Wir kennen alle die Stadtviertel, die vor allem in den 1970er-Jahren als "erschwingliche Wohnungen für die Masse" gebaut wurden und heute als Problemviertel gelten. Die Leute lehnen Plattenbau ab, ebenso Hochhäuser (Im Grunde hat fast jede Stadt mit mindestens 10.000 Einwohnern mindestens ein Hochhaus.)
Solange in solchen Häuser das soziale Umfeld einigermaßen stimmt und keine Gettos draus werden ist das m.M.n. sehr ok. Ich wohne selbst so. Allerdings bin ich auch in der "Platte" groß geworden. Die Wohnungen sind gut geschnitten, sehr geradlinig und praktisch. Ich habe auch schon in später erbauten Wohnungen gewohnt und etliche gesehen.... da haben sich dann Architekten dergestallt ausgelebt, dass es oft irgendwelche Ecken und Nischen gab, die im Grunde nicht wirklich sinnvoll nutzbar waren, weil kein normaler Schrank/Regal hineinpasste u.ä..
Habt ihr auch die Sendung gesehen? Was wären eure Vorschläge für die aktuelle Wohnsituation in Deutschland?
Ich habe den Eindruck, dass in großen Städten/Ballungsgebieten die Grenzen sinnvoller Größe erreicht werden. In Frankfurt/Main ist es z.B. so, dass städtische Infrastrukturen wie Nahverkehr und Straßen (Autobahnen) nicht beliebig ausgebaut werden können. Der Nahverkehr dort findet zu einem großen Teil in Tunneln statt (S-Bahn, U-Bahn) und die sind ausgelastet. Die Straßen sind es ebenfalls. Man kann also den Menschen, die z.B. dort arbeiten nicht einfach sagen: "Steigt auf den Nahverkehr um."
Andererseits sehe ich ein Problem bei der Gemeindefinanzierung. Die erfolgt m.W.n. aus irgendwelchen Unternehmenssteuern/-abgaben oder Teilen davon von Unternehmen, die in der entsprechenden Gemeinde angesiedelt sind. Wenn also ein Unternehmen den Ort verlässt, dann fällt eben dieses Geld für die Gemeindefinanzierung weg. Brauchen die Bewohner deshalb aber plötzlich weniger öffentliche Infrastuktur (Nahverkehr, Schwimmhallen etc.)?
Die Lösung, die ich sehe: Die Ballungsgebiete nicht mehr soviel ballen, eine ausstattung der Gemeinden mit Finanzmitteln, die am Bedarf der dort lebenden Bevölkerung orientiert ist und nicht abhängig von dort angesiedelten Unternehmen.
Eine zugegebenermaßen etwas technokratische Lösung für die Regulierung der Einwohneranzahl wäre, eine optimale Einwohneranzahl zu bestimmen unter Berücksichtigung von Faktoren, wie vorhandene/mögliche Infrastrukturen bzw. -ausbaumöglichkeiten usw.. Steigt die Einwohnerzahl über diese optimale Größe (bzw. nähert sie sich dieser an), werden die Mieten/Wohnungspreise durch einen Aufschlag schrittweise verteuert (also z.B. für die ersten 1000 Wohnungen über dieser optimalen Zahl um 3%, die nächsten 5000 um 5%, etc.). diese Einnahmen fließen dann zweckgebunden in einen Fond der jeweiligen Ortschaft für die Finanzierung der öffentlichen Infrastrukturen.