Beiträge von treasure

    Es gibt übrigens tatsächlich einen Grund bei mir, Schokolade nicht anzunehmen, egal, wie wenig sie kostet.

    Wenn ich merke, dass der Schüler oder die Schülerin sie taktisch verschenkt. Also wirklich schenkt, um sich einen Vorteil verschaffen zu wollen.

    Ich hatte einen Schüler, dem ich eine sehr schlechte mündliche Note geben musste, weil er sich wirklich nur meldete, wenn er "kann ich aufs Klo?" fragen wollte. Ich hatte ihm das auch erklärt, dass es wichtig ist, dass er sich traut und ihn auch immer wieder angesprochen. Aber er sumpfte vor sich hin. Dann gab es irgendwann Geburtstagschoki von ihm für die ganze Klasse, auch für mich. Ich freute mich total und sagte, dass ich die Schoki mag und habe mit der Klasse eine Runde Süßes genossen.

    Am nächsten Tag kam er wieder mit einem Stück für mich an. Nach meinem zwinkernden "du...die Note wird durch Schoki leider nicht besser, nur dadurch, dass du etwas zum Thema sagst", verschwand die Schoki sehr schnell wieder in seiner Tasche - und der "mist-erwischt"-Ausdruck in seinem Gesicht sprach Bände. :D

    Übrigens würde bei uns in der Schule keine Lehrkraft Einzel-Geschenke im Wert von 10 Euro annehmen. Da geht es eher so um Gruppengeschenke oder Geschenke vor den Ferien oder sowas. Ausnahme: Abschied.

    Aber ich glaube, das hat doch jeder ganz gut im Gespür, was so geht und was nicht.

    Daher auch meine Überlegung, welche Ängste, etwas falsch zu machen, da mitspielen, dass man sich bei einem Schokoriegel so unsicher ist.

    Also...ich schnabuliere begeistert alle Geburtstagstütchen weg, die ich kriege. :D

    Bei uns gilt so die ungeschriebene Regel: Alles bis 10 Euro ist ok, was so Weihnachtsgeschenkchen angeht. Da sind Schülereltern nämlich manchmal echt krass. Mein höchstes (das ich natürlich nicht annahm), war ein Massagegutschein zum Wohlfühlen für eineinhalb Stunden mit Nachbehandlung für 95 Euro. Sowas geht dann echt nicht, logisch, aber nen Schokoriegel...da würde ich mich einfach freuen, dass der Schüler auch an dich gedacht hat oder es für wert hielt, dir einen abzugeben. Ein schönes Zeichen - und er hat ja nicht nur dir was mitgebracht, sondern das war für alle und du warst Nutznießer(in?) davon.

    Genießen und nicht da auch schon Probleme vorausahnen. :)

    Mir ist auch gerade noch etwas aufgefallen:

    Hier haben ja die, die recht viele Beiträge haben, den Untertitel "Erleuchteter". Logisch, das Forum gendert nicht, wie auch. Trotzdem hab ich eigentlich alle im Kopf männlich gesetzt und war dann überrascht, dass einige weiblich sind. :D Nicht wertend, nicht schlimm, aber so passiert. Es geschieht also einfach so, egal, wie man drauf ist, durchaus.

    Natürlich ist man selbst schuld daran, wenn man meint, vom generischen Maskulinum ausgeschlossen zu werden. Sorry, aber die Fähigkeit, zu reflektieren, was man erlebt und nicht einfach nur seine akuten Emotionen als Nachweis der einzigen Wahrheit anzunehmen, ist eine Grundfunktion des Menschen, die durch Bildung eigentlich gefördert werden sollte. Wie hilfreich es ist, wenn leicht beeinflussbare Emotionen das Maß der Dinge sind, zeigt sich immer wieder. Und es führt einfach zu nichts.

    Ich möchte dies gerne nochmals aufgreifen, gerade weil wir theoretisch beide kein Problem mit dem generischen Maskulinum haben, aber unsere weiteren Ansätze unterschiedlich sind - übrigens ohne Zeigefinger oder "meine Ansicht ist besser", sondern einfach nur, weil ich anders weiterdenke und finde, dass beide Ansätze daseinsberechtigt sind.

    Dieses "ihr wisst doch, dass ihr mit gemeint seid" - kann man sagen, ja. Wie gesagt, mir reicht das auch, obwohl ich Frau bin. Aber ich bin da generell nicht so, mir macht sowas nix. Ich kann aber akzeptieren, dass andere so sind und es anderen etwas macht, zumal wir, im Gegensatz zum Englischen, halt ein er/sie/es haben. Natürlich kann man das alles als feministische Strömung abtun, abwinken und es in die Richtung der wahrheitsfindenden Emotionen schicken. Man kann denen, die um Gleichstellung bemüht sind, aber auch zuspielen. Wir sind es nicht gewohnt - aber früher war Mann es auch nicht gewohnt, dass in der Klinik eine Frau in weißem Kittel mit rumspaziert, oder Frauen zur Wahlurne schreiten oder Hosen trugen oder was auch immer. Was gab es da für Proteste. Don't change a running system! Ja...aber für viele "runnt" es eben nicht. Und es mag anstrengend sein, sich da zu bewegen, aber ich frage mich halt, ob es nicht trotzdem möglich sein DARF, nicht nur "mit gemeint zu sein", sondern klar angesprochen.

    Aus der Historie heraus, auch, wie sich die Rolle der Frau entwickelt hat, ist eigentlich schon ersichtlich, dass das generische Maskulinum sehr wohl ausschließend sein kann - und früher durchaus auch war, denn viele Berufe waren männerdominiert oder komplett nur männlich besetzt. Zum Beispiel war ein Ärzte-Kongress früher ein Kongress, in dem eine Frau höchstens Kaffee gebracht hat. Leider habe ich gerade die Quelle nicht zur Hand, in der über Studien berichtet wurde, die klar aufzeigen, dass Menschen bei maskulinen Beschreibungen auch an Männer denken - und eben nicht an alle. Bei "Professoren" oder "Sportlern" habe ich zB auch eher Männer als Bild im Kopf. Das passiert einfach so aus der Prägung heraus.

    Ich kann also nachvollziehen, dass man, will man wirkliche Gleichstellung, bei der Sprache nicht Halt macht, auch wenn's mir tatsächlich Wumpe ist. Wenn wir eine "Fotografentruppe" sind (und ich, weil männerdominiert, mal wieder die einzige Frau bin), dann schreie ich nicht auf. Ich kann aber verstehen, dass andere da mehr Sichtbarkeit möchten - gerade auch aus dieser historisch bedingten Unsichtbarkeit heraus. Für viele gehört das einfach zusammen.

    Ich möchte mal die Frage aufwerfen, ob das Thema Gendern überhaupt von Männern (solchen, die sich als Männer verstehen) überhaupt mitdiskutiert werden darf...
    Ich als weiße Frau definiere auch nicht das Thema rassistische Diskriminierung, weil ich da einfach nicht mitreden kann.

    Ich habe mal bewusst nicht weiter gelesen.

    DOCH. Jeder und jede DARF. Das ist ja das Schöne und Gute an der Meinungsfreiheit und sollte unbedingt bewahrt bleiben, auch wenn vielleicht nicht jeder Kommentar einem schmeckt oder man sogar welche für absolut unterirdisch falsch hält, für provokativ für...was auch immer.

    Es ist erlaubt und in meinen Augen sogar hoch erwünscht, egal, wie unangenehm es sein kann. Ich muss mich ja, wenn die Kraft fehlt, nicht mit jedem Beitrag auseinandersetzen und mit jeder Meinung, das ist ja meine Freiheit. Aber reden/sich äußern dürfen ALLE.

    (Was in meinen Augen immer die etwas lächerlich macht, die sagen: "Man darf hier in Deutschland üüüberhaupt nichts mehr sagen!!" - Schwachsinn. Geh mal in andere Länder. Hier DARF man es sagen. Und zwar einiges. Aber anderes Thema.)

    Es gibt natürlich Themen, wie jetzt Rassismus, die emotional hochgeladen sind und bei denen es schwierig ist, auf eine Weise mit zu diskutieren, die dem Thema gut tut und nirgends gegenwämmst. Aber erlaubt ist das - und der Satz "aber du als Weiße, sorry, du kannst NULL mitreden!" ist auch rassistisch. Alles das, was eine Gruppe von Menschen generalisierend in einen Topf wirft, egal von wem und in welcher Weise, ist schon rassistisch, auch wenn vieles harmlos oder lieb gemeint ist. Aber auch wieder anderes Thema.

    Wenn hier Männer mitdiskutieren, die Gegen-Meinung vertreten, dann sollen sie genau das tun dürfen, denn so kann man voneinander lernen und/oder auch seine eigenen Ansätze hinterfragen und anschließend stärken. Ich muss manche hier nicht lieben für das, was sie sagen. Und die mich auch nicht. :D Aber es sagen zu DÜRFEN ist unser Privileg. Mit allem, das dazugehört.

    Meine Güte.

    Ich sag sicher öfter "die von euch, die..." oder "wer ist denn schon fertig? Dann kannst du..." oder was auch immer.

    Aber WENN ich "Schüler" nutze, dann IMMER mit beiden Endungen.

    Egal, ob im Klassenraum, oder bei Kolleg*innen, ob in Konferenzen oder wo auch immer. Ich sage nie nur "Schüler" und ich sage nicht "Schüler:innen" mit diesem Moment Pause, das fühlt sich beim Sprechen komisch an. Darum ging es.

    Nu kann sich hoffentlich über diesen Punkt beruhigt werden, er hat doch nun wirklich nix mit dem Thema zu tun.

    Ich finde es völlig in Ordnung, dass es beide Meinungen gibt. Die, die sagen: "Ohmann, das ist doch nun wirklich NICHT nötig." und die, die sagen: "Doch, ist es." Beide Seiten haben ja ihre Wahrnehmungen. Wie gesagt, für mich bräuchte es das auch nicht.

    ABER: Wie wäre es denn mit dem Prinzip der niedrigeren Toleranzschwelle?

    Tut es denen mehr weh, sich da etwas Mühe zu geben oder denen, die merken "ich fühle mich da ausgegrenzt"?

    Muss es dann heißen "deal with it!!" oder kann man dem nicht einfach nachgeben, statt Prinzipienreiterei bis ins hohe Maß durchzuhalten, egal, wie verständlich es für deren Wahrnehmung ist?

    Es gibt viele Menschen (manche Männer durchaus, viele Frauen, Menschen mit nicht klar definiertem männlichen oder weiblichen Geschlecht), die merken, dass ihnen das nicht gut tut. Ist es also wirklich so schlimm, dahingehend einfach zu sagen: "Ok, wenn's hilft..."?

    Warum also nicht denen, die es wirklich stört und einengt, etwas geben, das ihnen besser tut, ohne dass es uns schlimm dabei geht?

    Es wurde hier gesagt, dass es respektslos sei, wenn ich vor Schülern und Schülerinnen "Schüler und Schülerinnen" gebrauche. Kann man als Meinung haben, kann ich auch drüber nachdenken - mache ich auch.

    Aber: dann gehen wir doch dem Punkt Respektslosigkeit auch dahingehend weiter, dass einige, die mir das vorwerfen, beim Gendern aber klare Ablehnung zeigen. Warum also nicht auch da empathisch sein? Warum ist es so wichtig, da dagegen zu halten?

    Kommt doch auf den Satz an. "Die Schüler, die schon fertig sind, nehmen sich nen Keks" oder "die Schülerinnen, die in der Fensterreihe sitzen, holen sich zuerst einen Malkasten".

    DANKE. EXAKT so. Hat nichts mit Distanz, nichts mit "über sie sprechen" zu tun, sondern einfach genau SO.

    EDIT: oder wenn ich "liebe Schülerinnen und Schüler der Klasse..." sagen muss bei irgendeinem Anlass oder was auch immer.

    Diesen Singular, dieses "du machst dies und du machst das", wenn eine ganze Gruppe gemeint ist, damit kann ICH mich zum Beispiel nicht anfreunden. Ich sage dann immer "ihr", auch wenn viele Kolleg*innen das anders machen.

    Insgesamt bin ich immer wieder verwundert, wie eine Diskussion andauernd abdriftet, weil persönliche Ebenen und völliges Offtopic dazu kommen. Hier gehts doch ums Gendern und um die Nutzung von mehr als dem männlichen Gender - und die Meinungen dazu, die ja konträr sein dürfen (!), das ist völlig ok. Aber ich weiß nicht, wie oft ich hier jetzt schon persönliche Ebenen gelesen habe, die null mit dem Thema zu tun hatten. Ich fände da eine fruchtbare Diskussion schöner - und zwar mit ALLEN Meinungen, weil Meinungsfreiheit, aber ohne diese dauernden Seitenzweige, die nur Energie ziehen.

    Die, die mich jetzt fragen "warum machst du das so und nicht anders"...ja, kann man fragen, muss man aber nicht. Es ging hier nicht um Lerngruppen, nicht um direkte Ansprachen etc. Ich habe zu meinen Schülern und Schülerinnen eine sehr enge und innige Verbindung und trotzdem gebrauche ich das manchmal, ohne dabei antiquiert zu sein. zB im Chor mit dreistelliger Schülerzahl.

    Jeder und jede macht es so, wie sie/er das gut und richtig findet. Ich nutze diese Beschreibungen manchmal, egal, wo, ohne mich hier dafür zu rechtfertigen. Würde es sich seltsam oder komisch für meine Kids und Kollegen anfühlen, würde ich es individuell ändern. Zudem hilft es dem Thema nicht, wenn es sich weit verzweigt.

    Das mag ja bei dir so sein. :) Ist doch auch voll ok.

    Bei mir ist es zB so, dass ich sage "die Schülerinnen und Schüler, die .... machen bitte jetzt dasunddas, die Schülerinnen und Schüler, die...machen bitte zuerst dasunddas", sowas kommt öfter in meinen Fächern vor. Klar sage ich auch mal "die Kids" oder "diejenigen" oder was auch immer, aber ich nutze es schon öfter, auch im Kollegium.

    @ Schmidt: Nein, weil "Chemiker" das männliche Wort ist.

    Wenn man das mal umdreht und es würden nun alle "Chemikerinnen" (ist ja egal, welches Geschlecht generalisierend für alles genannt ist), das klingt in aller Ohren total merkwürdig und ich kenne keinen Mann (bisher), der sagt: "Ok, kein Problem, wenn nun "Chemikerin" das Generalwort ist, lautet mein Abschluss halt "Chemikerin". Es würde ziemliche Proteste geben.

    Und genau da sehe ich diesen Achtsamkeitspunkt. Nur weil etwas gewohnt ist, muss das nicht heißen, dass es gut ist und ewig so weiterlaufen kann/sollte.

    Die Frage wäre also, wie man diesen Punkt berücksichtigt bekommt, ohne totales Wirrwarr zu veranstalten und alles wild zu verkomplizieren. Dann wären die Fronten vielleicht auch nicht mehr so hart.

    Klar, man kann immer sagen "stell dich nicht so an!". Das geht wirklich immer. Aber genauso gut könnte es eine offene Kommunikation darüber geben, wie diese Herausforderung denn gemeistert werden könnte, ohne dass es lächerlich ist.

    Einen Punkt habe ich oben vergessen:

    WIE diese Achtsamkeit erfolgt, steckt halt noch in den Kinderschuhen. Daher wird sich auch so oft lustig drüber gemacht. Und manches ist auch einfach too much.

    Schriftlich ist es einfacher als verbal, es bräuchte halt ernstzunehmende Möglichkeiten, da ist noch Optimierungsbedarf. Ich persönlich habe auch immer wieder überlegt, ob das wirklich eine Zeitersparnis ist, Kolleg*innen zu sprechen (mit dem Glottisschlag in der Stimme) oder halt einfach Kolleginnen und Kollegen zu sagen, was ne Nanosekunde länger dauert. Ich sage im Unterricht immer Schülerinnen und Schüler und manchmal auch anders rum, wie ich es gerade so sage, wie es gerade rauskommt.

    Und natürlich kann man immer argumentieren "habt ihr keine anderen Probleme??" Aber dies kann man immer. Es gibt immer eine Schippe mehr, mit "unterschwelliger" Begründung, weshalb man die Schippe weniger nicht angehen sollte.

    "Warum bitte engagierst du dich im Tierschutz??? Hier und überall werden Kinder geschlagen, gibt es Gewalt in Familien! Tu doch erst mal DA was!"

    "Solange die in Afrika hungern, ist es doch Quatsch, hier in Deutschland zu spenden! Die haben es hier IMMER noch besser!"

    "Solange es global Kriege gibt, ist es doch völliger Quatsch, sich mit unwichtigen internen Dingen rumzuschlagen!"

    Und so weiter.

    So entsteht Stillstand.

    An der Stelle kommen halt die rechten Ideologien zum Tragen, die in der Abkehr von traditionellen Familien- und Geschlechterrollen Machtverluste befürchten. Deshalb geht es nur oberflächlich um angeblichen Schutz von Sprache etc. Für betroffene Schüler*innen/Menschen macht es sehr wohl einen Unterschied, ob man geschlechtergerecht adressiert. Es zeigt Menschen, dass sie explizit wertgeschätzt werden und das ist -besonders in Zeiten eines europaweiten Rechtsrucks mit entsprechenden, damit einhergehenden existentiellen Bedrohungen- ein Signal, dass ich Menschen gerne gebe, um ihnen meine Solidarität zuzusichern und um deutlich zu machen, dass ich zumindest bemüht bin, Menschen möglichst nicht zu verletzen oder zu diskriminieren.

    Ich danke dir für diesen Beitrag.

    Meinem Empfinden nach ist es einfach eine Sache der Übung und des gut überlegten Einbaus (in zu lesende Texte zB).

    Wir sind es einfach gewohnt, die nur männlichen Beschreibungen zu nutzen - aber wenn meine Partnerin dann zB einen Abschluss macht und eine Urkunde erhält, in der sie zum männlichen Abschließenden gemacht wird...nunja. Nicht angenehm für sie.

    Durch meine Orientierung bin ich natürlich der queeren Szene auch näher, auch wenn ich selbst nicht aktiv dort bin. Es ist eine Gratwanderung zwischen "ok, jetzt wird's zu dolle" und der bewussten oder unbewussten Zurückweisung des Befindens anderer Menschen. Wenn zum Beispiel ein nonbinärer Mensch (mehr männliche Anteile als weibliche, aber dennoch biologisch Frau) mich total eingeschüchtert fragt, ob er_sie denn zu einem Stammtisch kommen dürfe, der sich selbst eher als Frauenstammtisch tituliert...nunja, dann fängt man an nachzudenken.

    Hier soll es auch nicht um Übertreibungen und um ein auf-die-Spitze-treiben gehen, zB aus "man" ein "mensch" zu machen oder sonstwas, was eh Quark ist, sondern um eine gemeinsame Basis.

    Ich selbst sehe und sah das schon immer gelassen. Für mich persönlich müsste sich nichts ändern, ich fühle mich als Frau, ganz egal, ob ich im Satz mit Sternchen oder Doppelpunkt mit angesprochen werde oder nicht. Aber ich bin nunmal nicht ALLEINE. Es gibt sehr viele Menschen, denen diese Mitansprache einfach gut tut - und ich sehe das als Zeichen des Respekts, diese Bedürfnisse und Empfindungen nicht einfach wegzuwischen, sondern achtsam damit umzugehen.

    Und ganz ehrlich: es ist doch nun wirklich nur ein kleiner Zipfel mehr an Aufmerksamkeit nötig und könnte bald Usus sein, wenn sich alle nur ein kleines empathisches Bisschen zugewandte Mühe geben. :) Ganz egal, ob man davon überzeugt ist oder nicht.

    Heute freue ich mich einfach mal über meine Eltern.

    Unterstützend, aufmerksam, manchmal fast aufopfernd für ihr Kind/ihre Kinder...es ist schön, sie noch zu haben und regelmäßig sehen zu können.

    Die letzten zwei Wochen hat meine Mutter mir lauter Kinderlieblingsgerichte gekocht. Täglich. Und mein Vater hat sie gebracht. "Für die Seele" hat meine Mama gesagt.

    Süß einfach. Freu mich mich immer wieder drüber - und bin dankbar.

    Du hast mein Mitgefühl. Es ist sicher nicht einfach, dann den Kopf oben zu behalten.

    Und natürlich, es GIBT auch diese Seite. Es geht auch noch fieser, wenn es zB Animositäten gibt oder sowas.

    Einer meiner Profs wollte stellvertretender Direktor werden und wurde es mit null Stimmen nicht. Somit wusste er: auch die Studentenschaft hat nicht für ihn gestimmt. Gar niemand. Das haben wir alle zu spüren bekommen. Wir bekamen in den Prüfungen alle Themen, die er perfekt konnte und wurden dann wie Weihnachtsgänse ausgenommen. War super. Glücklicherweise war das nur eine völlig unwichtige Unternote. Oder Dozenten, mit denen man nicht ausgehen wollte/auf deren Avancen man mit ner hochgezogenen Augenbraue reagiert hat und die dann kalt lächelnd in den Prüfungen solche Fiesheiten geprüft haben, dass die Mitprüfer sagten "nun LASS das Mädel doch mal...". Gibts alles.

    Und natürlich auch Menschen, die der Meinung sind, man sollte doch gerne in der Prüfung Unmenschliches leisten.

    Trotzdem würde ich sagen, dass die meisten Fälle wirklich berechtigte Fälle sind und einige sich selbst auch einfach nicht wirklich gut einschätzen.

    Kollegin schnappen, (jemanden vom Personalrat dazu schnappen) und Gespräch führen.

    Natürlich kann es sein, dass noch nicht alles so perfekt rund läuft und du zu umfangreich planst, das gehört in die Anfänge mit hinein und legt sich ja auch mit der Erfahrung. Aber jemanden VOR einer Klasse herunterzuputzen und damit die Autorität komplett zu demontieren, das geht GAR nicht, das würde ich mir allerdringlichstens verbitten. Kritik ja, aber im richtigen Rahmen und in der richtigen Kommunikation.

    Klar, auch andere KuK haben mal schlechte Tage und es geht ihnen nicht so gut, es kann auch mal sein, dass sie einen anranzen (und sich manchmal hinterher entschuldigen), aber vor einer Klasse? NO.

    Das Gespräch kann dann die beiden Ebenen rausfeilen: 1. Du bist kritikfähig und die Kritik darf kommen, gerade weil du noch Erfahrungen sammelst. 2. Das WIE ist entscheidend.

    Natürlich ist es immer gut, bei sich selbst zu gucken und zu schauen, was noch besser geht (gerade Struktur ist wirklich sehr wichtig), aber die andere Seite muss auch in der Lage sein, in einer Weise zu kommunizieren, dass eine offene Ebene auf Augenhöhe gehalten werden kann.

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