Der erste Link ist interessant, vergleicht aber m.E. nicht Leute mit und ohne ADHS-Diagnose, sondern das Bewältigen eines bestimmten Aufgabentyps mit Medikinet.
Der zweite Link ist, wenn ich es richtig sehe, keine Studie, sondern ein ausgedachter Erklärungsversuch, also immer noch Folklore.
Wenn man ADHS schon mit was vergleichen will, dann mit anderen psychischen Erkrankungen. Die kann man teilweise auch mit Psychopharmaka behandeln, weiß aber oft nicht mal genau, warum das funktioniert. Bislang sind, soweit mir bekannt, PTBS und Anpassungsstörung die einzigen F-Diagnosen, die einen bekannten Auslöser als Voraussetzung zur Diagnose enthalten (und auch hier passiert natürlich irgendwas Neurologisches im Schädel). ADHS ist bislang jedoch lediglich eine Liste von Symptomen, die man versucht, von anderen Störungsbildern abzugrenzen.
Es gab mal die Theorie, dass ADHS allein durch Erziehungsprobleme verursacht werde (=Eltern Schuld). Dann folgten andere Ideen, z.B. dass eine Ernährungsumstellung alle Probleme lösen würde, im Moment überwiegt die, ich sag mal "angeborene Neurotransmitterfehlleitungstheorie" (=puh, Eltern doch nicht Schuld). Simplifizierungen werden einem Problem aber halt nie gerecht. Klar wird das Leben einfacher mit Ritalin, endlich kommt man im System Schule und auch in Beziehungen besser klar und das ist sehr viel wert. Aber es gibt bislang keinen Nachweis, dass Menschen mit ADHS auf die Welt kommen und ADHS "haben". Wenn das Mal anders sein sollte, halten wir uns bitte gerne gegenseitig auf dem Laufenden.