Beiträge von Quittengelee

    Vielleicht strebt der Bundesrat zumindest das Verbot des Landesverbandes an. Das geht doch auch nach Übernahme von Regierungsverantwortung, oder?

    Wenn die AfD in Sachsen-Anhalt zum Beispiel Schlägertrupps ("Bürgerwehr") einrichtet, den Rundfunkstaatsvertrag aufkündigt, eigene Sender platziert, Kindern mit Behinderung Schulabschlüsse verwehrt usw., das Handeln also verfassungsfeindlich ist, kann der Bundesrat dann noch die Reißleine ziehen und das Verfassungsgericht anrufen?

    Wenn die AFD wirklich rechtsextrem und eine Nazi-Partei wäre, würde diese verboten werden. Die Einschätzung einer weisungsgebundenen Behörde reicht nicht aus. Wahrscheinlich würde die AFD vor Gericht gegen ein Verbot gewinnen, weshalb erst gar kein Verbotsverfahren angestrebt wird

    Das ist falsch. Ein Verbotsverfahren müssen Bundesrat, Bundestag oder Bundesregierung anleiern, das fällt nicht vom Himmel.

    Und der zweite falsche Begriff ist der des Gewinnens. Das Verfassungsgericht kann den Antrag als unbegründet zurückweisen. Und ja, da bestand bei vielen die Sorge, dass diese Entscheidung getroffen wird und das der Partei noch mehr Aufwind geben könnte, weil sie sich dann als Sieger wähnen und vor allem präsentieren würde. Aber es bestand wohl bei niemandem ein Zweifel daran, dass die AfD erwiesen rechtsextrem sein könnte. Dazu muss man sich doch nur die Biografien der Nazis und Kriminellen in der Partei ansehen.

    Die NPD ist ja auch noch existent, obwohl keiner deren Gesinnung bezweifeln wird, wohl nicht mal deren Wählerschaft.

    Es geht hier um subjektive Empfindungen, um Angst und um das Gefühl, der Ausländer von nebenan bekommt mehr als man selbst. Auf dieser Klaviatur spielt die AfD hervorragend - früher übrigens auch die CDU mit ihrer "roten Socken"-Kampagne.

    Das glaube ich nicht. Ich habe noch von keinem Wähler dort gehört, dass er sich für "Ausländer" überhaupt interessiert.

    Ich halte Angst auch nicht für eine entscheidende Motivation sondern eher Verärgerung, Trotz, Enttäuschung und ein Gefühl, verarscht worden zu sein und zu kurz zu kommen. Und villeicht noch Russlandnähe vs. USA-Hass.

    Ich bin jedenfalls maßlos enttäuscht von der Wählerschaft. Insbesondere dass fast alle Direktmandate von demokratischen Parteien verloren sind- das hat nichts mit einer Entscheidung pro Politik der AfD zu tun sondern nur noch mit dem Wunsch, "denen da oben mal so richtig zu zeigen, dass..."

    Da ist auch nicht Merz Schuld, wer Nazis wählt, will von Nazis regiert werden.

    Mit den Kleinen habe ich auf einer Klassenfahrt NIE einfache Aufsichtsverhältnisse. NIE! Anders als im Unterricht sitzen sie bei der Klassenfahrt doch nie zusammen in einem Raum, abgesehen vom Essen, aber dabei wird auch sehr viel Hilfe benötigt und es sind dann ja sowieso zwangsläufig alle Aufsichtspersonen mit dabei, weil sie ja auch was essen wollen.

    Das mag ein wenig anders sein, wenn man mit Programm bucht (was wir eigentlich nie tun, unter anderem um Geld zu sparen), aber einmal hatten wir was mit Programm, aber das ging dann nur eine Stunde und war für die Hälfte der Kinder (Bogenschießen), so dass sich da auch keine Aufsichtsperson einsparen ließ.

    Von nur 10 h Arbeitszeit auf einer Klassenfahrt würde ich träumen! Ich schlafe im Schnitt auf Klassenfahrten zwischen 2 und 6 Stunden pro Nacht und bin hauptverantwortlich zuständig für 24 bis 28 6- bis 8 Jährige während der kompletten Tage. Selbst wenn ich es da hin kriegen würde, eine Stunde pro Tag echte Pause zu haben (weil meine Kollegin alleine betreut) würde das die Arbeitszeitbilanz nicht retten können.

    Absolute Zustimmung. Und selbst wenn es nur 10 Stunden wären, was bedeutet "passt schon"?

    Die Verantwortung ist zudem enorm, man denke an chronisch kranke Kinder, Wasser in der Nähe usw.

    Trotzdem nutzt mir die Trackerei nichts, weil die Aufgaben an anderer Stelle nicht weniger werden. Es gibt ja auch bereits Arbeitszeitstudien, da wird nichts Neues bei rauskommen. Aber wem's Freude macht.

    Ich tue das nicht, das kann ich bei unserem Klientel nicht verantworten. Ich will über Nacht für diese Kinder nicht verantwortlich sein. Läuft da irgendwas schief, bin ich nachher dran und das nicht nur dienstrechtlich. Wenn die kriminellen Väter meinen ihren Söhnen oder Töchtern wurden nicht ausreichend beaufsichtigt oder ihnen wurde irgendwie Unrecht getan, ist es nicht weit bis zur persönlichen Rache an mir. Das Risiko für mich und meine Familie gehe ich nicht ein.

    Das klingt ja furchtbar. Hast du denn bereits Erfahrungen derart gemacht, wurdest du schonmal bedroht?

    Zur Fahrt: also nimmst du einfach die mit, die bezahlen und führst keine Gespräche oder Ähnliches und lässt es auf sich beruhen?

    Was soll denn die Forderung nach Kindergeldkürzung hier die ganze Zeit, das ist eine ganz dumme, weil kontraproduktive Bestrafungsfantasie.

    Es geht ausgerechnet darum, den Kindern etwas zu ermöglichen. Wenn jemand das Geld für die Kinder kürzen will geht es ihm darum, ihre Armut zu vergrößern, also noch mehr zu verunmöglichen.

    ... Während früher oft das Geld ein Problem war, haben heute viele keine Lust auf klassische Ziele, organisiertes Programm, Kultur, Verbot von Alkohol undd Nikotin, zu wenig Freiraum am Reiseziel, ... Auch Heimweh bzw. Trennungsangst wird immer mehr. Unsere Schüler sind bei den Abschlussfahrten in der Regel 14-15 Jahre alt, bei Schullandheimfahrten jünger. Am liebsten wäre ihnen eine Fahrt ans Meer mit schönem Hotel, Pools, AI, ... Alles andere wird von einigen von vorneherein abgelehnt.

    In meinen Augen alles Gründe, zu Fahrten zu verpflichten. Am Besten nur noch Zeltlager mit Selbstverpflegung, das Geheule ist ja nicht zum Aushalten :hammer:

    Echt man, denen entgeht was, wer hängt denn nur im Hotel ab in den Ferien?

    Wir müssen uns einfach gesellschaftlich daran gewöhnen, dass nicht mehr alle Gesellschaftsmitglieder (m/w/d) Pflichten rein aus gesellschaftlichem Verantwortungsgefühl ausführen. Ein Teil lässt sich nur dazu bewegen, wenn durch die Ausübung persönliche negative Konsequenzen abgewehrt werden.

    Ja, erzähl doch mal von früher, als noch alle freiwillig Steuern gespendet haben.

    Man lernt wahrscheinlich nicht automatisch super Sozialverhalten, nur weil man mit Klassenkameraden im Zimmer schlafen muss. Den meisten Kindern macht es aber einfach Spaß, am Lagerfeuer zu sitzen und nachts noch kichernd Chips zu essen. Und ich sehe einen wichtigen Aspekt von Schule darin, dass Kinder andere Lebensrealitäten kennenlernen. Inhaltliches vergisst man viel wieder, aber reale Erlebnisse bleiben hängen.

    Ja, das ist so. Ich bin nicht in der Position, das zu ändern und werde mich daran auch nicht aufreiben. Viele Dinge nerven mich am Schulsystem, ich hätte 1000 Ideen, wie es anders gehen könnte. Ich bin aber keine Bildungsministerin. Daher arbeite ich mit den Rahmenbedingungen, die mir vorgegeben werden. Wenn ich mal Gelegenheit habe, das an höherer Stelle vorzubringen, mache ich das. Hat auch schon mal geholfen. Aber ansonsten arbeite ich mit dem, was ich habe und in meiner regulären Arbeitszeit, die 41- 46 Stunden beträgt. Der Dienstherr will das anscheinend so...

    Ich dachte, du hast erwachsene SuS?

    Ich rechne das doch nicht gegeneinander auf!!
    Ich antworte auf Tingelteachers Beitrag, dass die Bezirksregierung den Meldungen nicht mehr nachgeht.
    Meine Arbeitszeit ist nicht dehnbar, meine Kapazitäten nicht unendlich. Dies ist bei der Schulleitung und bei der Bezirksregierung dasselbe.
    Also wird priorisiert.
    Schüler*innen zu beschulen ist wohl auf der Prioritätsliste wichtiger als das Exempelstatuieren, weil eine Familie keine Klassenfahrt zulässt, oder?

    Bin ich nicht sicher, nein. Klar ist regelmäßiger Schulbesuch wichtiger, aber für mich trotzdem kein Grund, die mühsam organisierte Fahrt als Angebot zu begreifen. Es geht nicht ums Exempel, sondern dass es selbstverständlich geworden ist, dass ein Drittel einfach davon ausgeht, dass für sie die Gesetze nicht gelten. Bei uns sind Klassenfahrten Pflicht und sie haben auch einen begründeten Wert. Den kann man infrage stellen und Fahrten abschaffen, aber das ist dann halt eine grundsätzliche Frage.

    Aber stimmt, es macht Arbeit und man kann es ignorieren, wenn einem die Kapazitäten fehlen. Ich finde es trotzdem gut zu wissen, dass Gerichte diesen Ersuchen nicht stattgegeben, wenn Eltern wiederum ein Exempel statuieren wollen, weil sie ihre Ideologie über das Kindeswohl stellen.

    chilipaprika , wieso willst du das gegeneinander aufrechnen? Wer dauerhaft schwänzt und nicht mehr wiederzugewinnen ist, bei dem ist eh Hopfen und Malz verloren. Deswegen muss man ja nicht andere gleichermaßen aufgeben, weil deren Schwänzen befristet ist.

    Außerdem ist es für eine kleine Schule doof, wenn ein Drittel nicht mitfährt, muss man eine extra Lehrkraft abstellen, die sich nur um die kümmert, die keine Lust haben mitzufahren.

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