Beiträge von Quittengelee

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    Und bei uns wird deutlich über die Hälfte mit A13 pensioniert, viele davon sehr engagiert und gut. Aber an eine andere Schule wechseln, um die Chanceauf A14 zu erhöhen, wollen dann nur wenige. ..

    Achso, ich hatte dich so verstanden, dass an deiner Schule selten A14 überhaupt ausgeschrieben wird, weil sich häufig Leute mit A14 versetzen lassen und daher der Schlüssel schon hoch ist. Dass trotzdem die Hälfte nicht davon profitiert war mir nicht klar.

    Und klar, ich würde mir wohl auch 3x überlegen, ob ich an eine doofe Schule wechsle, um befördert zu werden. Genauso ist es halt leicht, zu sagen 'ich arbeite ja so viel, daher habe ich es verdient, andere können sich ja gern an einer anderen Schule bewerben, wenn sie in denselben Genuss kommen wollen'. Den Zusatz halte ich für unnötig. Andere wünschen sich schlicht und ergreifend für ihren Einsatz dieselbe Anerkennung. Sie arbeiten nicht weniger.

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    Die wenigen A14 Stellen werden an Schulen gegeben, die prozentual wenige mit A14 haben. Wir haben prozentual viele, weil unsere Schule beliebt und in einer beliebten Gegend liegt. Kollegen mit A14 versuchen jahrelang zu uns zu kommen, bis es klappt. Deshalb dürfen wir nie ausschreiben.

    Abgesehen davon, dass die Beschreibung für deine Schule ebenso anekdotisch ist, schrieb doch Plattenspieler bloß, dass er kaum einen Gym-Kollegen kennt, der mit A13 pensioniert wird und das wäre bei euch ja ebenso.

    Edit: Ich verstehe, dass jeder seine Leistung gewürdigt sehen will und findet, dass er besonders viel und engagiert arbeitet. Das tut der oder die, der nie befördert wird aber ebenso. Daher der viel geäußerte Frust.

    100 KuK am Gymnasium entsprechen idR 75-80 Vollzeitlehrerstellen, meinen letzten Daten sind ein paar Jahre alt, damals gab es für gut 100 Lehrersollstunden eine A14 Stelle, also für etwa 4,5 Vollzeitlehrer. Eine A15 Stelle kommt am Gymnasium auf knapp 20 Vollzeitlehrer also so grob 400 Lehrersollstunden, dafür müsste eine Grundschule 5-zügig sein. Dass A15 an Grundschulen problematisch ist, hat auch laufbahnrechliche Gründe.

    Mir geht es im Kern nur um eins: die hier oft wiederholte Meinung "Am Gymnasium kriegt jeder A14 und an Grundschulen ist das kaum möglich" ist auf Basis objektiver Zahlen zumindest für Niedersachsen falsch. Die Stellenkegel an den Schulformen unterscheiden sich für die beiden Besoldungsstufen nicht massiv. Faktisch ist es für Grundschullehrkräfte sogar wesentlich einfacher auf A14 zu kommen, weil viele Stellen unbesetzt sind und man ganz leicht der einzige Bewerber für eine Stelle sein kann. Es will halt nur keiner machen. Eine Erklärung dafür wäre, dass die Stellen unattraktiv sind, eine andere, dass viele Grundschullehrkräfte überhaupt keine Mehrverantwortung tragen wollen.

    Ist das vielleicht eine Milchbubenrechnung? Die A14 gibt's an der Grundschule nicht für Inklusionsorganisation oder das iPad-Administrieren sondern fürs Leiten der Schule.

    Eigentlich schon gestern...

    Ich war rein zufällig zu meinem Verbeamtungstermin anwesend.

    Es war sehr grotesk und mir fehlten erstmal die Worte. (Der Termin wurde nicht an mich weitergeleitet, ich war aber gerade zufällig gerade vor Ort, sodass ich 3 min vorher erfuhr, dass ich schnell zur Verbeamtung soll.)

    Ich bin jetzt also kein Arbeitsschaf mehr, sondern ein Dienstschaf.

    Echt jetzt? Bin gerade unsicher, ob Ironie oder "genauso wars!" Hier die Oberhand haben.

    Ergänzung dazu:

    Ich mache an meine Schule Einstufungsberatung. Tatsächlich kommt es immer öfter vor, dass die Mutter mit dabei sitzt und teilweise sogar das Sprechen übernimmt. Peinlicher geht's kaum. Vor ein paar Jahren war das VÖLLIG undenkbar und es hat für großes Gelächter im Sekretariat gesorgt, wenn jemand mit Mutti ankam. Da wird eine Generation völliger Unselbstständigkeit herangezogen.

    Ich bin ja verwundert, wie krass viel den jugendlichen Kindern in meinem Kollegium oder Bekanntenkreis geholfen wird, einen Praktikumsplatz zu finden. Ich musste das alleine machen früher.

    Allerdings denke ich inzwischen, dass das mit ein Grund ist, warum Menschen aus der sozialen Unterschicht 6 Generationen brauchen, bis sie aufgestiegen sind. Das sind weit über 100 Jahre.

    Eltern, die ihren Kindern den Weg ebnen, weil sie zum Beispiel "wen" kennen, tragen massiv mit zum Erfolg/Reichtum bei. Insofern mag das bei Ausbildungsberufen lächerlich wirken, weil traditionell nicht so viel Bohei um den Sohn des Klempners gemacht wird. Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob es den Jugendlichen so schadet, wie von dir vermutet.

    Das ist zumindest an meiner Schule eine Riesenaufgabe. Der Kollege hat JEDEN Tag Schüler*innen oder Kolleg*innen zu beraten. Von der Einrichtung neuer iPads (neue Schüler*innen), Gespräche mit der Stadt-IT, usw... alles, was ich nicht mitkriege, nicht zu sprechen.

    Mitarbeit in der Schulentwicklung: Da sind so viele Aufgaben und (idealerweise) soviele Leute in den Gremien, wie soll es (für DIESE Aufgabe) gehen?

    Wartung der Kopierer: Der Schulträger schickt manchmal jemanden, aber der ganze Rest (Papier, Tinte, Staus und größere Sachen), das ist Selbstorganisation.

    Ich bezweifle dass nicht, beim TE ist das Kümmern um die Kopierer aber offenbar viel Arbeit und die iPads werden bei ihm nicht gut betreut.

    Kann ja am Missmanagement der Schulleitung liegen, es ist aber alles nicht selbstverständlich mit Liste im Lehrerzimmer: die und die Posten gibt's, die und die Kollegen brauchen dafür soundsoviel Stunden und deswegen ist es so wie es ist, nachvollziehbar und einigermaßen gerecht.

    Wieder mal interessant: die einen lachen jemanden aus, der fragt, ob Schulentwicklung zur A14-Aufgabe werden kann, die anderen maulen, dass iPads zu betreuen ja wohl voll A14-tauglich sei.

    Ganz offenbar ist das System nicht gerecht oder wenigstens transparent, weswegen alles Auslachen fehl am Platze ist. Es wird immer Leute geben, die aus persönlichen Gründen eine Beförderung erhalten und Leute, die sich den Allerwertesten aufreißen und nie auch nur ein Danke dafür hören.

    Und natürlich werden immer die, die befördert wurden, finden, dass das völlig zu Recht war und sie viel mehr geleistet haben als alle anderen.

    Du hattest gefragt, ob es persönlich und rechtlich eingefordert werden könnte. Ich meinte nur, dass Duzen eine Beleidigung sein kann, ich aber nicht denke, dass es zum Rechtsstreit käme.

    Wenn allerdings der Schüler zur Schulleitung ginge, um ein Siezen zu erzwingen, würde mich schon interessieren, wie diese reagieren würde. Also wenn der Schüler darauf beharrt, wird er wohl seinen Dickschädel durchsetzen, vermute ich.

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