Beiträge von Winterblume

    Hallo,


    bei uns in der Sprachschule rechnen wir in den Kursen mit circa sechs Monaten pro Niveaustufe (bei ein Mal Unterricht pro Woche, die Integrationskurse haben ein höheres Tempo). Bei motivierten und geübten Lernen kann das aber auch durchaus schneller gehen!


    Den eigenen Partner oder die Partnerin regelmäßig zu unterrichten, davon würde ich aus eigener Erfahrung auch eher abraten. Egal, was für ein Fachwissen man hat, es ist doch immer etwas Anderes, mit Menschen zu arbeiten, die einem so nahe stehen. Aber hin und wieder mal zusammen zu üben, warum nicht 😊


    Wir arbeiten in den Integrationskursen mit "Linie 1" und ich finde die Reihe gut gemacht. Für eine junge Frau mit Studienwunsch würde ich aber vielleicht eher ein anderes Lehrwerk empfehlen, etwas, was mehr auf die Lebenswirklichkeit junger Menschen und Studieninteressierte ausgerichtet ist und dann auch nach und nach den Wortschatz vermittelt, den man in diesem Kontext braucht . Dazu dann auf jeden Fall eine ordentliche Grammatik besorgen.

    Ansonsten gibt es auch auf YouTube und Co. viele tolle DaF-/DaZ-Accounts. Unsere Schüler mögen die Serie "Nicos Weg" ganz gerne.

    Im Unterricht arbeite ich auch gerne mit den kostenlosen Lernmaterialien vom Goethe Institut, dort findet man z.B. auch Hörverstehensübungen. Auch die gängigen Buchverlage in diesem Bereich stellen oft kostenlose Materialien bereit.


    Muss/möchte deine Freundin auch die DSH-Prüfung machen? Mein Partner hat damals einen speziellen Vorbereitungskurs dafür gemacht und es hat ihm sehr geholfen. Da war er allerdings schon in Deutschland.

    Ja, ich weiß. Mir geht's nicht um den Test an sich, sondern darum, dass die Kollegin als sie wusste, dass sie Corona hat, es im Nachhinein keinem von uns anderen aus dem Team mitgeteilt hat, die mir ihr noch Kontakt hatten an besagtem Tag (sie hat sich auf der Arbeit positiv getestet).

    Finde ich persönlich nicht okay, denn so könnte es sein, dass man sich ansteckt, es aber vielleicht nicht (rechtzeitig) bemerkt und fröhlich weitere Leute im Umfeld infiziert, z.B. über die Weihnachtstage.Ich habe eine herzkranke Mutter zuhause, bei der wir über Weihnachten sind und möchte nicht, dass sie angesteckt wird wegen solcher verantwortungsloser Mitmenschen.

    Vom Kollegen, der ohne Maske arbeitet trotz Symptomatik gar nicht zu reden.

    Ich bin ziemlich angefressen, weil ein Kollege meinte, heute Corona-positiv mit Symptomen ohne Maske arbeiten zu müssen. Eine andere Kollegin hat ebenfalls gerade Corona, ein paar Tage wohl schon, was uns anderen aber nicht mitgeteilt wurde, sodass diejenigen, die mit ihr Kontakt hatten (wie ich), nicht die Chance bekamen, sich zu testen oder auf etwaige Symptome zu achten. Habe von beiden Fällen nur durch meine Lieblingskollegin erfahren und hoffe jetzt, dass sich keiner von uns anderen oder den Schülern angesteckt hat.

    Nein, das Bilderverbot ist ein Mythos. Es gibt im Islam kein Verbot von bildlichen Darstellungen. In den Kulturen der islamischen Länder mag das im einzelnen anders aussehen, da zieht dann aber auch die Religionsfreiheit nicht. Zumal sich das dann auf das Verbot der Darstellung alles beseelten bezieht. Soll man jetzt in jedem Klassenzimmer alle Bilder abnehmen?

    Danke, interessant, das wusste ich nicht!

    Hatte damals bei meinen Recherchen anderes gelesen, u.a., dass die islamische Kalligraphie deswegen entstanden sei, weil es dieses Abbildungsverbot gebe. Habe jetzt gerade noch einmal nachgeforscht. Tatsächlich scheint es verschiedene Auffassungen/Auslegungen zu geben, aber kein generelles Verbot (?).

    Warum? Ist es einem muslimischen Kind nicht zuzumuten, einen Jesus aus Papier auszuschneiden?

    Im Islam gilt die Norm, dass in der Religion bedeutende Personen nicht bildlich dargestellt werden sollen, z.B. Mohammed - oder eben auch Jesus, der im Islam als Prophet gilt. Deswegen wirken die bildhaften Darstellungen im Christentum auf manche Muslime befremdlich.


    Nichtsdestotrotz spricht natürlich auch aus religiöser Sicht rein gar nichts dagegen, dass die beiden Mädels etwas zum Thema Weihnachten lernen oder Bilder ausschneiden, auf denen Rentiere und Co. abgebildet sind 🙃 Die Weigerung, das zu tun, finde ich auch schwierig bzw. unangebracht.


    Ich hatte letztes und dieses Jahr einige muslimische DaZ-Schüler und die meisten haben kein Problem damit, über Weihnachten oder andere hierzulande typische Feste zu sprechen.

    Nur ein Mal, bei einer Gruppe Jugendlicher, die noch nicht lange hier war, habe ich erlebt, dass sie dem Thema eher abweisend gegenüberstanden (Aufgabe war eine Bildbeschreibung eines Weihnachtsmarktes). Alle anderen waren eher neugierig-interessiert, gerade die Kleineren.

    Tolles Konzept!

    Ich glaube, mein Schüler-Ich hätte das richtig gut gefunden. Mit damals noch unerkannter sozialer Phobie war es für mich manchmal sehr anstrengend, mit dem Oberstufensystem zurecht zu kommen (in jedem Kurs verschiedene Mitschüler, kein fester Klassenverband mehr, was mir vorher Halt und Orientierung gegeben hatte). Dadurch konnte ich mein Potential nie so zeigen wie andere und ich kenne einige, denen es aus unterschiedlichen Gründen ähnlich ging.

    Ich bin selbst nicht betroffen, sondern meine Schwester. Sie ist keine Lehrerin, aber Pädagogin. Ihr ADS wurde leider erst relativ spät diagnostiziert (mit Mitte 20). In der Schule war sie immer ganz gut, hat aber teilweise wahnsinnig lange für Hausaufgaben gebraucht oder sie nur gemacht, wenn jemand daneben saß und sie zum Lernen angehalten hat.

    Später in der Ausbildung ging es ähnlich weiter. Insgesamt sehr gute oder gute Noten, aber Konzepte und Co. hat sie oft erst kurz vor Abgabe entwickelt und war dann wahnsinnig gestresst.

    Inzwischen macht sie es so, dass sie viel mit Notizzetteln, handschriftlichen Plänen und Erinnerungsapps arbeitet. Das klappt wohl ganz gut 😊

    Dem Thread-Eröffner alles Gute und viel Erfolg!

    Inzwischen habe ich eine sehr hilfreiche und nette Antwort von der Fachlehrerin bekommen.


    Es ist wohl so, dass der Junge im Unterricht seit langem nicht aufpasst, Unsinn macht und dadurch auch vieles nicht mitbekommt. Dadurch habe er große Defizite, die eine Nachhilfestunde die Woche auch nicht ausbügeln könne. Hausaufgaben werden wohl selten gemacht und Tafelbilder nicht mitgeschrieben usw.


    Das war für mich sehr aufschlussreich, weil ich ihn in der Nachhilfe ganz anders erlebe. Ich hatte immer den Eindruck, er gibt sich Mühe ...

    Du wirst dich aber irgendwann für einen Weg entscheiden müssen, denn Kind, DAZ Fortbildung, Job und Studium packst du beim besten Willen nicht.

    Ich denke auch nicht, dass du direkt in den Master kannst. Es kann sein, dass du nochmal beim BA anfängst,denn Kulturwissenschaften oder Literaturwissenschaften ist ja so kein Fach.

    Ich habe mich ja jetzt schon entschieden vor einigen Wochen. Der Plan lautet DaF-/DaZ-Weiterbildung erfolgreich abschließen, etwas Unterrichtserfahrung sammeln, dann Familiengründung und später, wenn das Kind alt genug ist (so denn alles klappt, das weiß man ja vorher nie), schauen, ob ich dann immer noch in Richtung Schule gehen möchte, um dort DaF/DaZ zu unterrichten und falls ja, wie das am besten möglich wäre (Quereinstieg, nachstudieren).

    Weil hier so viel zum Honorarkraftstatus geschrieben wurde: Ich bin aktuell keine Honorarkraft, sondern festangestellt und werde das auch als DaZ-Lehrkraft sein, sollte ich bei meinem Arbeitgeber bleiben. Deshalb fällt zumindest dieses Problem schon mal weg 😅

    Auch wenn ich mich entscheiden sollte irgendwann, doch noch einen Lehramtsmaster dranzuhängen (vorausgesetzt die Anerkennung meines Erststudiums dafür wäre erfolgreich), könnte ich theoretisch festangestellt weiter hier arbeiten und einfach Stunden reduzieren.


    Aktuell habe ich mich aber entschieden, erstmal weiter den Weg Richtung DaF/DaZ zu gehen. Was in der Zukunft wird, werde ich dann sehen, es hängt ja auch von vielen Faktoren ab, die jetzt noch nicht absehbar sind (gesundheitliche Lage, klappt es mit der Familienplanung oder nicht, berufliche Situation meines Partners ...)


    Hallo,


    ja, der Kinderwunsch besteht tatsächlich bei meinem Partner und mir und wir wollen dies auch gerne demnächst angehen. Einmal wegen meines Alters, einmal auch wegen einer neuen gesundheitlichen Diagnose, bei der es besser ist, das Thema nicht mehr allzulange aufzuschieben.


    Von der Idee, ein komplettes Lehramtsstudium von Anfang an zu machen, bin ich inzwischen auch abgerückt (auch wenn ein Teil von mir es immer noch gerne würde). Zum einen, weil ich mir so ein langes Studium plus Referendariat mit Baby/Kleinkind nicht zutraue vom Stresslevel her - auch wenn mein Partner mir versprochen hat, mich nach Kräften zu unterstützen, sollte ich mich dafür entscheiden. Zum anderen aus finanziellen Gründen. Ich möchte einfach nicht mehr so lange Zeit von so wenig Geld leben müssen und nichts oder kaum etwas in die Rentenversicherung einzahlen können. Das hatte ich im Erststudium schon lange genug.

    Was für einen Eindruck hast du denn allgemein von ihm beim Sprechen? Kann er sich verbal gut, flüssig und mit ausreichend breitem Wortschatz ausdrücken und hat die Schwierigkeiten "nur" im Schriftlichen, oder hapert es allgemein auch an der Sprechfertigkeit?


    Hey,


    danke für deine Gedanken erstmal .


    Beim Sprechen bestehen die Schwierigkeiten meinem Eindruck nach nicht.



    Zum Thema cold reading: Interessanter Gedanke! Da muss ich in Zukunft mal genauer drauf achten. Bisher dachte ich immer, er hat das Besprochene wirklich verstanden und konnte dann nicht verstehen, warum ein paar Nachhilfestunden später schon wieder alles vergessen schien.

    Ja, ich neige tatsächlich dazu, sehr kleinschrittig zu erklären und viel auf Details einzugehen. Vielleicht wäre es für ihn besser, wenn ich dieses Vorgehen demnächst abändere ...


    Ich habe ihn gefragt, was seiner Meinung nach das Problem ist, was genau ihm in der Arbeit schwer fällt. Er konnte es mir nicht sagen, meinte nur, dass diese Arbeit generell schlecht ausgefallen sei.

    Ich frage ihn zwischendurch auch immer wieder, was er gerne üben würde, ob ich etwas Bestimmtes noch mal erklären soll etc. und versuche das dann umzusetzen.


    Die Eltern möchten jetzt, dass ich mich mit seiner Fachlehrerin in Verbindung setze. Ich bin gespannt, ob das vielleicht neue Erkenntnisse bringt.

    Vielen Dank, Quittengelee!


    Zu deiner Frage: Wenn wir in der Vergangenheit Bildergeschichten zusammen durchgegangen sind, hat er sie immer richtig erfasst. Die Bildergeschichte in der Klassenarbeit war meiner Meinung nach nicht sonderlich schwer, deshalb wunderte mich auch, dass er dabei Fehler gemacht hat.


    Dass es ein Konzentrationsproblem sein könnte oder vielleicht auch etwas mit Aufregung in der Arbeit zu tun hat, klingt plausibel. Kurz nach dem Erklären kann er einige Punkte, die ich ihm erklärt habe, ganz gut umsetzen, aber schon ein paar Stunden später scheint alles Vergessen und in der Klassenarbeit sah es dann so aus, als hätten wir nie geübt.


    Die drei Hauptfächer waren Deutsch, Englisch und Mathe.


    Werde versuchen, es jetzt so zu machen, wie du sagst: sich auf die wesentlichen Punkte konzentrieren, viel üben, noch mehr einzelne Arbeitsschritte erklären.

    Ich weiß, dass ich leider dazu neige, manchmal etwas kompliziert zu erklären oder hohe Erwartungen zu haben. Deutsch war immer mein Lieblingsfach und ich hatte als Schülerin nie Probleme darin, darum fällt es mir manchmal schwer, wenn ich Nachhilfeschüler habe mit großen Problemen im Fach, bei denen meine Art zu erklären nicht anzuschlagen scheint . Versuche, da an mir zu arbeiten, ich möchte gern all meinen Schülern gerecht werden.


    Ja, es frustriert mich auch, weil ich das Gefühl habe, wir strengen uns beide an und der Output ist doch so gering :-/

    Manchmal habe ich schon den Eindruck , dass er meinen Erklärungen nicht mehr ganz folgen kann, sobald es etwas Abstrakter wird (z.B. beim Thema Wortarten oder den Zeitformen in Englisch ). Dann versuche ich es noch mal in einfacheren Worten zu erklären und viele Beispiele zu geben, aber das scheint leider nicht zu helfen.



    In Richtung Legasthenie habe ich auch schon überlegt. Allerdings finde ich in seinen Texten nicht die typischen Fehler, die ich von meinen anderen Nachhilfeschülern mit Legasthenie kenne (z.B. b/d vertauschen oder e und ä).

    Aber das Weglassen/Vergessen ganzer Wörter beim Schreiben finde ich schon irgendwie seltsam und auch, dass er Nomen mal klein, mal groß schreibt.


    Habe überlegt, die Eltern mal um ein Gespräch zu bitten, vielleicht können sie mir etwas zur Vorgeschichte erzählen ...

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