JA!
Selbst kurz vorm Abi noch sind manche SuS völlig lernresistent. Durch die Bewertungstabellen, an die wir uns halten müssen, kommen die meisten trotzdem irgendwie durch. Wenn ich noch strenger korrigieren würde, gäbe es im Abi massenweise Drittkorrekturen. Das System lässt es einfach nicht anders zu.
- "Nowadays, many people..." (So fängt gefühlt jeder Aufsatz an.)
- "This is really good / really bad / a really big problem / really important..."
- Orthografiefehler, die sich endlos wiederholen und die man bei den meisten einfach nicht herausbekommt ("its/it's", "you're/your", "i" statt "I", "tho" statt "though"...)
- In den letzten Jahren muss irgendwie alles auf "-ing" enden, obwohl es die falsche Form ist.
- Subject-verb-agreement-Fehler.
- If-clauses und passive voice kann man komplett vergessen.
Ich kenne keine Englischlehrkraft, die nicht mit diesen Fehlern kämpft.
Palim Ich wünsche mir strengere Bewertungsrichtlinien für die Sprache, sodass ich nicht jedes Mal Bauchschmerzen bekomme, wenn ich eine "ausreichende" oder gar "befriedigende" Leistung attestieren soll. Ich wünsche mir weniger Themen, damit wir mehr in die Tiefe statt in die Breite arbeiten können. Ich wünsche mir am beruflichen Gymnasium, dass literarische Themen endlich prüfungsrelevant werden. Ich bin an meiner Schule der Einzige, der mit seinen Kursen literarische Texte behandelt, meist zeitgenössische Werke, aber auch Filme und Graphic Novels. Da sind wirklich spannende Sachen dabei, und manche Schülerinnen und Schüler freuen sich darüber. Viele schauen mich aber nur fragend an: "Kommt das im Abi dran? Nein? Warum machen wir das dann?"
Am beruflichen Gymnasium ist Englisch außerdem der einzige Weg, Deutsch oder Mathe als schriftliche Prüfungsfächer zu vermeiden. Das führt dazu, dass sehr viele Englisch wählen, einfach um besser durch das Abi zu kommen. Wirklich interessiert sind sie aber nicht. Dazu kommt, dass viele Themen schlicht langweilig sind.