Ich persönlich vermute, dass das am Ende zwei verschiedene Baustellen sind.
Das eine ist die allgemeine Arbeitszeiterfassung. Da wird sich der Dienstherr das einfach machen und sagen, teilen sie die Aufgaben so auf, dass das passt.
Das ist durchaus spannend, wie das vom Dienstherrn aus geregelt sein soll. Wann schreitet der Dienstherr ein? Bei einer täglichen Überschreitung der Zeit? Dann kann er/sie aber Korrekturen in Prüfungsphasen gleich unterbinden. Bei einer wöchentlichen Überschreitung? Nach einem Monat? Ich kenne Arbeitszeiterfassung so, dass durch das Erfassen zunächst Arbeitszeit aufs Konto fließt. Wenn der Dienstherr mir dann mitteilt, dass ich in Zeitraum X zu viel gearbeitet habe und jetzt mal das Maß reduzieren soll, dann werden interessante Konstellationen eintreten. Welche meiner Pflichten soll ich dann bitte vernachlässigen? Das würde durchaus spannend werden (wobei ich hier betone: Als VZler hätte ich in der Jahressumme sicher eine schwarze Null, aber gerade bei den TZ-KuK wäre die Erfassung hilfreich.)
edit: Wenn die SL darauf besteht, an jedem Tag, an dem die AZ überschritten wird, Überzeit zu beantragen, dann kann das - wirklich - lustig werden. Dann stelle ich nachmittags um 17 Uhr den Antrag, Mehrarbeit leisten zu dürfen, weil ich sonst den Unterricht am nächsten Tag nicht mehr vorbereiten kann
Und ein solches System - bei dem das Stellen der Anträge natürlich auch in die AZ fällt und einen wunderbaren Verwaltungsaufwand produziert, wäre ja herrlich absurd. Also realistisch betrachtet: Der Dienstherr wird Überzeit kaum per ordre du mufti so einfach wegbefehlen können.
Das zweite ist die Aussage, dass wir generell zu viel arbeiten. Aus meiner Sicht kommt man da nur mit Druck und/oder Gerichte weiter. Die Gewerkschaften müssen sich Leute nehmen und dann mit einzelnen Klagen.
Und da denke ich dennoch, dass die AZ-Erfassung ein scharfes Schwert wäre, um dies nachzuweisen.
Und Druck könnte man erzeugen, indem man zusammenarbeitet. In Nds haben die Gymnasien mal alle Klassenfahrten boykottiert, weil sie eine Stunde länger arbeiten sollten. So stelle ich mir das auch vor. Erstmal gemeinsame Überlastungsanzeige und dann gemeinsam mit der Gewerkschaft prüfen, was man weglassen kann, um auf eine passende Arbeitszeit zu kommen. Keine Ausflüge, kleine Klassenfahrten, ... Wenn da alle mitziehen und die Begründung öffentlich deutlich wird, könnte da viel mehr passieren. Aber zu viele Lehrkräfte sind mit dem Status quo zufrieden.
Wie wir zuletzt bei den KuK in Wiesbaden gesehen haben: Dort wurden massenhaft Überlastungsanzeigen gestellt. Das Ergebnis war, dass individuell Druck ausgeübt wurde und dass insbesondere die strukturellen Ursachen geleugnet und die Überlastungen auf eine schulindividuelle Ebene heruntergebrochen wurden, wo die Probleme eben nicht gelöst werden können.