Beiträge von kleiner gruener frosch

    Korrekt, pepe. Wobei ich vor einiger Zeit mal in einem Ansturm von Wahnsinn bei komoot eine Radtour durch Namibia geplant habe. Werde ich aber nicht machen. Meine Flugangst (wie antimon sich richtig erinnert hat) ist in den letzten 30 Jahren seit Namibia nur größer geworden. Damals ging es noch so halbwegs. Namibia 1993 war mein erster richtiger Flug. Und dann gleich mit der 747-400.

    Also: es ist Namibia und es ist die Christus-Kirche in Windhoek. Ich war 2993/94 für einige Monate da, habe auf einer Farm/Schule von den Salesianern gearbeitet und dort gewohnt und hatte viel Zeit, per Anhalter das Land zu bereisen.

    In Windhoek war ich mehrmals. Wenn ich da war, habe ich mich zur Mittagspause immer in den Schatten der etwas höher gelegenen Kirche gesetzt.

    Lüderitz hat auch eine schöne gelegene Kirche, liegt aber wirklich etwas abseits. WalfishBay ist richtig, das war nie Deutsche Kolonie. Dafür aber das daneben gelegene Swakopmund. Auffallend in Swakopmund unter anderem der Leuchtturm und das "Schweizer Haus". (Ein Hotel oder Gasthaus.) Ich fand es witzig. Ich habe ja irgendwo schon einmal durchblicken lassen, dass ich in Paderborn studiert habe und unweit der Uni gab es auch mal ein "Schweizer Haus", das "1. Restaurant am Platz".

    Wahrscheinlich nicht sehr ehrenhaft. Am Ende war das definitiv so. Anfangs hatten die Deutschen eher versucht, als späte Kolonialmacht aus den Fehlern der anderen Kolonialmächte zu lernen und sich soweit vernünftig zu benehmen. Das hielten sie nur nicht durch. Ist einer der Schandflecken in der deutschen Geschichte (Und ich freue mich, dass es inzwischen zumindest sowas wie ein Schuldeingeständnis gibt. Ist immerhin etwas.)

    Die Monate in Namibia waren auf jeden Fall eine prägende Zeit für mich. Kann ich nicht anders sagen. Und schön war es.

    So, Mastermind und getarnter Vollvulkanier alpha ist dran.

    Es ist einfach interessant bis auffällig, dass Du allein Dich am Wort "Verbot" aufreibst.

    Ich wüsste nicht, wo ich mich an dem Wort "aufreibe". Ich habe weiter oben nur geschrieben, dass man über ein Verbot (also ein "Nicht-Erlauben") reden kann, wenn es eine gesetzliche und nachvollziehbare Regelung gäbe. Solange gibt es keinen Grund, es nicht zu erlauben.

    Bzgl. "Nicht-erlauben". Bolzbold sprach auf der ersten Seite von "ich habe meine Schüler gebeten". Karuna sprach von "Ich erlaube es nicht". Herr Rau schrieb "Ich lasse keine ... zu." Und alias schrieb "Man hält sich an festgelegte Regeln". Bei den letzten 3 ist es definitiv ein "Nicht erlauben" bzw. "verbieten" und speziell auf alias' "hält sich an festgelegte Regeln" habe ich reagiert.

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    Gut, dann schreibe ich Dir jetzt, was meine Jugendlichen täten, würde ich ihnen sagen ich "erlaube" keine Kappen im Unterricht: Sie gingen zur Schulleitung um sich - zu recht! - über mich zu beschweren. Zum Thema Kleidung steht nichts in unserer Hausordnung, ergo habe ich kein Recht ihnen diesbezüglich irgendwas zu verbieten. Ich kann lediglich darum bitten, eine Mütze abzunehmen, wenn es mich - aus welchen Gründen auch immer - stört.

    Volle Zustimmung. *daumen hoch*

    Antimon - es war schon auf der ersten Seite davon die Rede, dass das Tragen von Mützen nicht "erlaubt wird" (ergo: verboten ist).

    Und es ging mir die ganze Zeit nur darum, dass man Verbote (bzw. das "etwas nicht erlauben") hinterfragen darf (weil es hieß: Regeln sind zu befolgen) und sachlich gut begründen muss. Eine reine "ich möchte das nicht, mir gefällt das nicht"-Einstellung ist für ein Verbot (bzw. ein "Nicht Erlauben") nicht wirklich hilfreich.

    Dahinter steht für mich die Überlegung, dass man sich mit willkürlichen Regeln und Verboten, die man nicht sachlich begründen kann, sondern nur persönliche Befindlichkeiten und Einstellungen (aus einer Machtposition) heraus widerspiegeln, in die Nesseln setzt und sich unglaubwürdig macht.

    Antimon:

    Ich weiß. Zum Thema "Mütze" hast du dich gar nicht geäußert. Deinen Blickwinkel hattest du in der Diskussion oben trotzdem nicht geändert.

    Musst du auch nicht. Es ist nur irritierend, wenn du eine Diskussion mit einer Kritik am beim anderen (angeblich fehlenden) Blickwinkelwechsel auf die Meta-Ebene ziehst, aber diesen Wechsel selber nicht vollführst.

    Aber ich lasse die Meta-Meta-Ebene jetzt auch mal ruhen. Die Diskussion ist auch nicht wirklich gewinnbringend. ;)

    Bzgl. Primarstufe: die Einstellung hatte ich auch schon in meinen 6 Jahren als Lehrer an einer Realschule.

    Du hast deinen Standpunkt mehr als klar gemacht. Eine gewinnbringende Diskussion ergibt sich daraus aber nicht, wenn du nicht in der Lage bist, einen anderen Blickwinkel einzunehmen.

    DIto.

    Wobei, ich sehe einen anderen Blickwinkel.

    Zitat von Kl gr. Frosch

    Beim Penis sind wir (wie du geschrieben hast) soweit, dass aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung ein Gesetz wurde. (Ich denke sogar, aus guten Gründen, weil es einfach zu viele negative Erfahrungen mit dem bewussten öffentlichen Zeigen seiner primären Geschlechtsorgane gab.)

    Und damit schließe ich den Bogen zu den Mützen. Wenn es ein Gesetz (nicht eine Schulordnung) gibt, die das Mützen tragen aus guten (nachvollziehbaren) Gründen einschränkt, können wir über ein Verbot in der Schule reden.

    Antimon, du sprachest von "heruntergelassener Hose", daher bezog ich mich darauf. Wenn daraus ein Gesetz wird, können wir über das Verbot reden. (Kritisch hinterfragen kann man es trotzdem.)
    Du kannst mental gerne statt "heruntergelassener Hose" auch "offen getragene Brüste" einsetzen. Wenn daraus ein Gesetz wird, können wir über das Verbot reden. (Kritisch hinterfragen, warum es das Verbot gibt (Antwort: weil es andere Menschen stört), kann/soll man es trotzdem.)

    Beleidigt bin ich übrigens nicht - warum sollte ich wegen deiner Beiträge hier beleidigt sein. ;)

    Es geht darum, ob man Mützen im Unterricht erlaubt oder verbietet.

    U.a. wurde gesagt, dass man sich an Regeln zu halten hat, (Alias schrieb das) worauf u.a. Ich schrieb, dass ich mir eher wünsche, dass Menschen Regeln auch kritisch hinterfragen.

    Darauf brachte lera1 ein Beispiel mit der Roten Ampel, zog das aber wieder zurück.

    Anschließend brachte sie das Beispiel mit dem nackten Oberkörper, welches ziemlich genau auf die Mütze passte. Wie ich oben schrieb.

    Denn es zeigt sehr deutlich, dass das Problem nicht bei dem liegt, der die Mütze trägt / mit freiem Oberkörper herumrennt, sondern bei dem, der das nicht möchte.

    Ich bin jetzt aber aus der Diskussion mit dir wieder raus. Auf dein "Ich - Du"-Gehabe verzichte Ich.

    Zitat

    "Verbot in der Schule"
    Geht's darum überhaupt?

    *kurzer Blick aufs Threadthema" - ja, darum geht es.

    Zitat

    Wer definiert denn "nachvollziehbar"? Du argumentierst viel zu sehr aus deiner individuellen, ganz persönlichen Sicht.

    Das machen alle, die fürs Mützen-Verbot plädieren (um das es in diesem Thread geht). Ist auch grundsätzlich okay. Aber die persönliche Sicht "Mützen trägt man nicht im Klassenraum" sollte man den Kindern nicht aufdrücken (solange es nicht nachvollziehbare Gründe gibt, nach denen man fragen kann und die man konkret benennen kann). Explizite Gründe sind übrigens nicht "Mir gefällt es nicht." oder "Ich will das nicht" .... das ist die individuelle, ganz persönliche Sicht der entsprechenden Lehrperson, die die Mützen nicht will.

    Meine Tendenz ist da halt "Leben und leben lassen".

    Zitat

    Ich möchte auch die nackten Brüste einer Frau auf offener Strasse nicht sehen und eine öffentliche Mehrheit wird diesbezüglich meine Meinung teilen.

    Mir wäre es egal. Wenn die Frau so rumlaufen möchte. Kann sie doch.

    Beim Penis sind wir (wie du geschrieben hast) soweit, dass aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung ein Gesetz wurde. (Ich denke sogar, aus guten Gründen, weil es einfach zu viele negative Erfahrungen mit dem bewussten öffentlichen Zeigen seiner primären Geschlechtsorgane gab.)

    Und damit schließe ich den Bogen zu den Mützen. Wenn es ein Gesetz (nicht eine Schulordnung) gibt, die das Mützen tragen aus guten (nachvollziehbaren) Gründen einschränkt, können wir über ein Verbot in der Schule reden.

    Wie gesagt: wir waren weiterhin in lera1s Beispiel beim Oberkörper.

    Aber lera1s Beispiel zeigt genau das, was auch bei der "Mütze auf dem Kopf" eine Rolle spielt. Nämlich die Außensicht.

    Der Unterkörper ist evtl. eine ganze andere Dimension. Wie man das einschätzt, dass ein Mann mit heruntergelassener Hose herumrennt ist da noch eine andere Frage, da das einen sehr unangenehmen Beigeschmack hat. (Stichwort: "exhibitionistische Handlung" und die mögliche Intention dahinter.)

    Daher bezog ich mich explizit nur auf das Beispiel von lera1.

    lera1, Nur um es mal zu sortieren.

    • Du sagst "Es gibt Regeln, die man nicht hinterfragen soll".
    • Als Beispiel bringst du: mit freiem Oberkörper einkaufen gehen.
    • Wenn das aber dann unangenehme Auswirkungen auf eine Oben-ohne-Frau hat, sagst du "Das hat sie auch nicht verdient".
    • Also ist das, was sie macht okay. Der logische Grund, warum man es nicht machen sollte, sind die Sprüche der anderen, die ein Problem damit haben.
    • Aber das ist deren Problem.
    • Also kann man die Regel hinterfragen und es dann machen. Denn wenn es jemand doof findet, ist / hat er ja das Problem.

    Worauf ich hinauswill: ich glaube, dein Beispiel zeigt gerade, dass (ähnlich wie bei "Mützen auf dem Kopf im Unterricht") das Problem nicht in der Sache liegt, sondern in den Mitmenschen, die dafür kein Verständnis haben.

    verdienen tut sie es nicht - erhalten wahrscheinlich schon

    Danke. Es gibt deiner Meinung nach die unausgesprochene Regel, dass man nicht mit freiem Oberkörper herumrennt und wenn man das macht, wird man schief angeguckt und bekommt Sprüche eingedrückt. Du schreibst aber selbst, dass die Frauen (und logischerweise dann auch die Männer) das nicht verdient hätten. Denn man kann es ihnen nicht verbieten.

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