Ob diese Diskussion ob einer Redewendung unbedingt sein muss, weiß ich nicht.
Tendenziell sehe ich es aber schon eher so wie O. Meier.
Die Frage ist ja nicht, ob in der Türkei auf Basaren oder auf Märkten in Thailand gefeilscht wird oder nicht, sondern die eindeutig negative Konnotation, die durch den Kontext der Verwendung impliziert wird - und hier dann mit einer bestimmten Kultur assoziiert wird.
Ähnlich wäre es, wenn ich über eine Frau sagen würde, in ihrer Wohnung gehen die Männer aus und ein wie im Bordell. Da kann ich auch sagen, das sei ja nicht sexistisch, weil im Bordell doch die Männer wirklich aus und ein gehen. Trotzdem ist es natürlich eine sexistische Aussage, weil ein Urteil über das Verhalten mitschwingt. In diesem Fall ist es halt noch offensichtlicher.
Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn bei meinem zugespitzten Beispiel der Subtext ist, die junge Frau habe so viele Sexualpartner wie eine Sexarbeiterin, dann wäre analog der Subtext beim "Notenbasar", dass die Schüler*innen so (nervig, denn so ist es ja gemeint) verhandeln wie die Türken. Das hat in dieser Lesart schon etwas mit Aburteilen einer Kultur zu tun.
Mich hätte die Erklärung des Rassismusvorwurfs von der Autorin (mwd) desselben interessiert, aber das ist zumindest eine mögliche Erklärung.
Das Feilschen um Noten ist nervig, aber das Feilschen als solches halte ich nicht für nervig, es ist einfach eine Art der Aushandlung. Aber vielleicht sollte man generell Nationalitäten aus Redensarten raushalten, dann stößt man niemandem vor den Kopf.