Beiträge von treasure

    Ich habe das Gefühl, dass ich grundsätzlich irgendwie zu nett bin. Ich ermahne sie zwar, wenn sie sich nicht an die Regeln halten, aber ich merke, dass sie sich mir gegenüber doch recht viel herausnehmen.

    Ich muss dabei zugeben, dass es mir sehr schwer fällt immer konsequent zu reagieren,

    Z.B. habe ich unsere Regeln zum Abschreiben da. Diese müssen Kinder abschreiben, die vermehrt reinrufen. Da ich aber wie schon erwähnt nicht immer bei jedem Mal reagiere, wird es dann insbesondere von einem Jungen (der eben auch recht intelligent ist) als unfair empfunden, wenn es ihn dann trifft - verständlicherweise.

    Bei einem anderen, sehr herausforderndem Schüler, wo ich nur Fachlehrerin bin „drohe“ ich damit die Klassenlehrerin anzurufen. Das wirkt dann, wenn ich das Handy hervorhole, aber das kann es doch auch nicht sein. Der Junge sagte schon einmal zu mir, immer erpresst du mich, dass du Frau … anrufst…

    Hey. :)

    Ich finde es sehr mutig, dass du dich hier mit deinen "Unzulänglichkeiten" der Allgemeinheit stellst. Es fordert Größe, seine Fehler einzugestehen und öffentlich um Hilfe zu bitten, das ist super. :)

    Die meisten Themen, so meine Wahrnehmung, sind selbst gebaut - und da wirst du dich wirklich am Riemen reißen müssen.

    Es ist nicht "zu nett", wenn du nett bist. Das ist doch was Schönes. Das Problem liegt in deiner Zerstreuung und deiner Inkonsequenz. Für die Kinder bist du so nicht berechenbar (=sie nehmen das dann nach ner Weile nicht mehr ernst) und mit der Drohung "Ich rufe die Klassenlehrerin an!" entautorisierst du dich selbst. Das zeigt den Kindern nämlich, dass du selbst keine Idee hast, wie du mit ihnen umgehst und dir dann Verstärkung holst. Dass die Kinder das als Erpressung verstehen, verstehe ich sogar - und dass ein Kind das ausspricht, bedeutet, dass es sein Gefühl dazu zum Ausdruck bringt. Nimm das als eine Kritik, auf die du hören solltest.

    Meine Gedanken dazu:

    Hab eine extrem gute Vorbereitung. Plane jede SEKUNDE deiner Stunden durch, egal, ob du dann alles schaffst oder nicht. Lieber etwas mehr als Leerlauf. Je mehr es Momente der Leere gibt, desto mehr fahren die Kinder hoch.

    Viele Regeln lassen sich spielerisch umsetzen. Wenn die Kinder in den Kreis kommen sollen, zB nach der Frühstückspause, zähle ich an. Ich frage sie vorher, wieviel Sekunden sie meinen zu brauchen und es ist ein Spaß zu sehen, wie die Kinder blitzschnell ihre Sachen verstauen, in den Kreis stürzen, sich setzen und mich angrinsen. Manchmal, wenn sie nur knapp verlieren würden, ziehe ich die letzte Zahl etwas in die Länge und zwinkere ihnen zu. Eigentlich lieben sie das, aber manchmal kommt auch: "Neee, Frau L., wir haben das heute NICHT geschafft!" :D Die Kids können auch verlieren. ;) Nicht immer sind alle wirklich bei Null im Kreis. In der Regel ist das nicht schlimm, weil es nur um die Gesamtbewegung geht, aber ich ermuntere die Zuspätkommer dann, das nächste Mal schneller zu sein. In anderen Klassen gibt es auch durchaus mal einen Strich, wenn ich merke, dass Kinder absichtlich trödeln, um meine Grenzen zu testen. Bei drei Strichen gibt es dann eine Sanktion, das wissen die Kinder auch. Ist aber wirklich nur in wenigen Klassen nötig.

    Bei Klassen, die mich lange haben, setze ich noch ne "Stufe 1" drauf, das bedeutet, dass sie das komplett leise machen müssen. Schaffen sie das oft genug, belohne ich sie mit einem Klassenspiel (das sie nicht einfordern dürfen, sonst kommt es nicht, sondern auf es warten müssen). Gleiches beim Gang durch das Schulhaus. Wie das mit den Stufen bei mir funktioniert, habe ich schon ein, zweimal geschrieben. Kurzform: 1. Stufe: alle laufen freiwillig leise durchs Schulhaus, ohne einen Mucks. Schaffen das Kinder nicht, lachen, kichern, reden, testen aus, schubsen oder was auch immer, sitzt die Klasse auf Stufe 2. Die bedeutet alle MÜSSEN leise sein, sonst gibt es für die, die sich nicht dran halten, eine "Ichzeit". Was das ist, erkläre ich gleich.

    Die Stufe 1 hat sogar geklappt, als ich mit 22 Kindern in den PC-Raum gegangen bin. Zum ersten Mal. Die Regeln wurden genau erklärt vorher und dann alles auf Stufe 1 gesetzt. Wir haben vorher überlegt, warum es wichtig ist, dort drüben kein Geschrei und kein Chaos zu veranstalten und haben genau besprochen, wie es gleich abgeht. Hat super funktioniert. Natürlich bleiben die Kids dann nicht ruhig, das erwarte ich aber auch nicht. Aber ich stelle fest, dass klare Regeln und klare Folgen sinnvoll sind. Einfach straight und für alle Kinder lesbar.

    Ichzeitbogen: Wenn ein Kind mehrfach über die Stränge schlägt, bekommt es einen Ich-Zeit-Bogen. Das ist ein Din A4-Blatt, auf dem die Lehrkraft einträgt, was geschehen ist und das Kind dann mit Fragen, Ankreuzen und teilweise selbst Schreiben erarbeitet, was da schief lief, was es hätte besser machen können und was es demnächst tun wird. Dieser Zettel wird von den Eltern gegengezeichnet, wenn es wiederholt auftritt, das ist von Lehrkraft zu Lehrkraft unterschiedlich. Das Abschreiben der Schulregeln ist mir zu wenig Eigenarbeit und Reflexion.

    Kinder, die oft über die Stränge schlagen, bekommen von mir erst mal eine volle Portion Dasein, Herzlichkeit, Verständnis und Nachfragen, wie sie sich fühlen, wenn das passiert und ob sie selbst sagen können, was daran stört und ärgerlich ist. Sie bekommen von mir klar gespiegelt, dass ich sie nicht verurteile, sondern mit ihnen gerne an einer Lösung arbeiten will. Das ist GRUNDSCHULE, in höheren Klassen ist sicherlich ein anderes Vorgehen notwendig. Ich stelle auch immer wieder fest, dass Lob, wenn was gut lief, wirklich hilft, die Kinder abzusichern, für einen Moment glücklich zu machen und mir näher zu bringen. Egal, ob das Reinschwätzer, Rumrenner oder sonstige Störer (und innen) sind, sie alle haben eins gemeinsam: sie bedienen ein Muster, das sie kennen. Aufmerksamkeit durch Blödsinn. Es ist ein wenig Arbeit und es braucht etwas Zeit, aber in der Regel sind Kinder, wenn sie nicht wirklich schlimmste Geschichten oder Störungen haben (wo es dann auch Diagnosen gibt) mit der Zeit besser lenkbar, auch wenn sie sicher nicht 100% still auf ihren Stühlen hocken.

    Ich stelle fest, dass wenn Kinder merken, dass die Lehrkraft gütig ist, aber straight, sie das entspannt und Sicherheit gibt. Und wenn sie merken, dass die Lehrkraft auch trennen kann zwischen ihren "Minuten" und dem, was sie gut können, gibt das ihnen ein gutes Gefühl. Ich schreibe das alles nicht, weil ich denke, Vorbild zu sein. Ich schreibe das, weil ich die Erfahrung habe, dass es funktioniert.

    Zusätzlich dazu ist eine gute Präsenz wichtig, eine Klarheit in der Sprache, das Vergessen und das innere Chaos möglichst beseitigen üben, weil das Kinder verunsichert (und es ja auch wirklich unfair ist, wenn du mal eine Sanktion vergisst und einmal nicht) und absolute Konsequenz. Das, was du sagst, gilt. Danach, was du sagst, handelst du. Immer.

    Ich werde auch mal sauer (wenn es wirklich was ist, das zum Aus-der-Haut-Fahren ist), dann sind die Kinder meist echt erschrocken und still. Dann erkläre ich ihnen sofort, dass auch Lehrkräfte mal sauer werden, dass das aber jetzt wieder vorbei ist, ich alle gleich lieb habe, wir aber über das in Ruhe reden müssen, was gerade war.

    Kinder sind nicht doof. Die wissen, was Recht und Unrecht ist, was sie falsch machen und warum man als Lehrkraft das nicht durchgehen lässt. WENN man es nicht durchgehen lässt. Ich habe die Erfahrung gemacht, wesentlich mehr Ruhe zu haben durch Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Konsquenz und die Kommunikation darüber. Vor allem, wenn die Kinder selbst entwickeln, was gerade schief lief.

    Ich kriegs nicht kürzer, sorry...hoffentlich kannst du damit was anfangen.

    Als Nächstes auf jeden Fall ein Gespräch mit Beisein der Schulleitung, die vorher dein Gedächtnisprotokoll bekommen hat.

    Ich hoffe, dir fällt wirklich noch alles ein. Wichtig: es darf NICHTS anders sein als sie es gesagt hat, dann lieber etwas weglassen, statt andere Wortwahlen zu nehmen, das kann dir dann negativ ausgelegt werden. Denn ein "hab ich so nicht gesagt!!", WENN sie es genauso gesagt hat, ist sicherer als wenn es nicht so war.

    Bleib sachlich, sage klar, wie lange die Schülerin Zeit hatte, ihre Arbeit zu vollenden und dass ein "sie macht es jetzt gerade fiebernd" nicht sachdienlich ist. Du hast dir nichts vorzuwerfen und das sollte auch so bleiben. Ich kann SO verstehen, dass das an dir nagt, gerade, wenn du sowas noch nicht erlebt hast. Aber auch hier wieder, wie in einem anderen Thread: nicht DEINE Baustelle, dass die Reaktion so erfolgt ist, sondern deren. Und sowas deckt man ja auch schnell auf. Versuche, das Einschalten des Antwaltes mit dem SL--Gesamt-Gespräch abzubiegen, da es sonst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer Einstellung kommt wegen Geringfügigkeit und du dann deine Anwaltskosten selbst tragen musst. Die kriegst du, meiner bescheidenen Annahme und Erfahrung nach, nur erstattet, wenn die Gegenseite verliert oder wenn du im Rechtsschutz bist und deine Versicherung dir die Kostenübernahme in jedem Fall abnimmt.

    Dies ist keine Rechtsberatung, sondern meine eigenen Überlegungen.

    Auf jeden Fall KRAFT für dich...und einen geraden Rücken. Hol dir Hilfe und Zeugen dazu, gerade auch, wenn schon klar ist, dass die Mutter anderweitig auffällig war.

    Das erste Schulhalbjahr als stv. SL ist nun rum und ich habe nun viele Höhen, aber auch einige Tiefen im Rahmen meiner Tätigkeit erleben dürfen.

    Als Stundenplaner habe ich jetzt eine Situation gehabt, in der ein Kollege partout nicht verstehen konnte, warum sein Stundenplan zum 2. Halbjahr so ist, wie er ist, obwohl er ja diesen oder jenen Wunsch geäußert habe (und nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten.) Meine Versuche, dies zu erläutern, trafen auf eine so hohe emotionale Betroffenheit seitens des Kollegen, dass er irgendwann wortlos mein Büro verließ. Er ging dann zum Arzt und leitete uns dann eine Krankschreibung für die nächsten fünf Wochen zu. Man mag nun einwenden, dass das eine ja nicht automatisch mit dem anderen zu tun haben müsse und man sich diesbezüglich jegliche Interpretation sparen solle. Einen schalen Beigeschmack hat das Ganze dennoch.


    Ich würde mich aber freuen, wenn die Ereignisdichte im zweiten Halbjahr etwas abnähme. Immerhin kann ich nicht behaupte, dass ich mich langweilen würde. Jeder Tag bringt dann doch immer noch etwas neues oder unerwartetes.

    Ich glaube, das Schwierige ist das Trennen in "meine Baustelle" und "seine/ihre Baustelle".

    Die Reaktion zeigt sehr klar, dass er durch deine Entscheidungen angetickt worden ist - in irgendwas, das ihn schon lange beschäftigt und festhält. Aber das sind SEINE Gefühle und seine Historie, die da durchblitzt und nicht deine. Du hast ihn nicht aktiv benachteiligt, er fühlt sich so. Und dies bestimmt nicht, weil es so ist, sondern weil er aus seinen Erinnerungen und Erfahrungen schöpft und deshalb auf diese Weise reagiert hat. Das ist ein ewiger Weg von uns Erwachsenen, die eigenen Baustellen so zu bearbeiten, dass sie nicht woanders austicken.

    Ich wünsche dir sehr, dass solche Momente selten sind und du ansonsten einfach gerne deine Arbeit machst und gerne diese Stelle besetzt. In das Neue und Unerwartete wächst man ein wenig mit rein, das sehe ich gerade an unserer Konrektorin. Sie ist jetzt seit einem Jahr bei uns, wir sind SEHR froh darüber und man merkt, dass sie immer ruhiger wird, wenn etwas Unerwartetes auf sie zukommt. Ohne wird es nicht gehen, fürchte ich...aber es wird leichter, weil mehr Erfahrung dazu kommt.

    Vielleicht ergibt sich ja irgendwann in einem ruhigen Moment nochmals ein Gespräch mit dem Kollegen über die Sache. Ich bin mir fast sicher, dass er nach den fünf Wochen auch darüber mal ein wenig nachgedacht hat. Hoffentlich.

    Ich wurde ja mal gefragt, ob ich den zweiten Weltkrieg noch erlebt habe. Sie würden mir sicher auch glauben, wenn ich von meinen Erinnerungen an die Treffen mit Ötzi erzähle.

    Mich hat mal einer gefragt, ob in meiner Kindheit die Welt noch in schwarz-weiß war. :ohh:

    Und ich wurde mal schüchtern gefragt, ob ich das mit den Dinos noch mitbekommen hätte.

    Kinder sind zeitlos.

    "Wie alt bist du denn?"

    "Schätz mal?"

    "69?"

    "Nein...!! Viel zu alt!"

    "19?"

    Da kann man gut drüber stehen.

    Trotzdem ist das "alte Oma" ja nicht harmlos gemeint, sondern schon als Provokation.

    Entweder ruhig erklären, dass man das nicht mag, oder den Spaß mitmachen. Beides sicher völlig ok. Ignorieren würde ich es nicht.

    Ich habe eine äußerlich sichtbare Krankheit und wurde drauf angesprochen von einem Kind vor der Klasse.

    Ich habe erklärt, was ich da habe, völlig ruhig und plötzlich kam aus dem "Off": "Zombie!" Die ganze Klasse erschrocken "ouhhhhhhh....:"

    Einmal ruhig durchgeatmet und das Kind einfach ne Weile still angeschaut. Es begann sich zu winden und irgendwann kam ein leises "Entschuldigung..."

    Die merken schon auch, wenn was nicht ok war. Beim Gespräch nach dem Unterricht kam raus, dass das Kind gar nicht so genau wusste, was ein Zombie ist, aber wusste, dass da irgendwas mit der Haut nicht stimmt. Manchmal klären sich solche Dinge dann auch - und Kinder sind durchaus in der Lage zu akzeptieren, dass Lehrkräfte auch Gefühle haben.

    Auch ich möchte mich eher für individuelle Momentanaufnahmen aussprechen.

    Durch meine Krebs-OP und die zT danach komplett wegbrechenden Hormone, bin ich damals von einem auf den anderen Tag in die Wechseljahre geplumpst.

    Und mir geht es in vielen Bereichen seitdem viel BESSER, nicht schlechter. Ich hatte eher im Zyklus sehr viele Probleme, Unregelmäßigkeiten, Schmerzen etc. Das ist alles vorbei und ich konnte total aufatmen.

    Andere Frauen erwischt es physisch, psychisch oder gekoppelt - da muss man einfach pro Fall drauf schauen, wie bei anderen Beeinträchtigungen auch (Krankheit, GdB bei Chronischem etc).

    Natürlich ist es gut, das nicht unter den Tisch fallen zu lassen und ich freue mich auch, dass die Wechseljahre nicht mehr so ein Totschweigthema sind, sondern gerade Frauen sich offener darüber austauschen. Aber Handlungsbedarf im Allgemeinen sehe ich persönlich da eher nicht, auch wenn mein Mitgefühl denen gilt, die unter den Wechseljahren wirklich leiden. Da bin ich mir dann aber auch sicher, dass es gute und erfolgreiche Kommunikation mit Ärzten und SL geben kann.

    Achso! :D Sorry, war irreführend.

    Nee, aber ich muss dann alle meine Kontobewegungen durchgucken, nach all den Sachen, die sich in meinen Listen ändern.

    Dabei führe ich auch eine Einnahmen-Ausgabenliste, um meine Bewegungen zu kontrollieren und da fiel das angenehm auf, dass ALLES mehr kostet, aber der ADAC nicht.

    Ich freu mich heute einfach mal über den ADAC.

    Mache gerade die Vorlagen zur Steuererklärung für meinen Steuerberater und stelle fest, dass der ADAC seit gefühlten Jahrhunderten keinerlei Preisanhebung seines Beitrags verlangt hat, obwohl alles teurer wird - UND die "gelben Engel" in meinem Fall wirklich immer und überall kompetent, freundlich und schnell geholfen haben. Da ich ein kleines Unglücksauto habe, das gerne mal Blödsinn macht und selbst ein Pechvogel bin, der schon mal seinen Kofferraumdeckel zuschmiss, feststellte, dass das Auto nun ganz zu war, nach dem Schlüssel suchte und feststellte, dass er von drinnen sanft winkte, weil er meinte, vorher aus der Tasche fallen und sich aktivieren zu müssen, habe ich den ADAC tatsächlich schon an den dümmsten Tagen und bescheuertsten Orten gebraucht (sowas wie "Sonntag, früh morgens, an einer der tiefst entlegendsten Stellen des Chiemsees" und solch Spaß) und die waren IMMER da! Ich wurde immer beruhigt, informiert und bekam das Problem fachgerecht und ohne jegliche Zuzahlungen gelöst.

    Das ist einfach toll. Und darüber hab ich mich gerade gefreut.

    Ich gebe ein paar Beispiele. 3-6 Klasse.

    ...................

    Ich kann noch weiter....es ist so mein typischer Tag.

    "Bedenken Sie, das sind alles nur arme Würstchen"

    " Dieses Kind hat ADHS, das darf man nicht vergessen "

    " Der Junge ist hoch traumatisiert. Er ist ein Scheidungskind!"

    Sind das wirklich die Antworten, die du von SL-Seite bekommst? Oder woher kommen diese Sätze?

    Denn wenn ja, läuft da einiges schief bei euch in dieser Etage.

    Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich, bei allen Erzählungen, die es hier so gibt, in einer total unrealistischen Schule arbeite...

    Natürlich gibt es auch bei uns Kinder, die über die Stränge schlagen, die vorpubertieren, die frech werden können, die aggressiv werden usw, keine Frage. Aber bei uns gibt es - und das halte ich für das Wichtigste - AB TAG 1 eine klare Linie, klare Kommunikation, klares Einteilen in "was geht/was geht nicht", Erklären der Konsequenzen etc. Alles seit vielen Jahren klar erarbeitet, mit dem kompletten Kollegium kommuniziert, neue KuK bekommen das Konzept vor Arbeitsantritt erklärt - und wenn die Lehrkräfte das durchziehen - und dazu sind sie bei uns angehalten - dann sind die Austicker wirklich gering.

    Neben Schulregeln gibt es bei uns auch sogenannte Leitsätze, die sich mit dem Kind selbst beschäftigen und es positiv bestärken.

    Beispiele:

    Jedes Kind ist anders - und das ist super so!

    Ich bin viel mehr als meine Noten!

    Ich darf sagen, wenn ich Kummer habe.

    Ich werde gehört und gesehen.

    Ich halte mich an unsere wichtigsten Regeln (faustlos, Friedensbrücke etc)

    Und so weiter.

    Wir haben zu jedem Schuljahres-Start eine Checkliste mit Themen, die jedes Jahr erneut abgehakt werden MÜSSEN, sogar schriftlich, dass wir es gemacht haben. Wir erinnern die Kinder an Umgangsformen, an die Regeln, wir klären mit ihnen, warum sie nötig sind, wir geben ihnen Hilfen mit und das jedes Jahr. Das Gute daran: Wenn Kinder in einer Schule in der ersten Klasse beginnen, sind sie die ersten zwei Wochen erst mal etwas eingeschüchtert und hören tatsächlich noch wesentlich mehr zu, bevor das Grenzentesten losgeht, es sei denn, es liegen schon Einschränkungen oder Störungen vor, das sind aber Einzelfälle. Wenn es also gelingt, den Kindern in diesen zwei Wochen die wichtigsten Regeln nicht einzuimpfen, sondern sie mit ihnen zu entwickeln, hat das, zumindest bei uns, einen wirklichen Erfolg.

    Zudem haben wir Präventionswochen, in denen wir Themen wie "Konflikte und ihre Lösungen", "Rede, statt zu schlagen.", "Respekt" und andere wichtige Dinge behandeln. Die Wiederholungen und die absolut genaue Einhaltung der Konsequenzen, gepaart mit dem freundlichen und positiven Auf-die-Kinder-Zugehen und den positiven Bestärkungen wirken bei uns. Zudem haben wir halt eine SL, die durchgreift, auch wenn wir dann manchmal mehr Arbeit haben. Die ist auch schon teilweise durch JEDE Klasse gegangen und hat eine Rede gehalten, die die Kinder beeindruckt hat oder sie steht morgens mitten im Eingangsbereich und wacht darüber, dass die Kinder nicht wie bekloppt durchs Schulgebäude laufen.

    Wir sind keine Brennpunktschule, ich glaube, da braucht es wirklich ganz spezielle Menschen, die sich dieser Aufgabe annehmen und ich ziehe alle Hüte, die ich habe, aber wir haben von Integrationsklassen bis Intensivklassen (alle nicht deutschsprechenden Kinder) mit Übersetzern, die den Lehrkräften zur Seite stehen und von jeder Lohnschicht und jeder Sozialschicht (denn Sozial und Lohn steht nicht unbedingt in Verbindung) Kinder bei uns. Kinder mit starken Bedürfnissen, Kinder, die nur gewaltvolle Sprache kennen, Kinder, denen aus jeder Pore das "bitte, liebe mich..." dringt... und durch diese bestimmte Art der Einbindung aller Kinderseelen in eine klare Ordnung, die sie gut umreißen können, beruhigt sich vieles schon im Voraus.

    Auch wir haben Kinder, die ohne Impulskontrolle sind und plötzlich mit LALALA von ihrem Stuhl aufspringen, weil sie gerade nicht mehr können, ADHS oder nicht, oder minutenlang mit dem Kopf auf die Tischplatte donnern, weil sie Frust haben. Aber aus irgendeinem Grund helfen diese ganzen Gespräche in der Klasse, weil es dann nämlich nicht nur der blöde Lehrer ist, der das richten muss, sondern mal eine sanfte Hand von einem Mitschüler oder einer Mitschülerin kommt mit einem "wollen wir mal zusammen gucken?" oder ein Kind, das sich wirklich unglaublich daneben benimmt, dann von der Klasse völlig irritierte Blicke kriegt und ein gezischtes "ey...setz dich, lass das, das nervt mich!" Zudem haben wir eine gute Ubuskraft, die wirklich immer, wenn man Hilfe braucht, einfach mal dazu kommt und bei der Frusttoleranz hilft.

    Vielleicht ist es das.

    Wir haben keine Front "Lehrkraft-SuS"...fällt mir so beim Schreiben auf. Es ist ein Miteinander, gerade im Sozialen. Denn wir Lehrkräfte haben auch unsere dunklen Momente oder machen Fehler...Wie erleichternd ist es, dann nicht Angst haben zu müssen, dass genüsslich dort reingetrampelt wird. Und es ist SEHR erleichternd, wenn Störende nicht nur von mir ruhiggestellt werden müssen, während die Klasse da sitzt, grinst und in die andere Richtung "mithilft", sondern halt zu einem großen Teil nicht bei der Störung mitzieht, was die Störenden isoliert, aber nicht die Lehrkraft. Ich glaube, das ist wirklich ein wichtiger Punkt.

    In ganz heftigen Fällen, wenn wochenlang kein wirklicher Unterricht durch Störung möglich ist, wird sofort ein Klassenwechsel des wortführenden Kindes oder des störenden Kindes vereinbart. Das geht bei uns schnell. Jahrgangskurz-Konferenz "wer würde ihn/sie nehmen?", Elterngespräch mit SL, klare Ansage, dass das ne CHANCE ist (manchmal die letzte) - und in einem neuen Klassengefüge ist zu 90% danach Ruhe, weil die lange aufgebaute Rolle und sozialen Gefüge von einem auf den anderen Moment weg sind. Gerade letztes Jahr wieder erlebt in einer Vierten. Ein Junge kam von einer anderen Klasse, die ersten Wochen waren schwierig, weil natürlich Trauer, Scham und völlige Isolation aufgefangen werden mussten, aber es war unglaublich, was dieses Kind in der Zeit, die es bei uns in der Klasse war, für eine Wandlung hingelegt hat. Meine Kollegin (Klassenlehrerin) und ich (Fachlehrerin) waren am Schluss völlig baff, wie er selig strahlend innerhalb seiner neuen Buddies aus vollem Herzen den Abschluss-Klassensong sang und uns danach umarmte. In der anderen Klasse hatte er nur noch die Mitarbeit verweigert und ging über Tische und Bänke, weil einfach zu viele Kinder eine ungute Dynamik aufgebaut hatten und die Klassenlehrerin um Hilfe bat. In unserer Klasse gab es Kinder, zu denen er aufsah und die ihn dann einfach bei nem Blöd-Moment anschauten und sagten: "Echt jetzt....", ihn danach aber ganz normal mit raus zum Spielen nahmen.

    Da haben wir einfach eine gute Struktur an unserer Schule mit einem sehr genauen Auge drauf...und alle ziehen an einem Strang.

    Unsere Schule ist durch und durch toll, ich liebe die Kinder wirklich, auch die problematischen und mir tut es so leid für die, die so einen Schulalltag erleben, wie du ihn schilderst. Ich glaube aber, dass da von KuK und SL-Seite einiges getan werden könnte, dass sich das bessert.

    Jup.
    Und schade, dass du den zweiten Beitrag, den ich heute morgen am Handy zwischen zwei Hundekuschelattacken gelesen habe, gelöscht hast :(

    Ja, ich bin mir dessen bewusst, dass "normale" Hunde solche Gefühle nicht kennen.
    Aber MEIN Hund ist hochbegabt und bei ihm gelten einfach keine Tier-Regeln ;)

    Naja, so wichtig nehme ich meine Beiträge nicht - ich bin einfach ins Erzählen gekommen und wenn das so störend wirkt, dass man das so erwähnen muss, dann hab ich kein Problem, ihn wegzukicken. Da jeglicher Smiley fehlte, gehe ich davon aus, dass es ernst gemeint war.

    (Und ja, bei fast allen Familien sind die Familientiere die besten, klügsten und wohlerzogensten. ^^ Was ich immer besonders liebe, ist, wenn sie dann ihre Tiere bei Fehlverhalten zutexten - nicht, um sie zu ermahnen, sondern als Beschwichtigung für das Gegenüber "guck, ich tu was"...ist einfach ein riesiges Thema. Man könnte dem ja einen eigenen Thread spendieren, dann schreibe ich gerne noch was dazu.

    Und dass du deinen Hund kennst, ihn einschätzen kannst und ihn nicht überverherrlichst, spricht für dich!)

    Ich hoffe, ein kurzer Klugscheiß-Exkurs ist ok...

    Hunde, die dazwischengehen (egal, ob durch Hundeküsse oder Hochspringen, Knappen, Bellen, Dazwischenquetschen) versuchen, eine für sie nicht gut einschätzbare Situation zu klären. Es ist solange "goldig", solange sie nicht mehr tun als das, was ihr beschreibt. Schwieriger wird es, wenn sie beißen oder aggressiv reagieren, weil ihnen die Situation zu mulmig ist oder sie denken, sie müssten das tun.

    Hunde kennen solche "romantischen Gebahren" nicht und wissen nicht, ob das jetzt eine Bedrohung ist oder nicht. Wenn zB mein früherer Freund mich geärgert hat (leicht gekitzelt oder einfach mit mir Blödsinn gemacht hat), ist unsere Hündin aufgesprungen und hat total nervös gebellt, weil sie nicht wusste, ob sie jetzt klären muss.

    Das haben wir ihr dann abgewöhnt, weil sie keine Rangstufe haben sollte, auf der sie sich die Frage des Klärens überhaupt stellen muss. Wir haben sie ruhig und selbstbewusst jedesmal in ihre Schranken verwiesen, bis sie verstanden hatte, dass es nicht ihre Aufgabe ist, diese Situation zu klären, sondern unsere und das einfach zu aktzeptieren. Ist genauso mit Hunde wegknurren auf den Spazierwegen (Schutz des Rudels) oder dauerndes Hinterherlaufen durch die Räume der Wohnung. Das ist keine Liebe, das ist Kontrolle (auch wenn das Tier einen sicherlich total liebhat).

    Wenn es euch nicht stört, dass eure Hunde bei Zärtlichkeiten mit Partner/Partnerin laufend dazwischengehen, so ist das ja ok. Nur ist es wichtig, das im Bick zu behalten, da sowas auch irgendwann umschlagen kann. Gab auch schon Vierbeiner, die so anfingen und irgendwann den Partner nicht mehr ins Bett ließen. :sterne:

    Es geht doch nicht darum, dass niemand helfen will oder Lehrkräfte nie Material tauschen, sondern dass du eine Examensprüfung (!) planst und da natürlich kein fertiges Material nehmen darfst. Dazu gehört auch, Einheiten zu planen und die Stunde einzuordnen. Das ist essenzielles Handwerk, wofür du deinen Abschluss erhältst und den Rest des Berufslebens in Lohn und Brot stehen wirst. Du machst wirklich gerade den Eindruck eines Studierenden im ersten Praktikum. Also hock dich bitte erst mal hin und mach deine Arbeit soweit, dass du hier überhaupt erst vernünftige, zielgerichtete Fragen stellen kannst. "Was soll ich machen" zählt nicht dazu.

    DANKE.

    Ein "gib einfach mal alles, was du hast, gerne vor allem mit der Einheitsplanung" ist einfach null zielführend und klingt eher nach gemachtem Nest und wenig Eigenarbeit.

    Nicht alle Lehrer sind mieinander verheiratet UND an der selben Schule ;)

    Hä? Gibt's davon Ausnahmen?

    Nein, du musst dir eine Frau an deiner Schule suchen. Wenn du schon eine von außerhalb hast, wirst du dich von ihr trennen müssen.

    Wieso? Wenn alle Lehrkräfte miteinander verheiratet sind, ist es eh schon ne Viel-Ehe. Da macht so ein Frauchen außerhalb nix aus. Sie muss nur ne Geheimhaltungsklausel unterschreiben und ist hier nicht schreibberechtigt.

    Die blaue Variante ist aber nur "begrenzt viruzid", wirkt also nicht gegen normale Rhinoviren (sondern Corona-/Grippe- etc.), also behüllte Viren. Dazu muss man das "viruzide", farblose wählen, das gegen behüllte und unbehüllte Viren wirkt, also auch Rhinoviren. Die meisten Schnupfnasen sind ganz alltäglich typische Rhinoviren. Schnupfennasen werden fast immer durch eine virale Infektion ausgelöst.

    Vielen Dank für diese Info!

    Ich habe für mein Klavierstudio eine Desinfektionsstation mit Spender, weil man die Flügeltasten nicht auf so wirksame Weise desinfizieren kann (die Tasten werden dadurch schwer beschädigt) und hab immer nur das blaue Sterilium genutzt...das werde ich ändern.

    Wie steht es um deinen Stresspegel bei vier Jobs und zumindest im Schuldienst dem immensen Stress bei der Arbeit, egal wie begeistert und gut gelaunt man diese macht? Der beeinflusst das Immunsystem nämlich ebenfalls maßgeblich und wird gerne vergessen in unserem Berufsstand als auslösender Faktor.

    Heyyyyy. =) :klatsch:

    Nach einem Resilienztraining in der Schule war klar: ich bin seeeehr resilient. Zudem liebe ich das Unterdampf-Stehen ziemlich, wenn alles gut läuft und das tut es meist. Leerlauf mag ich überhaupt nicht, werde müde und träge, daher sind auch meine Klavierkinder nachmittags alle ohne Pause hintereinandergelegt. Wenn das mein Immunsystem beeinträchtigt, dann sehr unbewusst, ich merke das nämlich nicht als "schlechte Vibes"...wie soll ich es dann erkennen? :( Pausen mag ich einfach gar nicht. Ich habe mir vier Tage vollgelegt, einen Wochentag habe ich frei, das ist für mich persönlich die beste Version, um alles entspannt anzugehen.

    Was mir aber auffällt: ich bin oft nach den Ferien (Kinder waren im Urlaub) krank...also kommen vielleicht neue Virenstämme rüber. Ich habe immer Virusinfektionen (und die letzten waren allesamt stärker als meine Coronainfektionen). Zudem halten sich meine Klaviereltern öfter mal nicht an die klare Ansage: "Ist euer Kind krank, bleibt es daheim!", sondern schicken trotzdem. Und mit ner Virenschleuder ne Weile auf kleinem Raum zusammenzusitzen, killt mich dann gern mal. Aber da setzt langsam ein Lernen ein. ;)

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