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Ich erkläre es dir nochmal: wenn man als Grundschullehrer die Kinder und Eltern seiner Klasse kennt, kann man die Aussage "Xyz kommt heute nicht, es ist Krank" einschätzen und ist beruhigt...
Achsoo und deine Beruhigung ist gleichzusetzen mit rechtssicherem Handeln?
Ein Problem kleiner Schulen besteht darin, dass sie ihre eigenen Regeln etablieren. Man kennt sich, vertraut sich, oder auch nicht, hat etwas schon immer irgendwie gemacht und weiß genau, wie x und y reagieren werden.
Deswegen kann der Schulleiter von Schule X auch nicht nach vermissten Kindern telefonieren, weil er A13Z verdient und in der ersten Stunde Sachunterricht erteilen muss. Regelmäßig bei der Kommune anrufen und nach einer Sekretärin fragen kann er natürlich auch nicht, weil er den Mensch bei der Behörde kennt und den möchte man ja nicht traurig machen mit seinem Ansinnen, der kann ja auch nix dafür, dass keine Sekretärinnen eingestellt werden. Denen sind allen die Hände gebunden! Deswegen fragt man lieber Kevin, warum Serafina heute nicht da ist. Alles völlig normal im Universum von Schule X.
Das ist aber im Rest der Republik nicht normal, vielleicht vertraust du auch mal darauf, dass dir nicht alle hier nur Blödsinn erzählen?
Passend zum Vertrauen auf (Kinder-)aussagen: neulich kam ein Schüler von mir zu spät. Mehrere Kinder sind sich ganz sicher, ihn morgens auf dem Pausenhof gesehen zu haben. Ich wundere mich, ob das Kind auf dem Klo Blödsinn macht, durchs Schulhaus geistert, wieder nach Hause gegangen ist? Es stellte sich heraus, dass es zu spät war und ein Kind mit der gleichen Jacke für eben jenes fehlende Kind gehalten wurde.