Beiträge von Quittengelee

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    Laut Zeugin wurde den Lehrern gesagt, dass Emily "immer wieder wegsackt". DIe Lehrer haben laut Zeugenaussage erwidert, dass die Schüler auf sie aufpassen sollen.

    Eine der angeklagten Lehrerinnen musste mit einem Jungen zum Arzt und hat laut Zeugenaussage den anderen Schülern gesagt, dass sie mit keinem mehr ins Krankenhaus fahren wird.

    Das ist ja furchtbar! Aber warum war das dann nicht Gegenstand der Verhandlungen?

    Ich sehe das Problem nicht nur darin, dass Vorerkrankungen nicht vorher schriftlich abgefragt wurden, sondern insbesondere auch in dem Verhalten der Lehrerinnen vor Ort.

    Ja eben, das war aber, so weit ich es gelesen habe, nicht Teil des Urteils. Die Lehrerinnen kannten das Kind nicht mal, da dort mehrere Schulstufen mitfuhren. Begleitungen anzuordnen liegt aber in der Verantwortung der Schulleitung.

    Natürlich sollte man kein krankes Kind in der Herberge zurücklassen, das bestreitet hier auch niemand. Es wurde aber verurteilt, dass keine Vorabfrage vorlag. Ich habe bislang in den VwV unseres Bundeslandes keine solche Pflicht finden können. Und auch wenn viele das bisher immer gemacht haben, vermute ich sehr stark, dass das nicht jeder macht, bzw. nicht von allen Teilnehmenden auswendig auf dem Schirm hat, ob er eine Nussallergie hat o.ä. Problematisch wird es doch erst, wenn was passiert.

    Ich hoffe natürlich, dass ich immer vernünftig handele, aber ich würde es nicht beschwören. Und mir macht es ehrlich gesagt schon Angst, dass man am Ende eben doch persönlich verantwortlich gemacht wird für Entscheidungen, die man getroffen hat, die man ja immer aus Überlegungen heraus trifft. Die Lehrerinnen waren nicht betrunken oder so was, sie werden gedacht haben, dass es reicht, wenn sich ein Kind nicht gut fühlt, dass es mit einer Freundin im Zimmer bleibt und man nach dem Ausflug noch mal nachsieht. Und das wurde eben auch nicht von den Richtern beurteilt, sondern die formale Vorabfrage und die hätte, wenn Pflicht, an der Schule schon als Formular vorliegen können.

    So ganz bin ich noch nicht durch mit dem Verständnis des Urteils.

    Der Vater hat bis zum Schluss gekämpft und ich finde das auch richtig so.

    Ich meinte eigentlich nicht "richtig" oder "falsch", ich habe mich nur im ersten Moment gefragt, ob es der Familie nun in irgendein einer Weise besser geht, mit Geld kann man ja leider nichts aufwiegen. Aber wahrscheinlich geht es darum auch nicht.

    Nein - warum sollte es? Das den Kolleginnen vorgeworfene Verhalten war schon vor dem Urteil falsch. Juristisch und moralisch.

    Mich würde viel eher interessieren, ob das Urteil auch dienstrechtliche Konsequenzen hat. Zumindest die 23.000 € -Geldstrafe dürfte deutlich über der diesbezüglichen Grenze liegen.

    Ist das Dokumentieren und Kontrollieren von Vorerkrankungen gesetzlich vorgeschrieben? Mich wundert, dass das Verhalten vor Ort nicht thematisiert wurde, das wäre ja individuell bewertbar, sondern dass es nur darum ging, ob die beiden Frauen vorher formal etwas protokolliert hatten. Ein Info-Zettel im Hefter allein hätte dem Kind ja auch nichts genutzt. Und wenn es keinen Erlass gibt, in dem das explizit verlangt wird, müssten sie dann nicht sogar ganz raus aus der Verantwortung sein, oder denke ich komplett falsch?

    Der Mitschüler, der das Mädchen betreut wohnt bei mir in der Nachbarschaft, daher muss ich sagen, dass ich den gesamten Vorgang betreffend befangen bin Außerdem ist das Verfahren nach wie vor schwebend. Nachdem das zuständige Gericht die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt hat, hat die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Damit kann die nächste Instanz von vorne orüfen.

    Der Fall ist nun abgeschlossen, die Lehrerinnen müssen eine Geldstrafe entrichten. Ob das den Eltern irgendwie weiter hilft? Offenbar war dem Vater die Verurteilung ja sehr wichtig. Es ist einfach nur tragisch.

    Ich frage mich, ob das Urteil für künftige Klassenfahrten irgend eine Bedeutung haben wird.

    So gesehen halte ich es für eine Mär - oder zumindest für übertrieben - wenn man immer wieder liest, der Schulleiter sitze am längeren Hebel.

    Naja, die TE bemerkt aber sehr plötzlich sehr starke Veränderungen im Verhalten ihres Chefs (mwd), warum sollte sie sich das einbilden? Du schreibst zwar zu Beginn, dass du dich auf keinen konkreten Fall beziehst, aber ich beziehe mich auf den hier genannten und beziehe außerdem eigene Erfahrungen auch die nach Anschauung von Kolleg*innen im eigenen Kollegium ein.

    Der Möglichkeiten, Kolleg*innen vorzuziehen oder diese links liegen zu lassen gibt es übrigens viele, da ist der Stundenplan nur ein Mittel. Aufgaben entziehen zum Beispiel, und ja, irgendein Schlauberger wird gleich sagen, dass das doch toll ist, dann habe man weniger zu tun. Nein, gemobbt werden ist nicht toll und wer es nicht erlebt hat, möge einfach mal darauf vertrauen, dass es ein beschissenes Gefühl ist und den Leuten nicht egal. Extreme Formen treiben die Leute ins Burnout oder in andere psychische Erkrankungen, glaubt's einfach. Wer ein tolles Kollegium hat und eine normale, faire Schulleitung, mit der man reden kann: Glückwunsch. Bei der TE gibt es offenbar starke Grüppchenbildung.

    Und was wäre daran jetzt schlimm?
    Besser/einfacher kannst du nervige Klassen nicht loswerden.

    Schlimm ist daran, dass Eltern, deren Kind nicht mit seiner Note zufrieden ist, sich bei der Schulleitung beschweren und diese dann ruckzuck Klassen neu verteilt, damit bloß keine Beschwerde weiter kommt.

    Ich finde die Zustände äußerst sonderbar, das Rückgrat der SL gummiweich und wenn niemand im Kollegium auf deiner Seite ist, Zahori , würde ich auch perspektivisch gucken wollen, ob ich mich in dieser Schule noch wohlfühlen kann. Zuerst aber würde ich das Thema wahrscheinlich in einer Konferenz auf die Tagesordnung setzen und da mal generell drüber reden wollen.

    - Ich arbeite, um zu leben, nicht umgekehrt.

    Ich verbringe viel Zeit auf der Arbeit und sie ist schon ein großer Teil meines Lebens. Ich wünsche mir durchaus Wertschätzung meines Chefs oder Chefin. Es ist auch kein psychologisches Geheimnis, dass das den allermeisten Menschen so geht.

    Und das Aufgebrummtkriegen von korrekturintensiven Klassen und zähen Stundenplänen ist zudem eine handfeste Belastung und hat nichts mehr mit Verheiratetsein zu tun.

    zu 1: So einen Fall gab es kürzlich. Ich war da, jemand anderes nicht. Daraufhin wurde dieser zum Chef zitiert. Es sei respektlos nicht zu erscheinen, damit zeige man, dass man sich nicht mit der Schule identifiziere.

    Ui ja, "Respekt" ist ein vielfältig besetzter Begriff. Ob dem Chef klar ist, dass vor ihm niemand Respekt hat und er auf diese Weise auch keinen bekommen wird?

    Jetzt scheint mir die Frage zu sein, was du für dich daraus mitnimmst. Wenn du nicht zu nichtverpflichtenden Zusatzterminen und freiwilligen Veranstaltungen wie Feiern erscheinst, ist das dein gutes Recht. Offenbar fühlst du dich damit aber unwohl und dem würde ich versuchen, nachzugehen: Kannst du damit gut leben, nicht zum Inner Circle zu gehören? Oder wurmt dich vielleicht doch etwas daran? Weißt du, wie du auf ein "Hereinzitiertwerden und Respektsvorträge anhören" reagieren könntest? Lässt du dich derart runterputzen und wenn ja, warum? Machst du bestimmte Dinge nur, um keinen Konflikt austragen zu müssen? Traust du dir zu, es von nun an anders zu versuchen?

    Ich hab weiß Gott schwierige Schulleitungen gehabt. Es ist am Ende vor allem ein Kampf mit sich selbst, wie man mit bestimmten Dingen umgeht. Wir sind nunmal soziale Wesen und auf Anerkennung und Bindung angewiesen. Was sowohl inneres Emigrieren als auch Kämpfe mithilfe von Bezirkspersonalräten usw. angeht, kann ich leider aus eigener Anschauung berichten. Lass ich aber, lieber die Empfehlung, dir selbst Zeit zu geben, deine Position zu finden und in Ruhe entscheiden zu können, wo du "nein" sagst und wie du mit den Konsequenzen leben kannst. Bei anderen ein Verhalten zu erzwingen, kann man jedenfalls in aller Regel vergessen.

    Wobei ich wirklich der Überzeugung bin, dass selbst aktiv zu versuchen eine Veränderung herbeizuführen gesünder ist, als sich einer als enorm belastend empfundenen Situation zu ergeben.

    Sich zu ver-kämpfen, weil die SL letztlich immer am längeren Hebel sitzt, kann noch kaputter machen. Stichwort "Posttraumatische Verbitterungsstörung", sowas gibt's wirklich, ohne das freilich direkt auf die/den TE zu beziehen.

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    Wie geht man damit um?

    Wie bist du damit bislang umgegangen? Oder was hat sich geändert an den Bedingungen, wenn du erst jetzt überlegst, damit überhaupt irgendwie umzugehen?

    Es gibt noch gar kein ausgearbeitetes Gesetz, ...

    ...aber du hast es trotzdem schon besser durchdrungen als alle anderen.

    Erst interessiert meine Meinung einfach nicht, jetzt ist es gar keine Meinung.

    ich habe es umformuliert, weil ich das letztere gemeint habe. Nicht, deine Meinung interessiert nicht, sondern du behauptest etwas, das nicht stimmt und das ist nunmal keine Meinung. Meinung wäre "ich finde das Gesetz doof, weil..." Da es noch kein Gesetz gibt, kann man allenfalls doof finden, Menschenrechte einhalten zu wollen und diese Meinung hast du bislang nicht geäußert.

    Möchtest du vielleicht mit Gegenargumenten irgendwas Konstruktives diskutieren oder einfach weiter geifern?

    Wer geifert in diesem Thread, Antimon? Lies bitte nochmal alles durch, inklusive deiner eigenen Beiträge und frag dich mal, wie oft du aggressiv auftrittst. Ich habe RosaLaune eine ganz normale Frage gestellt, zu der du dann meintest, reingrätschen zu müssen. Ich habe Politiker*innen zitiert und ich habe klargestellt, dass es hier nicht um mittelständische Unternehmen geht, sowie dass es Grundsätze gibt, um welche Menschenrechte es gehen soll. Außerdem habe ich mehrfach geschrieben, dass ich die Art und Weise scheiße finde, erst ein Gesetz zu unterstützen und dann kurz vorher ohne Begründung abzuspringen.

    ... Moebius Vorwurf ...

    Ich dachte, jeder redet für sich? Dafür bedankst du dich ganz schön oft für Aussagen anderer User über Forenteilnehmer*innen.

    Wenn von dir noch was Inhaltliches kommt, prima, wenn nicht, dann auch okay, jeder darf auch unwissend daher labern. aber mach mich nicht blöd von der Seite an.

    Buschmann hat mit am Lieferkettengesetz gewirkt, es wurde insgesamt 3 Jahre diskutiert, warum plötzlich diese Kehrtwende? ...

    Genau das möchte ich eben auch wissen. Es wird wahrscheinlich noch eine Zeit dauern, aber LobbyControl, Correctiv oder eine findige Person bei der Süddeutschen werden es herausfinden.

    Polizei ist ein politischer Akteur mit entsprechender Kommunikation und entsprechenden (Eigen-)Interessen. (Inklusive der zig rechten Einzelfälle pro Jahr…)

    Ich dachte bislang, Polizei ist Teil der Exekutive und damit ein Teil unserer Demokratie, die auf Gewaltenteilung beruht. Das hat zunächst mal nichts mit dem Rechtsextremismus einzelner Personen in der Polizei zu tun.

    Der Vorwurf liegt im Werfen auf "die einschreitenden Polizist*innen", also Landfriedensbruch. Wie gewalttätig das nun war, dürfte nicht mehr ganz so entscheidend gewesen sein bei der Urteilsfindung.

    Die Kritik der GEW richtet sich u.a. gegen das Kumi, das ihm, noch vor rechtskräftig werden des Urteils, ein Quasi-Berufsverbot auferlegt habe.

    Interessant ist, dass das Verhalten des Beamten in der Öffentlichkeit durchaus eine Relevanz hat. Als Kassierer hätte er sicher nicht seinen Job verloren.

    Aldi Süd begrüßt z. B. das einheitliche Recht in Europa. Aktuell sind sie ggü. Spanien benachteiligt, schreiben sie

    Das sagt die von den Grünen auch und klingt auch logisch, da Deutschland bislang als einziges ein derartiges Gesetz hatte. Oder gibt es Vergleichbares in anderen europäischen Staaten?

    RosaLaune , wie klein ist ein Betrieb über 500 Beschäftigte und mit 400 Mio Umsatz? Mittelständisch ist auf alle Fälle nicht mehr der passende Begriff, scheint mir.

    Zeit schrieb: "Dass es so komme, enttäusche ihn, sagte Heil und sprach von einer "ideologisch motivierten Blockade" des Koalitionspartners FDP. "Eine EU-Lieferkettenrichtlinie stärkt die Menschenrechte in internationalen Handelsbeziehungen, wenn es etwa darum geht, Kinder- und Zwangsarbeit zu bekämpfen", sagte er.

    ...Auch aus der Grünenfraktion gab es Kritik. Co-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte, ein Scheitern des Gesetzes wäre "schlecht für die deutsche Wirtschaft, die von gleichen Wettbewerbsbedingungen profitiert hätte". Zudem sprach sie von einem Rückschlag für den Schutz von Menschenrechten und einem Rufschaden für Deutschland als "verlässlichen und glaubwürdigen Partner in der EU".

    Es heisst nur was von "Einhaltung von Menschenrechten", was auch immer damit gemeint sein mag.

    Immer noch falsch. Ich zitiere es gerne erneut:

    "Das Lieferkettengesetz enthält einen abschließenden Katalog von elf international anerkannten Menschenrechtsübereinkommen. Aus den dort geschützten Rechtsgütern werden Verhaltensvorgaben bzw. Verbote für unternehmerisches Handeln abgeleitet, um eine Verletzung geschützter Rechtspositionen zu verhindern. Dazu zählen insbesondere die Verbote von Kinderarbeit, Sklaverei und Zwangsarbeit, die Missachtung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, die Vorenthaltung eines angemessenen Lohns, die Missachtung des Rechts, Gewerkschaften bzw. Mitarbeitervertretungen zu bilden, die Verwehrung des Zugangs zu Nahrung und Wasser sowie der widerrechtliche Entzug von Land und Lebensgrundlagen.

    Bußgelder

    Kommen Unternehmen ihren gesetzlichen Pflichten nicht nach, können Bußgelder verhängt werden. Diese können bis zu 8 Millionen Euro oder bis zu 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen. Der umsatz­bezogene Bußgeldrahmen gilt nur für Unternehmen mit mehr als 400 Millionen Euro Jahresumsatz. Außerdem ist es bei einem verhängten Bußgeld ab einer bestimmten Mindesthöhe möglich, von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen zu werden."

    (Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

    Zauberwald , inwiefern hat das "mental schlecht abschalten zu können" mit diesem Beruf zu tun? Aus der Beschreibung deiner Aufgaben allein, wird das m.E. nicht deutlich. Vielleicht wäre eine Beschreibung der vertretenen Sportstunde zwischen den regulären Deutsch-, Reli- und Kunststunden eher geeignet, den Overload zu beschreiben? Weiß ich nicht, ich mutmaße nur.

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