Die Kritik von mir und anderen
Im übrigen ist es ein bewusstes naiv-stellen, wenn man das Problem reduziert aus "Religion ist mir egal, als bin ich nicht antisemitisch", denn jedem Akademiker sollte wohl klar sein, dass sich Ansisemitismus nicht auf die Ablehnung der Religion speist, sondern aus anderen Dingen, die man Juden zuschreibt.
Ja, das kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Es bleibt natürlich trotzdem eine Behauptung, ein Vorwurf, dem man sich nicht entziehen kann, egal was man sagt.
Wenn ein User aber die Zahl getöteter Kinder vergleicht und darauf angesprochen behauptet, man sei Antisemit, weil man getötete Kinder ins Spiel bringt, ist schon absurd. Wenn das ein antisemitisches Narrativ sein sollte: Erwachsene verhungern zu lassen wäre ebenso schlimm. D'accord?
Was du und andere mit Kritik machen ist abwechselnd das: entweder leugnen "Verschwörung und alles nicht wahr und antisemitisch, Kritiker sind die Bösen", verharmlosen "ist doch nachvollziehbar, immerhin wird Israel bedroht-> tausende Tote eben leider Kollateralschäden, sind mir also egal" oder ablenken "wo bleibt eigentlich die Kritik an *beliebigem anderen Konflikt*.
Letztlich ist es natürlich egal, was wir hier so daherreden. Aber grundsätzlich geht es ja auch um die Argumente innerhalb der Medien, in den Staatengemeinschaften, der größeren Öffentlichkeit usw. und daher dürfte schon auch halbwegs repräsentativ sein, was hier getippt wird.
Und wenn Netanjahus Vorgehen die Zustimmung und Unterstützung nach und nach verliert, auch durch die eigene Bevölkerung wohlgemerkt, kann man dafür allerlei Begründungen ins Feld führen, Argumente entkräften wäre m.E. zielführender.