Beiträge von Ragnar Danneskjoeld

    Theoretisch gibt es dann die Möglichkeit, einen Aufstiegslehrgang zu machen, der dauert je nach Dienstzeit 2 oder 3 Jahre und dann könnte man in den hD aufsteigen und auch Klassen oberhalb der Fachschulreife unterrichten.

    Wie wichtig ist es dir denn, oberhalb der Fachschulreife zu unterrichten bzw. der Aufstieg in den hD? Als RS-Kollege verdienst du ja jetzt auch schon A13 und die Landesregierung geizt zunehmend mit A14-Stellen. Zumal sich die Frage stellt, ob es den ganzen Aufwand dann wert wäre, denn so groß ist die die finanzielle Differenz nicht.

    Da ich weder Auto noch Führerschein habe, frage ich mich: Wie groß ist dieses Problem in der Praxis wirklich? Bei der Bewerbung kann man doch bestimmte Landkreise angeben, oder? Und es gibt ja auch einige größere Städte. Am liebsten würde ich mein Referendariat in einer Stadt wie Schwerin oder Brandenburg an der Havel absolvieren. Weiß jemand, wie groß die Chancen sind, Ortswünsche tatsächlich berücksichtigt zu bekommen?

    Ich kann nur über BW sprechen, aber dort hat das Seminar der Mitreferendarin zwei Schulen mit quasi direktem Bahnanschluss zum Ausbildungsseminar zugewiesen.

    Wobei Teilzeit ja ein echtes Minusgeschäft ist im Lehrerberuf, daher verstehe ich es umso weniger, wieso so viele reduzieren statt sinnvoll zu priorisieren.

    Ich kann deine Argumentation absolut nach vollziehen. Natürlich muss man priorisieren. Dennoch arbeite ich Teilzeit. Warum?

    1. Gesundheitliche Gründe. Ich hatte vor zwei Jahren mit Mitte 40 einen Schlaganfall. Verlief glimpflich, Gott sei Dank. Aber riskieren will ich nichts.

    2. Das Ganze drumherum wurde immer mehr. Was mir aber im Beruf Spaß macht, ist Vorbereitung und Unterricht. Für ersteres bleibt wegen des Ganzen drumherum immer weniger Zeit. Irgendwann hab ich nur noch in den Ordner gegriffen und Arbeitsblätter rausgezogen und kopiert, weil sie funktionieren. Aber ich habe mich - um mal marxistisch zu argumentieren - von meiner Arbeit immer mehr entfremdet.

    3. Ich kann es mir leisten. Ich weiß eh nicht, was ich mit dem ganzen Geld anfangen soll. Es ergibt keinen Sinn, noch mehr zu haben und dann am Wochenende und in den Ferien so kaputt zu sein, dass ich nicht einmal mehr Kraft und Lust habe, es auszugeben.

    Ich hatte die Schulleiterin mal gefragt, ob sie so aufwendige Stunden wie im Ref sehen möchte. Sie sagte darauf, sie möchte guten Unterricht sehen. Mehr hat sie nicht gesagt.

    Wenn sie das so sagt, dann wird sie es ziemlich sicher auch so meinen.

    Ich habe die sinnvollsten Rückmeldungen (bisher jedenfalls) von meinen Schulleitern erhalten. Die schauen im Regelfall aufs große Ganze und verheddern sich nicht im didaktisch-methodischen Klein-Klein.

    Kannst du mir mal eine Stelle nennen an der das steht? Das habe ich noch nie gehört, dass man bei Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit 2/3 der ausstehenden Dienstjahre angerechnet bekommt.

    Den Paragraphen habe ich nicht vorrätig, aber lass es dir mal ausrechnen. Genau so steht es auf meiner Versorgungsauskunft. Und auf der jedes anderen Kollegen.

    Wie kommst du darauf?

    Weil nach aktuellem Versorgungsrecht die verbleibende Zeit zwischen Frühpensionierung und vorgezogener Regelpensionierung (aktuell: 63 Jahre) mit pauschal zwei Drittel gewertet wird. Wenn du also noch 15 Jahre hättest, würde man die zehn volle Dienstjahre anrechnen - unabhängig davon, wie hoch deine bisherige Arbeitsbelastung war. Wer also aktuell nur ein halbes oder gar unterhälftiges Deputat hat, der "profitiert" von zwei Dritteln. Umkehrschluss: wer darüber liegt, profitiert nicht. Daher werden hier Frühpensionierungen so gut als irgend möglich hinausgezögert.

    Hängt es nicht davon ab, wie lange man arbeitet?

    Doch, tut es. Ich wollte lediglich darlegen, dass es für Kollegen mit einem Deputat unter 2/3 sinnvoller ist, möglichst schnell die Frühpensionierung anzuerkennen, während es für Kollegen mit höherem Deputat Sinn ergibt, die Frühpensionierung möglichst lange zu "verschleppen" (vorausgesetzt, man möchte das).

    Ich finde den Artikel eines Juristen leider nicht mehr. aber er beschrieb, dass man sich so lange wie möglich gegen die amtsärztliche Untersuchung wehren solle, eben weil man in der Zeit weitere Pensionsansprüche ansammelt, sollte es dann aufgrund der amtsärztlichen Untersuchung zu einer Frühpensionierung kommen.

    Das trifft dann zu, wenn das Deputat über 2/3 liegt. Liegt es darunter, ist eine schnelle Frühpensionierung eher sinnvoll.

    Na ja, hier in BW wurden gerade erst wieder fast 1000 Gymnasiallehrkräfte nach dem Ref nicht übernommen, weil man sie an den Gymnasien nicht zu brauchen meint. Es wäre ein Leichtes, das Einstellungsverfahren anzupassen, so dass wer sich für eine Gymnasialplanstelle bewirbt sich auch automatisch mit für Sek.1 - Stellen bewirbt oder auch an den Gymnasien die Vertretungsreserve anzuheben / Differenzierungsstunden zu erhöhen / … Stattdessen werden gut ausgebildete Lehrkräfte nicht übernommen in den Schuldienst, die dringend gebraucht werden würden.

    Ich stimme dir in allem zu, aber das Problem ist, dass in weiteren Schularten weiterhin dringender Lehrerbedarf besteht. Politisch ist es ein halbes Jahr vor der Landtagswahl schwer zu vertreten, wenn an einem Ort wegen Lehrermangel einerseits das SBBZ oder die Grundschulen Unterricht quasi reduzieren müssen und anderseits am Gymnasium Klassen geteilt werden müssen.

    Zudem: es gibt die Stellen. Auch an Gymnasien. Nur nicht in Baden-Württemberg. Ein Referendar von uns zieht jetzt mit Lehrergattin nach Brandenburg. Dort konnten die beiden sich aussuchen, an welcher Schulart und an welchem Schulort sie eingesetzt werden.

    Du solltest dir vor dem BEM-Gespräch klarmachen, was du eigentlich möchtest, denn das Gespräch dient nur insofern der Aufarbeitung vergangener Ereignisse als dass sie für die zukünftige Gesundheit relevant ist. Ich musste schon BEM-Gespräche betreuen, die völlig ergebnislos verliefen, weil der kranke Kollege sich einfach nur - pardon - auskotzen wollte.

    Zudem muss dir Folgendes klar sein: wenn du nicht auf einer Versetzung bestehst, untergräbst du möglicherweise die Schwere deiner Vorwürfe gegenüber der Schulleitung. Sinngemäß: "Wenn sie sich nicht versetzen lassen will, dann kann es so schlimm ja auch nicht gewesen sein." Nicht, dass das fair wäre, aber so kann es kommen.

    Ich wünsche dir jedenfalls alles erdenklich Gute!

    Krass, über was sich manche Menschen so alles aufregen können.

    Ich rege mich über so was nicht auf und verstehe die künstliche Erregung beim besten Willen nicht. Aber seufzen tue ich schon. Ich bin sicher, die Beteiligten agieren mit den besten Absichten, aber ich fühle mich da nicht für richtig vollgenommen. Analog dazu meine Beobachtung neulich (Pride-Monat) am Kiosk, dass auf der Packung der Zigarettenblättchen ein Regenbogen abgebildet war. Schön und gut, aber müssen Käse und Kehlkopfkrebs wirklich die Mittel zur Sichtbarkeit gesellschaftlicher Minderheiten sein? Wie viele Vorstandsmitglieder bei Milram haben eigentlich Migrationsgeschichte oder sind Teil der Regenbogenfamilie? Werden die Produkte eigentlich in gleicher Verpackung auch in Staaten verkauft, in denen Homophobie Staatsräson ist? Denn das wäre mal ein Statement. Ansonsten ist es irgendwas zwischen virtue signaling und woke capitalism.

    Ich sehe das ganz entspannt. Dann trage ich halt ein, dass ich so "intensiv" Unterricht vorbereite wie meine ineffizienten Kolleg*innen.

    Sehe ich ähnlich. Wenn ich genau so lahmarschig meine Abiturkorrekturen anfertigen würde wie viele meiner Kolleg*innen, dann müsste ich jedes Jahr die anderthalbfache bis doppelte Menge bearbeiten. Ne, danke.

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