Beiträge von kleiner gruener frosch

    Zitat

    Was ist denn das hier für eine atheistische und antichristliche Lehrerschaft?!

    Müsste man sich dafür schämen?

    Das von dir zitierte Schulgesetz widerspricht damit aber übrigens der staatlichen, weltanschaulichen Neutralitätspflicht.

    Und es kann gar nicht für alle Lehrer gelten, denn da gibt es noch denArtikel 140 des GG:

    Zitat


    Niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder zur Teilnahme an religiösen Übungen oder zur Benutzung einer religiösen Eidesform gezwungen werden.


    Diese "kirchlichen Handlungen" würde ich nicht nur auf einen Gottesdienst beziehen, sondern auch auf andere kirchlich-religiösen Handlungen und Orientierungen.

    Sowie grundsätzlich dem Artikel 4:

    Zitat


    Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

    Man kann also niemanden, auch keinen Lehrer, dazu zwingen, gegen sein Willen ein religiöses oder weltanschauliches "Bekenntnis" anzunehmen.

    kl. gr. Frosch

    Ich habe damals in der Sek1 die "Maus-und Bildschirm"-Übernahme-Funktionen auch nur in den 5-Minuten-Pausen genutzt, wenn meine Schüler im Internet irgendwelche Flash-Spielchen gespielt haben. Habe dann vom Lehrer-PC aus immer die Kontrolle übernommen und für sie weitergespielt. ;)

    Ich muss aber gestehen, ich weiß nicht mehr, welche Software wir damals drauf hatten.

    kl. gr. Frosch

    Zitat

    Aber noch zwei Punkte zu kl.gr. Frosch:
    1. Es mag ja richtig sein, dass der konfessionell gebundene Reliunterricht in schulorganisatorischer und finanzieller Hinsicht deutlich aufwendiger ist als
    allgemein christlicher Religionsunterricht es wäre; ich glaube, das hattest Du schon mal im Forum geschrieben. Aber das ist natürlich kein Argument, denn sonst könnte man ja quasi alles abschaffen, was Geld kostet: z.B. den Sportunterricht, weil die Sportlehrer so teuer bezahlt werden die Kinder lieber nachmittags zum Fußball gehen sollten als Sport in der Schule; dann hätte man auch viel Geld gespart. Argumentieren müsste man also schon mit inhaltlichen Argumenten.

    2. Es ist natürlich richtig, dass der schulische Reliunterricht der Kirche hilft: Nicht unbedingt direkt, aber immerhin wird die Religion lebendig
    gehalten und somit indirekt dafür gesorgt, dass die Verbindung zwischen Jugendlichen, Christentum und Kirche nicht ganz abreißt. Man muss aber betonen, kl.gr.Frosch, dass das Ziel des Staates eine religiöse Bildung ist in dem anthropologisch-philosophischen Sinn, den ich in meinem letzten Beitrag zu beschreiben versucht hatte; und wenn nun mal die Mehrheit der Schüler christlich ist, ja, dann passiert diese religiöse Bildung vom Christentum aus. Aber es gibt ja auch schon islamischen Unterricht, der ist ja auch vom Staat finanziert: Es gibt einige wenige Unis, die das schon als Lehramtsfach ausbilden, und die Lehrer sind dann auch staatlich bezahlt.
    Es ist ein schmaler Grat, aber dennoch kann man sagen, dass der Staat religiös neutral ist trotz des dezidierten Interesses, christlichen / islamischen Religonsunterricht anzubieten.

    Hamilkar: ich rede nicht vom aufwändiger. Ich rede von "teuer".
    ich habe auch kein Problem damit, dass der RU Geld kostet. ich frage mich nur, warum er den Staat Geld kostet, obwohl IMHO eine Trennung von Kirche und Staat vorliegt.
    Aber um dein Beispiel von oben aufzugreifen (mit dem Sportverein). Wenn der Tennisverein der Schulortes ankäme und sagen würde: "Leute, könnt ihr nicht den Tennisunterricht für uns übernehmen. Wäre doch viel einfacher für uns, wenn wir nicht nachmittags die Tennisstunden mit unserem Personal geben müssten." würde die Schule (bzw. das KuMi) ja auch sagen: "Danke, der nächste bitte!" Aber für die Kirche übernimmt die Schule/der Staat bereitwillig diese Aufgabe und verbrennt Geld.

    Sicherlich kann man inhaltlich nach Argumenten für den konfRU suchen. Aber man kann auch nach Argumenten für einen Sportart/Sportverein-ausgerichteten Sportunterricht suchen. Es krank aber schon an der Tatsache, dass weder die Tennisstunden des Sportvereins noch die Religionsstunden der Kirchen (zu bezahlende) Sache der Schule sind. Da können die inhaltlichen Argumente noch so gut sein. ;)

    kl. gr. Frosch

    Siehe oben:
    - weil der Staat damit die Kirchen durch die Hintertür mit Millionen (Milliarden?, wer rechnet das mal aus?) unterstützt.
    - Und weil der Staat (die Schule) damit seine religiöse Neutralität verliert. (Ich weiß, der Religionsunterricht ist gesetzlich verankert, steht allerdings auch dort schon im Widerspruch zu der Neutralität des Staates.)

    Und es soll ja IMHO niemand daran gehindert werden konfessionellen RU zu erteilen. Aber IMHO kirchlich finanziert und außerhalb der Pflichtstunden des Schülers.

    kl. gr. Frosch

    P.S.: ich würde übrigens in dem Fall auch ohne Probleme weiter konf. RU erteilen. Aber in den staatl. finanzierten / gestützten / verantworteten Bereich gehört es IMHO nicht rein.

    Wobei man aber immer noch über den konfessionellen Religionsunterricht reden sollte. Sowas wie Ethik oder LES an den staatlichen Schulen wäre wohl als Fach keine Diskussion wert, und alles was hamilkar schreibt (wenn ich es gerade richtig gelesen habe) kann von einem konfessionslosen "Religions"-Unterricht abgedeckt werden. Aber eine konfessionelle Unterweisung im Sinne einer bestimmten Religion ist ggf. kritisch zu besehen.

    Und das denke selbst ich als Religionslehrer. (Könnte sehr gut damit leben, wenn das konfessionelle Fach in die "Sonntagsschule" verlagert werden würde oder meinetwegen durch den Pastor in der Schule, in einer Rand-oder-sonstwas-Zusatzstunde unterrichtet werden würde, so wie es ja in NRW schon mit der zusätzlichen "Seelsorgestunde" passiert .)

    kl. gr. Frosch

    btw: hat mal jemand ausgerechnet, wie viel Euro / Lehrerstunden der Staat unentgeltlich in die konfessionelle Förderung buttert? Alleine an unserer Grundschule (3-zügig) ist es fast eine Lehrerstelle, die insgesamt dafür draufgeht.

    Ich würde sie nach den ganz "normalen" Maßstäben bewerten, die ich auch sonst in der Sek1 damals an die mündliche Mitarbeit angelegt habe.
    Wenn ein Schüler die MItarbeit (aus welchen Gründen auch immer) verweigert, frage und suche ich zwar nach den Gründen (um den Schüler nicht hängen zu lassen), aber dennoch ist die Mitarbeit bei absichtlicher Blockade eine 6.
    Und ich würde auch bei einem Test keine Rücksicht drauf nehmen.

    Sei's drum.

    kl. gr. Frosch

    P.S.: ich wetze schon einmla die Verschiebe-Werkzeuge wegen der sich entwickelnden Diskussion Religionsunterricht und Christentum, etc. ;)

    Die Info kommt vom örtlichen Schulrat, den ich darauf angesprochen habe.
    Zitat: in der Mail stecken zwar keine brisanten Infos, aber man sollte es als Lehrerin nicht machen, da die Mails internen Zwecken und nicht der Veröffentlichung durch die Schulen dienen."

    Insofern ist es (für dich und auch für den Admin des Forums) sicherer, wenn wir das Veröffentlichen dem Schulministerium überlassen.

    kleiner gruener Frosch, Moderator

    Nachtrag: um die Sache genau zu klären, habe ich einmal eine Anfrage an den Schulmail-Dienst geschickt. Sollten Sie das Okay geben, schalte ich den Beitrag (ich hatte ihn vorher kopiert) wieder frei.

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