Ich stimme dir komplett zu, Leo13, ich bin immer Klassenleitung in der Erprobungsstufe in NRW und nach meiner anekdotischen Erfahrung stimmen die Empfehlungen oft nicht.
Dazu kommen unterschiedliche Auffassungen der Grundschulen. Da gibt es welche, an denen jedes Jahr über 50% der Kinder eine Gym-Empfehlung bekommen und dann gibt es die mit ähnlichem Einzugsgebiet, die pro Jahr 3-5 Gym-Empfehlungen vergeben.
Das ist alles nicht objektiv und/oder objektivierbar und solange das so ist und die Entscheidung so früh getroffen wird, sollte es auf keinen Fall eine verpflichtende Empfehlung geben!
Mir fällt es vor allem bei unterschiedlichem Einzugsgebiet auf. Schulen mit tendenziell schwächerer Klientel schickt Kinder aufs Gymnasium, die an Schulen mit tendenziell stärkerer Schülerschaft keine Empfehlung bekommen hätten. Das hat auch nichts mit gutem oder schlechtem Job der Grundschullehrkräfte zu tun, sondern mit mangelnder Objektivierbarkeit. Es gibt schlicht keine Kriterien, die von Zehnjährigen erfüllt sein müssen, damit das Abitur vorhersehbar bestanden wird.
Dass sich vor allem Jungen auch später noch entwickeln ist zudem bekannt, dass der soziale Hintergrund einen großen Faktor bei Schulleistung darstellt, weiß man ebenso.
Wenn man die Entscheidung schon so früh treffen will, dann erscheint mir eine Aufnahmeprüfung fast sinnvoller.