Beiträge von PaPo

    Klasse formuliert! Ka[nn]st du mal bitte den Prompt posten, mit dem du die KI fütterst, damit sie dir ein derartiges Geschwafel formuliert? Das ist schon fast perfekt!

    Dass du inhaltlich (mal wieder) bzgl. eines derart relevanten (und auch noch deinerseits selbst angestoßenen; "Ich bitte darum, hier faktenbasiert zu argumentieren" - Wolfgang Autenrieth, TE) Themas so überhaupt gar nichts zu erwidern hast, stattdessen bald zwei Wochen für einen neidvollen Kommentar brauchst, der hilfesuchend KI vermuten muss, um dein eigenes Unvermögen zu relativieren, spricht ja auch Bände. Passt ins Bild. Ist dss deine Form von 'Mimimi' an berechtigter Kritik an Correctiv und an der Verbreitung dir genehmer Falschinformationen?

    Danke für die praktische Demonstration.

    Magst du nicht lieber weiter selber im "Krieg"-Thead Verschwörungstheorien verbreiten, wie dir s3g4 berechtigterweise vorwirft?

    😎

    Bei ernsthaftem Interesse erkläre ich dir meinen Beitrag aber auch gerne in einfacher(er) Sprache.

    Lange nicht gehört: Lackaffe... pardon, eine Meldung, ganz aktuell zur freien Meinungsäußerung und zu dieser "altehrwürdigen" Beleidigung:

    Gericht verhängt Strafbefehl

    Es geht um die Ehre unseres Kanzlers...

    Dort steht auch, dass "wegen Beleidigung gegen Personen des politischen Lebens erlassen" wurde, d.h. wegen § 188 StGB. Man darf aber bezweifeln, dass diese Beleidigung geeignet ist, das notwendige Tatbestandsmerkmal der Norm zu erfüllen, d.h. (hier) des Kanzlers "öffentliches Wirken erheblich zu erschweren" - dürfte realiter nicht erfüllt sein. Mag ein Gericht anders sehen (was ebenfalls problematisch wäre), ist aber m.M.n. 'lediglich' Drohgebärde... die aber (als nicht lediglich Einzelfall) fatale Ausstrahlungswirkung auf die Meinungsfreiheit nach Art. 5 GG zeitigen könnte (aber ich habe ja ohmehin ein eher US-amerikanisches Verhältnis zu diesem Grundrecht).

    Hat nur mit dem Thema hier nichts zu tun. ;)

    In erster Linie ist das Problem für mich erstmal, warum die Reaktion bzgl. des Lohnabstandsgebot nur einseitig bei den Beamten angewendet wird und nicht bei allen Lehrkräften gleichermaßen.

    Weil Art. 33 Abs. 5 GG dort nicht einschlägig ist, es also kein Alimentations- und korrespondierendes Abstandsgebot für Angestellte und damit u.a. auch nicht angestellte Lehrer giibt - der Staat ist bei Beamten zur Einhaltung von Alimentations- und Abstandsgebot gezwungen, bei Angestellten nicht.

    Da kann auch nicht mit 'Gerechtigkeit' als Maßgabe einer Gleichbehandlung o.ä. argumentiert werden, das wäre ein Vgl. von Äpfeln mit Birnen. Auch der Staat ist ggü. Angestellten lediglich Arbeitgeber für den die Tarifautonomie i.S.d. Art. 9 Abs. 3 GG gilt - möchten Angestellte auch bei ihnen "die Reaktion bzgl. des Lohnabstandsgebot [...] angewendet" (?) wissen, dann sollten die Gewerkschaften Dgl. aushandeln oder ggf. die Angestellten 'mit den Füßen abstimmen' - dieses Lamentieren bringt ja nichts, man hat freiwillig den entsprechenden Beruf ergriffen... und anders 'lernt' der Arbeitgeber nicht, dass sein Angebot evtl. nicht hinreichend attraktiv (weil nicht komkurremzfähig) ist.

    [...] und deswegen hat man auch [...] das richtige Recht und das gute Recht zu sagen, dass Israel kein Staat ist [...]"

    ... zudem Geschwurbel über eine Beteiligung der Bundesrepublik an einem Genozid, Unterstellung des Völkerrechtsbruchs durch die "Dienstvorgesetzten" in Hessen (wtf?!), ungebildeter Unsinn, der von Zionismus spricht, aber nicht weiß, was das bedeutet, sondern mit 'Definitionen' desselben aus antisemitischen Milieus hantiert, dog whistles ("Systemmedien") etc. etc. etc. - Ja! Skandal, dass der gute, gemäßigte Mann beurlaubt ist... bei vollen Bezügen (und nicht längst komplett aus dem Dienst entfernt).

    😎

    Ich fand das notwendig, es rückt deine bisherigen Äußerungen für mich in ein völlig anderes Licht.

    Ich vermute, dass ich „Gemeinschaftsfähigkeit“ anders auffasse und/oder du schlicht völlig andere Schüler:innen hast.

    Gemeinschaftsfähigkeit (als Ziel am Ende von Schule)

    =

    Toleranz (im eigtl. Sinne), theory of mind-Kompetenzen, Achtung der Grumdrechte der Mitmenschen, Kooperationsfähigkeit, Wahrumg der notwendingen Bedingungen zum Erhalt unserer pluralistischen Gesellschaft etc. etc. etc. Das ist auch das, worauf die genannten Normen hinauslaufen.

    Zitat

    Bei Eigenverantwortung bin ich bei Schüler:innen um die 10 Jahre der Meinung, dass sie diese nur sehr begrenzt erbringen können, da benötigen sie Begleitung, die Schule und Eltern nicht immer angemessen erbringen (können oder wollen).

    Natürlich, das ist ja schon entwicklungspsychologisch geboten. Es geht auch hier darum, am Ende von Schule die (dann ehem.) Schüler nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten zur ihrem Optimum an Eigenversntwortung zu befähigen.

    Diese Selbsteinschätzung höre ich im Lehrerzimmer auch bisweilen. Der vehementeste Gegenwind kommt dann von Kollegys, die aktuell noch mit halber Stelle an naheliegende Gesamtschulen abgeordnet sind und mehr oder weniger die Tage zählen bis sie da nicht mehr "hin müssen" (O-Ton). Da wäre jetzt die Frage, inwieweit das altmodischer Dünkel ist oder ob sich da etwas an objektivierbaren Kriterien messen lässt.

    Ich war auch schon an Gesamtschulen... an manchen ist es besser als bei uns, an manchen schlechter.

    Nicht?

    Du beziehst dich auf kognitive und psychische Fähigkeiten und erwartest "Funktionstüchtigkeit" wie bei technischen Geräten.

    Ich finde "entsetzlich" ganz treffend und habe ein anderes Menschenbild... oder auch hier eine andere Wortwahl. Vielleicht möchtest du zum Ausdruck bringen, dass sie aktuell oder generell überfordert sind, die von dir gestellten Anforderungen zu erbringen.

    Ja, das nimmt zu, zeigt aber auch eine Öffnung der Gesellschaft, die ich wichtig und richtig finde. Wichtig wäre allerdings dann auch, dass innerhalb des Bildungssystems darauf reagiert wird und eine bessere Versorgung gegeben wäre.

    Es ist fehlsam, von einem einzelnen Wort, das lch zudem (ex post facto nochmal ausdrücklich) erläutert habe, irgendwie auf ein (deinerseits negativ empfundenes) Menschenbild (das bei mir übrigens im Gros ein klassisch liberales i.S.d. Aufklärung ist) zu schließen, insb. weil ich ja auch gleichsam erläuterte, dass es um sozio-politische, -kulturelle und -ökonomische Partizipationsfähigkeit, um Demokratisierung, Eigenverantwortung und Gemeinschaftsfähigkeit geht, was letztlich dazu beiträgt, seine Potenziale und Persönlichkeit bestmöglich in einer und im Rahmen einer fdGO zu entfaltem - hier nicht Funktionstüchtigkeit zu verlangen, wäre anomische Potenziale, Verwahrlosung und Co. zu übersehen.

    Bezogen auf Schule geht es um Regelkonformität umd schulformspezifische Erfüllung von kognitiv-intellektueller Leistungsfähigkeit, -bereitschaft und -demonstration - ist diese (nicht nur temporär und durch höhere Gewalt, Krisen, Schicksalsschläge u.ä. bedingt) nicht gegeben und mit verhältnismäßigen Mitteln nicht herstellbar, bin ich für konsequente Abschulung. Und das formuliere ich auch so 'technokratisch' hier, ist ja kein Gespräch mit einem Schüler und entsrechend pädagogischem Anspruch.

    Wie soll das ein Urteil über die Schüler über deren Leistungen und Eigenverantwortung und Gemeinschaftsfähigkeit hinaus sein?

    Um das mal unnötigerweise klar zu machen: Menschlich habe ich in all den Jahren wirklich nur 4, 5 Schüler gehabt, von denen ich meinen würde, das waren nicht im Grunde gute Menschen.

    dass ich aber entsetzt bin von deiner Darstellung der dir anvertrauten Schüler:innen. Ich frage mich dann, ob du an einem extremen Brennpunkt unterrichtest, deine Erwartungshaltung extrem hoch ist oder wie es sonst dazu kommen kann, dass du die Mehrheit deiner Schüler:innen als ungeeignet für nahezu sämtliche Regelschulformen einstufst. Aber vielleicht ist es auch nur deine Wortwahl, die ich ich völlig falsch verstehe.

    Was "entsetzt" dich daran konkret? Ein Gros meiner Schüler hat keine Empfehlung für das Gymnasium, z.T. auch nicht die Realschule, sie werden aus evidenten Gründen dennoch aufgenommen und nicht abgeschult, bisweilen bis zur Oberstufe - die Gründe sind vielfältig, umfassen den Umstand, dass unsere Anmeldezahlen 'stimmen' müssen, dass 'Durchwinken' und Konfliktvermeidung system(at)isch protegiert wird, was drohenden 'Papierkram' ebenso wie den Abbau von Leistungsanforderungen seitens der BezR und dem Bildungsministerium umfasst, allerdings auch das Problem, dass die Kapazitäten der Real- und Hauptschulen systematisch reduziert wurden, so dass wir Schüler, die eigtl. realschulgeeignet wären, nicht auf diese abschulen können, aber auch nicht auf die Hauptschulen verbringen wollen (während unsere GS ab Klasse 7 ein so geschlossenes System haben, dass sie i.d.R. danach niemanden mehr nehmen). Wir sind 'ne Gesamtschule ohne deren Kapazitäten... etc.

    Und ich sehe nicht, was an der Feststellung "entsetzt[lich]" ist, dass ein Gros der Schüler massiv überfordert ist (und. erst recht von den Anforderungen von vor 15, 20, 25 Jahren wäre). Das ist doch überhaupt kein Urteil über die Schüler über deren Leistungen hinaus.

    Entsetzlich ist allerdings die inzwischen enorme Menge an Verhaltensauffälligkeiten (und tatsächlich z.T. schwersten Schicksalen) unserer Schüler - unsere Schulsozialarbeiterin findet keine ruhige Minute.

    Zitat

    Der Blick auf die Erwartungshaltung passt jedoch zum Thema, denn Quereinsteigende und Außenstehende haben häufig eine andere Erwartungshaltung, was Schule soll und kann, als diejenigen, die täglich in die Schule gehen und die Innensicht und Abhängigkeiten kennen.

    ... du weißt schon, dass ich kein Quer-/Seiteneinsteiger bin und dass ich "täglich in die Schule geh[e] und die Innensicht und Abhängigkeiten kenne"?! 😎

    Zitat

    Ein anderer Grund ist, dass ich versuche herauszufinden, wie du dir ein Schulsystem vorstellst, in dem die von dir dargestellten Vorgehensweisen abgebildet werden. Selbst mit dem 3-gliedrigen System + Förderschulen, das mir von früher bekannt ist, hat es nichts zu tun.

    Die Kurzform schilderte ich doch gestern hier. Am Ende steht ein tatsächlich durchlässiges, gut finanziertes System, wo Lehrer kleinere und weniger Klassen optimal unterrichten können, ohne ihre Energie für andere Dinge zu vergeuden, während die Schüler die Schulen haben, die zu ihnen passen. Da ist die HS auch keine 'Resterampe' mehr, sondern tatsächlich die Hauptschule der Nation (so nennt man inzwischen die Gymnasien) mit Absolventen, von denen man bestimmte Fertigkeiten erwarten kann, die ihnen eine adäquate sozio-polit., -kulturelle und -ökonomische Teilhabe ermöglichen (analog dies auch für die anderen Schulen). Wir haben das System so zerschossen, dass das Abi weitgehend entwertete Grundvoraussetzung geworden ist und alle anderen Abschlüsse mit entwertet hat.

    Danke, ich habe verstanden, dass du meine Worte nicht lesen kannst.

    Wohin soll ich dir das Pflaster kleben ... oder möchtest du lieber ein Eis?

    Uuh... ein 'sääälbaaa' aus dem Kindergarten. Passt ja zum kindischen Vorgeben, das gen. Maskulinum nicht verstanden haben zu wollen. gäähn

    Unterrichtest zwar Deutsch, ich helfe dir aber dennoch: Ich habe nirgendwo geschrieben, dass "die Mehrheit [m]einer Schüler [...] nicht geeignet" sei, "eine SekI-Schule zu besuchen" - is' nicht sooo schwer.

    Mal ungeachtet dessen ist dein Ansatz für das, was auch immer du hier versuchst, ja Quatsch: n Schüler sind nicht für Schulform A geeignet, sollen aber trotzdem dort hin, weil andernorts kein Platz sei? Aaahja...

    Lass doch mal den Quatsch und schreibe konkret, worum es dir eigtl. geht.

    😎

    Also doch Erziehung ... hattest du vorher wohl vergessen zu erwähnen.

    Geht es dir eigtl. nur um den Konflikt als Selbstzweck oder hast du ernsthaft irgendetwas beizutragen... oder warum stellst du dich so bemüht unverständig und konfrontativ? Ich habe btw nichts vergessen, somdern die Erziehung implizit unter die genannten Aufgaben subsumiert.

    Zitat

    Woraus schließt du denn, dass die Eltern die Sozialkompetenzen vermitteln sollen?

    Gibt das so 'ne Buchstabensammlung namens Grundgesetz und darin den Art. 6 Abs. 2, zzgl. § 1631 BGB und § 1 SGB VIII. Solltest du als Lehrerin kennen...

    Zitat

    Musst du diese nicht bewerten?

    Im Rahmen meiner professionellen Arbeit bewerte ich keine Sozialkompetenzen, allenfalls Effekte, die das Fehlen derselben auf die zu bewertende Leistung haben kann (und i.d.R. auch hat).

    Zitat

    Gibt es in deinem BL keine Anmerkungen zum Sozialverhalten in der Schule?

    Oneliner auf dem Zeugnis ohne jede Relevanz...

    Das ist keine Antwort auf die Frage, wohin denn all die Schüler:innen gehen sollen, die angeblich nicht auf eine H,R,Gy,GeSa Schule gehören.

    Papo schreibt

    Also ist die Mehrheit seiner Schüler - und vermutlich Schülerinnen, es kann aber ja auch eine Jungenschule sein, - nicht geeignet, eine SekI-Schule zu besuchen und dabei geht es nur um die, die seine Klassen/Kurse an seinem Gym besuchen.

    Wo also sollen sie sein, die Schulen, die diese Schüler:innen aufnehmen und beschulen?

    Textverständnis is' 'ne hohe Hürde, gell? Palim-N4T-vibes.... Ich reiche dir gerne nach deinem Stolpern ein Pflaster, aber erst dann, wenn du selbst gemerkt hast, dass ich nicht schrieb, was du so bemüht falsch verstehst.

    😎

    Wo bleibt bei dir Beratung [...] und Innovation?

    Das ist Mittel zum Zweck von Schule. Die Frage ist jetzt, was konkret die diesbzgl. Aufgabe von Schule sein soll:
    Sie soll dort, wo das autopietische (seitens des Grundgesetzes basal normierte) Ziel der Sicherstellung einer pluralistischen, sozialen, freiheitlich-demokratischen, aber auch leistungsorientierten Grundordnung (durch die Ermöglichung von sozio-politischer, -kultureller und -ökonomischer Partizipation unserer Schüler am Ende ihrer Schulkarriere) gefährdet ist, auch ggf. eine Korrekturfunktion darstellt.

    Ziel ist es, die Schüler im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch Bildung letztlich zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen, demokratischen Staatsbürgern zu erziehen, die zu sozio-politischer, -kultureller undöknomischer Partizipation, zur Mündigkeit, zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit (im Rahmen der fdGO) befähigt werden. Es geht also um Erziehung durch (qualifizierende) Bildung, aber nicht ausschl., so ist es ja auch intendiert, dass Schüler in Klassen/Kursen zusammen lernen (Stichwort: Gemeinschaftsfähigkeit), wird auf basale (elterlicherseits zu vermittelnde) Sozialkompetenzen abgestellt u.ä. Das geht m.E. optimalerweise in einem gegliederten, auf unterschiedliche Grundvoraussetzungen hin optimiertem System (wenn wir nicht dem Hebel direkt am gesamtgesellschaftlichen 'System' ansetzen umd bspw. den Weg Japans etc. gehen wollen).

    Zitat

    Was ist falsch daran, die erworbene Profession für das Wohl der Kinder einzusetzen?

    Fällt dir selbst auf, dass du 'nen Strohmann formulierst?

    Zitat

    Ich wusste nicht, dass das Gymnasium eine Anstalt für technische Geräte ist.

    Aaahja... auf dem Niveau sind wir also. Aber ja, Schüler müssen im einer Gesellschaft im oben skizzierten Rahmen letztlich 'funktionieren' (d.h. hier die sozialen, motivationalen und kognitiv-intellektuellen Anforderungen der entsprechenden Schulform erfüllen), egal ob du dich an der Wortwahl störst und tone policing betreiben willst.

    Zitat

    Auch frage ich mich, auf welche Schulform die Schüler:innen gehen sollen, die du siehst und beurteilst und alle für die HRGyGeSa-Schulen nicht geeignet hältst. Du wünschst dir ein 3-gliedriges Schulsystem, aber wo ist da der Platz für diese Schüler:innen?

    Am Emde bleibt für diejenigen, die kognitiv-intellektuell u./o. psychoemotional (etc.) nicht umter den Bedingungen von Regelschulen derart beschulbar sind, dass dabei nicht Sinn und Zweck von Schule (s.o.) für alle Beteiligten konterkariert wird, die Förderschule.

    Und um den Bogen zum eigtl. Thema mal wieder zu schlagen:

    Natürlich dürften auch "verhaltensauffällig[e] Schüle[r]", "recht starr[e] Rahmenbedingungen des Schuldienstes" u.ä., Gründe sein, warum Quereinsteiger den Beruf wieder verlassen, zumal diese oft berufstechnisch flexibler sind.

    Hinzu dürfte kommen, dass sich Lehrer oftmals kaum mehr (primär) auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können: Das Unterrichten bzw. die Qualifikation, Selektion und Allokation. Ich (stellvertretend für wahrscheinl. nicht wenige Lehrer, zumindest außerhalb dieses Forums) ziehe den Wert meiner Profession aus der Relevanz der gesellschaftlichen Aufgabe, die ich eigentlich erfülle, nicht weil ich „all mein Fühlen, Denken und Handeln im Beruf auf das Wohl der mir anvertrauten Kinder hin“ (Klaus Zierer) ausrichten würde, das ist nicht meine Aufgabe. Aber die Bildungspolitik erschwert mir die Wahrnehmung dieser Aufgabe massiv, macht sie zum Teil unmöglich.

    Und das ist es, was frustriert. Das ist es, was auch viele Kollegen psychisch zermürbt: Die miserablen Rahmenbedingungen, die Torpedierung der Hauptaufgaben der Lehrerprofession. Was alles schief läuft, lässt sich anhand der folgenden Desiderata erahnen. Denn wir brauchen all das Folgende – in a nutshell:

    • Deutlich (!) kleinere, leistungshomogenere Klassen,
    • deutliche Lehr- statt Lernorientierung, damit einhergehend die Abschaffung inadäquater Binnendifferenzierung und Co.
    • Stellen einer adäquaten Vertretungsreserve,
    • deutliche Reduktion, Abschaffung bzw. Auslagerung von zusätzlichen Verwaltungsaufgaben, von der Erstellung von Förderplänen, über redundante Fachabsprachen zu Beginn eines jeden Schuljahres (bei uns gang und gäbe… geht jedes Mal ein ganzer Tag verloren, obwohl es doch nur copy & paste ist) und Konferenzen, die durch eine kurze E-Mail substitutiert werden könnten, bis zu im Wesentlichen der Profession fremden Zusatzaufgaben (wie z.B. die IT-Verwaltung an der Schule durch Lehrer), einschl. Aufsichten (Pausen; Klausuren etc.) und Co. Vielleicht könnte man sogar einen Teil der Korrekturen outsourcen (Blindkorrekturen wären wohl auch im Sinne der Bildungsgerechtigkeit).
    • Deutliche Reduktion der zu unterrichtenden Klassen/Kurse (s.o.) i. V. m. deutlichen (!) Entlastungen für Lehrer, die von ihren Fächern her bereits mit einem deutlichen Mehraufwand bei der Konzeption und Korrektur von Klassenarbeiten/Klausuren belastet sind, die Klassenlehrertätigkeiten u.ä. übernehmen. Adäquate Entlastungen sind generell notwendig (*lol* eine Stunde für Digitalisierungsbeauftragte… ist klar).
    • Deutliche Vereinfachungen der Anwendung von Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Wenn ich für das Nachsitzen eines Schüler (a) meine persönliche Freizeit opfern und (b) auch noch das Einverständnis der Personensorgeberechtigten einholen muss, verpufft Dergleichen…
    • Deutliche Erschwerung von Widersprüchen u. ä.
    • Verbindlichkeit der Schullaufbahnzuordnung durch die Grundschulen, nicht durch die Personensorgeberechtigten. Ein Gros meiner Schüler ist definitiv nicht (!) für das Gymnasium, die Realschulen und bisweilen die Hauptschulen geeignet, (intellektuell-)kognitiv, motivational u./o. psychisch (Stichworte: Frustrationstoleranz; Bewältigungsstrategien etc.), ich erwarte allerdings ihre Funktionstüchtigkeit für die entsprechende Schulform, wenn sie an unsere weiterführende Schule (ein Gymnasium) wechseln. Ich bin nicht Animateur, Seelsorger, Therapeut u./o. Wunderwirker mit funktionsfähigem Nürnberger Trichter.
    • Zusätzlich zum letzten Punkt (und im Einklang mit den ersten beiden Punkten): Stärkung des dreigliedrigen Schulsystems und des Förderschulsystems, so dass auch de facto die Schulen durchlässig sind und es nicht (wie bei uns) zu der Situation kommen kann, dass bei zu schlechten Leistungen auf dem Gymnasium einem Schüler, der optimal für die Realschule geeignet wäre, tatsächlich nur noch die Hauptschule offensteht.
    • Regelmäßige (bedarfsorientierte) Instandsetzungen und Modernisierungen der Schulgebäude, ihres Interieurs, ihrer infrastrukturellen Ausstattung (aber wenn ich da an die IT-Infrastruktur in Gesamtdeutschland denke… Kupferleitungen wtf?!), auch mit Lehr-/Lernmitteln etc.
    • Eine garantierte hinreichende Versorgung mit Lehr-/Lernmitteln, so dass nicht ganze Jahrgänge ohne Lehr-/Lernmaterial dastehen, Lehrer ihre eigenen Bücher selbst kaufen müssen u.ä.; damit einhergehend: Reformierung der rechtlichen Regelungen für die Verfielfältigung von Kopien im Rahmen der Lehre (die Mengen, die ich eigtl. nur kopieren darf, sind absurd).
    • Abschaffung der „Qualitätsanalysen“ u. ä. Quatsch.
    • Mehr Autonomie für Schulen und Lehrer… inkl. Abschaffung des Zentralabiturs?! Führte jedenfalls zu mehr Planungssicherheit seitens der Lehrer, gezielter vorbereitenden Unterricht u. ä.
    • Zurückhaltende, den Lehrern aber wohlgesonnene Kultusministerien/-minister, die einen (a) nicht für dumm verkaufen wollen (Stichwort: Schulen als „sichere Orte“ in der Pandemie; O-Ton Y. Gebauer), die (b) einfach mal die Füße still halten, statt wieder einem neuen pädagogischen/didaktischen Trend hinterherzulaufen (weil er kostengünstiger ist u./o. Wählerstimmen verspricht), die (c) zur Abwechslugn offen und ehrlich den Stand der Dinge kommunizieren, Schule nicht als Wohlfühlveranstaltung verklären, bei der jeder alles können und erreichen soll, sondern Schule als Selektions- und Allokationsinstanz würdigen und i.d.S. den Niveauverlust nicht weiter aktiv befeuern (s. „ausreichend minus“ statt schlechter bei 50 % falschen Leistungen). Wertschätzung und so… Bildungspolitik ernst nehmen und so…
    • Natürlich: Mehr Geld wäre auch schön.
    • Erleichterung des Seiteneinstiegs von Akademikern mit Diplom-, Magister- oder Masterabschluss,
    • Reform des Lehramtstudiums (Stichwort: Polyvalenz). Gleichsam auch eine Reform oder gar Abschaffung des Referendariats: Lasst die Studienabsolventen drei Monate unterrichten, dann sieht ja jeder, ob das was wird oder nicht, den ganzen Bumms drumherum braucht es nicht.

    Und weil all das nicht gegeben ist, geht es i. S. e. Abwärtsspirale… ja, abwärts halt, mit anhaltender Beschleunigung. Und da sind wir beim Ausgangspunkt: Die Desiderata zeigen uns, woran es fehlt und womit die Kernaufgabe der Lehrerprofession sukzessive unterminiert wird.

    Die allerortens (auch politisch protegierte) Anpassung nach unten hin ist eines der Symptome. Man merkt es ja vielleicht auch selbst, das deutlich verkürzt wird, ohne dass die Rahmenbedingungen angepasst werden:
    Da mussten (hier in NRW beispielsweise) in der Unter-/Mittelstufe ehedem noch drei Klassenarbeiten bis zu den Weihnachtsferien geschrieben werden, egal wie viele Klassen/Kurse man in den Stufen hat, egal wie viele Oberstufenkurse inklusive Klausuren man betreuen muss, egal wie hoch der Krankenstand ist, egal wieviele Stunden zusätzlich ausfallen, egal wie viele (redundante) Konferenzen einem gleichzeitig oktroyiert werden, egal ob noch Tage der offenen Türen, Qualitätsanalysen und Co. ins Haus stehen… und wenn man dann nicht selbst krank wird, dann werden zumindest oftmals die Leistungsüberprüfungen angepasst, vulgo simplifiziert, einfach damit man die schiere Menge an Klassenarbeiten/Klausuren überhaupt noch vor Notenschluss korrigiert bekommt (bspw. lieber multiple-choice-Aufgaben zum Abhaken, statt Freitextformate) – ich kann mich davon nicht freimachen, aber es ist nicht das, was ich eigtlich im Sinn habe, was der Bedeutung meiner Aufgabe angemessen wäre.

    Und gegen Ende des Schuljahres werden unzählige Defizite plötzlich wieder gerade noch so keine Defizite mehr sein… damit man nicht auch in den Sommerferien Bestehensprüfungen für Schüler konzipieren muss, die ja in der Regel im Gros nicht ohne Grund nicht versetzt werden und bei denen regelmäßig auch eindeutig ist, dass sie die Bestehensprüfung nicht schaffen werden. So erlebe ich das regelmäßig: Von den circa zwei Dutzend 10-ern, die eigentlich nicht versetzt wären, bleibt nach den Zeugniskonferenzen dann, wie durch ein Wunder, noch ein halbes Dutzend (die Hälfte davon dann wieder bei mir), weil man sich nicht mit Widersprüchen auseinandersetzen, weil man seine Freizeit nicht opfern will. Und ich kann es den Kollegen nicht verübeln, denn es ist eines der vielen systemischen Probleme, die zur massiven Erosion unseres Bildungssystems beitragen.

    Und all das frustriert… und jemand mit weniger Resilienz oder mit höheren (vulgo: illusorischen) Ansprüchen an seinen Unterricht und vielmehr die heutige Schülerschaft, mit mehr Mitgefühl für seine Schüler (und der Attitüde alle ‚retten‘ zu wollen) mag da in den Burnout getrieben werden. Es ist ja auch zum Verzweifeln.

    Das Resultat ist dann am Ende auch das, was wohl ohnehin zunimmt: Nur noch Dienst nach Vorschrift (oder moderner: quiet quitting). Nicht falsch verstehen: Das ist nicht, was ich will… aber das ist ein Selbstschutzmechanismus, der wohl vielen der Ausweg sein wird, wenn das System nicht eine 180°-Drehung zu seinen Wurzeln vornimmt.

    Etc.

    Und jetzt der Bogen zum eigtl. Thema:

    Das wird auch das Bestehen eines Referendariats nicht ändern (gerne mal informieren, wie es mit den Ausstiegsquoten 'ordentlicher' Lehrer aussieht - GIYF).

    😎

    Und dieser Beitrag sowie das Auslachen von Magellans Beitrag sind ein Ausbund an Freundlichkeit und sachlichem Einwand?

    Aktion und Reaktion, liebste Quitte. Mich wundert es nicht, dass du, die du ihm ja ein "Gefällt mir" erteilt hast, das Problem nicht im fortwährenden Mangel "an Freundlichkeit und sachlichem Einwand" siehst, sondern darin, dass diesem Mangel reaktiv-desavouriend der Spiegel vorgehalten wird - Splitter und Balken und so...

    Zitat

    Aber wer findet, dass Jugendliche per se mehr schlechte Eigenschaften haben "als früher" und kein gutes Haar an seinen Klassen lässt, hat nur von seiner Sicht gesprochen und nicht einen objektiv beobachtbaren Zustand beschrieben.

    Was soll man dazu äußern, außer dasss du hier gerade einen Strohmann zum Abarbeiten formulierst? Bleib doch bei dem, was Maylin85 tatsächlich schreibt.

    😎

    Ist doch völlig egal. Wenn ich möchte, dass der Prüfling was Gescheites sagen kann zu dem Text, brauche ich einen, der zum Unterrichtsinhalt passt und das sind nun mal keine alten Kamellen. Es ist so oder so schwer einen passenden Text zu finden, egal ob der 2 oder 7 Jahre alt ist. Und darum geht es ja..

    Ich teile deine Pauschalisierung nicht. Kommt schlichtweg auf das Zusammenwirken von Thema, Fragen, Unterrichtsinhalten und Prüfungszweck an. Will ich prüfen, wie die Textrezeptionskompetenzen sind, geht das ggf. auch mit "alten Kamellen".

Werbung