Beiträge von Quittengelee

    Man bleibt halt an der Waldorfschule milieumäßig gerne unter sich. Chantal und Merve sind eher nicht an der Schule zu finden.

    Aber doch nicht, weil sie gezielt ausgeschlossen werden, sondern weil nur Familien Interesse haben und aufgenommen werden, die Waldorfschule wollen und sich damit auseinandergesetzt haben und dahinterstehen.

    Die sich wiederholenden Vorurteile sind etwas uninspiriert, aber das ist wohl ihr Wesen.

    Das Anliegen ist sehr wichtig, sonst würde es den TE nicht so umtreiben. Allerdings halte ich es für ein Rumschrauben an den Symptomen.

    Die Wahl war aus gutem (oder schlechtem, in jedem Falle bewussten) Grund nicht geheim, obwohl darum gebeten wurde.

    Der Konflikt spielt sich wahrscheinlich doch auf einer anderen Ebene ab, aber "man" versucht vor Frust da Kontrolle drüber zu bekommen, wo man sie vermeintlich erreichen kann. Jedenfalls kenne ich das so. Und es kann einem sinnlos Nächte rauben.

    Das wird doch faktisch an vielen Schulen angewiesen zu machen. Wenn ich einen Tagesausflug ins Elsass organisiere, dann habe ich mal eben 1200-1500€ Bargeld zusammengesammelt, um dann das Busunternehmen im Reisebüro Bar bar (gegen Rechnung natürlich) zu bezahlen, da ich diese Menge Fremdgeld unter keinen Umständen über mein Privatkonto laufen lasse, auch keine Überweisungen von meinem Privatkonto aus für Schulfahrten abwickle.

    Da es in aller Regel verboten ist, Geld einzusammeln, zweifle ich an der Haftung durch das Bundesland, das will ich damit sagen. Aber vielleicht hat sie ja Glück.

    Edit: alle Lehrkräfte sollten so lange Schulkonten einfordern, bis das zuständige Amt genervt aufgibt.

    Mich stört an Waldorfschulen übrigens das feste Konzept von angeblichen Entwicklungsstufen, die auf keiner wiss. Grundlage basieren und die jedem Kind nach Lebensalter "zugewiesen" werden. Ganz verrückt kann es werden, wenn Kinder psychische Erkrankungen haben in diesem Kosmos.

    Und als Lehrerin wollte ich in keiner Schule arbeiten, in der die Konferenz alles aushandelt, ganz ohne Leitung.

    Ich hätte aber zum Beispiel sehr gerne mehr Praxis und keine Noten und für handwerkliche Fächer Fachlehrpersonen, die Berufserfahrung in ihrem Beruf gesammelt haben.

    Du hast jd. zitiert und ganz allgemein geschrieben, dass das so ist. Dann frage ich nach und es kommt nix.

    Mich stört das Bashing, ohne eine Ahnung zu haben, wovon man redet und ausgerechnet in einem Lehrkräfteforum finde ich es wichtig, mehr als nur "muaha, Namen tanzen" zu lesen. Wie gesagt, kritisiert, aber bitte erst nach Information und Auswertung. Gerade du, der du am Schulsystem oft zweifelst, wärst vielleicht positiv überrascht?

    (Kürzlich las ich von einem ehemaligen Waldorfschüler, er frage bei obigem Satz inzwischen zurück, ob das Gegenüber denn gerne seinen Namen tanzen lernen wolle und die Menschen seien dann überraschend oft sehr aufgeschlossen...)

    Wie willst du das denn beurteilen?

    Da du nichts beiträgst kann ich auch nur aus nichts etwas schließen.

    Aber ergänze doch gerne noch Informationen, die deine Pauschalaussage Waldorfschulen seien "für Kinder aus 'besonderen' Elternhäusern und ein Schonraum in dem unerwünschter Leistungsdruck ein Konzept ist" untermauern und überhaupt ein Gespräch möglich machen.

    "Grundlage der Leistungsbewertung in einem Unterrichtsfach sind alle von der Schülerin oder dem Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten eigenen Leistungen (schriftliche, mündliche und praktische Leistungen), einschließlich der im Rahmen des Einsatzes digitaler Lehr- und Lernformen nach § 115b SchG erbrachten Leistungen. Schriftliche Leistungen sind insbesondere die schriftlichen Arbeiten (Klassenarbeiten und schriftliche Wiederholungsarbeiten). Schriftliche und praktische Leistungen sollen in Präsenz erbracht werden. Über Ausnahmen entscheidet die Fachlehrkraft unter Berücksichtigung des Gleichbehandlungsgrundsatzes."

    Apropos Baden-Württemberg, hier wurden sinnvolle Auswertungsmöglichkeiten von Hausaufgaben gesammelt:

    https://lehrerfortbildung-bw.de/u_matnatech/ma…/hausi/auswert/

    ... Zaubern … kann ich eben doch nicht. :weissnicht:

    Dann wird's Zeit, dass du's lernst!

    Aber im Ernst, inzwischen wird offenbar an Grundschulen umgesetzt und von Grundschulen erwartet, was früher Förderschulen vorbehalten blieb. Wenn in einer 3. Klasse kaum einer übers Silbenlesen hinauskommt, wie will man ein Buch lesen, vernünftigen Sachunterricht machen oder gar mit Englisch anfangen? :weissnicht:

    Das mag in der Übertreibung Humbug sein, dennoch muss ganz klar darauf hingewiesen werden, dass eine Gymnasiallehrkraft mit Mathematik sicher auch im staatlichen System gut unterkäme und dabei spürbar mehr verdienen würde. Und dass Waldorfschulen ein eher spezielles Klientel bedienen, ist auch kein Geheimnis. Den Begriff des Schonraums finde ich hier sogar noch recht wertneutral.

    Dass man an der staatlichen Schule mehr verdient ist klar, aber darum ging es mir nicht.

    An Waldorfschulen geht es grundsätzlich nicht darum, ein Schonraum ohne Leistung zu sein, es gibt halt ein zugrundeliegendes Konzept, das man mittragen sollte, um dort zufrieden zu sein.

    Ganz grundsätzlich werden jedoch Themen epochal behandelt und möglichst fächerübergreifend und praxisnah, etwa Bruchrechnen in Klasse 4, Prozentrechnung in Klasse 6, Analytische Geometrie in 10. Dazu gibt es noch Feldmesspraktikum, Schmieden, Fachwerkbau, Stricken, sticken, Schreinern, Theater und weiß der Geier was, da passiert nicht nix.

    Ein Problem ist sicher, dass der Lehrplan eher ein Rahmenplan ist und viel durch Erzählen vermittelt wird, wenn's aufs Abitur zugeht, müssen erst mal alle lernen, wie man strukturiert lernt.

    Was für Lehrkräfte auf alle Fälle zutrifft, ist, dass sie sehr viel arbeiten. In manchen Fächern für Klasse 1-12 zuständig sind, die Klassen oft groß und sehr heterogen etc.

    Es darf bitte gerne an Rudolf Steiner, seiner kruden Privatphilosophie oder eigenen schlechten Erfahrungen rumkritisiert werden, aber die Schulen sind definitiv alles andere als ein großer Spielplatz.

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