Beiträge von Ragnar Danneskjoeld

    * War die Gleichschaltung in den Schulen 1933 auch im Sinne von "vorher unterschiedliche Lehrpläne in unterschiedlichen Regionen, jetzt alles zentral"?
    * Ist es wirklich etwas, was jetzt quasi in der deutschen DNA sich dagegen strebt, wegen der Geschichte?

    zu 1) Im Wesentlichen ja. (Unterschiedliche Abiturprüfungen hat es trotzdem nicht gegeben, was aber auch an der fehlenden Vorlaufzeit lag.) Regionale Besonderheiten wurden dennoch thematisiert - aber ob Schüler nun lernen, welch herrenmenschlich-arische Literatur Mörike (Schwaben) bzw. Eichendorff (Schlesien) produziert haben, ist dann auch irgendwie sekundär.

    zu 2) Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Mehrheit die Tendenz zur Vereinheitlichung im Bildungswesen befürwortet.

    Wer einen echten Kilt (also aus Wolle, nicht Polyester) trägt, dem muss klar sein, dass der ziemlich warm hält - vor allem wenn man ihn korrekt mit den "hoses" (Kniesocken) trägt. Ich weiß schon, warum ich den kaum noch zu Entlassfeiern trage...

    Dann eher einen Sarong.

    Bei uns kam kurz vor meiner Zeit wohl die Ansage: Männer keine kurzen Hosen und keine Sandalen, Frauen mindestens knielange Kleidung und keine Trägertops, und generell natürlich keine Jogginghosen o.ä. (gilt auch für Sportlehrer)

    Also dürfte ein als männlich gelesener Lehrer im Tank Top kommen?

    Die SL hat mich heute dazu aufgefordert, in der Schule im Unterricht keine kurzen Hosen mehr zu tragen.

    Das hat meine SL auch mal getan - allerdings im Hochsommer. Ich habe mich ab 11 Uhr hitzebedingt krankgemeldet und bin nach Hause gegangen, habe allerdings darauf hingewiesen, dass kurze Hosen sicher hilfreich wären für mich. Es ging dann plötzlich.

    Aber als Schüler fand ich die kurzen Schultage mit nur zwei Doppelstunden sehr angenehm, und man hatte an den anderen Tagen zwei Stunden weniger, was weniger Nachmittagsunterricht bedeutete. Und Veranstaltungen für Schüler waren entweder nur an den anderen Wochenenden oder begannen eben später. Bei den Kollegen ist das natürlich abhängig von den eigenen Vorlieben und Familienverhältnissen.

    Ich habe den Samstagsunterricht auch noch erlebt. Mir war er egal, wegzudiskutieren war er ja nicht - bis er dann weg war. Vier von drei Mittelstufenaufsätzen wurden damals zu jenem Thema verfasst. Die Eltern haben ihn geliebt. Endlich mal ein Vormittag ohne die Blagen. Gemütlich frühstücken, einkaufen, sonstige Erledigungen machen.

    Mein Tipp: er kommt (möglicherweise; jedenfalls in BW) wieder. Und zwar, um Stunden vorzuarbeiten und somit die Sommerferien wegen der Hitze zu verlängern.

    Womit ich seit einiger Zeit ein Problem habe, ist, dass die Themen der Oberstufe in Englisch zunehmend "Laberthemen" geworden sind, zu denen man sich auch ohne großartige Kenntnisse äußern kann bzw. meint äußern zu können.

    Geht mir genau so, obgleich ich mit den Spezifika in NRW nicht vertraut bin. Daran hat wohl das "bundesweite Abitur" / IQB-Aufgaben einen gehörigen Anteil, da hier eben "nur" der gemeinsame Nenner aller Bundesländer abgeprüft werden kann. Und damit verflacht auch in BW das Niveau. Es ist schon kurios.

    Wir haben jetzt zumindest Detektoren für digitale Endgeräte, die man in Klausuren nutzen darf. Angeblich erkennt man damit, wer noch irgendwas Eingeschaltetes am Körper trägt. Bin gespannt, wie sich das im Einsatz gestaltet.

    Hast du mir da vielleicht bitte den Produktnamen/-nummer? Würde mich sehr interessieren. Danke.

    Ich bin da aber selbst hin und her gerissen. Ich kann total verstehen, dass sie kein Papier und Stifte mehr mitschleppen wollen und sehe im Prinzip auch keinen Nachteil darin, statt eines Heftes Good Notes oder dergleichen zu verwenden.

    Ich sehe den Effekt zunehmend - die Texte werden immer kürzer, zumal die Schüler auf dem Display gar nicht mehr sehen, wie wenig sie eigentlich geschrieben haben. Ein Kugelschreiber flutscht eben schneller als ein digitaler Stift.

    Ich habe nach zwei Doppelstunden in einem Kurs gesagt, dass ich Papier/Heft verpflichtend mache. Ich drucke auch alle Materialien.

    Das geht nur so lange, wie das Kopierguthaben nicht erschöpft ist. Bei uns gibt es nur für die Unterstufe Kopierblätter.

    Und jeder Stundenplaner weiß, dass das Ergebnis davon am Ende nur noch mehr Fehlzeiten wären, die vertreten oder kompensiert werden werden müssen.

    Und jeder Stundenplanmacher ist eben ein Mensch. Und nicht jeder Mensch ist professionell oder handelt immer rational. Und ist ein junger Kollege im Wartestand auf die Verbeamtung und genau jenem Stundenplaner ausgeliefert, dann kann er problemlos sturmreif geschossen werden. War kein Spaß für ihn.

    Was aber absolut nicht heißt, dass ich deine Einschätzung der Situation der TE nicht teilen könnte oder wollte.

    Künstlerischer Verwaltungsbereich eines staatlichen Theaters. Mit meinem Studium selbst hat es also eher wenig zu tun gehabt, aber das trifft auf viele Theaterleute zu, sofern sie nicht auf der Bühne stehen (oder im Graben sitzen oder hinter der Bühne schuften) - ein bisschen mehr hingegen mit meiner Berufserfahrung als Lehrer.

    Ich habe jetzt gerade ein paar Bewerbungen laufen und ich denke ich werde es dann einfach versuchen. Wenn es mir nicht gefällt, muss ich weiterschauen. [...] Aber manchmal muss man einfach mutig sein.

    Chapeau, mir hat letztlich der Mut gefehlt trotz Angebot.

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