1. Für viele Schüler ist es denke ich sogar eine Art "Hassfach", dass sie sich wegwünschen. Führt das bei dir als Lehrer auch zu Frust oder wie oder wie gehst du damit um?
2. Stimmt es, dass für Korrekturen sehr viel weniger Zeit aufgewendet werden muss als in anderen Fächern?
3. Und wie ist es mit der Unterrichtsvorbereitung, empfindest du die als sehr zeitfressend?
4. Wie empfindest du allgemein das Stresslevel in dem Beruf, sehr hoch, erträglich oder eher weniger vorhanden?
5. Gibt es irgendwelche ganz bestimmten Vor- oder Nachteile die du bei Mathe im Vergleich zu anderen Fächern siehst?
6. Was das Studium angeht: Die Abbruchquoten in Mathe sind ja sehr hoch und das Studium gilt als Anspruchsvoll und zeitaufwändig. Würdest du im Nachhinein sagen, das Studium war dennoch interessant und hat es sich "gelohnt"?
Alles anzeigen
1. Erlebe ich anders, viele machen am liebsten Mathe, weil man da praktisch nicht schreiben muss. Außerdem ist es schön, wenn's *klick* macht, diesen Effekt hat man in kaum einem anderen Fach.
2. Im Verhältnis schon, kann man sich vorstellen, wenn man an den Umfang seiner eigenen Mathe-, Deutsch- oder auch Bioklausuren denkt...
3. Unterrichtsvorbereitung ist halt Teil der Arbeitszeit. Am Anfang dauert sie länger, mit ein paar Jahren Berufserfahrung geht sie schneller. Interessante, aktuelle Aufgaben und Projekte kann man weiterhin planen, wenn man Lust hat. (Mein eigener Lehrer, der wahrscheinlich so um Kriegsende geboren wurde, hat seine Vorbereitung minutiös in Schönschrift verfasst und damit jedes Jahr genau gleich unterrichtet. Falls nicht gerade Digitalisierung erfunden wird oder so, kommt man also ein paar Jahre mit seinen Ideen hin, wenn man Abwechslung scheuen sollte
)
4. Nimmt mit dem Alter oder eigenen Belastungen zu. Anstrengend finde ich nach wie vor den Umgang sonderbaren Eltern und inkompetenten Vorgesetzten. Menschen halt. Wenn man ein stabiles Selbstbewusstsein und gute Kommunikationsfähigkeiten hat, kommt man aber m.E. relativ unbeschadet durchs Arbeitsleben. Einzig der intellektuelle Anspruch fehlt und man muss ihn sich selbst suchen.
5. Ich liebe die Anschaulichkeit, die zumindest bis zum Hauptschulabschlusses gegeben ist. Ich muss mir nichts ausdenken, um irgendwie zwanghaft Interesse zu wecken, sondern ich überlege mir, wie die SuS hinter einen Sachverhalt steigen können und bringe das dann in den Unterricht mit. Da muss man gar nicht erst mit langen Gesichtern diskutieren, ob das jetzt hochinteressant ist, fürs Leben taugt oder überhaupt verständlich ist. Dieses Genöle habe ich nur, wenn ich über unser Bundesland referieren oder das Prinzip der Ständegesellschaft vermitteln muss und die Kinder halt wirklich nicht das Konzept "Bundesland" oder "Gesellschaft" erfassen. Allerdings unterrichten ich nicht am Gymnasium, wie du dir nun denken kannst...
6. Kann ich nicht beurteilen. "Aber anspruchsvoll und zeitaufwändig" darf ein Studium m.E. sein, das ist doch ein wichtiger Abschnitt im Leben. "Chillig und schnell erledigt" ist eigentlich gar nichts, was wichtig ist.