Beiträge von Quittengelee

    Die Schulleitung kann die Sekretärin nicht selbst einstellen, sie ist bei der Kommune angestellt. Wie ich oben schon geschrieben hatte, entscheidet der Schulträger über Umfang und Einstufung des Vertrages, über Einsatzorte bzw. Zeiten (2 Schulen) , nicht die Schulleitung.

    Die Schulleitung kann die Aufgabe auch nicht selbst übernehmen, sie ist zur gleichen Zeit selbst im Unterricht. Wäre sie es nicht, müssten wir jeden Morgen 2 Klassen zusammenlegen oder beaufsichtigen lassen. Mehr Lehrkräftestunden stehen nicht zur Verfügung.

    Man könnte den Schulen durchgängig eine Assistenz je Klasse finanzieren oder durchgängig eine Sekretärin, statt zu erwarten, dass die SL mit A13Z aufwärts diese Tätigkeit übernimmt und andere Aufgaben verschiebt. Unsere SL dreht keine Däumchen, während sie im Büro ist, da gibt es mehr als genug andere Aufgaben.

    Die Schulleitung hat Verantwortung über den geordneten Schulbetrieb. Sie könnte sich solange bei der Kommune beschweren, bis diese das Sekretariat besetzt hat. Bis dahin muss sie ganz offensichtlich das Telefon selbst bedienen, denn ihr seid im Unterricht.

    Dass sie Däumchen dreht, hat niemand behauptet, solange aber ein Mindestmaß an Aufgaben nicht erfüllt ist, hier: "Wo sind die uns anvertrauten Kinder?" Müssen weniger wichtige Aufgaben offenbar warten. Der Verdienst interessiert niemanden, wenn die Schulleitung findet, sie sei überbezahlt fürs Telefon, muss sie sich um eine andere Lösung kümmern. Dafür wird sie ja so gut bezahlt.

    ...Dass das möglich ist, ohne irgendeine Klasse allein zu lassen, lässt sich auch an jeder Schule organisieren.

    Halte für besser, was du willst, siehe Probleme oder nicht (wenn du Probleme siehst, ist es deine Verantwortung, sie abzustellen oder Verantwortliche dazu aufzufordern). Wenn du das nicht tust, sind die Chancen ganz gut, dass dein ganzes Berufsleben nichts passiert, genau so wie fast nie Schülerinnen auf Klassenfahrten versterben (zum Glück). Wenn dann doch was passiert, gibt es eben aber auch nichts mehr darüber zu diskutieren, dass es sich um eine Dienstpflichtverletzung handelt und du dafür gerade stehen musst...

    Danke. Und selbst wenn man vor dem Gesetz nicht geradestehen muss, allein die Vorstellung, dass eine meiner Schülerinnen von einem eifersüchtigen Exfreund der Mutter im Wald erstickt wird ist so, dass ich niemals dafür irgend eine Art von Schuld haben will.

    Bis 9 Uhr soll es geklärt sein, spätestens dann soll es an die Polizei gegeben werden.

    Ich habe also 1 1/2 Schulstunden Zeit, den Unterricht zu unterlassen und mich darum zu kümmern, warum die Kinder in meiner Klasse unentschuldigt fehlen.

    Wieso siehst du nur diese Lösung, dass du aus dem Raum gehen musst? Wofür habt ihr eine Schulleitung? Sie kann eine Sekretärin organisieren, die jeden morgen zwei Stunden anwesend ist. Oder die Aufgabe selbst erledigen. Dass die Schule die Pflicht hat, bedeutet nicht, dass du sie hast. Nur sich gar nicht um fehlende Kinder zu kümmern kann nicht die Lösung sein. Macht doch einfach mal dort Rabatz, wo die Probleme entstehen.

    ...

    Aber einmal mehr ist es eine Aufgabe, die man den Schulen überstülpt, ohne entsprechende Bedingungen in den Schulen zu schaffen oder zu gewährleisten.

    ...

    Das ist doch keine besondere Aufgabe, die Schulen übergestülpt bekommen, zu kontrollieren, dass fehlende Kinder entschuldigt wurden?

    Dass ihr keine Sekretärin habt ist eine Sauerei, ja. Aber daraus zu schlussfolgern, man müsse sich um nichts mehr kümmern, ist sonderbar. Ich bleibe doch auch nicht im brennenden Raum sitzen, nur weil jemand vergessen hat, einen Feuerlöscher zu installieren.

    kleiner gruener frosch , das Problem ist, dass du es persönlich okay zu finden scheinst und dabei die Unprofessionalität nicht siehst. Die Lehrkräfte können noch so doll mit den Eltern befreundet sein, sie haben eine professionelle Verantwortung für ihre SuS. Wir sind nicht alle eine große Familie, in der sich alle nur genug vertrauen müssen, nicht in Bullerbü und schon gar nicht in normalen Städten.

    Natürlich kann man Klassenfahrten ordnungsgemäß durchführen. Hier ist nichts passiert, wovon vorher nie jemand was gehört hat, es ist schlicht und ergreifend versäumt worden, die gesundheitliche Probleme vorher schriftlich abzufragen oder sich in der Schülerakte selbständig zu informieren.

    Das ist weder Hexenwerk noch eine Zumutung, sondern ein ganz normaler Prozessschritt, der jedes Jahr von zehntausenden Lehrkräften ordnungsgemäß ganz genau so gemacht wird.

    Von anderen zehntausend vielleicht auch nicht, da es nicht Pflicht ist, kann das niemand wissen.

    Nein, er hat 3 Möglichkeiten genannt, wie Eltern versucht werden zu erreichen bis zum Anruf bei der Arbeitsstelle. Und dass dann situationsabhängig entschieden werde, ob die Polizei zu kontaktieren wäre.

    ...Dann braucht man als Lehrer keinen Alarm mehr schlagen. Und das hat nichts mit unprofessionell Verhalten zu tun, sondern damit, dass man in der Grundschule die Eltern kennt und das einschätzen kann.

    Siehe oben genannten Fall, dass die Mutter aus allen Wolken fiel, weil ihr 9-Jähriges die Schule schwänzt. Das hatte sich über andere Kinder entschuldigen lassen.

    ...Bis zu dem Tag, an dem eine Mutter ihren Sohn bei Rewe auf dem Parkplatz angetroffen hat und sich herausstellte, dass das nicht das erste mal war. Manche Kinder haben auch herausgefunden, dass man vor der Mittagspause auch den Ganztag verlassen konnte, da im Nachmittagsbereich auch keiner mehr nachfragte wenn Kind x nicht anwesend war. Wie die Chorleiterin sagte " wer nicht will, der hat schon. Ich brauche auch keine Kinder (3. und 4. Klässler) hier, die keine Lust auf Singen haben". Alles nicht so schlimm, bis eben mal was passiert...

    Alles nicht so schlimm?

    Ich bin gerade mal wieder fassungslos, was andere Eltern und Kolleg*innen nicht so schlimm finden.

    ...Sie tauschen sich dort privat aus zu allem, das ihre Mitwirkung oder Orga fordert und melden ihre Kinder früh morgens oder spät abends krank. Irgendwer guckt immer und gibt das seinem Kind dann mit. So kommt es zwar öfter dazu, dass mehrere Kinder ein Kind entschuldigen, aber das ist mir lieber, als wenn es unentschuldigt fehlt.

    Das ist doch nicht besser, deswegen musste ich auch nicht deine Antwort abwarten. Es ist in jedem Falle kein adäquater Weg der Kommunikation.

    Eine solche würde gerade erst dazu führen, dass sich Lehrkräfte weniger eigene Gedanken über die konkrete Fahrt und deren Umstände machen würden und dabei erst recht die Gefahr besteht, grob fahrlässig wesentliche Punkte zu übersehen. Ich halte das für einen denkbar ungeeigneten Ansatz.

    Warum denn das? Wie kommst du zu der Schlussfolgerung? Ich meine, wir haben doch den Fall hier mehrfach durchgekaut. Das Problem lag auch daran, dass Eltern bewusst Informationen verschwiegen haben und dass auf der Fahrt mehrere in einem Restaurant waren und dieselben Symptome aufwiesen.

    Wenn man Lehrkräften zutraut, ihren Menschenverstand zu benutzen, wenn sie mit Jugendlichen ins Ausland fahren, dann muss man sie auch ihre Entscheidungen treffen lassen. Oder man gibt bestimmte Dinge vor. Sie haben ja nicht die Klasse ohne Aufsicht ins Watt geschickt oder mit Sandalen bei Gewitter ins Gebirge. Da wäre jedem sofort der Irrsinn klar gewesen.

    Wenn nun das (Nicht-)Einholen bestimmter Informationen durch die aufsichtführenden Lehrkräfte zum Urteil geführt hat, dann muss m.E. genau dieses zur Pflicht erhoben werden in allen Verordnungen aller Bundesländer. Entweder etwas liegt in meinem Ermessen oder es ist verpflichtend Voraussetzung. Es gibt keinen Grund, Lehrkräfte etwas entscheiden zu lassen, was sowieso erwartet wird.

    ...Mir geht es mehr um das methodische Vorgehen, also welche Schritte leite ich ein, um herauszubekommen, was in die Einheit soll.

    1. Lehrplanziele checken, die erreicht werden müssen.

    2. Thema sichten: was findet man dazu in Schulbüchern und den Weiten des Internets?

    3. Eigene Expertise bemühen: was habe ich über mein Fach gelernt, welche wesentlichen Aspekte will ich den Kindern nahe bringen?

    4. Einzelne Unterthemen raussuchen, die ich auf die Stunden verteilen will.

    5. Einheit methodisch planen: was soll am Ende für ein Produkt rauskommen? Plakat, Buch, Diagramm, Powerpoint, Hefteinträge?

    6. Einzelne Stunden planen: welche Methoden bieten sich an, Stationen, Unterrichtsgänge, Expertenbefragungen, gemeinsames Erarbeiten von Tafelbildern...? Wie sollen die Lernergebnisse gesichert werden? Immer in Hinblick auf das Ziel: was sollen sie nach den 45 min. können oder wissen, was sie vorher noch nicht konnten oder wussten und wie leitet uns das zum Ziel der Einheit hin?

    7. Lernvoraussetzungen checken: was können sie in einer Stunde schaffen? Leseverständnis, Zahlenraum, bereits erarbeitete Methoden etc. Auch hier: was gibt die Fachdidaktik her? Erst erarbeite ich den Zahlenraum bis 10, bevor ich den Zehner überschreite, also muss ich wissen, wer schon die Mengen, Zahlbegriff, Ziffern schreiben usw. bis 10 beherrscht, bevor ich den Übergang bearbeite.

    Und immer damit rechnen, dass der eine was nicht versteht und der andere nach 2 min fertig ist.

    8. Fehler machen und daraus lernen...

    Edith: lernt ihr das nicht im Seminar?

    Schmerzensgeld ist wohl ein unpassender Begriff, Schmerzen kann man nie in Geld aufwiegen. Unterstützungsleistung als kläglicher Versuch, irgendwas wiedergutzumachen vielleicht eher?

    Edith: Besonders schlimm und nicht in Worte zu fassen natürlich der hier entstandene Verlust. Ich möchte weiß Gott auch nicht in der Haut der Kolleginnen stecken. Ich werde diesbezüglich immer ängstlicher, früher bin ich viel sorgloser mit SuS unterwegs gewesen.

    ...

    Die nächste Sache wäre dann die Feinstundenplanung. Trotz vieler Überlegungen bekomm ich die Rückmeldung, dass es methodisch nicht genug am Kind wäre, es entweder über- oder unterfordernd ist oder die Differenzierung für schwächere fehlt. Auch da wieder: woher weiß ich, was wie funktioniert? Sicher in ein paar Jahren bin ich schlauer, hilfe mir nur aktuell wenig...

    Zuerst möglichst genau rausfinden, was die Kinder können. Über- oder unterfordern passiert auch später noch immer mal, aber da hilft Routine. Also: Lernstandsanalyse möglichst konkret auf wesentliche Aspekte.

    Also zum einen kann ein spontaner Besuch der Polizei auch dazu führen, dass Eltern ihr Kind künftig früh abmelden.

    Wenn sie wiederholt nicht erreichbar sind, gibt es außerdem auch noch das Jugendamt, das man bemühen kann.

    Und zum anderen sind Brennpunkt, keine Sekretärin und 'Polizei fährt vielleicht eh nicht vorbei' Ausreden, sich überhaupt nicht zu kümmern. In Klasse 1-4 kann man sich nicht einfach gar nicht bei den Eltern melden. Auch ganz unabhängig von Sonderfällen wie einer Entführung haben Schulen ein Mindestmaß an Fürsorgepflicht und Kinderschutz zu leisten. Sich nur noch um die zu kümmern, die regelmäßig kommen ist absurd. Dann muss im Notfall eine Lehrkraft die erste Stunde telefonieren und dafür fällt eine Förderstunde weg, es wird eine Lösung geben.

    Mit Schmerzensgeld ist nicht alles gut, das denkt wohl niemand. Es ist aber auch nicht so, dass man kein Geld braucht, weil man trauert. Zudem kommen außergewöhnliche Kosten auf einen zu, die das Leben zusätzlich extrem erschweren können: Wenn man monatelang krankgeschrieben ist zum Beispiel, private Therapie in Anspruch nimmt, allein die Beerdigung ist teuer. Alles was man zusätzlich zu seinem Ausnahmezustand an Kosten erstattet bekommt ist eine Erleichterung. Geldnot kann zusätzliche Krisen bedeuten.

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