Beiträge von McGonagall

    Pro: Die Verbeamtung ist natürlich auch ein Segen. Ich muss nicht wegen des Jobs ungewollt umziehen, mir wieder ein Netzwerk aufbauen, Gott sei dank nicht mehr unfreiwillig auf Wohnungssuche gehen etc...

    Die Verbeamtung ist ja aktuell eigentlich gerade ein Argument, das zwar für die grundsätzliche Sicherheit im Job, aber eigentlich gegen den sicheren Wohnort spricht. Denn eigentlich müsste man theoretisch auch Versetzungen einplanen; und hätten wir großen Lehrerüberhang und/oder sinkende Schülerzahlen ( ohne jetzt mal den Blick in die Zukunft zu werfen, aber Prognosen sehen das in meiner Region in den nächsten Jahren so kommen…), dann müsste man durchaus auch mal mit einer Versetzung rechnen. Es ist nur in den vergangenen Jahrzehnten selten passiert, deswegen verdrängen viele Beamte diese grundsätzliche Möglichkeit häufig…

    Anderes Bundesland natürlich, aber: ich bin gerade schulartübergreifend mit einer Kollegin vom Gymnasium im Austausch. Wir stellen fest: Vieles, was die Kinder in der Grundschule lernen und organisatorisch selbstständig umsetzen können, geht am Gymnasium verloren. Wenn ich sowas lese:

    Bei uns wird das nicht so gemacht und gerade in 5/6 wird in der Regel so vertreten, dass die SuS 6 Stunden Unterricht haben.

    Dann frage ich mich als naive Grundschullehrkraft: warum müssen diese Stunden so vertreten werden?
    In der Grundschule sind wir ja verlässlich. Trotzdem ist nicht immer eine Vertretung für alle Stunden möglich. Die Kinder lernen gewöhnlich schon sehr früh das System der Verteilung kennen. Mit Aufgaben, die für die Kinder theoretisch klar sind (durch langfristiges Übungsmaterial zur RS, Lesetagebuch, Geometrieaufgaben, , Langzeitaufgaben in anderen Fächern usw) gehen die SuS in vorher festgelegten Gruppen in die Verteilung in andere Klassen und lernen dann eigenständig. Das wird ggf benotet. Und ich frage mich: wenn das in der GS geht, wieso geht das am Gymnasium nicht mehr? Warum müssen da so viele Stunden vertreten werden?

    SH. Stimmt so aber gar nicht - das Internet lügt.

    Hm, um es noch weiter zu präzisieren: In SH sind die beweglichen Ferientage (deren Anzahl jährlich unterschiedlich ist; dieses Jahr sind es 3 Tage) per Schulkonferenz festzulegen. Wenn eine Schule das nicht macht, verfallen die Tage nicht, sondern es gelten dann automatisch die Tage, die vom Land gesetzt sind. Und das wiederum sind die Tage, die bei Schulferien.org und auch anderen Kalendern im Internet angegeben werden. Also eigentlich keine wirkliche Lüge.

    Ich weiß nicht, wie in NRW die Entlastungsstunden definiert sind, von denen ihr hier seitenweise diskutiert. In SH lohnt es sich an Grundschulen gar nicht, überhaupt darüber zu reden. Im Leitungszeiterlass sind Stunden zur Entlastung für Schulentwicklung und Verwaltung vorgegeben. Das sind an meiner Schule sagenhafte 2 Stunden. Dann gibt es noch 1,5 Stunden für digitale Entwicklung. Aber auch das ist ja definiert. Es gibt außer Konrektor und Schulleitung auch keine weitere Funktionsstelle.
    Nicht falsch verstehen: ich finde es absolut richtig, allen Lehrkräften A13 zu zahlen, egal ob GS oder Gym. Auch wenn ich sehe, wieviele Stunden ich in der Woche tatsächlich arbeite, welchen großen Haufen an unterschiedlichen Aufgaben ich zu bewältigen habe und welche Verantwortung ich trage - und das betrifft nicht nur mich, weil ich zu blöd bin, meine Ressourcen gut einzusetzen- dann glaube ich auch, da steht A14 für GS-Schulleitungen in der Einordnung des Besoldungs-Kanons in keinem guten Verhältnis.
    Ich glaube, es müsste viel besser definiert werden, was zu den normalen Dienstpflichten einer Lehrkraft gehört und was zusätzliche Aufgabe ist. Seit der Lehrerdienstordnung von 1951 sind doch ein paar kleine Aufgaben dazu gekommen, die nirgendwo gesammelt benannt werden. Ohne Transparenz und klare Definition führen aber halbgare Besoldungsreformen und unterschiedliche dienstliche Bestimmungen zu Funktionen und Entlastungen an den Schularten zu ganz viel Unzufriedenheit, wie man hier auch sieht.
    Das ist keine einfache Aufgabe, wenn das politisch gelöst werden soll. Wird sicher nicht so schnell gehen…

    Diesen Artikel habe ich heute gelesen, und ich bin zwar nur Grundschule, aber ich fand die Idee hinter dem Artikel grundsätzlich ganz überzeugend. Wir haben keinen/wenig Einfluss auf kleine Klassen, die Anzahl der Lehrkräfte etc, aber wir können daran arbeiten, Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Die Idee klingt sinnvoll für mich. Mein Wissen um KI ist begrenzt, meine Erfahrung mit langen Korrekturzeiten bei Oberstufenklausuren natürlich gleich null. Deshalb habe ich beim Lesen des Artikels gleich an alle LK der weiterführenden Schulen gedacht und habe mich gefragt: wäre das eine Entlastung? Mich interessiert eure Meinung…

    Ich kenne kein Heft, dass 1:1 das abbilden kann, was einzelne Kinder an Übungen benötigen. Aber ich kenne viele Hefte, die gutes Übungsmaterial beinhalten. Ich kopiere gern alles mögliche zusammen für die Kinder, die Extra-Übungen benötigen und stelle individuelle Arbeitsmappen zusammen. Vieles ist dabei ja schon genannt worden. Da ich gern grundlegend nach dem Fresch-Prinzip arbeite, ist Silbentraining mit lautgetreuen Wörtern und dem Markieren der „Könige“ das erste Ziel. Da gibt es von Anoki gutes Material, aber auch viele kleine Hefte wie z.B. von jandorfer zum Schreiben lautgetreuer Wörter. Ich berate die Eltern dahingehend, auf AVWS zu überprüfen, denn es muss ja Ursachen haben, dass das lautgetreue Schreiben Schwierigkeiten bereitet.
    Aber eigentlich habe ich eine tolle Förderschullehrkraft, die unterstützen und genau hinschauen kann, wo das Problem liegt. Denn das ist viel wertvoller, als Hefte herauszusuchen; siehe erster Satz…

    Und wenn bei mir der Schulrat sich zu einem bestimmten Zeitpunkt zum Besuch ankündigt, kann ich nicht sagen: „Geht es auch eine Stunde später, ich habe noch Unterricht!“ und wenn eine Schulleiter-Dienstversammlung ansteht mit 45 min Fahrzeit um 13.30 Uhr kann ich nicht sagen: „Ich komme ca 30 min später, ich habe noch bis 13.00 Uhr Unterricht!“. Das sind nur mal Beispiele. Ich wehre mich gegen diese Pauschalisierungen. Das hilft niemandem weiter. Schon gar nicht in einem Forum, in dem man die tatsächlichen Umstände nicht kennt.

    Ich glaube, da dramatisierst du. Erstens wurde das "Feindbild" als Behauptung reingeworfen, niemand hat das wirklich so für sich in Anspruch genommen.

    Und zum anderen ist der Witz an einem Forum ja auch, dass man sich mal über was aufregen kann. Ob sich in deinem Kollegium nicht mal jemand über dein Verhalten aufregt weißt du wahrscheinlich nicht und das ist doch okay, solange es nichts Ernstes ist.

    Ich habe absolutes Verständnis dafür, wenn sich in meinem Kollegium mal jemand über mein Verhalten aufregt. Die kennen mich. Und ich kenne sie. Aufregen, wegatmen - und wenn das nicht geht, ins Gespräch kommen und das Problem lösen.
    Mich ärgert es viel mehr, wenn im Forum pauschal gewettert wird, wenn alle Schulleitungen über einen Kamm geschert werden, wenn „dramatisiert“ wird - und wenn ich pauschal abgeurteilt werde von Menschen, die mich nicht kennen, die aber zu wissen scheinen, wie ich meinen Job ausübe.

    Ich glaube, das ist ein strukturelles Problem. Ich muss z.B. 12 Stunden unterrichten. Aber frei nach dem Motto „oben schlägt unten“ kann ich manchmal einfach in bestimmten Stunden nicht, weil es Termine gibt, die kollidieren. Das versteht mein Kollegium, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das hier im Forum nicht verstanden wird. Schade, denn dann sind wir bei dem, was hier auch irgendwo auftauchte: dem „Feindbild Schulleitung“…

    Für SH würde gelten: Man wird bei Verbeamtung einem Dienstort zugewiesen. Wenn man dann 45 km entfernt wohnt, ist das die eigene Entscheidung, aber man kann nicht als Argument geltend machen, dass man bei witterungsbedingten Problemen nicht 45 km zur Schule fahren kann. Wenn man im Ort wohnt und die Lage so ist, dass man nicht zu Fuß zur Schule kommen kann, gilt ja Gefahr für Leib und Leben, und das gilt ja dann auch für die Schülerinnen und Schüler. Also wenn ich nicht zu Fuß kommen kann, können die das ja auch nicht. Oder? Ich weiß es nicht, ich habe noch nie einer Situation erlebt, in der ich so definitiv gar nicht vor die Tür treten konnte um zu Fuß eine Strecke zurückzulegen, während Schulkinder um mich herum das doch konnten.
    Abgesehen davon finde ich natürlich, das man in einem Kollegium eine einvernehmliche Lösung finden muss für so ein Problem.
    Und im absoluten Notfall bleibt noch eine Krannkmeldung…

    Deine Erfahrungen klingen nicht gut, es tut mir leid, dass dein Start in den Schuldienst so negativ war. Ich hatte noch nie jemanden im Seiteneinsteiger/Quereinstieg. Nun bin ich in einer anderen Schulform und in einem anderen Bundesland, aber vielleicht sind die Regelungen anderswo ähnlich, deshalb schreibe ich mal meine Gedanken dazu.
    Hätte ich jemanden im Seiteneinstieg / Quereinstieg, würde ich demjenigen / derjenigen die gleichen Hospitationsmöglichkeiten und die gleichen Startmöglichkeiten vor Ort anbieten wie auch LiVs und Vertretungslehrkräften und neuen ausgebildeten Lehrkräften, je nachdem, was sie benötigen: Mentor/ Patin, Hospitationen, Gespräche mit mir, demnächst eine Begrüßungsmappe. Ich habe aber niemanden im Seiteneinstieg/Quereinstieg, und damit komme ich zu einem Gedanken, der vielleicht auch für euer BL gilt: ich darf nur für Seiteneinsteiger / Quereinsteiger anbieten, wenn Planstellen leerlaufen. Das passiert bei mir hier aber nicht, weil die Rahmenbedingungen an meiner Schule so sind, dass jeder (egal ob LiV oder Planstelle) gern hierher möchte. Deshalb die Überlegung: ist es vielleicht einfach ein strukturelles Problem? Als Bewerber/Bewerberin auf einen Quereinstieg/Seiteneinstieg bekomme ich vielleicht nur die Chance auf Stellen, die regulär ausgebildete Lehrkräfte nicht wollen, und das wird seine Gründe haben? Ganz unterschiedliche Gründe vielleicht, aber Gründe, die dazu führen, dass man am Ende Erfahrungen macht, die du gerade machst. Und dann liegt es gleichzeitig am System als Ganzes und an der Schule im Einzelnen…

    Ich habe es an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Der Ansatz, bereits am Ende der 4. Klasse sicher prognostizieren zu wollen, welches Kind mal ein Abitur ablegen wird und welches nicht, ist völlig vermessen. Die Schieflage entsteht nicht aufgrund eines Mitentscheidungsrechts der Eltern an sich, sondern weil es gerade durch das mehrgliedrige Schulsystem überhaupt erst passiert, dass sich an bestimmten Schulen die "Problemfälle" konzentrieren und diese entsprechend gemieden werden. Auch das ließe sich weitgehend verhindern, wenn die Schüler auch nach der Grundschule bezüglich der besuchten Schule gut durchmischt bleiben.

    Wäre es eine bessere Lösung, die Kinder erst nach Klasse 6 zu trennen? Was sagen die Berliner dazu? Würde mich mal interessieren…

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