Nur am Rande: Einen Monat vor der US-Militäroperation gegen Venezuela ist Juan Orlando Hernández auf freien Fuß gekommen. Hernández war zwischen 2014 und 2022 auf dem Ticket der konservativen „Partido Nacional de Honduras“ Präsident von Honduras. Von seiner Wirtschaftspolitik hatte eine kleine Elite im Land profitiert. Seine Wiederwahl im Jahr 2017 wurde von der Opposition nicht anerkannt, die „Organisation Amerikanischer Staaten“ kritisierte Wahlfälschung, bei Demonstrationen schoss das Militär scharf, zwanzig Menschen starben. Die damalige Trump-Administration erkannte die Wahl allerdings an.
Hernández war nach Erkenntnissen der US-Drogenbehörden eng mit lateinamerikanischen Drogenkartellen verbandelt. Er soll unter anderem dem in den USA inhaftierten mexikanischen Super-Boss Joaquín „El Chapo“ Guzmán dabei unterstützt haben, Hunderttausende Kilogramm Kokain in die USA zu schmuggeln. Sein Bruder Juan Antonio wurde Ende 2018 in den USA festgenommen und 2021 zu lebenslanger Haft verurteilt. Proteste gegen seine Beziehungen zu den Drogenkartellen wurden in Honduras von der Polizei zusammengeknüppelt.
Nach dem Ende seiner Amtszeit wurde Hernández im April 2022 in die USA abgeschoben. Im März 2024 wurde er zu einer 45-jährigen Haftstrafe wegen Drogen- und Waffenhandels verurteilt. Im November 2025 hat ihn Donald Trump begnadigt. Hernández sei „unfair“ behandelt worden.
Ende des Jahres gewann sein Parteifreund und Kumpan Nasry Asfura die Präsidentschaftswahl in Honduras. Das enge Ergebnis wurde von Nationalen Wahlrat trotz vieler Indizien für Wahlfälschung anerkannt – möglicherweise auch, weil sich Trump massiv für Asfura eingesetzt und gedroht hatte, er werde dem Land Hilfen entziehen, falls Asfura nicht Präsident werde.
Der verurteilte Drogenkriminelle Hernández kann seine Strukturen wieder aufbauen. Jetzt wird dem venezolanischen Links-Politiker Maduro von der Trump-Adminstration wegen nahezu der gleichen Vorwürfe der Prozess gemacht.