Beiträge von Quittengelee

    ...Auf der anderen Seite überlege ich, ob ich nochmal das Gespräch mit der Schülerin gemeinsam mit der Fachschaftsleitung suchen sollte, damit sie eine "neutrale" Meinung dazu hören kann, um die Note besser verstehen zu können. Bin mir aber unsicher, ob das überhaupt etwas bringen würde.

    Bringen in Bezug auf was?

    Ich würde ihr sagen, dass sie sich gerne bei der Fachschaftsleitung informieren kann. Mit ihr hingehen würde ich nicht, du musst dich nicht rechtfertigen und um Verständnis werben, du hast die Note ja bereits ausreichend erläutert.

    Das Verhalten im Kurs anzusprechen finde ich auch eine gute Idee. Letztlich hast du dich ja zurecht unwohl gefühlt und das kann man guten Gewissens aufgreifen und gemeinsam Kommunikation üben.

    Unseren Schülern werden schon in der SEK 1 Schulwege von bis zu 90 Minuten (je Weg, also bis zu 180 Minuten Wegezeit am Tag) vom Gesetzgeber in NRW zugemutet. Entsprechendes sollte auch für die Wohnungen gelten. Alles, was im 90 Minuten Umkreis um den Arbeitsplatz liegt, ist zumutbar. Da kommt man auch aus den Ballungszentren schon mit den Wohnungen raus aufs Land.

    Als Referendar erwartet man das auch von dir. Wenn ein Jugendlicher einen Spartenberuf erlernt, muss er halt umziehen. Es geht aber hier um bezahlbaren Wohnraum für Familien und nein, 180 min Fahrtzeit täglich ist nicht zumutbar sondern völliger Irrsinn.

    Zweifellos, aber auf einen bestimmten Ort gibt es kein Anrecht.

    Nee, aber in erreichbarer Nähe zum Arbeitsplatz und so, dass deine Kinder keine Spritzen auf dem Spielplatz finden. Und natürlich muss sie bezahlbar sein, sonst nutzt sie nichts :hammer:

    Das ist das, was ich meine: wer selbst sehr gut verdient und noch Erbe in Aussicht hat, kriegt nicht mehr mit, wie 90% der Bevölkerung leben. Du hast keine Ahnung, wie es ist, zu Besichtigungsterminen zu fahren und dich mit 100 Leuten in eine Schlange zu stellen, weil du etwas finden MUSST. Und bei der nächsten Wohnung wieder und wieder und wieder. Und dann machst du noch mehr Kompromisse, was Lage, Ausstattung und Preise angeht und dort stehst du wieder in einer Schlange mit 100 anderen Leuten. Und das, weil Immobilienhaie den Hals nicht voll kriegen und Städte wie Berlin kein kommunales Baukonzept aufgestellt bekommen. Meine Güte, Deutschland ist ein so reiches Land.

    Das stimmt "generell" nicht. Der Förderverein (unserer und andere, von denen ich weiß) fördert zusätzliche Angebote, die sonst nicht möglich wären aber für alle, die Schule nicht nur als Nürnberger Trichter verstehen, wichtig sind. Dabei ist es egal, ob 0. Meier das wichtig findet.

    Das können zum Beispiel sein: Feste und Feiern, Ausflüge in die Natur (gerade für Großtadtkinder!), Theater- und Kinobesuche, Lesungen von Autoren, Theateraufführungen von mobilen Theatergruppen undsoweiter.

    Kann man so und so sehen. Wenn Ausflüge in die Natur und Theateraufführungen für die Kinder wichtig sind, könnte man es als notwendiges und nicht zusätzliches Angebot definieren.

    Edit: Chili hatte wohl denselben Gedankengang...

    Wenn Wohnen ein Grundrecht ist, warum soll dann der private Vermieter dafür die Kosten tragen? Wenn ich die Kosten einer vermieteten Immobilie nicht durch die Mieten wieder erwirtschaften kann, würde ich als Vermieter die Immobilie auch verfallen lassen.

    Das wir alle irgendwo wohnen müssen ist klar. Aber woher kommt Deine Annahme, dass es ein Grundrecht ist in irgendeiner deutschen Großstadt wohnen zu müssen?

    Von der Düsseldorfer Kö bis nach Duisburg Marxloh sind es 16 Minuten mit der S-Bahn. Erklär mir bitte nicht, dass so eine Fahrzeit nicht zumutbar wäre.

    Natürlich müssen die Kosten reinkommen. Aber Häuser besitzen, um davon zu leben, einen großen Gewinn zu machen, ist m.E. unsozial. So geschehen in großem Stil im Osten von Investoren aus dem Westen wie wir alle wissen.

    "Ortsübliche Vergleichsmiete" heißt das dann und dann wird so lange erhöht, bis nur noch kinderlose Zahnärzte sich die nette Gegend leisten können. Und "Staffelmietverträge" nicht zu vergessen.

    Im Ruhrgebiet kenne ich mich nicht aus, aber das regionale Problem hat StateOfTrance ja dargelegt.

    Nun denn, ich habe das IW zitiert, nachdem "einkommensreich" ist, ab...:

    "... Einkommen von 4.560 Euro dürfen sich Singles laut IW zu den reichsten 5% zählen – und ab 7.190 Euro sogar zum reichsten 1%."

    ...und vermögensreich:

    "...Laut einer IW-Studie aus dem Jahr 2018 gelten Sie als vermögensreich bei einem Vermögen von mehr als 477.200 Euro. Hierbei kann es sich etwa um Immobilieneigentum oder Wertpapierbesitz handeln."

    Das trifft für das Haus auf dem Land wohl nicht zu. Ursprünglich ging es aber um Mietpreisbremsen und dass der Immobilienbesitzer dann irgendwann nichts mehr von seinem vermieteten Haus habe, weil die Kosten zu hoch seien. Ich kann da kein Mitleid haben, Wohnraum sollte nicht zum verdienen da sein.

    Wohnen ist ein Grundrecht und darf nicht das halbe Einkommen auffressen, teilweise findet man nicht mal mehr passable Mietwohnungen in deutschen Großstädten.

    Ich danke euch sehr für eure aufmunternden Worte!

    Vielleicht hätte ich bei den Krankmeldungen im letzten Winter immer den ärtzlich festgestellten Grund (Mittelohrentzündung, Fieber, Husten, Corona, Halsentzündung - eine tatsächlich fiese Reihe an verschiedenen Infekten) angeben sollen. Dann hätte man mir nicht unterstellen können, dass ich schon vor dem Ereignis psychisch angeschlagen und überlastet war. Und ich Blödi habe meine Hausärztin immer bekniet, mich so kurz wie möglich krankzuschreiben. Nur bei der Mittelohrentzündung und Corona (mit Fieber und allem) war ich eine Woche zu Hause.

    Ich bin leider kein Gewerkschaftsmitglied. Und mich jetzt anzumelden, finde ich moralisch nicht richtig.

    Wenn die ganze Sache vorüber ist, hole ich das aber definitiv nach.

    Der Grund deiner Krankmeldungen geht den Arbeitgeber einen feuchten Kehricht an. Ich kann dir wirklich nur raten, aufzuhören, dich zu rechtfertigen.

    Warum es eine Moralfrage sein soll, sich lieber später als jetzt bei einer Gewerkschaft anzumelden, erschließt sich mir nicht.

    Das ist astreines Mobbing. Die Frauen waren nicht schlecht vorbereitet sondern haben gemeinsam versucht, dich unter Druck zu setzen. Deswegen haben Klarstellungen und Erklärungen deinerseits auch nicht geholfen, ein Gesprächsabbruch wäre der richtige Weg gewesen. Das hätte für ein Personalgespräch gegolten, für ein BEM noch 1000x mehr.

    Es gibt doch diesen Kalenderspruch, dass man sich am besten auf die Zukunft vorbereitet, indem man sich sorgsam der Gegenwart zuwendet. Son bisschen was ist da schon dran. Wenn du zum Beispiel jetzt gerade den Eindruck hast, dass ihre Zeichenfähigkeiten nicht ihren eigenen Ansprüchen ans Ergebnis genügen, dann frage ich mich als Außenstehende nicht, ob sie keine Lust hat zu zeichnen und das mehr üben sollte, sondern woher der Perfektionismus kommt und ob mehr machen lassen und weniger bewerten gerade angesagt sein könnten. (Knete und Fingerfarben statt Lineal und Schablone...)

    Die Interpretation von Ursachen des Verhaltens des eigenen Kindes und Erlebnisse aus der eigenen Kindheit tragen maßgeblich dazu bei, wie man auf das Verhalten wiederum reagiert (unsicher, stolz, verärgert, entspannt, besorgt...). Das wiederum bestimmt, wie das Kind eine Situation und sich selbst wahrnimmt, interpretiert und sich seinerseits verhält.

    Wenn man sich Sorgen um die Entwicklung seines Kindes macht, kann es daher auch hilfreich sein, sich selbst beraten zu lassen und weniger die äußeren Umstände zu kontrollieren versuchen. Letzteres geht nämlich sowieso nur bedingt...

    Springen oder nicht, mit 5 einschulen oder mit 6, alles hat Vor- und Nachteile. So gigantisch ist die Bedeutung aber nicht, wie es dir jetzt gerade erscheinen mag, denn am Ende muss das Kind mit der Lehrkraft klarkommen, die es vor sich hat und mit seinen Stärken und Schwächen leben wie jeder andere Mensch auch. Das Rüstzeug dazu zu liefern, Selbstbewusstsein zu fördern ist, denke ich, die schwierigste und zugleich wichtigste Aufgabe, die Kindergarten und natürlich Eltern leisten können.

    Also fühl dich bitte nicht angegriffen, ich habe keine Ahnung, wie ihr erzieht. Nur aus eigener Erfahrung empfehlen, viel Zeit und ein offenes Ohr für seine Kinder zu haben und nicht so viel vorab besorgt drumrum planen zu wollen.

Werbung