Beiträge von Quittengelee

    Und was mir irgendwo oben gefiehl, als Zielformulierung ganz an den Anfang des Gesprächs stellen. Dass ich grundsätlich dem Lerner nicht den Abschluss verwehren möchte, gerade im Hinblick darauf, dass er wohl eine Lehrstelle hat.

    Wieso solltest du ihm den Abschluss verwehren wollen? Es sollte umgekehrt dein oberstes Ziel sein, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass jeder seinen Abschluss machen kann. Wenn jemand diesen Rahmen aber nicht annimmt und sich nicht an die Regeln hält, muss er mit den Konsequenzen leben. Ich würde versuchen, wieder sachlicher zu werden, auch wenn es schwerfällt, wenn ein Schüler irgendwas triggert. Der Abschluss ist das Ziel, was will der Schüler ab sofort tun, um dieses zu erreichen, das muss die Frage bleiben. Wenn die Noten brauchbar sind, liegt es offenbar am Verhalten. Was erwartest du da? Süffisantes Grinsen kannst du ihm nicht verbieten. Dem Unterricht fernzubleiben aber durchaus.

    Das hat hier niemand so geschrieben.

    Doch hast du, Schmidt. Und dass die Anfrage naiv ist, schriebst auch du. Und du bist nicht der einzige. Es ist auch nicht das erste Mal, wenn neue User*innen etwas wissen wollen und nicht firm sind im Schulkontext. Auch andere Userinnen und User ist das offenbar aufgefallen, ich habe es mir also nicht eingebildet. Und jetzt kannst du gerne noch etwas hinzufügen, damit du das letzte Wort hattest, das ist dir offenbar wichtig, mir war wichtig, dass sich die TE nicht blöd vorkommt.

    OT: Eigentlich meint "homeschooling", dass Eltern ihre Kinder regulär und selbstständig zu Hause unterrichten. Das geschieht dann - sofern überhaupt legal - meist aus eher seltsamen Gründen.

    Was wir besprechen, heißt korrekt Distamzunterricht, auch wenn dabei leicht der selbe Quark rauskommt.

    Von mir aus auch Distanzunterricht, es geht nicht um den Begriff. Es ist aber nicht möglich, neben seinem Präsenzunterricht noch Distanzunterricht vorzubereiten. Also entweder arbeiten Susannea und ihre Kolleginnen doppelt so viel, weil sie SuS in der Schule und zu Hause angemessen beschulen, oder sie kopieren ein paar Arbeitsblätter, dann ist es kein Distanzlernen.

    In jedem Falle läuft doch etwas schief. Entweder doppelt arbeiten (Schieflage Arbeitsbelastung) oder Kinder mit ein paar Aufgaben heimschicken (Schieflage Unterricht). Und wie auch immer das ganze abläuft, es funktioniert nur, weil das zuständige Schulamt den Unterrichtsausfall vertuschen will und im Namen von Corona einen Sonderbegriff einführt, den es vor Corona nicht gab (Stufendingsbums).

    Oder wie Seph schrieb:

    Ich kann das auch nicht nachvollziehen, warum eine Klasse nicht entsprechend aufgeteilt werden kann und stattdessen ganz zu Hause bleiben soll. Hier wird die Schule ihren Aufgaben überhaupt nicht gerecht.

    Vielleicht ist das weniger verwirrend?

    es fehlt an jeglichen Basisfähigkeiten

    Sie können nicht sprechen, nicht greifen, nicht sitzen, nichts verstehen und nicht sehen?

    Ich würde als erstes anfangen, ganz genau zu beobachten, bevor ich Förderung plane. Besorge dir Screenings/ Beobachtungsbögen für verschiedene Entwicklungsbereiche (allen voran Sprache, wenn das dein Förderschwerpunkt ist) und beobachte und notiere.

    Dann würde ich die Unterrichtseinheit, schließlich die Stunde inhaltlich planen. Und am Schluss finden sich gezielte Ansätze, welcher Bereich sich idealerweise an diesem Thema fördern lässt. Also erst mit Kombinatorik im ersten Schuljahr beschäftigen, wenn der Lehrplan dies vorsieht und wenn du Ziele formuliert, Material gesichtet und Didaktikbücher gelesen hast, dann an deine Beobachtungskriterien denken und anknüpfen.

    Was sollen eigentlich die ganzen herablassenden Kommentare? Die TE hat ganz normal angefragt, wie der Quereinstieg gelingen kann. Dass Schüler Anspruch auf qualifizierten Unterricht haben hat sie nicht infrage gestellt und dass man das zweite Fach nachstudieren muss, kann sie nicht wissen.

    Nur weil du dich damals beim Distanzlernen im Stich gelassen gefühlt hast, heißt das nicht, dass Wochenpläne kein Distanzlernen wäre.

    Sprichst du mit mir? Es geht nicht um Wochenpläne, sondern darum, dass...

    ...ins Distanzlernen gegangen mit Aufgaben, die gemacht werden müssen, die übrigens die anwesenden Lehrkräfte natürlich on top stellen und korrigieren.

    Wie gesagt, hat übrigens das Schulamt so angeordnet mit ihrem Stufenplan.

    Wollt ihr mir erzählen, dass ihr das für Distanzlernen haltet, Sechstklässler so angemessen beschult werden? Findet ihr es in Ordnung, dass das nicht als Ausfall zählt, sondern als Unterricht, der Lehrermangel also statistisch wahrgenommen wird?

    Dass es gut und richtig ist, die bereits unterrichtenden Lehrkräfte diese Aufgaben zusätzlich erstellen und korrigieren zu lassen (also doppelt so viel zu arbeiten, es gibt ja angeblich ausgefeilte Wochenpläne)?

    Achso, wenn also die Schüler alleine in der Schule ihre Arbeitsblätter oder Wochenpläne bearbeiten, dann ist es kein Unterricht?!? Denn anders ist es doch so auch nicht, nur das der Ort ein anderer ist und besser zuhause als unbeaufsichtigt in der Schule (so löst es die Schule meiner Töchter, die Aufgaben finden sie in der Cloud und Aufsicht ist keine da, das kann man viel besser zuhause!).

    Wovon sprichst du? Ich habe keine Ahnung, was deine Tochter für Unterricht hat. Es ging darum, dass in deinem Schulbezirk Klassen mit Arbeitsblättern nach Hause geschickt werden und das Homeschooling genannt und nicht als Unterrichtsausfall gewertet wird. Und das ganze dann "weil Corona" irgend einen tollen Namen bekommt. Und du, wie du selbst schriebst, ZUSÄTZLICH zu deinem Unterricht Aufgaben erstellst und korrigierst. Das ist einfach absurd, gute Nacht.

    Unterrichtsausfall wäre ohne Aufgaben, der Rest heißt eben offiziell Distanzlernen. und taucht somit auch in der Statistik des Schulamtes (warum überhaupt Landkreis, der hat damit so gar nichts zu tun!) nicht als Ausfall auf.

    Ja eben! Es geht um die Statistik und es ist kein Unterricht. Scheißegal, wie das zuständige Amt heißt. Reicht doch, dass es offiziell schöngefärbt wird, wieso Lehrkräfte Aufgaben erstellen/kontrollieren und das ganze noch verteidigen verstehe ich nicht.

    Covid verschlimmert doch den Lehrermangel und dann kippt das System. Wenn ich 3 kranke Lehrkräfte an einer Grundschule habe, schaffe ich es vielleicht gerade noch einen vernünftigen Vertretungsplan hinzustellen. Wenn dann aber noch 1-2 Lehrkräfte zusätzlich durch Covid fehlt, geht es irgendwann nicht mehr.

    An der Nachbarschule fehlt eine Lehrkraft durch Long-Covid seit fast einem Jahr. Rückkehr ungewiss. Das sind natürlich Einzelfälle aber in der Summe fehlen diese Lehrkraft. Und vor allem selbst, wenn das Land Gelder für Neueinstellungen bereit stellt, ist der Markt leer. Wir haben mehrere Schulen, die verzweifelt jemanden für genehmigte Feuerwehrstellen suchen. Der Markt ist aber leer.

    Und am Ende ist auch die Frage, inwieweit Lehrkräfte nach einer überstandenen Corona-Infektion nun leichter an anderen Infektionskrankheiten erkranken.

    Aber natürlich hast du Recht, dass es ohne Lehrermangel unproblematisch(er) wäre. Hätte jede Schule eine Versorgung von 110% könnte man die Ausfälle einfacher kompensieren. Wir haben aber schon ohne Corona Schulen mit einer Versorgung von unter 100%.

    Wie viele Lehrer fehlen denn aufgrund Longcovid, hast du zahlen?

    Und wie auch immer, was Susanneas Landkreis da macht ist Unterrichtsausfall mit Ansage und kein Homeschooling, da beißt die Maus kein' Faden ab.

    Die Mindesrate sind rund 100 Euro pro Monat und der Höchstbetrag, der zurück zu zahlen ist, beträgt 10.000 Euro.

    Mnja, das war aber nicht immer so. Außerdem beziehe ich das auf den Vergleich Studienabschluss/Lehre. Wer mit 16 Heilerziehungspfleger wird, in der Ausbildung schon Geld verdient, anstatt sich zu verschulden, ist wesentlich früher finanziell unabhängig als ein Studierender.

    Ich habe ja selbst darauf hingewiesen, dass ein System problematisch ist, das Leute dieselben Aufgaben für weniger Geld und weniger Qualifikation erledigen lässt. Aber gleichzeitig sollte man auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, andere Entscheidungen, anderer Lebensweg, nicht alles nur schrecklich ungerecht.


    Ja, das mit der Eingruppierung in die Entgeltgruppe E9 ist ein schlechter Witz!!! Diese Lehrkräfte bekommen im Vergleich mit verbeamteten Kolleginnen/Kollegen bis zu 1000 Euro netto weniger bezahlt, für die selbe Arbeit, wenn nicht sogar mehr Arbeit.

    Du verwechselst m.E. etwas. Lehrer*innen mit 2 Staatsexamina (oder Master) werden entweder als Angestellte oder als Beamte beschäftigt. Da hat man aber 9 Semester studiert und zahlt 20 Jahre Bafög ab.

    Wer eine Ausbildung macht und mit Zusatzqualifikation arbeitet, der bekommt natürlich nicht dieselbe Entgeltgruppe, das hat mit der Verbeamtung erst mal nichts zu tun.

    Und das zweite ist die Frage, zu was die HFL verpflichtet werden, bzw sich verpflichten lassen. Wer für E9 Klassenleitungstätigkeiten übernimmt und Unterricht vorbereitet und nachmittags noch Hausaufgaben betreut oder was immer, wird einfach mal ausgenutzt. Oder andersrum: lässt sich ausnutzen.

    Ob die Arbeit dieselbe Qualität hat wie die der Lehrerinnen und Lehrer mit Studienabschluss tut hier rechtlich nichts zur Sache und kannst du auch nicht beurteilen. Darum geht es aber nicht, es geht darum, seine Rechte zu kennen und ggf. durchzusetzen.

    Hier eine Beschreibung des Berufsbildes "Heilpädagogische Förderlehrer":
    https://de.wikipedia.org/wiki/Heilp%C3%…C3%B6rderlehrer

    Sowohl die studierten Lehrer, als auch die nichtstudierten Lehrkräfte müssten m.E. der Regierung unterstellt sein!

    Das liest sich aber anders, Wikipedia schrieb: "In der Regel arbeiten Heilpädagogische Förderlehrer bei staatlichen, privaten, kirchlichen und kommunalen Trägern."

    Deine Kollegin könnte beim Pariätischen Wohlfahrtsverband beschäftigt sein oder der Caritas oder sowas. Die Frage ist m.E. auch, inwiefern die Weisungsberechtigung beim Schulleiter oder beim Arbeitgeber liegt.

    Am besten wendet sie sich an die GEW, wenn der eigene Personalrat sich einen Scheiß kümmert.

    Ich lese gerade, dass diese Gruppe von Lehrkräften selbständig Unterricht hält an Förderschulen und nur E9 bekommt und Schulleitungen manches Mal noch erwarten, dass die Personen im Nachmittagsbereich noch arbeiten. Da macht sichs der bayerische Staat a bisserl einfach.

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