Beiträge von Quittengelee

    Bei vielen Heteropaaren ist es aber so "austariert", dass das Geld des Mannes für beide ist und das Geld der Frau ihr persönliches Taschengeld.

    Woher kommt die Erkenntnis, aus den 50er Jahren? Und wie machen Homopaare das, vor allem die mit Kindern, gibt's dann immer eine Person alias "die Frau", die zu Hause bleibt oder Teilzeit arbeitet?

    Hier wird manchmal ein Zeug verzapft :hammer:

    Ist die Situation bei uns relevant für die Frage?
    Ist die aktuelle Situation nicht ein Ergebnis der Politik der letzten 30 Jahre?
    Die aktuelle Politik wird sich wahrscheinlich erst in 10 oder 20 Jahren im System niederschlagen.

    Aber um es konkret zu machen:

    Wir haben Lehrkräfte mit Kindern. Diese sind sogar deutlich in der Mehrheit.
    Wir haben Lehrkräfte mit 2+ Kindern.

    Sie leisten weniger ist ungenau formuliert. Sie leisten im Verhältnis zu dem, was sie leisten müssen. Einige mehr und andere weniger. Viele, die in TZ sind, möchten aber auch entsprechend entlastet werden. Keine Klassenlehrerschaft, weniger Konferenzen, etc.. Das ist auch ihr gutes Recht. Aber wenn es im Verhältnis zu viele sind, ist ein Problem. Einfaches Beispiel: Wir haben Lehrkräfte, die trotz Teilzeit um die 50% eine Klassenlehrerschaft übernehmen (müssen). Komplexeres Beispiel: Als wir den Ganztag gestartet haben, wollte keiner am Nachmittag arbeiten. Dafür gab es natürlich gute Gründe: Kinder, eigene Gesundheit (älteren Lehrkräften war es zu viel), Pflege / Betreuung von Angehörigen. Dann gab es noch schulische Gründe. Manche Lehrkräfte konnten nicht in den Ganztag, weil wir ihre Fächer zwingend am Vormittag brauchten. Die Kollegen mit VZ oder mit TZ ohne Gründe mussten dann jeden Nachmittag machen, während andere nur vormittags kamen. Das Problem ist da halt das Verhältnis von Kollegen mit Einschränkungen und Kollegen ohne Einschränkungen. Die eine junge Mutter kann jedes Kollegium gut entlasten und den Ausfall kompensieren. Wenn wir aber sowieso Lehrermangel haben und dann viele Lehrkräfte mit mehreren Kindern haben, wird es schwieriger. Bei einer befreundeten Familie, sind sie zwischen den Kindern geplant immer ein paar Monate wieder im Dienst gewesen bis zur nächsten Beurlaubung.

    Menschen ohne Kinder kann man mittragen, muss die Gesellschaft ja irgendwie leisten. Aber wenn niemand Kinder hat, haben wir ein Problem. Ich kenne wen ohne Kinder, der immer mal krank ist bis zum nächsten Urlaub. Ist ja sein gutes Recht aber wenn das alle so machen würden....

    Und jetzt ernsthaft: Ich kenne viele Leute in Vollzeit, die meinen, die Kolleg*innen in Teilzeit beantragen das aus Spaß und sollten dankbar sein, wenn sie weniger unterrichten dürfen, alles andere aber komplett mitmachen müssen, weil das ja leider unteilbar sei.

    Wie gesagt, wenn du einen Job ohne Kinder haben willst, sich dir einen. Ansonsten musst du damit leben, dass irgendwer die Blagen großzieht.

    Ein Beispiel bei uns:

    KuK ohne Kinder werden bei Krankheitsfällen bevorzugt als Springer auf Fahrten geschickt, da die Schulleitung davon ausgeht, dass diese flexibler planen können, weil sie Zuhause nicht "gebraucht" werden.

    Ist bei uns nicht so. Vielleicht solltest du dich mal für deine Rechte einsetzen an deiner Schule?

    Genau das ist der Punkt. Im Verhältnis lebt es sich als Familie mit möglichst viel Kindern überproportional gut als Beamter wenn man den Vergleich zur Privatwirtschaft sieht. Auf der anderen Seite lohnt es sich für Single oder Familien ohne Kinder deutlich weniger.

    Du bist kein armes, vernachlässigtes Hascherl, weil du dem Staat keine Söhne und Töchter geschenkt hast. Aber geh doch einfach in die "Privatwirtschaft", wenn sich's so dolle rentiert. Ach nee, du arbeitest an einer Grundschule, dein Beruf ist leider nirgends anders was wert.

    ...

    Intensiver nehme ich wahr, dass mehr Kinder/Jugendliche sich die Co-Regulation durch Mitschüler suchen...

    Interessante Einschätzung, arbeitest du schon lange in der Erziehungshilfe und nimmst diese Veränderung innerhalb dieser Schulart wahr?

    Und danke fürs Geduld abgeben, sich abzufinden, mit dem was ist, ist ja immer erst mal das Beste :rose:

    Der Vorteil an Sprechstunden ist halt, dass Eltern gar nicht erst die Erwartungshaltung entwickeln, dass man spätnachmittags und/oder kurzfristig für sie Termin einzuräumen habe.

    Naja, meine Eltern gehen oft nicht arbeiten, die kommen gerne um 12, wenn sie ihre Kinder holen. Andere haben 3 prekäre Jobs in Schichten, da erwarte ich nicht, dass sie 10.30h in meiner "Sprechzeit" können. Wenn ich weiß, dass beide Eltern arbeiten, komme ich auch um 16 Uhr nochmal. Findest du das übertrieben? Dass Lehrkräfte viel nachmittags zu Hause am PC arbeiten müssen, ist ja nicht die Schuld der Eltern.

    Ich weiß nicht, was Magellans Frage ist.


    Die nach Bekannten im Forum finde ich jedoch nett, gibt es hier Freundschaften oder gar Beziehungen, die durchs Forum entstanden? Ich erinnere mich, dass jemand hier Trantor interessant fand, der ist jedoch Ewigkeiten nicht hier gewesen.

    Das ist immer richtig. Ich erlaube mir auch keine definitiven Urteile zu Sachverhalten aus Feldern, die ich nicht ausreichend kenne. Ich kann Vermutungen anstellen, mehr aber nicht. Die Forderung nach ständiger Diagnostik ist ziemlich ermüdend für Eltern, ich kenne das auch sehr gut selbst. Besonders, wenn am Ende gar keine Diagnose raus kommt... Sehr oft eine furchtbare Zeitverschwendung ohne Mehrwert.

    Was meinst du jetzt genau? Die Forderung der Lehrkräfte nach Diagnostik?

    Die Unterschiede sind mir klar und bewusst,

    aber von der Diagnose sind Hilfen abhängig und mit ist und bleibt unverständlich, warum man klein beigeben kann oder sich abgrenzen kann, dies aber schulischerseits überhaupt nicht möglich ist.

    Warum darf ein Arzt sagen, er könne nichts diagnostizieren und muss sich nicht um eine bessere und damit fairere Diagnostik bemühen? Warum sind Ärzte (und andere Professionen) nicht dazu angehalten, mit anderen Fachkräften zusammenzuarbeiten? Da machen es sich manche ganz schön einfach, auf das eigene enge Fachgebiet zu verweisen und damit jegliche doppelte Diagnose auszuschließen.

    Eigentlich ist das genau das, was Kolleginnen und Kollegen im Lehramt immer fordern, dass man eben nicht fachfremd oder gar schulartfremd eingesetzt wird.

    Bis zu einem gewissen Grad natürlich richtig, ich möchte in der Facharztpraxis mit viel Erfahrung behandelt werden. Trotzdem ist es unbefriedigend, wenn man weggeschickt wird, "also ich weiß nicht, wo ihre Schmerzen herkommen, machen se mal n Termin beim Blablaologen. Tschüs."

    ...Wer im Sehen beeinträchtigt ist, kann dies auch beim Gehen/Hören oder Sprechen sein. Da schließt man es doch auch nicht aus. (Du bekommst keine Brille, du hast ja ein Hörgerät.)

    Man kann mehrere Diagnosen haben. Aber wenn man das Gefühl hat, ein Kind hört nicht richtig, macht es natürlich einen Unterschied, welches Problem zugrunde liegt, ob es Paukenröhrchen oder Hörgeräte braucht oder ob das Ohr völlig gesund ist und bei der neurologischen Verarbeitung etwas nicht stimmt.

    Wahrscheinlich ist es deswegen so schwierig, weil man letztlich keine Ahnung hat, was AVWS genau ist und man nicht wirklich was machen kann, außer vielleicht Ergotherapie.

    Ergobag kosten 150-200 Euro im Set und ich finde das nicht teuer. Sie haben eine Menge praktischer, durchdachter Funktionen, sind leicht, bequem etc., wenn man sie 3-4 Jahre nutzt ist das doch total okay. Für Winterjacken kann man auch einen Haufen Kohle liegen lassen, die passen in dem Alter auch höchstens 2 Winter.

    Für einkommensschwache Haushalte ist das sicher genauso ein Problem wie Markenkleidung, aber es gibt ähnliche Produkte für 65 € und für Schulausstattung gibt's Geld vom Staat.

    Hier, sogar die Idee mit den auswechselbaren Bildern ist geklaut.

    https://www.octo24.com/BELMIL-R-9940-…ty::754071.html

    Oder ist gar derselbe Hersteller wie bei Schokolade von Aldi?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Auditive_…sst%C3%B6rungen

    Mein Kollege meint immer, in seiner Klasse hätten ziemlich viele Schüler diese Verarbeitungsstörung, mehr als früher. Ich unterrichte auch in der Klasse und es würde einiges erklären...

    Aber warum sollten es mehr als früher sein, für sowas gibt's doch eine Prävalenz?

    Edit: Im Artikel heißt es auch zur Differentialdiagnostik:

    "...Zudem sind im Vorfeld Störungen auszuschließen, die im Vergleich zu AVWS wesentlich häufiger sind und mit ähnlichen Symptomen assoziiert sein können, d. h. Lernbehinderungen oder Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitäts-Syndrome sowie insbesondere rezeptive Sprachentwicklungsstörungen (Sprachverständnisstörungen) sowie auch expressive Sprachentwicklungsstörungen (Dyslalie, Dysgrammatismus u. a.). Bietet die Vordiagnostik keine hinreichende Erklärung für die geschilderte Symptomatik, empfiehlt sich eine umfassende pädaudiologische Untersuchung der verschiedenen auditiven Funktionen..."

    Heute habe ich von einem neuen Kind erfahren, dass es einen schwierigen Start ins Leben hatte mit kompletten Beziehungsabbrüchen. Kein Wunder, wenn es sich nicht durchschnittlich entwickelt, inklusive enormer Konzentrationsschwierigkeiten.

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