In dem Moment, in dem ein Asylsuchender nicht das nächstsichere Land, sondern bewusst ein weiter entferntes Land mit gewissen wirtschaftlichen Vorzügen ansteuert, sind die klassischen Asylkriterien nicht mehr erfüllt.
Guck dir die Landesgrenzen von Syrien an. Der Libanon hat bereits unfassbar viele Menschen aufgenommen, die Türkei ebenfalls. Die nächsten Länder, Saudi Arabien und Kuwait, hätten natürlich das Geld aber keine Lust, sich zu kümmern. Soweit reicht die muslimische Nächstenliebe dann wohl doch nicht.
Davon abgesehen ist es doch total egal, wie weit Syrien oder Eritrea wegliegen. Europa sieht sich diesen Menschen nunmal gegenüber, es muss gemeinsam einen Weg finden, sich unter Einhaltung der Menschenrechte um sie zu kümmern. Wenn die Lösung ist, sie im Mittelmeer ertrinken zu lassen oder sie in Staaten abzuschießen, in denen Folter oder Krieg drohen, ist die Menschheit am Ende. Dein Leben hat keine größere Bedeutung als das Leben desjenigen, der hier an der Grenze anklopft. Du bist so bedeutend und wertvoll wie jeder andere auf der Welt. Das ist die "Würde des Menschen". Und selbstverständlich tragen reiche Staaten ohne Krieg die Verantwortung für Menschen aus armen Staaten mit Krieg.
Erstere leben nicht auf einer Insel der Selbstversorgung mit selbstgewebten Hosen, einem eigens geschreinerten Smartphone und auf dörflicher Gemeinschaftsfläche angebautem Kaffee. Wer denkt, dass er seinen Lebensstandard selbst erarbeitet hat, nur weil er aktuell gesund ist und einer Erwerbsarbeit nachgeht, lügt sich reichlich naiv in die Tasche.