Beiträge von vastehst

    Ich kann hauptsächlich für die 3./4. Klasse sprechen.
    Würde ich darüber nachdenken, nach dem Konzept zu arbeiten, dann wäre ich vor allem bei zwei Punkten skeptisch: Bei der Lese- und der Schreibzeit. Wann immer ich freies Lesen gemacht habe, sei es in der Vorviertelstunde oder auch mal so, war mein Eindruck immer ähnlich. Es geht so 10 Minuten ganz produktiv und dann steigen viele aus, wechseln im Minutentakt die Bücher, schauen nur die Bilder an usw.. Nur die Kinder, die daheim auch gerne viel lesen, lesen weiter und können sich dabei auch richtig vertiefen. Dazu denke ich mir außerdem, dass die Unterrichtszeit zu wertvoll für ungerichtetes Lesen ist. Das sehe ich als Sache für zuhause an. Auch das Lesen eines Buches, zu dem man dann z. B. eine Buchvorstellung vorbereiten soll, würde ich nach Hause auslagern. Wenn man die Kinder frei lesen lässt, müssten meiner Meinung nach irgendwelche Maßnahmen ergriffen werden, um den Leseerfolg zu kontrollieren (z. B. Fragen). Doch dazu fällt mir für die individuelle Lektüre nichts ein, was noch dazu sicherstellt, dass das Niveau der 3./4. Klasse erreicht wird. Freies Lesen mache ich wenn, dann mal vor den Ferien und dann ist es auch ganz nett, wenn jeder ein Buch mitbringt und man sich gemütlich verteilt.

    Zur Schreibzeit lese ich: "Da beim Schreiben im Tagebuch keine Schreibaufgaben vorgegeben werden, sind die Schreibenden auf sich selbst zurückgeworfen." Dafür sehe ich bei mir - abgesehen davon, dass viele Kinder sicher sehr oberflächlich und unproduktiv arbeiten würden - auch keine Zeit. In Klasse 3/4 sollen ja informierende, erzählende und argumentierende Texte geschrieben werden und ich denke, dass die Kinder am meisten vorankommen, wenn sie in strukturierten Sequenzen darauf vorbereitet werden und wenn dann klare Schreibaufgaben mit Kriterien zu den Texten gestellt werden. Auch im Hinblick darauf, dass man anschlussfähig auf die Zeit nach der Grundschule vorbereitet. Wenn das evtl. auch Teil des Konzepts ist, ist es schön, aber ich stelle mir die Frage, welche Zeit man da dann dafür hernimmt. Aber das ist nur meine Meinung, andere mögen vielleicht anderweitig gute Erfahrungen gemacht haben.

    Also hier habe ich auch noch nie davon gehört, dass man in HSU mit Philosophieren vorführt. Es wäre mir auch zu gefährlich, dass man mir sagt, ich hätte nun eine Deutschstunde gehalten (argumentieren). Normalerweise müssten die HSU-Stunden fachspezifische Arbeitsweisen enthalten, in Biologie z. B. Versuche machen, Erdkunde Kartenarbeit usw.. Philosophieren wird dann im Rahmen von Sozialkunde sein? Am ehesten könnte ich mir vorstellen, dass man zu Wünschen und Bedürfnissen was macht in Richtung der einsamen Insel, also 10 Dinge und man darf nur 3 mitnehmen. Das kenne ich aber als Stunde zum mündlichen Argumentieren in Deutsch. Wenn ich zu Kinderrechten Diskussionsanlässe stelle (ich würde es nicht philosophieren nennen), dann ist das zu Fallbeispielen und die Kinder sollen begründen, ob das nun gemäß der Kinderrechte korrekt ist oder nicht, z. B.: Lisa lässt einen Brief ihres Vaters in der Schule liegen. Hannah und Rebecca öffnen und lesen ihn heimlich. Sie erfahren, dass Lisas Vater im Gefängnis ist und erzählen es weiter. Daraufhin wollen einige Kinder nichts mehr mit Lisa zu tun haben.

    Weil es so hohe Kosten gibt (hier im Landkreis ca. 3 Mio pro Jahr - hat sich in 10 Jahren verachtfacht), wird jetzt das Pool-Modell eingeführt: Ein Schulbegleiter für mehrere Kinder. Habe ich jetzt noch nicht miterlebt und kann dazu nichts sagen. Funktioniert denke ich aber nur bei "leichteren" Fällen, die man auch mal alleine lassen kann. Jetzt bin ich in einer Klasse drin mit einem ausgeprägten Fall Autismus + ADHS. Der Schulbegleiterin, die nur für das eine Kind bestellt ist, ist sicher nicht langweilig. Sie hat gut zu tun, das Kind einzubremsen, den Raum mit ihm zu verlassen, in der Pause bei dem Kind zu sein, wieder mit ihm reinzugehen usw.. Ich finde es angenehm, dass ich manchmal nicht mal merke, dass sie mit dem Kind in einen Gruppenraum rausgeht - sie merkt schon vor einer Eskalation, dass es Zeit wird, zu gehen. Das ist super, denn dann ist es auch für die Klasse unauffällig. Und mir gefällt, dass sie sich auch um kleinere Belange anderer Kinder kümmert, sich in der Vorviertelstunde beteiligt usw.. Nett finde ich es, wenn wir uns zwischendurch ein bisschen austauschen. Aber schlaue Ratschläge für meinen Unterricht bräuchte ich nicht zwingend von ihr.

    Vielleicht hat sich ja inzwischen was verbessert. In meinen Anfangsjahren in Bayern habe ich auch mal erst in den Sommerferien erfahren, wohin die Reise geht. Aber immerhin bekommt man da in den Sommerferien nach dem Ref. Wenigstens sein Referendarsgehalt und nicht wie in BW, wo man 6 Wochen nix bekommt, obwohl man schon eine Stelle hat und vermutlich umziehen muss. Da tun mir die jungen Leute echt leid.

    Mitte Juli wie M & S schrieb, mal sehen, ob das hinhaut. Würde mich interessieren.

    Gut, aufgrund der Digitalisierung geht es heute vmtl. schneller, als bei mir altem Fossil. :rotwerd:

    Hier (GS Bayern) erlebe ich es zuletzt so: Versetzungen in andere Regierungsbezirke kommen als erstes raus und werden gerade noch so zum Schuljahresende bekannt. Versetzungen in andere Landkreise sowie Zuweisung der LAAs (erstjährig sowie zweitjjährig) an die Schulen so in etwa Mitte August. Für die fertigen Lehrer wird die Schule im Landkreis, sofern man versetzt wurde, und die Klasse, die man dort leiten soll 1,5 Wochen (letztes Schuljahr) bzw. 1 Woche (dieses Schuljahr) vor Schulbeginn klar. Zu einem ähnlichen Zeitpunkt bekommt man auch eröffnet, ob man mobil gesetzt wurde. Ich finde es unprofessionell spät. Was wäre das schön, wenn man schon vor den Sommerferien wüsste, was einen in 6 Wochen erwartet....

    Hier sollen die Hauptfächer (D, M, HSU) möglichst in der Hand der Klassenleitung liegen. Es gibt immer mehr geteilte Klassenleitungen, also wenn zwei Teilzeitler sich die Klassenleitung teilen. Dann wird aber auch D und M aufgeteilt, sodass die eine Person z.B. 5 Deutschstunden hat und die andere 2. Dass D oder M komplett bei einer anderen Person liegt, gibt es hier nicht. Grund ist, denke ich, damit die Klasse möglichst an allen Tagen D/M hat. Bei HSU ist es so, dass das ggfs. schon komplett abgegeben wird: Bei Teilzeitler-Klassenleitungen bekommen oft die Lehramtsanwärter im ersten Jahr HSU komplett eigenverantwortlich.

    Ich finde es gut, möglichst viele Stunden in der eigenen Klasse zu haben. Gründe wurden schon viele genannt. Das Argument, dass ja dann in Realschule und Gymnasium auch viele Fachlehrer in der Klasse sind, zieht für mich nur teilweise. Ich bin Vollzeit und habe heuer 19 Stunden in der eigenen Klasse. Meine Klasse hat sechs Lehrer(innen). Insofern sind die Kinder nicht einzig von mir abhängig und auch gefordert, sich auf andere Lehrer einzustellen.

    Die schriftliche Division fällt langfristig tatsächlich aus den Lehrplänen/Bildungsplänen der Grundschulen der Bundesländer heraus, wenn die Bundesländer die Bildungsstandards so umsetzen, wie sie drinstehen.

    Ich persönlich finde, dass da an der falschen Stelle gestrichen oder geschoben wird. Ich würde z. B. am Thema Wahrscheinlichkeit ansetzen, das in Bayern in Mittelschule/Realschule/Gymnasium nicht vor Klasse 8 wieder kommt. Ob die Kinder in Klasse 3 am Glücksrad gedreht haben oder nicht, macht keinen Unterschied aus, wage ich zu behaupten. Auch Bandornamente oder Parkettierungen sind Randthemen, die ich weniger bedeutsam für das weitere mathematische Fortkommen finde. Dafür ein schriftliches Rechenverfahren rauszuschmeißen / zu verschieben, steht - finde ich - nicht im Verhältnis.

    Also wir arbeiten mit dem ABC der Tiere und alle Kinder in allen Klassen bekommen den gleichen Wochenplan. Auch die Hausaufgabe (Seite aus dem Heft oder Arbeitsblatt) muss für alle Kinder aller Klassen gleich sein :(

    Es klingt schrecklich. Was habt ihr denn für Vorgaben? Gottseidank gesteht Bayern den Lehrern Methodenfreiheit zu. Ich würde mich von den Dingen, die ich aus guten Gründen für unsinnig halte, daher sofort loslösen. Dann arbeitet meine Klasse eben die Themen des Lehrplans auf andere Weise durch. Ich weiß noch, als ich eine Klasse übernahm und gleich drei schon gekaufte Deutsch Arbeitshefte verwenden sollte, eines schlechter als das andere. Gleich am Elternabend habe ich allen Eltern erklärt, dass ich diese Hefte nicht zum Einsatz bringen werde und aus welchen Gründen. Alle haben es verstanden.

    Zu dem Thema kann ich das Buch "Unterricht entschleunigen" von Christina Buchner empfehlen. Ich zitiere zwei passende Passagen:

    „Wir können uns aber auch dem Diktat von Buch und fertigem Arbeitsheft vollständig unterwerfen und einfach der Reihe nach alles abarbeiten. Dann haben wir schon einen hausgemachten Stressfaktor in unserem Unterricht, ein von außen festgelegtes Pensum, das höchst selten zu den individuellen Bedürfnissen unserer Klasse passt.“

    „Es sind einzig und allein wir selber, die uns – nach Kant – in eine selbstverschuldete Unmündigkeit begeben, wenn wir uns Vorgehensweisen und Materialien aufoktroyieren lassen, die uns in ein unbequemes Zeitkorsett pressen, uns und den Kindern Stress machen und nicht zu den individuellen Bedürfnissen unserer Klasse passen.“

    Bilderbuch und Zuhören sind immer noch riesige Themenfelder. Ja nachdem, was du mit dem Bilderbuch machen willst (weiterschreiben, nachspielen, diskutieren, Sprachbetrachtung,...), bieten sich andere Bilderbücher an. Du solltest dir entweder Gedanken machen, was du mit dem Bilderbuch machen willst (dann können evtl. Vorschläge für geeignete Bilderbücher gefunden werden) oder ein Bilderbuch finden (dann kann man überlegen, was man damit Sinnvolles und Vorzeigbares tun kann).

    Zuhören: Ich habe schon mal in der 1. Klasse vorgeführt. Es gab eine Hörgeschichte und dann differenzierte Aufgaben dazu (Kinder haben ein Bild zur Geschichte gemalt und knapp beschrieben, andere haben einen Anschlussdialog zur Geschichte erfunden und vorgespielt, wieder andere spielten einen Teil der Geschichte nach). Hat schon halbwegs gepasst, aber das Zuhören nahm der Kritik zufolge nicht genügend Raum ein.

    Und wie interpretieren sie das Ergebnis "5 R 3"? Ist ihnen wirklich klar, dass da keine 3 Ganzen (= 3) übrig bleiben, sondern ein Wert zwischen 0 und 1, was ich vorher "ein bisschen" genannt habe, da sie den genauen Wert mit ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln noch gar nicht ausrechnen können?

    Nein, das ist den Kindern in der 3. und 4. Klasse nicht klar, zumindest bei mir nicht. Wir rechnen, wie es andere Grundschullehrkräfte schon beschrieben haben: 38 : 7 = 5 R 3. Wir machen dann auch die Proberechnung, um unser Ergebnis zu überprüfen: 5 • 7 + 3 = 38. Also den Kindern ist klar, dass die 3 Rest nicht mit-dividiert wurden. Sie werden am Ende bei der Proberechnung als Ganze hinzuaddiert.

    Ich finde die Divisionsschreibweise (38 : 7 = 5 + 3 : 7) interessant, wüsste aber auf Anhieb nicht, wie ich das in der 3./4. Klasse den Kindern so verständlich und anschaulich machen kann wie die Restschreibweise.

    Das habe ich ja noch nie gehört. Schriftliche Division, 4 Fälle, Satzglieder... das sind doch die Indikatoren fürs Gymnasium. Also, bei uns auf dem Land zumindest ^^

    So ist es auch bei mir. Die schriftliche Division ist in etwa um das Übertrittszeugnis dran. Ja nachdem, wie ich zeitlich liege, zählt die Probe oder der Test noch ins Übertrittszeugnis rein oder nicht. Danach ist noch genügend Zeit, um alle vier Grundrechenarten mit ihren schriftlichen Verfahren immer mal wieder zu üben.

    Ich kann alles so unterschreiben. Die Weihnachtszeit ist mit Schullebensveranstaltungen deutlich überfrachtet. Ich fände es besser, wenn jeder Klassenlehrer die Adventszeit in der eigenen Klasse individuell begehen könnte, ohne zwingend einen beeindruckenden Beitrag für die Weihnachtsfeier einstudieren zu müssen, ohne die Klasse bei langatmigen Besinnungen ruhig halten zu müssen, ohne alle bei Laune halten zu müssen, weil der Nikolaus wieder mal nicht pünktlich kommt.

    Ich persönlich würde die Drehung anhand des aufgetretenen Problems bei zwei Würfelgebäuden aufgreifen und nicht davor.

    Man könnte aber darüber nachdenken, ob man mit einer kopfgeometrischen Aufgabe einsteigt wie: Finde immer die zwei gleichen Würfelgebäude! Und dann sind es eben immer zwei Gebäude, die durch Drehung gleich sind. Wegen Kopfgeometrie würde ich hier aber nicht bauen. Ob das sinnvoll ist, müsste man durchdenken.

    Was ich mir auch vorstellen könnte, wäre, in einer Vorstunde etwas vom Prinzip Ähnliches vorbereitend zu machen, zum Beispiel durch Drehung deckungsgleiche Formen im zweidimensionalen Raum identifizieren.

    Ich glaube, ich verstehe es langsam. Kann mich aber auch täuschen. Dass Baupläne sich drehen, verwirrt mich.

    Eventuell kann man eine Stunde "Welche Viererhäuser gibt es?" so aufziehen (wenn es darum gehen soll): Geschichte von einer Würfelstadt, in der die Häuser immer nur aus 4 Würfeln zusammengesetzt sein sollen. Frage: Welche Häuser können gebaut werden? Arbeitsauftrag 1: Einzelarbeit. Baue mit deinen Würfeln möglichst viele Viererhäuser und schreibe die Baupläne dazu! Zwischenreflexion: Man schaut exemplarisch, welche Baupläne die Kinder gefunden haben und greift dann im Plenum bewusst zwei Baupläne heraus, bei denen durch Drehung das gleiche Gebäude herauskommt (2 1 1 und 1 1 2 zum Beispiel). Hier baut man die Gebäude nach und dreht sie, um das Problem anschaulich zu machen. Arbeitsauftrag 2: Gruppenarbeit. Berichtet einander, welche Viererhäuser ihr gefunden habt. Schreibt die Baupläne auf. Überprüft, dass ihr keine doppelten Häuser gefunden habt! (Tipp: Nachbauen, drehen).

    Oki aber kann man von dieser Erarbeitung auf das Thema: unterschiedliche Baupläne für 4 Würfel finden? Kommen?

    Das klingt jetzt nach einer kombinatorischen Aufgabenstellung: Wie viele Gebäude kann ich aus 4 Würfeln bauen und wie sehen die Baupläne aus?

    Ist es das?

    Wie lautet das genaue Stundenthema / die Zielangabe?

    Nein , es geht darum dass der Bauplan durch Drehen gleich ist. Zb 1 1 2 = 2 1 1

    Oder 1 2 = 2 1

    Bei dir ist es ja das kippen zb:)

    Das wäre dann das von Caro angesprochene Betrachten von Würfelgebäuden aus verschiedenen Perspektiven. Nämlich in deinem Beispiel von vorne und hinten. Wenn ich das Gebäude 1 1 2 von hinten betrachte, bekomme ich 2 1 1.

    Verstehe ich es richtig, dass es darum geht, ein Gebäude verschieden zu drehen und dann den Bauplan dazu zu schreiben, so wie in meinem Beispiel? Dann würde ich die Gebäude mit Steckwürfeln nachbauen lassen, sodass sie leicht in alle Richtungen gedreht werden können.

    Vorbereitend würde ich noch sicherstellen, dass der Begriff "deckungsgleich" gesichert ist. Man könnte das anhand von Würfelnetzen oder noch einfacher von Quadratvierlingen oder -fünflingen machen. Wenn ich es richtig verstanden haben, dann geht es in der Stunde doch um das gleiche Prinzip, nur im Dreidimensionalen.

    Ich finde es super, welche Hinweise hier zusammengetragen werden.

    Das einzige, was mich in dem Entwurf irritiert, ist, dass es drei Mädchen sind und nicht irgendwie beide Geschlechter berücksichtigt. Stichwort: Ausgangssituation der Schüler. In der Klasse gibt es sicher auch Jungs. Wird das dann noch mit Jungs gemacht, z.B. als Hausaufgabe?

    Stimmt! Am besten noch einen Jungen mitreinnehmen, der ebenfalls braune Haare, ein blaues Oberteil und helle Schuhe hat. Dann wird im EInstieg noch offensichtlicher, dass viel zu ungenau beschrieben wird, denn man weiß nichtmal, ob der Jungen oder ein Mädchen gemeint ist.

Werbung