Ich arbeite in NRW und habe Einblick in das Grundschullehramt und in die SEK1 einer Gesamtschule.
Ich empfinde die Gesamtschule als sehr belastend. Große Klassen mit bis zu 33/35 SuS. Altersgruppen von 10-18.
Dort ist das große Problem der Respektlosigkeit, null Frustrationstoleranz und elendig laaaange Tage.
Unterricht an 3- 4 Tagen auch bis ca 16.00 Uhr. Super viele weitere Konferenzen, Projekte, Berufsorientierung,Praktika, Quartalskonferenzen, Jahrgangskonferenzen, Dienstbesprechungen, Laufbahnkonferenzen, KAoA, Übergang Schule Beruf....! Viele Prüfungen, Klassenarbeiten, Tests, Vergleichsarbeiten....
Das alles natürlich ohne Ende differenziert und in größerem Umfang als in der Grundschule.
Und der heftige, tägliche Wechsel: 2 Stunden 5. Klässler, dann 10. Klasse, dann 7.oder 8. ( Vollpubertät...)!
Oft riesen große Systeme. Wir haben 1400 SuS, 140 Kolleginnen und Kollegen.
Oft wünschte ich, ich wäre an einer Grundschule. Da ist immerhin nicht bis 16.00 Uhr "Unterrichtsterror...."
Bin seit über 20 Jahren Lehrer. Was sich da in 20 Jahren negativ verändert hat, ist nicht zu unterschätzen.
Meine Frau berichtet von den Kleinen ihrer Grundschule immer ganz verzückt, da sie das als deutlich angenehmer empfindet, als sich mit 180 cm großen pubertierenden, pöbelnden, rauchenden, usw Jugendlichen auseinandersetzen....