Ich bin ja eigentlich immer für das Einfordern von Leistungen. Aaaaaber... Ich habe gerade den Eindruck, dass die beschriebene Problematik auch daher kommt, dass man selbst die Sprache auf einem sehr hohen Niveau beherrscht (C1/C2) und vor allem einen Großteil der Woche nichts Anderes macht als sich mit dieser Sprache zu beschäftigen. Unsere Schüler (m/w/d) haben dieses fachliche Niveau noch nicht, auch nicht im Leistungskurs, sie sind noch im Lernprozess und dabei machen sie Fehler. Zudem... Sie haben noch gut 10 andere Fächer, die sie nebenbei auch schaukeln müssen. Damit will ich gewisse Fehler im Fach Englisch (oder anderen Fächern) nicht gutheißen, aber sie zumindest kontextuell einordnen.
Nein, darum geht es nicht. Ein durchschnittlicher Oberstufenschüler sollte im LK Englisch die Grundgrammatik und den Grundwortschatz der Sek 1 einigermaßen sicher beherrschen. Es geht hier nicht um stilistische Feinheiten. Dazu komme ich fast gar nicht mehr. Es geht darum, dass SuS der Jahrgangsstufe 2 immer noch nicht wissen, wann man "do" und wann man "does" schreibt. Oder immer noch nicht verstehen, dass die englische Syntax kaum Ausnahmen zulässt und jeder Satz ein Verb braucht. Eine angemessene Fehlertoleranz ist als Lehrkraft für Fremdsprachen eine Selbstverständlichkeit und ausdrücklich Teil der fachdidaktischen Ausbildung. Aber gerade WEIL wir die Sprache gut beherrschen, können wir gut differenzieren, welche Fehler einfach zum natürlichen Spracherwerb gehören und welche Fehler völlig inakzeptabel sind (sein sollten), wenn man in Englisch Abitur schreibt.