Beiträge von Quittengelee

    Ja, so kann man es auch sagen. Sie retten ihre eigene Haut - und damit auch die Haut von anderen, weil sie nicht in einen unsinnigen Krieg ziehen wollen. Aber so wie du es schreibst, klingt das so schön negativ.

    Alles, was da gerade passiert ist negativ, insofern finde ich Ironie unpassend. Aber es ist ja so, wären für die 'Teilmobilmachung' tausende Moskauer Studenten und St. Petersburger Ladenbesitzer rekrutiert worden, wäre die Situation eine ganz andere. Stattdessen wurden Randgruppen eingezogen und zwar räumlich als auch vom patriotistischen Zugehörigkeitsgefühl, wenn's das Wort gibt. Alte Männer aus Kabardino-Balkarien interessieren dann wiederum den Rest des russischen Volkes nicht.

    Ich verstehe den verlinkten Artikel schon so, dass nicht Angst der größte Widersacher gegen Widerstand ist, sondern ein allgemeines Desinteresse oder Einverständnis zum Krieg und die größte Sorge in der Blamage des Militär besteht. Aber ich finde das Konzept des Bösen trotzdem unpassend und auch irgendwie nicht hilfreich.

    Es gibt hier m.E. zwei Diskussionsstränge. Dass der Angriffskrieg falsch, durch und durch böse und Putin aus der Zeit gefallen ist, darin sind sich sicher alle einig.

    Dass "die Russen" durch und durch böse seien, dagegen sträuben sich manche. Zumindest ich tue das. So wie "die Deutschen" nicht durch und durch böse sind. Als ob wir uns seit '45 grundlegend verändert hätten oder anders wären als unsere Großeltern. Wir sind anders aufgewachsen, anders erzogen worden, haben andere Feind- und Freundesbilder und andere Moralvorstellungen als unsere Großeltern.

    Und mit uns meine ich Westdeutsche, die auch hier im Forum die Mehrheit stellen. Ich glaube, den meisten ist nicht bewusst, wie sehr ihre Einstellung von ihrer politischen Kinderstube beeinflusst ist.

    Ich dachte Ähnliches, vor allem, wie wenig man über Russland weiß, wie fernab von unserer Realität und Lebenseinstellung die meisten dort leben und wir eben auch von deren Leben. Und wir haben uns bislang auch nicht groß für Kriegsverbrechen in der Ukraine und auch in anderen Staaten interessiert, die Russland begangen hat. Ist ja alles weit weg, tief im Osten. Erst jetzt, wo Ukraine als ein europäisches Land wahrgenommen wird und sich Europa aktiv einmischt, kommt es ins Bewusstsein der deutschen Bevölkerung.

    Es fällt mir in Ostdeutschland auch immer wieder auf, wie westlich meine Einstellung zu Russland ist. Ich behaupte, Westeuropäer und Nordamerikaner haben ein sehr negatives, diffuses Russlandbild und insgesamt wenig Interesse an der Bevölkerung und Kultur. Das ist bei ehemaligen DDR-Bürgern anders, die Erziehung ist eine andere, tief verwurzelt Wertschätzung und Ehrfurcht. Auch wenn darüber nicht gesprochen wird. Was man in seiner Kindheit eingetrichtert bekommt, sitzt tief.

    Was mir noch auffiel: Sehr viele Russ*innen haben nur Staatsfernsehen. In Deutschland hat man alle Medien, auf die man zugreifen möchte und trotzdem gibt es tausende "Querdenkende", die sich in ihren Telegramgruppen treffen und gezielt nach Hinweisen suchen wollen, die ihre Einstellung befeuern, nicht weil sie die vorhandenen Informationen auswerten und verstehen wollen. Aufklärung ist mühsam und Menschen kompliziert.

    Hat jemand das schonmal gemacht und kann mir weiterhelfen bezüglich Finanzierung und Freistellung.

    Gemacht ja, da waren wir allerdings noch alle gesetzlich versichert. Die Kinder müssten über die Rentenversicherung laufen, denke ich, für dich würde ich bei der Debeka und der Beihilfe anrufen. Dass du in den Ferien fahren musst, kann ich mir nicht vorstellen. Würde ich auch nicht machen, solche Rehas mit 2 kleinen Kindern, die abwechselnd zu Therapien müssen sind alles andere als erholsam. Ich bin damals in der Elternzeit gefahren und hab's bereut.

    Ich bin schwer für Gedichte und alles, was über den Tellerrand der durchscnnittlichen L-Schüler-Familie hinausgeht, aber eben nur anschneiden, Interesse wecken, im Interessefall individuell vertiefen. Auc Programmieren, wenn das jemand möchte. Aber nicht als Gießkanne für alle.

    Warum sind deiner Ansicht nach gerade Gedichte für alle relevant? Ich verstehe noch nicht, nach welchen Kriterien du Lehrplaninhalte auswählen würdest.

    Die allermeisten Gymnasiast*innen werden auch nicht Programmierer*in, trotzdem dürfen sie damit in Berührung kommen, gerade um Interessen und Begabungen kennen zu lernen. Und weil Bildung immer auch einen Selbstzweck hat.

    Das Wahlsystem der USA hat mich in der Zehnten null interessiert, inzwischen höre ich mir freiwillig Beiträge dazu an, weil es eine große Bedeutung für eine Demokratie hat, die mir erst jetzt klar ist. Hätte irgendwer gesagt, ach, welchen 16-Jährigen interessieren schon die USA, lasst doch lieber DJ Bobo behandeln, das will die Jugend so, dann wäre es irgendwie auch nicht ideal8o

    Edit: Um das gleich klarzustellen, ich habe nie DJ Bobo gehört!

    AirBnB ist nicht überall und zu allen Bedingungen erlaubt, aber auf jeden Fall mal eine originelle Alternative.

    Ich schlage mal noch Rassehunde züchten vor. Spanische Wasserhunde sind gerade in Mode, da kostet aktuell ein Welpe um die 2000 Eur. Und wenn ich mich so umgucke, tut es auch an guten Hundeschulen not...

    Im Ernst, kannst du dein Wissen zu irgendwas im Internet vermarkten? Es gibt durchaus immer wieder erfolgreiche Youtuber. Erst lädt man kleine Filmchen kostenlos hoch oder bei Spotify Podcasts zu irgendwas und dann gibt's verschiedene Bezahlmöglichkeiten auf freiwilliger Basis oder mit Werbung... Hab's allerdings noch nicht selbst ausprobiert.

    OT

    Umgang damit finde ich auch sinnvoll. Cybermobbing, Trojaner, Bilderweitergabe, fake-accounts, Blase, Online-Handel, webcam.... gehört für mich alles dazu.

    Informatik ist halt die Wissenschaft von den datenverarbeitenden Systemen, nicht die Gefahren des Internets.

    Und das Argument der Förderschule kannst du bei jedem Fach bringen. Was interessiert die schon Louis XIV, Verkehrswege in Europa und wofür Englisch? Sie lernen in 5 Jahren 10 Begriffe, obwohl sie nicht mal Deutsch richtig schreiben und lesen können.

    Dann müsste man die L-Schule komplett neu aufstellen, wenn man sagt, das einzige, was zählt, sind lebenspraktische Dinge. Seit ich weiß, dass andere Bundesländer den Lehrplan für LB ganz abgeschafft haben, würde mich auch das nicht überraschen. Aber für Sachsen und Bayern wird das eher nicht kommen.

    Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was du genau machen sollst, Kletterin. Was für eine Art Klasse ist das, wie alt sind die Kinder, warum haben sie nicht Mathe bei einer Mathelehrperson oder wenigstens einer DaZ-Lehrkraft? Werden sie bald in andere Klassen integriert und wenn, wann? Was ist 'ein bisschen Mathe machen', wem soll das was genau bringen? Ich will dir um Himmels Willen keine Verantwortung übertragen über das verrückte System, in dem du arbeiten willst, aber die Frage ist unheimlich unspezifisch und ich weiß nicht, wie dir jemand mit wenigen Worten helfen könnte. Wenn du irgendwas machen sollst, um die Kinder zu beschäftigen, dann ist es tatsächlich egal, was du machst. Spielt z.B. Uno und redet Deutsch dabei.

    Wenn du vernünftig den Lernstand ermitteln willst, dann müsstest du möglicherweise mathematische Kompetenzen von 'war noch nie in einer Schule und kennt keine Ziffern' bis 'ist auf gymasialniveau der entsprechenden Altersstufe' alles abdecken, was mir mit einem Arbeitsblatt nicht möglich erscheint.

    Ich würde erst mal mit dem anderen Lehrer mitgehen, so wie es vorgesehen ist und die Kinder ein wenig kennenlernen und dann mit dem Lehrer sprechen, der die Kinder schon kennt, was sinnvoll erscheint.

    Ich erinnere mich an ITG in den 90ern, wo wir u.a. Tortendiagramme am PC erstellt haben. Ein lieber Mathelehrer hat sich erbarmt, mit uns irgendwas an den damals neuen Geräten mit Röhrenmonitor zu machen. Das ist 30 (=O!) Jahre her und war damals schon lediglich ein netter Versuch, Anwendung zu vermitteln.

    Wahrscheinlich ist das...

    In NDS wird Informatik demnächst auch Pflichtfach in 9/10. Ich weiß zwar nicht, wie das ohne Lehrkräfte funktionieren soll, aber irgendjemand hat sich bestimmt etwas dabei gedacht.

    ...in den meisten Bundesländern das Hauptproblem?

    Ich verbinde mit der Amygdala vor allem das Konzept 'Angst' und schnelle Stressreaktionen, die wiederum aus dem Ruder laufen, wenn man z.B. über längeren Zeitraum unter Stress steht (u.a. mangelnde Sozialkontakte) oder im Extremfall unter einer PTBS leidet.

    Und es gibt den einen oder anderen vernünftigen Weg, dem zu begegnen, auch pädagogisch.

    Gruppen mit starken Verhaltensproblemen oder sehr leistungsheterogene Gruppen zu unterrichten ist aus meiner Erfahrung am anstrengendsten.

    Das ist wohl wahr, aber meinst du, das beziehen Abiturient*innen bei der Studienwahl auf das Thema Inklusion? Ich vermute, was eher wahrgenommen wird, ist eine generelle Unterfinanzierung des Bildungssektors und die mangelnde Wertschätzung über Jahrzehnte. Marode Schulen, aus denen buchstäblich die Fenster fallen oder völlig freidrehende Klassen in großstädtischen Problembezirken, Dokus über verzweifelte Quereinsteiger*innen usw.

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