Herr Clemens verfügt über keine pädagogischen Vorerfahrungen, kann daher nur bedingt beurteilen, welchen Herausforderungen Lehrern (m/w/d) im Berufsalltag ausgesetzt sind, was natürlich auch die Berufswahl junger Menschen prägt. Er setzt hier eher Maßnahmen aus der Außensicht an (Wenn Lehrer mehr arbeiten, ist das Problem gelöst.), statt zu überlegen, welche Hindernisse aus dem Weg geräumt werden könnten , um Lehrkräften mehr Zeit für das Unterrichten selbst zu ermöglichen, um Ausfall aufgrund von Krankheit oder Überlastung zu reduzieren. Erziehung und Disziplinierung nimmt ebenso wie Differenzierung von Aufgaben und Prüfungen einen zeitlich umfassenden Raum ein - an Grund- und Förderschule ehrlicherweise mehr als im mittleren oder gymnasialen Bildungsgang.
Gerade bzgl. Verhaltensauffälligkeiten würde eine Reduktion der bürokratischen Hürden bis zur Umsetzbarkeit disziplinarischer Maßnahmen mit nachhaltigem Effekt die Lehrkraft entlassen und die Lernatmospähre in der Klasse steigern.
Und klar: Leistungsbeurteilung ("weniger Klausuren") ist, wie im Artikel erwähnt, ein Zeitfaktor, der an sich aber kein Problem wäre, wenn er beim Deputat entsprechend berücksichtigt wäre. Hier wurde bereits die Tage geschrieben, dass die Deputatsvorgaben teilweise mehrere Jahrzehnte alt sind. Es ist unrealistisch, mehr Aufgaben zu fordern, gleichzeitig die Deputatsvorgaben gleich zu lassen. Bei jeder zusätzlichen Aufgabe sollte die Deputatsangabe realistisch reduziert werden.
Können Lehrkräfte sich auf das ...
Ich bin tatsächlich mal einer Meinung mit dir. Der neue Kultusminister ist 42 und hat viele Jahre im Ausland gelebt. Über Schule weiß er nichts, was ältere Kolleg*innen ausgerechnet in Sachsen leisten, die den Wechsel des Schulsystems nach der Wende mitgemacht haben, erst recht nicht.
Das Kürzen von Klassenarbeiten ist außerdem eine Zumutung für die Kinder, die bekommen jetzt schon bloß extrem wenige Noten.
Man muss allerdings sagen, dass in Ostsachsen teilweise 30-40% Unterricht ausfallen. Ich hab auch keine Ahnung, wie man das Problem lösen soll. Den 60-Jährigen das Problem aufzuhalsen kann's aber echt nicht sein. Vor allem mit der dummfrechen Begründung, dass man ja heute länger gesund und fit im Alter bleibt.