Lust auf Städtetrips haben wird oder auf keinen Fall ohne ihren Freund verreisen will, oder...

    Naja, das Konzept ist schon außergewöhnlich und bedarf einer guten Struktur. Montessorischulen arbeiten zum Beispiel so, ich kenne eine, die macht Jahrespläne für die Kinder. Wenn eins dann nur Deutsch bearbeitet monatelang, sagt die Lehrkraft, dass es sich auch mal mit Mathe beschäftigen soll. Wenn das Kind sich fit fühlt, schreibt es eine Lernzielkontrolle zum Thema.

    De/Ma wären individuell, Musik und Reli ist dann z.B. 1/2 und 3/4 getrennt und in der Gruppe.

    Eine andere Schule in freier Trägerschaft, die ich kenne, schreibt kurze, unbenotete Tests jeden Freitag, um den Lernstand zu überprüfen.

    Am Anfang ist es extrem viel Arbeit bis alles Material da und sortiert ist, bis die Struktur steht. Manches wird besser, weil ein Material dann länger, häufiger, immer wieder benutzt werden kann.

    Ganz alleine aus dem Boden stampfen kann man das aber schwer, als Berufsanfänger gleich gar nicht. Und die Frage, ob man Sonntag frei hat, kann nur jeder selbst beantworten- lautet die Antwort nein, stimmt was nicht.

    Edit: Jahrgangsgemischt 1-4 mit 30 Kindern wäre verrückt, das habe ich aber auch noch nie gesehen.

    Aber jemand, der schon länger hier schreibt, hat doch schon viel verraten in aller Regel. Wenn man sich neu anmeldet, um eine schwierige Frage zu stellen, finden einige das suspekt. Stellt man sie als langjähriger User und löscht sie dann, ist es anderen nicht recht...

    Du würdest wahrscheinlich auch nicht fragen, wie du eine Beurteilung umgehen kannst, wenn du ein Problem mit deinem Chef hättest. Wer dich kennt, erkennt dich doch auch hier wieder, selbst wenn du bei der Arbeit nicht den Schnuller aus deinem Profilbild trägst ;)

    Bei Stellenausschreibungen, Bewerbungen, Beurteilungen usw. will man vielleicht nicht, dass das jede*r mitbekommt.

    Hier hat mal eine Person nach Quereinstieg in unserem Bundesland gefragt, ich wusste nach 3 Sätzen wer das ist. Selbst das Geburtsdatum eines Familienmitglieds im Nick habe ich erkannt. Wenn ich nicht wollte, dass jemand im Kollegium erfährt, dass ich mich versetzen lassen will oder ein Beförderungsamt anstrebe, dann trete ich das nicht im Internet breit.

    Insofern verstehe ich, wenn jemand was allgemein fragt und dann wieder löscht. V.a. wenn die Person die Infos hat, die sie haben wollte ist das doch super, ein Danke wäre allerdings höflich.

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