Beiträge von Kairos

    chilipaprika Das hört sich echt übel an. Bitte verzeih mir meine vielleicht naive Frage, aber was würde denn passieren, wenn du das Niveau eben doch einforderst? Noch mehr SuS wählen Französisch ab. So what? Dann musst du sie auch nicht mehr unterrichten. Oder verstehe ich dich falsch?

    dafür ist das Fach (bei mir) zu selten bedeutsam und ich mit vier Fächern (bzw. fünf mit DaZ) zu sehr jeder SL ausgeliefert, was sie mit mir macht.

    Ich meine das sehr ernst, wenn ich sage, dass man immer damit rechnen muss, das Fach, das man "aus arbeitsmarktpolitischen Erwägungen" studiert, evtl immer unterrichten kann.
    Ich habe keins meiner Fächer aus solchen Gründen studiert, aber leider kann ich keins davon "zurückgeben"

    Du hast es schon angedeutet, aber ich frage aus Neugier trotzdem noch einmal nach: Warum unterrichtest du manche Fächer lieber als andere? Wenn ich mich richtig erinnere, unterrichtest du ungern Französisch. Hängt es "nur" mit den Korrekturen zusammen?

    Vor allem sichtbare Krankheiten. Wenn man MS hat ohne sichtbaren Schub, ist dann nach rund 5 Jahren nicht mehr auf dem Radar der Leute und muss, auch einem zustehende Rücksicht, wieder erkämpfen, indem man eine Symptomliste vorlegt. Aber auch nicht zu viel jammern, sonst langweilt man die Leute.

    Leider kenne ich das auch. Ich leide an einer unsichtbaren chronischen Erkrankung mit Schwerbehinderung und muss mein Leben lang Medikamente einnehmen. Jedes Jahr muss ich die Schulleitung daran erinnern, dies bei der Stundenplanung zu berücksichtigen. Meine Kolleginnen und Kollegen sagen es mir zwar nicht ins Gesicht, aber ich weiß, dass einige es unglaubwürdig finden, dass meine Behinderung mich daran hindert, an Klassenfahrten teilzunehmen. Am Anfang hat mich das gestört. Mittlerweile denke ich mir nur noch... Ihr wisst schon. :)

    Mh, zur Unterrichtsvorbereitung muss ich sagen, dass ±10 Minuten für mich keinen Unterschied machen. Für eine einzelne Unterrichtsstunde kann ich bis zu 180 Minuten Vorbereitung brauchen (zum Beispiel für besondere Anlässe wie wichtige Unterrichtsbesuche) oder ich bereite in derselben Zeit gleich eine ganze UnterrichtsWOCHE vor. Das ist also alles ziemlich relativ.

    Ich habe nicht behauptet, dass sich die Entscheidungsträger für die negativen Konsequenzen interessieren würden (auch wenn ich das in dieser Pauschalität nicht glauben möchte). Aber wenn ein Beruf plötzlich unattraktiver wird, liegt der Verdacht nahe, dass sich weniger Menschen für ihn interessieren werden als zuvor. Also ich wäre definitiv weg, wenn ich so wenig wie in Frankreich verdienen würde.

    Es macht jedoch einen Unterschied, ob man in einem Land lebt, in dem Lehrkräfte schon immer schlecht bezahlt wurden, oder in einem Land, in dem sich die Bezahlung plötzlich und drastisch verschlechtert.
    Im ersten Fall ist die niedrige Vergütung für angehende Lehrkräfte eine bekannte Rahmenbedingung, die ihre Berufswahl von Anfang an beeinflusst.
    Im zweiten Fall jedoch entsteht ein negativer Schock: Wer ursprünglich mit besseren Arbeitsbedingungen gerechnet hat, wird sich möglicherweise umentscheiden und einen anderen Karriereweg einschlagen.

    Bei uns arbeiten viele in Teilzeit. Dann werden Lehrkräfte erst einmal gefragt, ob sie sich vorstellen können, temporär aufzustocken. Selbst diejenigen, die bereits in Vollzeit arbeiten, werden gefragt. Diese Stunden werden dann im nächsten Schuljahr vom Deputat abgezogen. Wenn das nicht ausreicht, werden Klassen zusammengelegt, weniger wichtige Kurse gestrichen oder Stunden gekürzt. Z.B. ist Englisch bei uns nicht in jeder Schulart versetzungsrelevant. Als wir einen Mangel an Englischlehrkräften hatten, wurden diese Stunden gestrichen.

    (Ich beziehe mich auf BW, also nicht NRW.)

    Interessant. Ihr seid also auch der Meinung, dass z. B. Großbritannien oder die USA vor gut 80 Jahren auch nicht Deutschland hätten angreifen dürfen. Ihre Länder wurden weniger angegriffen als Israel. Seltsam, dass ihr dazu nichts schreibt. (Ich bin übrigens auch als Deutsche froh, dass sie es taten, ich erinnere mich aber auch gut an die Rede unseres Präsidenten Weizsäcker am 8. Mai 1985 und die Reaktionen der Älteren.)

    Ich habe weder von Antisemitismus noch von Verharmlosung der Gräueltaten der Hamas geschrieben. Aber ich weiß, wer begonnen hat, was seit 1948 geschehen ist. Und mich kotzt an

    Hamas will Israel auslöschen, erhält Hilfe z. B. vom Iran, alle schauen viele Jahre zu wie Iran aufrüstet. Ich zitiere Kapa, dem ich zustimme.

    Jetzt habe ich doch hinreißen lassen, noch einmal zu schreiben. Es bringt ja nichts.

    Wer hat hier gesagt, dass Israel kein Recht auf Selbstverteidigung hat? Ich bitte lediglich um mehr Differenzierung. Es geht darum *wie* Israel aktuell vorgeht und das ist kritikwürdig. Auf den Vergleich mit dem zweiten Weltkrieg bin ich nicht eingegangen, weil sich die Situationen geopolitisch, militärisch und moralisch signifikant unterscheiden. Auch hier wäre mehr Differenzierung angebracht.

    Und doch, in diesem Thread wurde wiederholt von Antisemitismus und Täter-Opfer-Umkehrung gesprochen. Auf diese Posts bezog ich mich.

    Dass Israel sein Recht auf Selbstverteidigung derzeit überstrapaziert und vorsichtiger sowie besonnener agieren muss, sollte wirklich keine kontroverse These mehr sein. Diese Feststellung verharmlost weder die Gräueltaten der Hamas noch zeigt sie eine antisemitische Haltung. Warum muss bei diesem Konflikt immer alles in Schwarz oder Weiß gesehen werden? Es ist wirklich zum Kotzen.

    Bei uns ist es ähnlich wie bei Chili, wobei auch immer mehr christlich getaufte SuS aus dem Religionsunterricht austreten. Aktuell haben wir in jedem Jahrgang des beruflichen Gymnasiums drei Parallelkurse in Ethik und nur zwei Relikurse. Letzteres auch nur, weil es eben einen katholischen sowie einen evangelischen Kurs geben muss. Philosophie/Ethik wird bei uns definitiv immer wieder gesucht.

    Zu Englisch: In BaWü hättest du die Möglichkeit BWL/VWL bilingual zu unterrichten. Vielleicht gibt es das bei euch auch. Möchtest du in deinem Bundesland bleiben?

    Ja das ist richtig. Die Realität, die ich in den Gesprächen mit den Reli-KuK höre, ist aber eine andere. Das liegt auch daran, dass im Reli-U alle Konfessionen, andere Religionen und Atheisten versammelt sind.

    Ob das dann Reli genannt werden sollte oder doch Ethik, das ist die andere Frage. Da dies aber von Reli-Leuten unterrichtet wird, könnte das der Grund für das Reli-Label sein. Von den SuS wird das ohne Diskussion akzeptiert.

    Das ist dann aber wirklich schulabhängig. An meiner Schule (BS, BaWü) ist es zum Beispiel gar nicht so. Wo Religionslehre draufsteht, ist auch Religionslehre drin. Wir bieten aber auch Ethik als Alternative an. Und am beruflichen Gymnasium wird sowieso sehr lehrplankonform unterrichtet.

    Und noch ein Hinweis: Wenn Reli für dich in Frage kommt:

    Das ist an BBSen recht speziell. Klassisch Reli ist das (was ich von den KuK höre) nicht, eher Ethik. Da ist auch der Raum, viel und offen zu diskutieren.

    Nachteil: Viele verschiedene Klassen in verschiedenen Abteilungen --> viele SuS, ggf. viele Konferenzen.

    Vorteil: Wenn man den Raum zum Diskutieren gerne nutzt, ist das sehr interessant. Und die Reli-KuK klagen jetzt nicht über eine zu hohe Korrekturbelastung.

    Der Hinweis mit den vielen Klassen stimmt. Allerdings sind die Inhalte laut den Lehrplänen (so zum Beispiel auch in RLP) definitiv nicht mit Ethik zu vergleichen. Alle Bildungsplaneinheiten kreisen um die Themen Gott, Jesus Christus, Kirche und christliche Ethik. Selbst die vermeintlich „weltlichen“ Themen, wie etwa "Leben und Arbeiten", sind laut den Plänen theologisch zu betrachten. Beispiel:

    Lernbereich 4: Arbeiten und leben
    Kompetenzen


    Religiöse Deutungsoptionen für Fragen zu Berufswahl, Arbeitslosigkeit und sozialer Gerechtigkeit wahrnehmen, verstehen und ihre Plausibilität prüfen (CI 2).


    Religiöse Impulse zu den Themen Arbeit, Reichtum, Armut und Schulden erläutern und in gesellschaftlichen Konflikten zur Geltung bringen (CI 1).


    Den religiösen Hintergrund des arbeitsfreien Sonntags erkennen und darstellen (CI 10).


    Quelle: https://bildung.rlp.de/fileadmin/user…Ev_Religion.pdf

    Ich sehe das auch so (siehe meine vorherigen Posts). Aber wir haben nun einmal Ferien im Frühherbst und dann versuche ich das Beste daraus zu machen. Dass man in der Zeit günstiger verreisen kann, gehört zu den wenigen Vorteilen der späten Sommerferien. ;)

    Die Option Fernstudium gibt es natürlich auch noch und sie lässt sich besser mit der Arbeit an der Schule kombinieren. Ich überlege selbst momentan, ob ich noch Geschichte "fernstudieren" soll (für mein Privatvergnügen). Ob ich das Fach dann später auch unterrichten darf, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Es ist kein Lehramtsstudium und enthält keinerlei fachdidaktische Veranstaltungen, daher vermute ich, dass es nicht möglich ist.

    Wir bauen Mehrarbeit (durch Korrekturen, Vorbereitung etc.) in den Ferien ab. Wer allerdings noch 5 Stunden jedes Arbeitsblatt ausfeilt wird irgendwann soviel Stunden haben, dass dies nicht möglich ist. Da wird dann leider gekappt. Wenn massive Mehrstunden durch andere Dinge zustanden kommen muss man darüber ins Gespräch kommen und deutlich machen, dass es vielleicht Entlastungen, andere Verteilungen etc. benötigt.

    Danke für deinen Beitrag. Was ich aber viele spannender finde, ist die Frage, was passiert, wenn man seine Aufgaben so schnell erledigt, dass man die Ferien gar nicht braucht, um Stunden abzubauen, sondern im Gegenteil, man durch die Ferien ins Minus gerät.

    Bei meinen SuS liegt es ganz einfach daran, dass sie entweder den Hörtext nicht verstehen, die Aufgabe nicht verstehen oder bei den halboffenen Aufgaben zu wenig oder Irrelevantes schreiben. 0 bis 5 Notenpunkte kommen dann häufiger vor.

    Aber egal, ich liebe HV-Klausuren, weil ich einen ganzen Klassensatz in weniger als 2 Stunden korrigieren kann. Das wird bei der Zeiterfassung natürlich von allen KuK auch genau so dokumentiert. ;)

    Ja, das ist sicher in der Fremdsprache so.
    In Deutsch, Päda, SoWi sind es quasi geschenkte Punkte (selbst wenn es nur die Hälfte sind... Kleinvieh macht Mist bei unserem Bewertungsschlüssel)

    Ich weiß, was du meinst. Ich kenne es aus Ethik auch so, aber es kommt wirklich sehr auf die Textauswahl und auf die Schülerklientel an. Am beruflichen Gymnasium muss ich mit meinen SuS immer sehr lehrerzentriert arbeiten, weil sie Aristoteles, Kant oder Sartre ohne Anleitung nicht verstehen würden (fängt schon bei den ersten Sätzen an). Das ist dann in der Klausur auch nicht anders, nur kann ihnen da keiner helfen.

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