Beiträge von Quittengelee

    Wie viel Informationen darf der AA anfordern bzw. wie viel bekommt er? Darf er bei meiner Therapeutin zB Dinge erfragen? Oder eine komplette Akte einsehen? Oder sogar Auskunft über meine Versicherungsdaten/-abrechnungen erhalten? Theoretisch muss ich ihn doch von jeglicher Schweigepflicht entbinden?

    Eigentlich gibt man vorab auf einem Bogen alle Diagnosen an. Dann fragt der AA ggf. nach weiteren Gutachten. Ich glaube nicht, dass er/sie sich selbst auf die Suche macht.

    Aber eine Verbeamtung wird wahrscheinlich nicht drin sein oder? :/

    Der AA muss die Wahrscheinlichkeit der vorzeitigen Dienstunfähigkeit absehen, eine Diagnose allein ist nicht automatisch Ausschluss, so wie das früher war.

    Der erste Link ist interessant, vergleicht aber m.E. nicht Leute mit und ohne ADHS-Diagnose, sondern das Bewältigen eines bestimmten Aufgabentyps mit Medikinet.

    Der zweite Link ist, wenn ich es richtig sehe, keine Studie, sondern ein ausgedachter Erklärungsversuch, also immer noch Folklore.

    Wenn man ADHS schon mit was vergleichen will, dann mit anderen psychischen Erkrankungen. Die kann man teilweise auch mit Psychopharmaka behandeln, weiß aber oft nicht mal genau, warum das funktioniert. Bislang sind, soweit mir bekannt, PTBS und Anpassungsstörung die einzigen F-Diagnosen, die einen bekannten Auslöser als Voraussetzung zur Diagnose enthalten (und auch hier passiert natürlich irgendwas Neurologisches im Schädel). ADHS ist bislang jedoch lediglich eine Liste von Symptomen, die man versucht, von anderen Störungsbildern abzugrenzen.

    Es gab mal die Theorie, dass ADHS allein durch Erziehungsprobleme verursacht werde (=Eltern Schuld). Dann folgten andere Ideen, z.B. dass eine Ernährungsumstellung alle Probleme lösen würde, im Moment überwiegt die, ich sag mal "angeborene Neurotransmitterfehlleitungstheorie" (=puh, Eltern doch nicht Schuld). Simplifizierungen werden einem Problem aber halt nie gerecht. Klar wird das Leben einfacher mit Ritalin, endlich kommt man im System Schule und auch in Beziehungen besser klar und das ist sehr viel wert. Aber es gibt bislang keinen Nachweis, dass Menschen mit ADHS auf die Welt kommen und ADHS "haben". Wenn das Mal anders sein sollte, halten wir uns bitte gerne gegenseitig auf dem Laufenden.

    Ach Quatsch, so simpel ist das doch nicht immer. Es gibt eine einige Dinge, die SuS aus gutem Grund nicht dürfen, Lehrkräfte aber durchaus. Handyverbote wurden in dem Kontext bereits angesprochen, die aber nicht bedeuten, dass man als Lehrkraft prinzipiell sein Handy ebenfalls in der Tasche lassen müsste, selbst wenn man darüber einfach nur auf das digitale Klassenbuch zugreifen wollen würde.

    Wenn also Kopfbedeckungen nicht- religiöser Art für die SuS untersagt sind, dann kommt es doch stark auf die Begründung dafür an, ob das überhaupt oder zumindest eingeschränkt übertragbar ist auf die Lehrkräfte, die dann immer noch völlig frei darin wären, ob sie sich daran selbst halten möchten. Vorbild zu sein heißt nicht Lemming zu spielen, sondern kritisch Umstände zu prüfen, abzuwägen und sich angemessen zu verhalten- was auch immer das dann sowohl individuell, als auch situativ bedeuten mag.

    Dann nenne einen einzigen Grund, warum Kinder keine Mützen aufhaben dürfen, die Lehrperson aber schon.

    Natürlich wirkt Ritalin auch wenn man kein ADHS hat, nur dann im Regelfall statt dämpfend anregend.

    Woher hast du diese Information? Soweit ich weiß, hilft es beim Fokussieren und länger durchhalten, mit und ohne ADHS-Diagnose. Das ist das, was ich aus Erfahrungsberichten kenne, ob es Studien gibt, weiß ich nicht.

    Unterstelle mir bitte nicht ständig Ahnungslosigkeit. Ich bin schon länger mit der Materie befasst - eventuell bereits schon lang vor deiner Geburt ;)
    In meinen Klassen saßen Kinder aus kriminell-drogenabhängigen Millieus, von Müttern, die bis 5 Uhr früh als Animierdamen in Kneipen arbeiteten - und deren Kinder auf dem nicht isolierten Dachboden auf Strohmatratzen schliefen, Kinder die vom abgesoffenen Vater täglich verprügelt wurden, Mädchen, die mit 14 Jahren auf den Strich geschickt wurden und bevor sie in meine Klasse kamen zuerst in den Entzug mussten ... Erzähl du mir was von "Bindungstheorie" ...

    Es war eine schwere Arbeit, die Kinder aus dieser Bindung zu befreien und sie auf eigene Füße mit einem Blick auf die eigene Existenz nach vorne zu bringen.

    Erfahrungen sind wichtig, ersetzen aber Wissen nicht. Inobhutnahme ist nunmal das letzte Mittel und hängt nicht von der persönlichen Einschätzung der Lehrkräfte ab, aus gutem Grund. Nimm sowas doch einfach mal nicht persönlich, dir will niemand deine Berufserfahrung absprechen oder deine Arbeit als Lehrkraft bewerten. Das einzige, was man bewerten möchte ist mangelnde Reflexionsfähigkeit.

    Wenn den Kindern die Kopfbedeckung verboten wird, haben sich Lehrkräfte selbstverständlich auch daran zu halten, da verstehe ich den Tenor hier nun nicht. Dann soll man das Kappetragen halt gar nicht verbieten, die Diskussion hatten wir aber auch schon endlos hier.

    ...

    In diesem Thread wird der Polizeieinsatz während der Unterrichtszeit von vielen Nutzern als richtig beurteilt (nein, ich suche nicht jeden Namen raus). Für mich wäre so ein Vorgehen nur gerechtfertigt, wenn der Verdacht bestünde, dass ein Schüler gefährliche Gegenstände mit sich führt oder anderweitig Gefahr im Verzug wäre. ...

    Er wird nicht als richtig beurteilt, sondern einem fremden Schulleiter erst mal zugetraut, eine vernünftige Entscheidung zu treffen.

    Außerdem sind die meisten davon ausgegangen, dass in der Story noch was fehlt. Eine Mutter, die sich an die rechte Presse wendet und eine rechtspopulistische Abgeordnete, die drauflosklagt, sind erst mal mit Vorsicht zu genießen. Und *Trommelwirbel* genau so war es. Du bist natürlich total überrascht, weil du ganz vorurteilsfrei auf alle Menschen zugehst, auch auf die mit den Runen im Posting, aber so woke werde ich wahrscheinlich nicht mehr.

    ...

    Es hätte seitens der SL Sinn gemacht, statt die Polizei die Schulsozialarbeit einzuschalten ...

    Wenn wir wieder beim Spekulieren sind: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Schulleiter seine Pappenheimerinnen kennt, schrieb ich oben schon und hatte Recht behalten. Wenn ein Sorgen-Gespräch angebracht ist, kann man das führen oder hat es bereits geführt. Nur weil jemand Nazikram postet und aus einer ebenso rechten Blase kommt, muss er oder sie noch lange kein Leid empfinden und reden wollen.

    Danke für die Antwort! Das Problem ist ja, dass die Diagnose Borderline nicht mehr zutreffend ist. Wenn ich eine GbB beantrage, dann würde ich ja sagen, dass ich noch drunter leide - was ich ja nicht tue.

    Eben, aber warum ist das ein Problem, bist du darüber nicht froh? Einen GdB zu bekommen ist nicht so einfach, dabei geht es ja um die Einschränkungen, die du hast. Wenn du selbst weißt und aktuell nachweisen willst, dass du keine Einschränkungen hast, voll belastbar bist im Job und so weiter, frage ich mich, warum du selbst darüber nachdenkst, einen GdB zu beantragen?

    Ansonsten würde ich spontan sagen: einen guten Psychiater suchen und eine vernünftige Diagnostik machen lassen mit Gutachten, das du mit zum Amtsarzt nehmen kannst. Dazu das Gutachten der Psychologin und dann weitersehen.

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