Beiträge von Finnegans Wake

    Nachdem wir inzw. wiederholt das Problem hatten, daß einige Schüler die Radbolzen an den PKWs der Kollegen gelockert haben, auf das die Räder auf der Autobahn abfallen mit den entsprechenden Folgen, und wir alle von der SL darauf hingewiesen wurden auf dem Parkplatz vor der Abfahrt unsere Räder dahingehend zu kontrollieren, finde ich diese Abschottung von Schul- und Privatleben alles andere als übertrieben.

    OK, unsere Lebens- und Jobrealität unterscheidet sich deutlich (nur feststellend, nicht wertend!)

    Was auf jeden Fall für eine entfernte Schule spricht: Man läuft üblicherweise seinen Schülern in seiner Freizeit nicht über den Weg. Ich könnte es mir z.B. nur sehr schwer vorstellen morgens einem Schüler/Azubi mit einer 6 die Biografie komplett versaut zu haben und zu wissen, daß ich am Abend im Segelflugverein auf die Zuverlässigkeit genau dieses Schülers angewiesen bin, weil mein Leben davon abhängt, daß er keinen Mist baut.

    Der Fall ist aber schon ein bisschen sehr speziell ;)

    Und manche Horrorvorstellungen von der Schule vor Ort und den daraus folgenden Begegnungen sind doch auch etwas übertrieben. So lange man sich im Rahmen des gesellschaftlich akzeptierten Normals benimmt, sind Begegnungen doch ok. Außerdem sind Begegnungen doch deutlich seltener, als es hier scheint.

    Klar, der Tim Finnegan in der Schule hat eine andere Rolle als der normale Tim Finnegan im echten Leben, aber meine SuS sehen unter dem braunen Cordsakko und den Kreidespuren doch auch den echten Tim durchscheinen. Wenn sie den dann auch mal im real life sehen, dann macht das den echten Menschen authentischer. Und da ich mich auch im echten Leben nicht daneben benehme, sondern eben nur lebe, ist's kein Problem. Mal ein paar Blitzlichter der Begegnungen:

    * Im Stadion beim Feiern

    * beim normalen lokal typischen Feiern

    * auf dem Weinfest

    * beim Edeka

    * im Fitnessstudio

    * Punkrockkonzert: Pogo (also ich, der Schüler hat nur zugeschaut)

    ...

    Im Zweifelsfall stärkt das sogar das Standing bei den SuS: "Der labert nicht nur, was er wär', der macht das in echt!"

    Und wie gesagt: Kurze Fahrt bringt mehr Familienzeit, Freizeit, Orga-Entspannung. Da sind real life-Begegnungen als "Nachteil" akzeptabel.


    ein edit hinterher: Eventuell was anderes wäre es, wenn ich Sauna-Gänger wäre. Da weiß ich von Kolleginnen und Kollegen, die dafür schon ziemlich weit weg fahren, um SuS nicht zu begegnen. Da ich aber nicht in die Sauna gehe, ist das für mich kein Problem.

    Mag daran liegen, dass der Großteil der KuK am Gymnasium und auch an anderen Schulen noch nie ein BK von innen gesehen hat. Finde ich schade.

    Alle mir bekannten KuK, die ihr Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg am Bk gemacht haben und danach ins Lehramtstudium gegangen sind, haben sich gegen das Gymnasium und für das Bk entschieden.

    Ehe ich an eine andere Schulform als das BK gehen würde, würde ich mich aus dem Beamtenverhältnis entheben lassen. Ich habe sehr viele KuK aus anderen Schulformen kennengelernt und war auch selbst zeitweise an anderen Schulformen tätig und ich habe immer wieder für mich festgestellt und stelle immer noch fest: Außerhalb vom BK ist mir viel zu viel engstirnigkeit, Humorlosigkeit, Eintönigkeit und pädagogische Besserwisserei unterwegs. Rein subjektiv mein Gefühl und meine Erfahrung ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit, bevor sich jemand den Schuh anzieht :pfeifen:

    Den unteren Teil würde ich so hart nicht formulieren (ich habe zwar bei ein paar Gym-LuL schon eine gewisse Arroganz und Überheblichkeit unsereins gegenüber mitbekommen, mit solchen Menschen muss ich mich aber nicht umgeben und abgeben; die meisten Gym-LuL sind doch auch Menschen ;) :D )

    Was den anderen Teil angeht, dass ich - wenn es mir angeboten würde - nicht freiwillig ans Gym gehen würde, stimme ich dir zu.

    Die Freiheiten unserer Arbeit, die Vielfalt unserer Klassen und Fächer, die Mischung aus allgemeinbildendem und berufsbildendem Unterricht, die Möglichkeit besonders in BU konsequent kompetenzorientiert und situativ zu arbeiten... Es gibt so viele Aspekte, die die BBS-Arbeit ausmachen, die ich an einem Gym nicht wiederfinden würde (aber wirklich nix gegen Gyms ;) )

    Und den Satz:

    Zitat

    Mag daran liegen, dass der Großteil der KuK am Gymnasium und auch an anderen Schulen noch nie ein BK von innen gesehen hat. Finde ich schade.

    würde ich dreimal unterstreichen, einrahmen und an die Wand hängen ;)

    Die Frage ist schon dreist, aber durchaus interessant. Eine 6 kannst du in Bayern ohne weiteres ausgleichen, es gibt tatsächlich nicht wie woanders die Bedingung, dass alle Einzelprüfungen bestanden sein müssen. Allerdings kenne ich es so, dass alle vier mündlichen Prüfungen (Pädagogik, Schulrecht und die Fächer) an einem Tag stattfinden. Das wären bei Versäumnis also vier Sechsen, und dann dürfte es haarig werden.

    Vielleicht ist ja der Plan, nach der dritten Prüfung zu sagen: "Sorry, muss jetzt weg. Termine!"

    :D

    Machen bei euch Schulen ohne Sommerfest zu? Und wen sollte das interessieren? Das sind doch keine konkurrierenden Betriebe.

    An BBSen ist das tatsächlich so. Da sind es dann Schulformen, die geschlossen werden. Jetzt nicht wegen des explizit genannten Sommerfestes aber allgemein wegen des Gesamtbildes, das die Schule mit ihren vielen Mosaiksteinen abgibt.

    Wenn dann eine bestimmte Situation eintritt, die die SuS-Zahlen unter Druck setzt, behält eben die Schule, die die Handvoll mehr SuS anlockt einen bestimmten Bildungsgang und rettet sich über die Durststrecke. Wegen der fehlenden Handvoll andererseits wird dann der Bildungsgang geschlossen. Schließen geht unter Umständen schnell und einfach. Neu eröffnen ist langwierig, schwierig und es gehört Glück dazu.

    Also: Ich formuliere deine Frage mal um: Machen bei euch Schulformen Schulen ohne entsprechende Marketingmaßnahmen (Schulfest -> Tag der offenen Tür etc.) zu? Ja, das passiert.

    edit:

    Wen es interessiert? Die Refis, die auf eine Stelle hoffen. Wenn ein Bildungsgang geschlossen wird, dann hängen z.B. auch Allgemeinbildner/innen dran, bspw. auch der/die tolle Refi, der/die bald fertig wird.

    Wen es auch interessiert: Wenn in dem Bildungsgang viel BU war, dann interessiert es auch die BU-Kollegen/innen, die dann evtl. abgeordnet werden.

    Und: Wir sind schon teils konkurrierende BBSen.

    Ja mache ich seit 10 Jahren. Vorher zur Arbeit und nun zur Schule. Gewöhnt man sich dran.

    Wenn es aber anders geht, dann ist gesparte Zeit natürlich auch schön.

    Für mich sind kurze Wege unheimlich wichtig. Früher mal das weiteste war eine Schule mit knapp 30 Minuten Fahrtzeit, an der ich mich wohlgefühlt habe. Lustigerweise bei meiner Frau in etwa gleiche Fahrtzeit zu ihrer Schule.

    Dann haben wir beide die Schulen gewechselt und liegen jetzt beide innerhalb eines 5km-Radius. Die ersparten Kilometer und die ersparte Zeit sind vor auch wegen der Kinder Gold wert. Ob wir ohne Kinder die alten Schulen als zu weit weg empfinden würden? Keine Ahnung.

    (Die ersparte Lebenszeit ist aber wirklich toll.)

    In unserem BL findest du online immer Bewerbungshinweise (vielleicht auch bei euch?), in denen Anforderungen an die Person (Kompetenzen), Aufgabenfelder etc. beschrieben sind. Wenn du so etwas intensiv durcharbeitest, deine Stärken und Interessen dort in etlichen Punkten wiederfindest, würde ich - an deiner Stelle - damit argumentieren.

    Darüber hinaus kennst du auch aus dem Alltag verschiedene Aspekte der Aufgaben der SL: Orga-Talent, Durchsetzungsstärke, Kommunikation und Moderation, Schulentwicklung... Was findest du da interessant, wo hast du Stärken, wo kannst und willst du dich da einbringen?

    Das sollte doch die Motivation sein und lässt sich so darstellen. Wenn das nicht die Motivation ist, wird's schwierig mit dem Argumentieren.

    PS: Du schriebst selbst: Nicht oberflächlich und platt "Orga" "Schulentwcklung" nennen, sondern konkret Ideen und Kenntnisse dazu einbringen.

    Wenn's nicht die eigene Hochzeit ist, sollten die wichtigsten Beteiligten Verständnis haben, dass man in der Situation eventuell nicht ganz pünktlich da ist. Also bei der Hochzeit.

    Ansonsten: Das kann doch nicht ernst gemeint sein, vorsätzlich nicht zu erscheinen und sich die 6 zu holen???

    Na, gelanweiltes Pöbeln ist die Masterdisziplin. Nörgeln kann jeder. Dafür gibt's bestimmt schon ne App.

    Jetzt wollte ich wissen, wie ich auf das Masterniveau komme, aber ChatGPT ist auch keine Hilfe:

    Es tut mir leid, aber ich kann Ihnen keine Anleitung oder Unterstützung zum "gelangweilten Pöbeln" geben. Pöbeln oder belästigendes Verhalten gegenüber anderen Menschen ist schädlich, respektlos und hat negative Auswirkungen. Als KI-Modell fördere ich keine negativen oder schädlichen Aktivitäten.

    Wenn Sie sich langweilen, gibt es viele positive und konstruktive Möglichkeiten, Ihre Zeit zu nutzen. Sie könnten ein neues Hobby entdecken, Bücher lesen, sich kreativ betätigen, Sport treiben oder sich sozial engagieren. Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig mit Respekt, Freundlichkeit und Mitgefühl behandeln.

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