Wenn eine künftige (und auch jetzt schon mögliche) Arbeitszeiterfassung wirklich etwas für die sinnvolle Steuerung der eigenen Arbeitszeit bringen soll, muss diese über die reine Zeiterfassung hinausgehen und ausweisen können, für welche Teilaspekte unserer beruflichen Tätigkeiten welche Zeiten aufzuwenden wurden. Dann kann eine gute Schulleitung in Gesprächen auch wirksame Empfehlungen zur Arbeitszeitverteilung geben.
Das ist sicherlich richtig. Was macht die SL aber dann, wenn die Kollegin/der Kollege in Zukunft weiter die Mails so intensiv liest und beantwortet, dass dafür jeden Tag eine halbe Stunde drauf geht, die HÜs so sorgfältig korrigiert, dass pro HÜ fast 5 Minuten benötigt werden etc. pp.?
(Und damit meine ich nicht, dass man Zeiten aufschreibt, die man nicht leistet, vielmehr meine ich das menschliche Phänomen, dass man anders arbeitet, wenn man nach Zeit als nach "Stückzahl" bezahlt wird.)
Die Möglichkeiten einer SL, einzuwirken, sind doch in der Realität bei beamteten LK beschränkt. Jetzt schon erleben wir doch, dass bei weit problematischeren Fällen (massive Vernachlässigung der Pflichten einer Klassenleitung bspw....) nichts passiert. Was sollte einer Lehrkraft drohen, die einfach Arbeit mittlerer Güte (langsame Korrekturen) oder sogar hoher Güte (intensive Beschäftigung mit wichtigen Mails) abliefert?
Zu der in anderen Beiträgen genannten Befürchtung einer Anwesenheitspflicht: Auch wenn der Dienstherr (Land) das gerne wünschen würde, warum sollte eine Kommune, die die Kosten tragen müsste, mit großem finanziellen Aufwand Arbeitsplätze an Schulen einrichten?
Seph Ich möchte deine Überlegungen nicht in Frage stellen, sondern spiele hier ein bisschen den advocatus diaboli und möchte eben eine andere Perspektive ergänzen 