Beiträge von treasure

    Das mit den Kindern kenne ich auch.

    "Frau L. hast du Kinder?"

    "Nein."

    Völlig entsetzte Gesichter in der Regel.

    Einmal stand eine Schülerin auf, kam zu mir, tätschelte mir die Schulter und sagte:

    "Das wird noch."

    Ich hab es nicht über mich gebracht, ihr diesen Zahn zu ziehen, also brav und tapfer genickt. :D

    Wenn ich hier so lese und dick in mich hinein grinse (danke für den Thread!), dann fallen mir auch Situationen aus der eigenen Schulzeit ein. In der Hoffnung, dass das auch hier hinein darf:

    Wir stellen in Chemie eine hochprozentige Säure her (Chemie-VBK, Klasse 11!)und werden sehr, sehr eindringlich vor deren Gefährlichkeit gewarnt, bekommen Verhaltensmaßregeln etc. Einer meiner Mitschüler darf es mit unserer Lehrerin vorne vormachen. Er gießt Flüssigkeiten zusammen und erzählt, was er da so macht, Lehrerin ist zufrieden, Klasse beeindruckt, weil er es gut macht.

    Er stellt die Säure fertig, will aus Übermut ne Show draus machen und schüttet dabei versehentlich das Zeug über seine Handflächen. Automatisch wischt er die Hände schnell an der Hose ab... Und die Klasse bekommt eine Explosion mit - der Lehrerin! Diese zieht unseren Mitschüler in den Nebenraum, unter lautem Schreien (ich hab sie nie wieder so schimpfen hören) und kurz danach kommt unser Mitschüler in Boxershorts, mit dick "eingecremten" Händen (keine Ahnung, was das war) zurück, während unsere Lehrerfurie, nachdem sie den Notarzt gerufen hat, uns die Jeans von ihm hochhält, von der an den Oberschenkeln nicht mehr so richtig viel übrig ist...

    Damals haben wir uns nicht mehr eingekriegt, das war Monatsgespräch und wir haben wochenlang gelacht. Heute denke ich mit starkem Mitgefühl an meine damals sehr junge Kollegin, denn das war haarscharf. Allerdings nutzt sie diese Story heute noch als Anekdote und während sie noch arbeitete, immer als Warnung, bevor sie mit der Unterrichtseinheit begann. ;)

    Nach Jahren im Beruf ist das Beschriebene für mich nicht mehr lustig, sondern einfach komplett normaler Alltag. ;)

    Aber ist das dann nicht eher zu bedauern? Ist es nicht eigentlich schön, wenn man sich darüber auch noch nach vielen Jahren ausschütten kann?

    Ich muss sehr oft lachen und mache auch selbst viele Witze aus der Situation heraus, dass es für die Kids lustig ist. Sobald die Kinder verinnerlicht haben, dass das kein Zeichen für eine Schulstunde Anarchie ist, klappt das auch gut. Wir haben schon Tränen gelacht im Unterricht und wenn danach Stillarbeit ist und plötzlich wieder ein kleiner Rücken ob des gerade Erlebten zuckt, finde ich das enorm spaßig. :D

    ZB kann die Klasse auch durch Lustiges was lernen. Bei mir in Verkehrserziehung sind die runden, roten Schilder Noooooooo's oder Nooooowaaaays, weil sie rund sind (O) und rot (no!). Wenn eins kommt und ich frage: "darfst du dort fahren?" brüllt die ganze Klasse "Nooooowaaaay!!" und freut sich nen Ast ab. Ich finds lustig. :D

    Und auch sonst darf Kindermund immer sein, wie letztens im einen Forenspiel beschrieben. Mag sein, dass ich öfter besonders albern bin, aber mir tut es gut und den Kindern auch.

    Schönstes Beispiel der letzten Zeit:

    Eine Dritte nimmt mit mir Mozart durch und lernt, dass er schon im Alter von 4 Jahren Pianist war und konzertiert hat.

    Sitzt einer der Schüler da und hat den Mund offen:

    "WAAAAS??? Ey, mit VIER... Da hab ich noch Sand gegessen!"

    Ich brech bei sowas zusammen. :D

    Du hast doch schon die richtigen Ideen gehabt.

    Museen und Förster wären auch meine Ideen gewesen. Gerade Museen nehmen sogar ab und an gut ausgestopfte Tiere für ihre Schausammlungen, genauso wie Unis übrigens. Auch Jagdgenossenschaften können eine Anlaufstelle sein, sagt Google.

    Und selbst, wenn sie euch nicht abgenommen werden, haben diese Stellen wenigstens eine grobe Idee, was damit zu machen ist.

    Bei Google heißt es, dass es ganz normal in den Restabfall darf - ich gehe mal davon aus, dass ihr keine Elefanten oder Löwen beherbergt.

    EDIT: habe eine gute Freundin von mir gefragt, die an der Ostsee bei den Stadtwerken arbeitet. Jawoll, Restmüll. Restmüll wird bei uns verbrannt mit der höchsten Filterstufe. Daher Restabfall.

    Aber vielleicht wirklich erst mal bei Unis/Museen mit Heimatkundebereich etc. fragen, bevor man sie wegschmeißt.

    Kindermund.

    (zB: Zwei meiner Schüler unterhalten sich in dem typischen "Ey, Altaaaaa, weissuuuu???"-Style und wenden sich dann in derselben Manier an mich. Um ihnen zu verdeutlichen, dass es vielleicht nicht die richtige Schiene ist, mit MIR so zu sprechen, antworte ich ihnen in genau derselben Art und Weise.

    Aber statt sich zu wundern und zu verstehen, dass da was nicht stimmt, völlige Begeisterung:

    "Eyyyyyyyyyyy, Frau L....Bissu auch aus Serbien????")

    Lieg ich immer noch innerlich am Boden.


    Was ist bei dir unverzeihlich?

    Vieles wurde ja schon gesagt, nur noch ein Gedanke:

    Es gibt (fast) unveränderbare Fixpunkte und es gibt veränderbare flexible Punkte.

    Eure Punkte sind:

    - Kinder

    - schwierige Schulleitung des Mannes

    - Krankheit der Großeltern

    - zeitliche Kita-Veränderungen

    - Fahrwege/Fahrzeiten

    - Unvereinbarkeiten im momentanen Stundenplan

    - Stundenanzahl du/er

    Für mich gibt es nur zwei Fixpunkte und das sind die Kinder, denn ihr wollt sie mit Sicherheit behalten und die Krankheiten der Großeltern (gute Besserung!).

    Alles andere wäre für mich flexibel, denn eine schwierige Schulleitung kann man genauso umgehen wie Fahrwege/Fahrzeiten, indem man wechselt. Wenn natürlich die Schule, an der dein Mann ist, seine absolute Wunsch-Schule ist, geht dieser Punkt zu den Fixpunkten über, genauso, wenn es heißt, dass ihr das Geld dringend braucht und nicht weiter reduzieren könnt.

    Schaut also, welche Punkte für euch fix sind und an welchen geschraubt werden könnte. Vorschläge sind schon tolle gekommen.

    Bei uns haben wir viele Kolleg*innen mit kleinen Kindern, sogar ein komplettes Kollegen-Ehepaar mit zwei kleinen Kindern, die beide bei uns sind.

    Ich bekomme das mit, was das für Verrenkungen sind und spreche dir mein Mitgefühl aus. Aber auch diese Kolleg*innen nehmen alles in Anspruch, das irgendwie geht, von Konferenzbefreiung ab und an bis zu Freunden, die die Kinder einfach dann mal mitnehmen von der Kita, ältere Schüler*innen, die noch im Bekanntenkreis rumwuseln als Babysitter, das klappt hervorragend...aber insgesamt gucken halt alle, dass die Stundenanzahl so ist, dass sie das wuppen können und die Fahrwege erträglich.

    Insgesamt wäre eine Lösung (Lösung des Problems, Lösung von Gewohntem) recht zeitnah gut, wenn ihr schon merkt, wie sehr das euer Miteinander belastet.

    Ich wünsche euch einen erfolgreichen Weg!

    Oh, erste Konzerte sind etwas Tolles! Wie schön, dass du mit der Flöte etwas hast, das dir Ausgleich und Spaß bietet!

    Da lacht mein Musikerherz. ;)


    Ich freue mich darüber, dass eine kreative Anwandlung geklappt hat und schön aussieht. =)

    (In meiner Küche musste ein Wandregal weichen, da es nicht mehr stabil war - und über die riesigen Bohrlöcher habe ich kleine Leinwände mit "Ein-Strich-Motiven" gehängt). Die Küche hat dadurch ein völlig neues Gesicht - ich mag es.

    Gibt es bei euch Ferienspiele? Bei uns sind das wochenweise wirklich voll geplante Zeiten für Kids. Da ist alles dabei, was es gibt.

    Rechtzeitig für ein Praktikum in Pflegeeinrichtungen bewerben?

    ABER - und das finde ich fast wichtiger:

    Bewusst Dinge für DICH tun. Ok, du bist Single und hast da Ängste, dass dir die Zeit mit dir alleine lang wird. Aber vielleicht schaffst du es, nicht nur in den Ablenkungsmodus zu gehen, sondern auch ganz klar Dinge zu tun, die dir selbst gut tun. Für DICH. Mit dir. Von Sport über bewusstes Verleben freier Zeit? Vielleicht gibt es ja auch Freunde, die du lange nicht mehr gesehen hast oder das Schwimmbad hat ein Becken, das dich immer mal wieder einlädt? Oder mal Waldbaden...also bewusst durch den Wald gehen und das so richtig genießen? Ich bin zwar kein Single, aber ich hole mir bewusst gerne meine Allein-Zeiten, wie meine Partnerin auch, in der wir getrennt voneinander ganz bewusst WIR sind. Und da das in Schulzeiten oft nicht so ganz möglich ist, weil zu viel Fremdeinwirkung die Eigensteuerung behindert, nutzen wir das in den Ferien ganz besonders.

    Ich unterrichte ja in unserer Schule nicht nur Klassen, ich habe auch die Schulchöre.

    Der Einserchor hat 70 Kinder, der Schulchor (Kl. 2-4) hat über 110 Kinder. Alle auf einmal, auf dem Boden sitzend, im Musiksaal, der glücklicherweise groß genug dafür ist.

    Meine Strategie führe ich anfangs gleich ein. Wenn mein Arm oben ist, geht ein Helferarm bei den Kids hoch und der Mund geht zu. Das "trainiere" ich dann spaßeshalber, indem ich die Kinder ermuntere zu plappern und wenn mein Arm hochgeht, sofort still zu sein und zu reagieren. Die Kinder lieben es, wenn sie am Anfang plappern DÜRFEN (sie machen dann allen möglichen Quark) und haben auch Spaß dran, dann zu reagieren, wenn mein Arm hoch geht. Meist übe ich es so zwei, drei Mal, dann dauert es wirklich keine zwei Sekunden, bis die Meute ruhig ist und guckt. Klar gibt es dann ein Lob und ein "meine Güte, SO kann ich aber echt mit euch arbeiten!" Zudem bedanke ich mich dann bei denen, die es schnell gesehen und schnell reagiert haben, das spornt an, ebenfalls ein Danke zu kassieren. Klappt echt gut, selbst bei den Vierten noch. Klar, es sind keine Computer und man muss es irgendwann nochmals in die Großhirnrinde meißeln, aber in der Regel geht es. Ich spreche auch NUR im Normalton, niemals laut über die Klasse drüber. Nie. Es ist total interessant, wenn ich dann leise "Danke..." zu manchen Kindern sage, andere Kinder das hören und noch schneller versuchen zu reagieren. :D

    Diese Klangstäbe finde ich enorm schrill und für meine Musikerohren nicht geeignet, kann aber verstehen, wenn man sie (oder Klangschalen) verwendet.

    Das Problem scheint hier im Streitfall zu sein, dass plattyplus stark verbittert zu sein scheint über Schüler*innen, die diesen Aufmerksamkeitsstatus ausnutzen und/oder dann große Schwierigkeiten hat, allen gerecht zu werden.

    Ich fände es schön, wenn hier getrennt werden würde zwischen einem Einzelfall, der vielleicht negative Erfahrungen beschert hat und dem generellen Vorgehen. Wichtig empfinde ich bei Inklusion, dass rechtzeitig Diagnostiken laufen und schnellstens Betreuung erfolgt, die es der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer wieder erleichtert, regulären Unterricht zu halten. Das ist erst einmal echt ne riesige Arbeit, ich sehe das bei meinen Kolleg*innen, die Inklusionskinder haben, aber wenn dann mal alles durch ist, die THAs dem Unterricht beiwohnen, ist vieles wirklich gut zu wuppen, weil man immer zu zweit in der Klasse ist.


    Wir haben zB ein Mädel in einer Klasse, das Rollstuhlfahrerin ist und gewickelt werden muss. Dieses Kind ist unglaublich helle im Kopf, voll integriert und überall mit Spaß dabei. Ja, es hat "special needs", aber ansonsten kann es völlig NORMAL dem Unterricht folgen, denn dieses Kind IST normal. Es kann nur seine Beine nicht bewegen. Das ist alles. Und so gibt es einfach viele. Sollen die nun alle darunter leiden, dass diese Inklusionsform auch ausgenutzt werden könnte? Das wäre doch unglaublich schade.

    Ich lese das hier:

    Bei den Zielen einer Klassenfahrt bestimmt also die Minderheit, das eine Kind, das Programm der Fahrt und alle anderen haben sich gefälligst anzupassen.

    Und ich halte es eben nicht für Zumutbar, daß die Mehrheit immer und immer wieder unter dem Vorwand der Inklusion alles Mögliche und Unmögliche ertragen muß. Die Mehrheit muß schon jeden einzelnen Tag im normalen Unterricht Rücksicht auf dieses eine Kind nehmen.

    Schade, dass du da so verbittert bist. Blöde Erfahrungen gemacht?

    Natürlich gibt es Fälle, in denen eine Inklusion schwierig bis unmöglich wird. Aber ich bin sehr froh, dass es in vielen Fällen mittlerweile geht und Kinder, die sich früher tatsächlich "unnormal" gefühlt hätten, was sie mitnichten sind, nur einfach anders, nun die Möglichkeit haben, an Klassenaktivitäten teilzunehmen.

    Wir haben einige Inklusionsklassen. Für die Klassenlehrer*innen durchaus anstrengend, für die Klassen allerdings lehrreich und gut. Die Klassen, die bei uns Inklusionskinder haben, zeigen ein hohes Maß an Empathie von Anfang an.

    Kann nicht so schlecht sein, das zu lernen. ;) Sicherlich, es gibt ab und an Verzicht oder Umdenken, aber was ist schlimm daran, das im Kindesalter schon zu lernen? "Wir ALLE müssen wegen der/des EINEN..." ist ein Ansatz, den ich oft in unseren Erwachsenenkreisen bemerke und mit Besorgnis sehe.

    Aus meiner Erfahrung heraus sind die Kinder in der Klasse nicht genervt, wenn es um die Inklusionskinder geht, sehen den Verzicht nicht, sondern setzen sich für die Kinder ein, helfen ihnen, stehen ihnen bei. Dies auch, weil die Klassenlehrer*innen das gut aufziehen und kommunizieren. Es ist total schön zu beobachten, wie die Kinder mit offenen Augen und offenem Herzen auf ihre Mitschüler*innen schauen, die spezielle Bedürfnisse haben, ohne sie zu isolieren (man kann nämlich auch mit ZU viel Hilfe und Besorgtheit isolieren, das fühlt sich dann ja auch nicht normal an).

    Ich hoffe, ihr findet eine Lösung, das Kind mitzunehmen, gerade, wenn es ihm wichtig ist, mitzukommen.

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