Beiträge von PaPo

    Sagt der, der aus einem anderen Forum geflogen ist, um hier weiterzupöbeln? Lustig ist da leider gar nichts.

    Wie schlagfertig du doch bist! :D

    Aber ja, versuche dich weiter im framing - "geflogen"? Nein, nichtveröffentlicht von Personen, die Positionen und ein Verhalten wie deine/s zeigen (also mit Sachargumenten nicht umgehen können und kognitive Dissonanz ihrerseits mit wildesten roten Heringen zu kuvrieren versuchen - war mir einfach irgendwann zu blöd, sachliche Kommentare zu schreiben, dafür zu recherchieren etc., nur um dann willkürlich nicht veröffentlicht zu werden, weil irgendwelche Deppen in der Redaktion 'ne Vendetta führen wollten und mit Moderationswerkzeugen den Diskurs manipulierten, weil ich darlegte, dass sie hier und dort Falsch- und Fehlbehauptingen etc. veröffentlichen - weißt du aber, du hast meine Kommentare darüber hier gelesen, sonst würdest du das gar nicht erwähnen und wider besseren Wissens gegen mich verwenden wollen).

    Ist jetzt dein Beleg für was?!

    Du solltest vielleicht auch nicht anderen unterrstellen, zu pöbeln, alleine deine Kommentare auf meine Beiträge hier im Thread zeigen deutlich, wie projektiv das ist.

    In der Tat: Lustig ist da leider gar nichts, sondern insb. für eine Lehrkraft extremst beschämend. Und deine konstanten persönlichen Attacken, deine Verbalnjurien, Ablenkungsmanöver, deine Versuche der Metadiskussionen über Personen statt Inhalte u.ä. bleiben hier trotz Meldungen stehen, während deutlich harmlosere Reaktionen oder Spiegelungen auch deines Verhaltens einkassiert werden. Case closed.

    Isr dieses derailment hier in deinem Sinne, ja? Die Generalkritik an der einschlägigen Forschung u.ä. ist ja damit untergegangen, dein Ziel hier erreicht. Gewonnen im öffentlichen Diskurs hast du aber nichts - im Gegenteil: Eben so ein Verhalten dürfte mitverantwortlich sein, dass das Projekt 'Gendern' gesamtgesellschaftlich eigtl. außerhalb einiger Elfenbeintürme beendet ist - die Statistiken sind eindeutig, z.B. (Achtung! Schlimmer Beitrag, der bei N4T nicht vetöffentlicht wurde und meine Nichtveröffentlichung mitbegründest, mit der du dich perfide gemein machst):

    Man nehme die im Oktober letzten Jahres veröffentlichte Shell Jugendstudie 2024. Man beachte die Werte in der Tabelle "Wie stehen Teenager, Jugendliche und junge Erwachsene zum Gendern?" - zur Frage "Wie stehst du zum Gendern in der deutschen Sprache? Beispiel Schüler*innen, Fahrradfahrer:innen" wurden die Likert-skalierten Antworten ("eher bzw. völlig dafür"; "egal"; "eher bzw. völlig dagegen"; "keine Angabe") nach Alter, Geschlecht, sozialer Schicht und Wohnort differenziert. Einige relevante Ergebnisse:

    Ist Gendern Ausdruck einer elitären Bubble? Zum Gendern antworteten die Befragten:

    • "eher dafür bzw. völlig dafür" waren vornehmlich Befragte aus der "[o]bere[n] Schicht" mit 36 % (der höchste Zustimmungswert für diese Kategorie in der kompletten Tabelle), das sind 14 % mehr als bei der Schicht mit dem zweithöchsten Zustimmungswert für diese Kategorie.
    • "eher dafür bzw. völlig dafür" waren zudem vornehmlich Befragte aus "Kerngebiete[n] von Ballungsräumen" mit 28 %, was immerhin auch ein Abstand von 6 % zum zweithöchsten Wert von 22 % in "Randgebiete[n] von Ballungsräumen" ist.

    Leider wurde der höchste Bildungsabschluss bzw. die aktuelle Profession der Befragten nicht erfasst - "soziale Schicht" deckt dies nicht wirklich ab. Man darf aber mutmaßen, dass mit höherer Bildung / mit derzeitigem/abgeschlossenem Studium (zumindest bestimmter Disziplinen) auch eine höhere Tendenz zur Antwort "eher dafür bzw. völlig dafür" einhergeht.

    Dass es ein Phänomen eher weiblicher (33 % für "eher dafür bzw. völlig dafür" im Vergleich zu 12 % männlichen Befragten) Teenager, Jugendlicher und junger Erwachsener aus der "[o]bere[n] Schicht" in "Randgebiete[n]" und "Kerngebiete[n] von Ballungsräumen" ist, wird aber (nicht überraschend) klar. Also doch ein "Bubble"-Phänomen, das hier einige recht vehement verneinen?!

    Denn die anderen Ergebnisse sind auch recht eindeutig:

    • In jeder Kategorie, außer bei weiblichen Befragten (33 % sind für "eher dafür bzw. völlig dafür", während 31 % "eher bzw. völlig dagegen" sind), ist die Ablehnung von Gendern enorm überwiegend: Im Schnitt sind 42,93 % der Befragten "eher bzw. völlig dagegen", lediglich 21,33 % "eher dafür bzw. völlig dafür" - ein Unterschied von 21,6 %.
    • Der geringste Unterschied zwischen "eher bzw. völlig dagegen" (37 %) und "eher dafür bzw. völlig dafür" (36 %) findet sich bei der "[o]bere[n] Schicht", aber abgesehen davon beträgt der Unterschied zuungunsten des Gendern mind. 6 % ("Kerngebiete von Ballungsräumen") und max. 49 % ("[l]ändlicher Raum").

    Man kann auch einige Tendenzen wahrnehmen:

    • In ruralen Gegenden wird das Gendern (erwartbar) noch massiver abgelehnt / noch weniger akzeptiert, als in den Städten: "Kerngebiete von Ballungsräumen": "eher dafür bzw. völlig dafür" = 28 % | "eher bzw. völlig dagegen" = 34 % VS. "[l]ändlicher Raum" ("eher dafür bzw. völlig dafür" = 10 % | "eher bzw. völlig dagegen" = 59 %)
    • Der bereits erwähnte Geschlechterunterschied überrascht auch nicht, aber auch bei weiblichen Befragten ist das Gendern nicht sonderlich, jedenfalls nicht mehrheitlich etabliert; weiblich: "eher dafür bzw. völlig dafür" = 33 % | "eher bzw. völlig dagegen" = 31 % VS. männlich: "eher dafür bzw. völlig dafür" = 12 % | "eher bzw. völlig dagegen" = 52 %.

    Etc. Etc. Etc.

    (Hast recht, so ein Beitrag ist aaabsolut ban-würdig... böse kognitive Dissonanz aber auch).

    Aber so oder so: Der Ofen ist aus...

    Lehrkraftens...

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    Klassiker! ^^

    Ach, PaPo. Es ist echt amüsant, wie du meinst, hier im Forum andere User*innen ständig provozieren und als dumm dastehen lassen zu wollen. Du musst es ja wirklich nötig haben. Armer Mensch!

    EDIT: Ja, eben, Fröschle, das ist es. "Diskussionen" benötigen eine/n Diskussionspartner*in, die/der sich u. a. auch auf Gegenargumente einlässt und nicht grundsätzlich alles, was der eigenen Argumentation entgegengesetzt wird, als "wenig konkret", "falsch", "lächerlich" und was nicht noch alles zu bezeichnen. Irgendwer wird schon übers Stöckchen hüpfen, gell?

    Oooh... the irony! *Lachträne wegwisch*

    Wie immer von dir (und Co.), nichts zum Inhalt. Bringt doch einfach ein einziges Mal für iiirgendetwas "Gegenargumente", bevor ihr lamentiert, dass man eure roten Heringe dingfest macht - zu artikulieren, wie doof ihr mich findet, mich (infantil) ridikülisieren zu wollen und nie mit auch nur einer Silbe auf die Inhalte einzugehen, ist tatsächlich null Diskussionsgrundlage. Dann aber jammern, wenn man dies so klar benennt. Is' klar. Funktioniert ja auch, gell? Über die erheblichen Probleme der Forschung, logische Konsistenzprobleme bei Konzessionen u.ä. wird ja dann nicht mehr gesprochen. Dass dich Inhaltsargumente derart "provozieren", ist dein eigenes Problem.

    Edit: Kurios auch, dass es dir Problem ist, wenn wenig Konkretes als "wenig konkret" und sachlich Falsches als "falsch" bezeichnet wird. Amüsant, dass dir die Feststellung "lächerlich" meinerseits Problem, der gleiche Vorwurf artikuliert von dir genehmen Kommentatoren (die ich damit übrigens spiegle) keine Silbe wert ist (Doppelmoral und so).

    Vorschlag: Versuch das doch mal, die Sache mit den Gegenargumrnten. Würde mich freuen.

    *lol*

    Interessant, dass du einen Beitrag von mir zitierst, den ich schon längst gelöscht habe. Hast du den extra gespeichert, nur damit du nochmal deine "Argumente" anbringen kannst? Wie ich bei meiner Löschung schon schrieb: "Diskussionen" mit dir bringen sowieso nichts.

    Spar dir die Paranoia, ich habe lediglich step by step - während wichtigerer Beschäftigung - nebenbei immer mal etwas als Antwort getippt und die Seite hier nicht aktualisiert, während du zwischendurch deinen Kommentar gelöscht hast.

    Aber ja, natürlich ist eine Diskussuin mit mir, die du btw noch nie versucht hast (deine inhaltsfernen roten Heringe u.ä., wie diejenigen, auf die ich gerade reagiere, qualifizieren sich nicht als Diskussionsbeiträge), füt dich nicht lohnenswert, ist doch überdeutlich, dass du Argumenten bislang nie inhaltlich etwas entgegenzusetzen hattest, so wie jetzt auch.

    Müsste doch einfach sein, wenn ich nur 'Blech' schreibe.. Warum nur gelingt dir und Co. das dann nie? Wie lächerlich, wie projektiv, wie durchschaubar, da Argumente meinerseits in Anfährungszeichen zu setzen.

    Aber lass mich raten, auch hier wird nichts kommen, was mich konkret Lügen straft, keine Bekspiele für Studien z.B., die die skizzierten Probleme nicht haben, keine Erläuterungen, warum die Studien dennoch aussagekräftig seien etc. etc. etc., sondern nur shooting the messenger-Versuche - "bah"!

    ¯\_(ツ)_/¯

    Das Wort "hier" kam im Beitrag von Quittengelee nicht vor.

    Macht die Bemerkung dann noch sinnfreier. Es ging mir um eine fiktiionale, aber anschauliche Illustration der Problematik inadäquater Operationalisierungen der unabhängigen Variablen resp. (auch) deren (fehlender) ökologischen Validität in den einschlägigen Studien (nicht die Präsentation von 'nem authentischen item). Dass exakt dieses Beispiel im Englischen mit der geschlechtlichen Ambiguität von 'surgeon' (oder whatever) 'spielt' und auch der Artikel 'the' nicht geschlechtskodiert ist (wie das "der" in meinem Beispiel), weil das 'Rätsel' im 'Original' auf sex / gender role expectations, Rollenklischees u.ä. hinweisen will, ist irrelevant. Darauf, dass es im 'Original' um etwas anderes ging despektierlich und wenig konkret hinzuweisen und zu meinen, damit meine Kritik irgendwie tangiert zu haben, demonstriert eindrücklich, dass diese Kritik nicht verstanden wurde.

    PaPo

    Du bist also der Überzeugung, dass alle diese hier aufgeführten komplett Unrecht haben?

    Kenne ich alle (und habe mich auch auf diese unbenannt mit meiner Kritik bezogen, gerade auch Vervecken, Sczezny, Gygax et al., die ja obligatorischerweise immer als vermeintl. 'Kronzeugen' genannt werden). Mal ungeachtet dessen, dass ein Gros dieser Studien (sind ja nichtmal alle welche) überhaupt nicht einschlägig ist (und ich über deren Untersuchungsgegenstände nichts geschrieben habe... wirkt nicht wie selbst gelesen, sondern lediglich irgendwie ungelesen zusammengetragen):

    Welche der angeführten (einschlägigen) Studien leidet denn nicht an den skizzierten Problemen, ja i.d.R. einer Vielzahl derselben? Gerne konkret benennen, welche konkrete Studie welche(s) der Probleme nicht hat. Du hast die Studien ja alle gelesen, oder? Die Probleme sind ja, wie erwähnt, endemisch (ein Schluss, zu dem man gerade erst nach Rezeption des Forschungskorpus kommen kann; ich empfehle abrrmals auch das obige Video) - die Studienmenge belegt ja erstmal überhaupt gar nichts zur Richtigkeit der dort präsentierten Ergebnisse. Allenfalls spricht es gegen die Disziplin, wenn immer wieder dieselben Probleme reproduziert und nicht reflektiert werden.

    Maxst du dir wehnigstens 1/10 der Zeit nehmen, die du zum Generieren deiner Beiträge aufwähndest, um deine Tipföhler rawszueditieren? Dass worden die Lehsbagkridt unhaimluch etlaicheren.

    Dir mag aufgefallen sein, dass ich meine Beiträge (wie bereits erwähnt) i.d.R. ersrmal auf viel zu kleiner Handytastatur, viel zu kle8nem Display und mit viel zu großen Fingern on the fly und ohne Brille runtertippe und danach korrigiere. Wenn du mir nachstellst und ein paar Sekunden nach Veröffentlichung meiner Beiträge, z.T. noch während ich editiere, unbedingt instantan reagieren musst, um dich an Tippfehlern mit Ridikülisierungsabsicht aufzuhängen, weil du inhaltlich schon nichts zu erwidern hast, ist das ein äußert unangenehmer, tief blicken lassender Charakterzug, der am Ende einzig dir schadet, weil jedem aufallen sollte, wie verzweifelt du vom Inhalt meiner Beiträge (immer und immer wieder) abzulenken versuchst. Ganz "schlau[es]" Verhalten. Ist m.E. einer Lehkraft unwürdig.

    Aber vielen Dank, ich werde die Tippfehler korrigieren.

    Kommt im Gegenzug von dir dann mal was inhaltliches?! Die Dekonstruktion des Forschungskorpus scheint ja hart zu triggern und massiv kognitive Dissonanz zu zu evozieren - shooting the messenger und so... ;)

    PaPo , die Geschichte mit dem Chirurg kommt aus dem Englischen, wenn du so schlau wärst, wie du selbst denkst, würdest du verstehen, warum deine Kritik daran Blödsinn ist.

    Wie könnte ich auch nur gegen diese fundierte, elaborierte Kritik deinerseits bestehen - das argumentative Niveau, unerreicht! :)

    "[W]enn du so schlau wärst, wie du selbst denkst," würde dir auffallen, dass du die Kritik offenbar nicht verstanden hast, sonst hättest du nicht entgegnet, was du entgegnet hast (Tipp: es geht darum, dass derartiges nicht zur Operationalisierung der unabhängigen Variablen taugt, aber dennoch verwendet wird... aber erläutere doch biiitteee, warum meine Kritik "Blödsinn" ist, alleine für den Nachweis, dass du die Kritik nicht verstanden hast) und ein "wurde schon vor Jahren erzählt, [...] 'deine' [...] Kritik daran ist dadurch hinfällig" kein Gegenargument für irgendetwas ist, was ich schrieb. Alles andere wurde dir bereits entgegnet, ich werde dich nicht aufhalten, sich als Lehrerin weiterhin derart diskursfeindlich-nonargumentativ, unwisenschaftlich bis wissenschaftsfeindlich zu gerieren. Inhaltlich kommt ja von dir (wie immer) nichts. *gähn*

    Du hast Recht und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

    Ich halte diese ganzen 'Argumente', die sachlich-inhaltlichen Diskurs mit uninformierten Meinungen, Emotionalisierungen und irgendwelchen hermetisierenden -ismen und -phobien (die Rede von 'alten, weißen Männern' und ähnlicher gerontophober, rassisrischer, sexistischer Unsinn) oder sinstigen roten Heringen abwürgen wollen, auch für "bah" - schön, dass du zustimmst!

    "deine" KI-generierte Kritik daran ist dadurch hinfällig.

    :)

    Man darf natürlich fragen, was das soll, aus einer derart umfangreichen Generalkritik an der einschlägigen Forschung, ein Satzfragment zu zitieren und fälschlch zu behaupten, dies sei hier "schon vor Jahren" Thema gewesen, womit die Kritik hinfällig würde. Du hast nicht verstanden, dass es um Kritik an der einschlägigen Forschung geht, die hier nie das Thema war, und dass diese Kritik nicht hinfällig wird, wenn du dich mal laienhaft mit einem ähnlichen 'Rötsel' wie dem rezitierten auseinandergesetzt hast - die Kritik basiert nicht auf dkesem Satz, das war nur eine Illustration für umzählige endemische Forschungsprobleme, von denen du garantiert zum ersten Mal gelesen hast.

    Das sagt viel über dich aus, dass du dir einreden musst, meine Kritik sei KI-generiert (gerne bei N4T nachgucken, ich habe diese bereits so formuliert, als entsprechende Chatbots u.ä. noch Zukunftsmusuk waren). Aber OK, du willst halt (mal wieder) abwerten, statt dich inhaltlich mit der Gesamtkritik auseinanderzusetzen.

    "Die Freiheit des einzelnen endet bei der Freiheit des anderen." (Angeblich Immanuel Kant)

    Wenns mir also vernachlässigbare Probleme bereitet, mache ich das gerne. Genauso wie ich Rücksicht auf Vegetarier, Veganer, Muslime, Juden, Kommunisten, etc. nehme. Solange wie mir der Veganer dann nicht mein Fleisch wegnimmt, der Jude von mir Schächten meines Essens verlangt oder der Kommunist mein Haus enteignen möchte.

    Unsere Welt besteht aus Dutzenden von verschiedenen Weltanschauungen und ein wenig Toleranz und Liebe täte uns allen sehr gut. Was ich hier vor allem lese ist ein "Rechthaben" bei völlig unerheblichen Dingen, ohne Rücksicht auf Andere und mit einer Gehässigkeit, die ich wirklich eklig finde. Aber wie gesagt, das wundert mich manchmal gar nicht (Rückverweis auf meinen Kommentar zur Berufsschule).

    Ich war mal gegen Gebote zum Gendern. Ich bin da immer noch gegen. Aber die Argumentationen hier sind ... bah.

    Die Antwort geht an meiner Frage und an der Problematik vorbei. Mithin praktizierst du mit dem Gendern nicht lediglich Toleranz, sondern affirmierst die Befindlichkeit deines Gegenübers resp. dessen z.B. Vorstellung, dass das sich vom gen. Maskulinum "ausgeschlossen und verletzt [F]ühlen" irgendwie plausibel oder sonstwie zustimmungsfähig wäre, wo bestenfalls aber schlichtweg Falschvorstellungen ggü. dem (Bedeutungsgehalt des) gen. Maskulinum(d) vorliegen, schlechterdings aber u.U. problematischer ideomogischer Bias. Deshalb meine Frage, wo du die Grenze der Bestätigung(!) des Gegenübers ziehst (mit dem Gendern ist man ein paar Schritte über Rücksichtahme, erst recht simple Toleranz hinaus).

    Oder anders: Wenn sich dein Gegenüber "ausgeschlossen und verletzt fühl[t]", wenn du es nicht mit 'Eure Majestät' ansprixhst, lachst du das dann auch, oder sind das keine "vernachlässigbare Probleme" mehr? Wie ist es mit "Weltanschauungen", die anomisches Potenzial haben, diametral zur fdGO verlaufen u.ä., affirmierst du diese auch, wenn sich das Gegenüber bei Nichtaffirmation negativ fühlt?

    Ich meine das n8cht aks Angriff, ich finde diese Form von Konzessionen nur befremdlich und i.d.R. mindestens auch inkonsequent. Und ich halte sie Affirmation von irrationalen "Weltanschauungen" insg. für problematisch.

    Aber OK, wir schweifen ab, eigtl. ist das alles (inkl. des framing des Nichtgenderns auch hier) bereits in meinen Ausgangsbeiträgen adressiert.

    Zitat

    oder der Kommunist mein Haus enteignen möchte.

    Würde er wohl an Ende doch schon wollen... ;)

    Weil ich Freunde und Bekannte habe, die sich davon ausgeschlossen und verletzt fühlen, wenn ich das nicht tue. Das reicht mir als Grund. Ich brauche keine fancy Studien oder andere Begründungen. "Nicht anderen Menschen weh tun" reicht mir.

    Du hast also nicht gelesen, was ich schrieb. Okay. :)

    Egal. Wo ziehst du denn die Grenze beim Primat der Gefühligkeit resp. der Rücksichtnahme auf unbegründete Befindlichkeiten und warum?

    Warum als 'Gendersprache' verwenden?

    Ungenommen, dass einige an die positiven Effekte i.S.e. 'Sichtbarmachens' glauben, weil sie die einschlägigen Studien nicht selbst kennen und Multiplikatoren vertrauen oder sie die Studien kennen, aber nicht selbst entsprechend kritisch rezipieren können, also ebenfalls die behauptungen der Studienautoren u./o. von Multiplikatoren unkritisch-affirmativ reproduzieren und gleichsam glauben, mit diesem 'Sichtbarmachen' letztlich Gutes zu bewirken (oft auch, weil das 'Unsichtbarmachen' i.S.v. slippery slope-Fehlschlüssen als Ausgangspunkt allerlei antiegalitärer bis anomischer Effekte kommuniziert wird).

    Gründe mögen sein: Falsche (fehlsame) resp. unkritisch-affirmative Darstellungen von Studienergebnissen (bzw. des Forschungsstands) im populären wie auch im fachwissenschaftlichen Diskurs selbst. Dies erfolgt durch die Falsch-/Fehldarstellungen externer Multiplikatoren (Journalisten; Dozenten; populär- aber auch fachwissenshafftl. Publikationen etc.), aber auch durch die Pressestellen der jeweiligen Universitäten (resp. Institute), an denen diese Studien angestellt werden (bspw. die universitätseigene Pressemitteilung zu „Genderlinguistik – Eine Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht“ von D. Nübling, H. Kotthoff und C. Schmitt aus dem Jahr 2018), und auch durch die beteiligten Forscher selbst, so hält ein Gros der einschlägigen Studien bspw. nicht, was in deren Abstracts u./o. Diskussionsteilen versprochen wird, was die eigenen Autoren auch behaupten.

    Ohnehin sind da viele Fehl- und Falschvorstellungen im Spiel, man denke an Auswüchse wie die sog. Feministische Linguistik und dort vorfindbare Behauptungen zum generischen Maskulinum (dass Menschen, die keine Männer sind, lediglich 'mitgemeint' seien u.ä.) und vermeintl. Patriarchalen Sprachgebrauch:

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    Man denke nur an Anatol Stefanowitsch, dessen Kritik am generischen Maskulinum offenbar primär auf der hier meinerseits bereits kritisierten Studie aus dem Jahr 2001 und einer ähnlichen aktuelleren Studie basiert, die die besagte Moderatorvariable der quasi Vorgängerstudie komplett ignorierte.

    Oft genannt auch "Zur Diskussion: Geschlechtergerechte Sprache als Thema der germanistischen Linguistik – exemplarisch exerziert am Streit um das sogenannte generische Maskulinum" von Gabriele Diewald [in: ZGL 2018M 46(2): 283-299], die aber zumindest selbst erkennt: “Mit dem Ausdruck ‘generisches Maskulinum’ wird eine Gebrauchskonvention des Deutschen bezeichnet, die im 20. Jahrhunderts als üblich akzeptiert wurde, und die im Wesentlichen darin besteht, grammatisch maskuline Personenbezeichnungen (im Singular oder Plural, z. B. der Kunde/die Kunden) zur Bezeichnung ‘gemischter Gruppen’ oder zum Ausdruck allgemeiner, d. h. geschlechtsunspezifischer Referenz auf Personen zu verwenden (vgl. Duden, Grammatik 2016: 160 f.).” Darauf folgt in dieser Studie abr ein “schon immer”-Strohmann als logischer Fehlschluss, der schon an Bulverism erinnert, gefolgt von noch mehr logischen Fehlschlüssen, z.B. den “Blick auf Webseiten von Bankinstituten”, als ob sich hier nicht bereits Effekte der öffentlichen Debatten/Diskurse finden würden (scheint mir eine Form von affirming the consequent zu sein). Ansonsten gilt auch hier einiges, was für die nächste Linguistin bzw. deren Ausführungen gilt, die zu nennen Sie sich sparen können.

    Die Ausführungen von Ursula Doleschal in “Das generische Maskulinum im Deutschen – Ein historischer Spaziergang durch die deutsche Grammatikschreibung von der Renaissance bis zur Postmoderne” aus dem Jahr 2002 auf den Seiten der Universität sind für den Bedeutungsgehalt des generischen Maskulinums, ob es inklusiv ist oder nicht, vollkommen irrelevant. Zum generischen Maskulinum führt sie aus: “Diese sprachliche Norm ist seit Ende der siebziger Jahre des 20.Jh. feministischer Kritik ausgesetzt […]. Eine Frage, die meines Wissens in der Diskussion um das generische Maskulinum im Deutschen bisher jedoch weder gestellt noch beantwortet wurde, ist jene, ob es dieses Phänomen seit jeher gegeben hat, und wenn nicht, woher es denn eigentlich kommt. Denn für kleine Kinder ist die Geschlechtsabstraktion mit Hilfe maskuliner Personenbezeichnungen keine Selbstverständlichkeit, sie lernen diese semantische Regel meinen Beobachtungen zufolge nicht vor dem Schuleintritt.” Ja, dass dies eine Selbstverständlichkeit wäre, behauptet ja auch niemand. Sprache basiert auf Konventionen und ist nichts Gottgegebenes o.ä. Diese semantische Regel wird nach dem Schuleintritt gelernt – Klappe zu, Affe tot. Die etymologische Perspektive der Autorin ist außerhalb eines rein wissenschafltichen Interesses für die gegenwärtige Debatte vollkommen irrelevant. Ob eine strikte Unterscheidung von Genus und Sexus nun bereits in der Renaissance, erst in der Postmoderne bzw. seit den 1960ern oder unter Linguisten allgemeingültig noch nie allüberall stattgefunden hat, ist für die Frage des “Sichtbarmachens” egal… akademischer Elfenbeinturm lässt grüßen. Jedenfalls scheint das “Verständnis maskuliner Personenbezeichnungen als geschlechtsneutral […] in den sechziger Jahren des 20. Jh. [Eingang] in die Germanistik […] gefunden” zu haben. Wichtiger wäre es da aus deskriptiver Perspektive zu wissen, wie das Gros der Sprachanwender das generische Maskulinum wahrnimmt. Und die Probleme des Indizienprozesses der Autorin sind da noch gar nicht thematisiert (Extrapolationen von Rechtstexten auf andere Sphären des Sprachgebrauchs etc.).

    Und falls man über “Genderlinguistik – Eine Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht” von Damaris Nübling, Helga Kotthoff und Claudia Schmitt aus dem Jahr 2018 gestolpert ist: Die dort im entsprechenden Kapitel diskutierten ca. zwei Dutzend empirische Tests sind genau so schlecht, wie die von Anton Stefanowitsch ins Feld geführten Studien, sind also unbrauchbar. Die Pressemitteilung auf den Seiten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz teilt einem über dieses Werk eigtl. alles Wissenswerte mit. So steht dort über das generische Maskulinum: “Ein Beispiel für dieses Versagen zeigt eine Zeitungsanzeige, die ein Training für den akademischen Nachwuchs bewirbt: ‘Für immer an die Uni – wenn nicht als ewiger Student, dann wenigstens als Herr Professor!’.” Ah ja… da will man den Universalcharakter des generischen Maskulinums dekonstruieren und nimmt auch Fälle mit rein, die ganz ausdrücklich kein Fall des generischen Maskulinums sind. Die ganze Wortwahl in der Pressemittielung etc. ist aber auch schon sehr stark ideologisch geprägt.

    Diese Fehl-/Falschdarstellungen treffen auf ein Publikum, das (trotz der Derogation der ‚Autorität‘ von Wissenschaft in den letzten Jahren, vulgo einer zunehmenden Wissenschaftsfeindlichkeit) im Gros der Autorität von Wisscnschaft(lern) vertraut (was i.d.R. ja auch ein wünschenswertes Phänomen ist), selbst aber nicht in wissenschaftlichem Denken und Arbeiten versiert ist, nicht über die notwendige Wissenschaftsliteralität verfügt, um diese Studien / den Forschungsstand (notwendig kritisch) rezipieren zu können, ja mit den eigtl. Studien etc. nie direkt konfrontiert wird, also bona fide glauben muss, was Ihnen diesbzgl. präsentiert wird. Diese Fehl-/Falschbehauptungen wirken für Laien (auch in der Reduktion, in der Sie i.d.R. außerhalb von Fachdiskursen präsentiert werden) zudem oftmals intuitiv nachvollziehbar, haben eine gewisse (oberflächliche) Plausibilität, eine (vorwissenschaftliche) Augenscheinvalidität, insb. in einem Klima, das (glücklicherweise) für die Wahrnehmung von Diskriminierungen, Minderheitenrechten und Co. sensibilisiert ist (und ebenso glücklicherweise) an einer pluralen, freiheitlichen, gleichberechtigten Gesellschaft intereressiert.

    Dort verfangen bestimmte Behauptungen einfacher, wenn sie mit entsprechenden (auch ähnlichen) Diskursen verknüpft werden. Derart erscheint es dann bspw. plausibel, dass wenn man bspw. die Fehl-/Falschdarstellungen bona fide glaubt, dass das gen. Maskulinum Frauen (oder diverse Minderheiten) sprachlich und damit kognitiv nicht wahrnehmbar mache, dies gleichzeitig die Diskriminierung von Frauen (etc.) durch das gen. Maskulinum und seine Effekte bedeute etc. Dies sind zwar logische Fehlschlüsse, aber die entsprechenden Diskurse leiden ja auch an einer Problematik von proofs of assertion (https://en.wikipedia.org/wiki/Proof_by_assertion) und concept creep- bzw. definist fallacy-artigen Umdeutungsversuchen von Begrifflichkeiten. Die wenigsten Menschen wollen immerhin als misogyn, diskriminierend o.ä. dastehen.

    In diesem zumindest ggü. den eigenen Mitmenschen aufgeklärten Thema, in dem auch individuelle Gefühligkeiten eine zunehmende Relevanz im Diskurs zu spielen scheinen, solidarisieren sich auch viele Menschen mit Menschen, die sich bspw. durch das gen. Maskulinum nicht wahrgenommen und diskriminiert fühlen, auch wenn dies faktisch nicht der Fall ist. Dort wird dann die Gefühligkeit und /falsch verstandene) Empathie zum Agens der Solidarisierung. Entsprechend auch häufige Äußerungen, dass man aus Respekt o.ä. ggü. den Gefühlen von Menschen gendere, auch wenn man selbst davon nicht überzeugt ist.

    Dies hilft, diese Fehl-/Falschbehauptungen zu etablieren. Die wenigsten Menschen wollen immerhin als ‚kalt‘, empathielos u.ö. dastehen. Oder weniger negativ ausgedrückt: Die Menschen glauben, ihren Mitmenschen etwas gutes zu tun. Tun sie vielleicht auch, man kann diesen Primat der Gefühlikeit aber auch durchaus kritisieren.


    tl:dr

    Ich kläre meine Schüler lieeer auf, statt Falsch- und Fehlvorstellungen und darauf basierende (schädliche) Befindlicheiten zu unterstützen.

    Spoiler anzeigen

    Eine der prominentesten Studien zum Thema 'Un-/Sichtbarmachung' und offenbar 'Kronzeuge' für diese Effekte präsentierten immer noch Stahlberg & Sczesny (2001), die damals experimentell belegt haben wollen, dass "durch die maskuline Form [...] weibliche Personen weniger vorstellbar oder sichtbar [...] als männliche Personen" seien.

    Die eigenen Daten der beiden Autorinnen sind allerdings ernüchternd: „Im Gegensatz zum Geschlecht der Befragten erwies sich die Einstellung der Befragten zu geschlechtergerechter Sprache als relevante Moderatorvariable [….].: Die Sprachversion hatte primär dann einen Einfluss, wenn die befragte Person eine positive Einstellung besaß. Dieser Befund ist insbesondere deshalb interessant, da er nahelegt, daß Änderungen in der gesellschaftlichen Einstellung zum Gebrauch geschlechtergerechter Sprache bzw. ausschließlich generisch maskuliner Formen zu unterschiedlichen Interpretationen des generischen Maskulinums führen können“ (S. 138). Nicht die "Sprachversion" war ausschlaggebend, sondern die "Einstellung" der Probanden, was kein überraschender Befund ist, die Autorinnen allerdings kurioserweise nicht bewog, ihr Fazit entsprechend anzupassen.

    Damit ist diese Studie aber typisch für Studien in dieser Disziplin. In diesem Metier, in dem ohnehin unterkomplexe, bivariate Wirkungsanalysen dominieren, die bereits infolge ihrer Unterkomplexität keine Drittvariableneffekte analysieren können und damit vermeintl. 'Effekte' des 'Un-/Sichtbarmachens' nicht nur nicht eindeutig, sondern tendenziell föälschlich "Sprachversion[en]" attribuieren, wo diese evtl. Aber Resultate von Präsuppositionen der Probanden sind, ist "Einstellung" der Probanden eine Variable, die ich im Gros der einschlägigen Forschung vermisse (und die dort, wo sie ausnahmsweise gemessen wird, ebenfalls unterkomplex opretationalisiert wird).

    Ohne jetzt die m.E. evidenten methodischen Defizite z.B. der Studie insb. hinsichtlich ihrer Operationalisierungen zu diskutieren (Stichwort: Konstruktvalidität) und auch ungeachtet dessen, dass die absoluten Messwerte zwischen den Versuchs- und Kontrollgruppen in der Studie ggf. zwar statistisch signifikant divergieren, aber wohl keinen substanziell signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen markieren (ebenfalls ein endemisches Problem der Disziplin), die Demonstration rein statistisch signifikanter Unterschiede zwischen Versuchs- und Kontrollgruppen ohnehin nicht sehr brauchbar erscheint (wichtig wäre die Messung von Effektstärken, bevor wir überhaupt beginnen, die Ergebnisse zu interpretieren und diese dann vielleicht sogar zu diskutieren), demonstrierte die Studie damit allenfalls das Folgende: Das generische Maskulinum wird erst dann zum Problem, wenn wir es zu einem machen. Das individuelle mindset scheint das Problem zu sein.


    Andere Studien haben hier auch keinen Erkenntnisgewinn gebracht, so z.B. die Versuche nachzuweisen, dass das gewnerische Maskulinum nicht generisch wahrgenommen würde. Studien, in denen durchweg die erwähnte Moderatorvariable ignoriert wurde. Bspw. Die ebenfalls regelmäßig unkritisch-affirmativ rezitierten Gygax et al (2008).

    Den Probanden wurden Sätze mit offenem Ende präsentiert: „Each participant saw 18 continuations about women, 6 following sentences with a female stereotyped role name, 6 following sentences with a neutral stereotyped role name and 6 following sentences with a male stereotyped role name, and 18 about men. [….] In our experiment each participant saw 12 continuations of each type. Across the experiment, we created six lists to ensure that each role name was equally often followed by men and women, and by sentences portraying different situations. […] In all experimental conditions the intended response was yes (the second sentence is a sensible continuation of the first). […] The participants […] were asked to make a prompt decision, based on their first impression and not on a prolonged reflection. […] The participants pressed the yes button to make the first sentence appear, and then pressed the yes button again to make the second sentence (target sentence) appear. They then had to make a prompt decision by pressing either the yes button (i.e., I think it’s a sensible continuation) or the no button (i.e., I don’t think it’s a sensible continuation). Participants were asked to keep the index finger of their dominant hand on the yes button and the index finger of their non-dominant hand on the no button. […] there was a main effect of Continuation, with more positive judgements when the continuation sentences mentioned men (M = .69) than when they mentioned women (M = .40). […] A significant Continuation effect […] with responses to men being faster than those to women fully supported the results found in the judgements. There was neither effect of Stereotype […] nor an interaction […].“

    Bedauerlicherweise dokumentiert die Studie keinen kumulierten Wert für female, male und neutral stereotypes. Auch absolute Werte für die „Proportion of positive judgements across languages and conditions“ fehlen (sprich: Wie oft „positive positive judgements“ etc. vorgenommen wurden), ebenso die dazugehörigen Standardabweichungen. Bei den „Mean positive judgement times“ haben wir die typischen Probleme und Unzulänglichkeiten von psychologischen Reaktionszeittests, gerade was deren Interpretierbarkeit betrifft: Einfach mal die absoluten Werte in TABLE 3 (S. 478) angucken (die Maßeinheit sind Millisekunde) und dann bitte auf die (bei der Methode nicht überraschend) immensen Standardabweichungen schauen. Es fehlt der Studie leider an Grundlegendem: Es werden lediglich bivariate Zusammenhänge gemessen, folglich erfolgt keine probate Drittvariablenkontrolle: Gerade bei dem Thema bspw. bereits den naheliegendsten Konfunder – das Geschlecht(!) –, zu ignorieren, ist untragbar. Effekstärkemaße? Fehlanzeige. Stattdessen wieder der Verlass auf statistische Signifikanz…

    Beispiele für weitere Probleme:

    1. Die Probanden schöpfen sich aus einem convenience sample, über dessen Hetero- bzw. Homogenität wir nichts wissen, außer dass es sich um Studenten handelt, die für credit points an der Studie teilgenommen haben. Als Studenten (u.U. sogar durchgehend aus einer Disziplin) sind sie nicht repräsentativ für die Allgemeinbevölkerung. Zudem ist es ist recht üblich, mind. Alter und Geschlecht zu dokumentieren, um relativ häufige Konfundierungen auszuschließen und Rückschlüsse auf die Extrapolierbarkeit der Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung ziehen zu können. Auch weitere (bspw. individualbiographische) Faktoren werden aus diesen Gründen regelmäßig erhoben. Das fehlt hier alles.

    2. Die ganze Studie ist ein Quasi-Experiment ohne Kontrollgruppe (stattdessen gibt es lediglich eine Kontrollaufgabe). Das beeinträchtigt die interne Validität u.U. erheblich, da somit Konfundierungen (antezedierende, intervenierende, verdeckte Beziehungen) nicht ausgeschlossen werden können, die einen eigenständigen Einfluss auf die abhängige(n) Variable(n) haben können.

    3. Selbst wenn die Studie sonst jeder Kritik standhalten würde, wäre ja auch die Frage offen, wie lang denn entsprechende Wahrnehmungen anhalten: Die Probanden sollten ja ausdrücklich Spontanurteile fällen (und längere Nachdenkzeiten wurden herausgerechnet), aber was ist, wenn es nur ein paar weiterer Millisekunden des Nachdenkens bedarf (die in realweltlichen Situationen regelmäßig zweifellos zur Verfügung stehen), um die positive judgments in allen Konstellationen in die Höhe schießen zu lassen? Da ist die ökologische Validität abermals stark in Mitleidenschaft gezogen…

    Etc.


    Stahlberg, Dagmar; Sczesny, Sabine (2001): Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Sprachformen auf den gedanklichen Einbezug von Frauen. Psychologische Rundschau, 52, 131-140.

    Gygax, Pascal et al. (2008): Generically intended, but specifically interpreted: When beauticians, musicians, and mechanics are all men. In: LANGUAGE AND COGNITIVE PROCESSES 2008, 23 (3), 464-485.


    Eine detaillierte Darstellung des Forschungsstands, die kritikmäßig ähnlich meinen Erläuterungen geartet ist, artikulierte Philipp Huebl einige Jahre nach mir vor ca. zwei Jahren, s.:
    https://youtu.be/yvMGFeQ1gsI?si=8maMif_uJMG3Q14j

    Habe mir die letzten paar Seiten mal durchgelesen... OMG......... wieder massig Nebelkerzen, Hermetisierungsversuche und Co. - schade.

    Kardinalfrage ist ja, warum Menschen hierzulande 'Gendersprache' (insb. die Varianten mit Sonderzeichen, Glottisschlag u.ä.) nutzen, obwohl(!) die einschlägige Forschung keine der positiven Effekte des Genderns, die die entsprechenden Proponenten ja immer salopp postulieren, belegen konnte? Der Forschungsstand bzgl. der vermeintl. positiven Effekte des Genderns bleibt unverändert, belegt diese Effekte de facto nicht und die einschlägige Forschung prägen so gravierende wie endemische Probleme, z.B.:

    • unplausible Theoriebildung, insb. diejenige, die annimmt, dass sprachliche Stimuli als (primär) verantwortliche unabhängige Variablen mentale Repräsentationen resp. kognitive Imaginationen (Bilder) der entsprechenden Stimuli evozieren, also die Annahme des kognitiven Un-/Sichtbarmachens von nicht männlichen Personen durch entsprechende Sprache: Beinhaltet der Stimulus das generische Maskulinum, sei plausibel, dass sich Menschen (auch in ambigen Sprachsituationen) primär Männer vorstellten, vermeintl. ‚gendergerechte‘ Sprache evoziere kognitive Imaginationen, die (je nach Variante der Sprache) Menschen anderen Geschlechts beinhalteten. Unplausibel ist dies allerdings bereits deswegen,…

      … (a) weil einerseits fälschlich vorausgesetzt wird, dass sprachliche Stimuli quasi zwingend (oder auch lediglich i.d.R.) bildliches Denken evozierten,

      … und (b) weil andererseits Sprache zum Stimulus verklärt wird, der individuelle Einstellungen, Erfahrungswerte (bspw. das Phänomen, dass man im Gros männliche Ärzte erlebt hat und infolgedessen neigt, sprachunabhängig Ärzte männlich zu imaginieren) u.ä. quasi ‚überschreiben‘ können soll;

    • nichtrepräsentative Stichproben (bspw. convenience samples);
    • prävalenz lediglich bivariater (monokausaler) Wirkungsanalysen und auch insg. nicht hinreichender oder komplett fehlender Kontrollen von Drittvariablen, die potenziell ggü. den unabhängigen Variablen (bspw. Alter; Geschlecht; Einstellungen etc.) eine eigenständige Wirkung haben könn(t)en;
    • Validitätsprobleme der unabhängigen Variablen infolge z.B. unterkomplexer, z.T. fehlerhafter Operationalisierungen, wie mutatis mutandis z.B. die Verwendung von Satzkonstruktionen, in denen nicht im Plural von 'Chirurgen' die Rede ist (was eine ausschl. männliche, aber auch gemischgeschlechtliche Gruppe von Chirurgen bezeichnen kann), sondern im Singular vom 'Chirurgen', wie im folgenden Sprachrätsel:

      'Vater und Sohn fahren im Auto. Sie haben einen schweren Unfall, bei dem der Vater sofort stirbt. Der Junge wird mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht, in dem ein Chef-Chirurg arbeitet, der ein bekannter Spezialist für Kopfverletzungen ist. Die Operation wird vorbereitet, alles ist fertig, als der Chef-Chirurg erscheint, blass wird und sagt: 'Ich kann nicht operieren, das ist mein Sohn!''

      Das Rästel lautet: 'In welchem Verwandtschaftsverhältnis stehen der Chirurg und das Kind?' Die Antwort ist natürlich, dass der Chirurg die Mutter des Kindes ist, also eigentlich eine Chirurgin. Das soll ja demonstrieren, wie wir das generische Maskulinum die kognitive Imagination bedinge, allerdings ist dieser Sprachgebracuh ja nicht ökologisch valide (s.u.).

    • ausschl. Demonstration statistischer Signifikanz (falls überhaupt) statt (substanziell relevanter( Effektsärken, so dass wir im Gros keine Werte zur Einschätzung der Größenordnung des Einflusses der unabhängigen Variablen auf die abhängigen Variablen hätten, selbst wenn man die Ergebnisse der einschlägigen Studien bona fide als methodisch-technisch hinreichend annehmen würde: Stellen wir uns vor, wir untersuchen experimentell den Einfluss der unabhängigen Variable A, des Brotkonsums, auf die abhängige Variable B, die Aggression der Brotkonsumenten. Jetzt haben wir eine robuste Studie, alle Störfaktoren ausgeschlossen etc. und können tatsächlich einen statistisch signifikanten Kausalzusammenhang zwischen A und B demonstrieren. Brotkonsum trägt zur Aggression bei. Ohne auf psychologische Messverfahren für Aggression einzugehen: Genauer gesagt demonstrieren wird damit nur eine statistische Überzufälligkeit des Zusammenhangs von A und B. Salopp formuliert können wir aber ohne Effektstärkemaße nicht differenzieren, ob der Brotkonsum jetzt bspw. 0,01 oder 100 Prozent des aggressiven Verhaltens erklärt… und da haben wir noch nicht davon gesprochen, wie hoch die Aggression denn überhaupt insgesamt ist, sondern nur davon, dass es hier um einen Prozentsatz der gemessenen Aggression geht... und außerdem lässt sich statistische Signifikanz ganz einfach für alle möglichen Zusammenhänge herstellen, weshalb die Demonstration statistischer Signifikanz als einzige Methode in unzähligen psychologischen Studien seit mindestens 1 1/2 Jahrzehnten heftig in der Kritik steht (berechtigterweise);
    • zweifelhafte Konstruktvalidität der abhängigen Variablen, ebenfalls infolge unterkomplexer Operationalisierungen derselben: Das Gros der einschlägigen Studien verwendet irgendeine Variante von Reaktionszeittests, bei denen die Probanden quasi instantant (mittels Tastendruck) z.B. jeweils dekontextualisierte, schriftsprachliche linguistische Vignetten mittels vorgegebener Alternativen komplettieren oder bzgl. vorgegebener Sätze entscheiden müssen, welche Folgesätze adäquat sind oder nicht. Die Probleme dieser Methode sind vielfältig, bspw. misst diese Methode lediglich (forcierte) Spontanreaktionen im zwei- bis dreistelligen Millisekundenbereich (die Lidschlagdauer des menschlichen Auges dauert vergleichsweise durchschnittlich ca. 150 bis 250 ms), längere Reaktionszeiten werden regelmäßig herausgerechnet. Damit werden allerdings ruminative Rezeptionsprozesse ignoriert, ebenso der Umstand, dass Kommunikation in der realen Welt i.d.R. nicht derart dekontextualisiert ist und insb. in oralen Kommunikationskontexten eine Reihe von bedeutungsgenerierenden nonverbalen, parasprachlichen Signalen hinzukommt. Damit sind diese Experimente ökologisch kaum valide.


    Etc. Etc. Etc.


    Ähnlich auch die Probleme mit Studien, die anführen, dass Mädchen eher einen Wunsch für einen bestimmten Beruf fassten, wenn dieser mit einem vermeintl. geschlechtergerechten Begriff belegt ist, dabei aber ignorieren, dass hier gravierende Konfundierungen wie die generelle Attraktivität der Jobs, realweltlich bekannte positivbeispiele u.ä. Existieren, die nicht kontrolliert werden. Zudem ignorieren die diesbzgl. Studien die wichtige Frage, ob diese fehlende Berufswunsch ggü. Sprachlich nicht vermeintl. 'geschlechtergerecht' präsentierten Berufen ein bis in das tatsächliche Erwachsenenleben persistentes Phänomen ist, und unterlassen die nicht unwichtige Feststellung, dass Berufswünsche von Kindern ohnehin eine sehr ephemere Angelegenheit sind.


    Konkrete Beispiele für derart defizitäre Studien:

    Mich irritiert, dass du, PaPo , zu wissenschaftstheoretischen Themen habilitiert habest, dann aber die verlinkte Schrift des Englischlehrers für etwas kritisierst, was eine explorative Studie eben ausmacht. Der Autor hat die Studie explizit als explorativ gekennzeichnet und ich habe sie ebenfalls als explorativ gekennzeichnet.

    Promoviert, nicht habilitiert. Ich kritisiere die Studie auch nicht dafür, dass sie explorativ ist, sondern insb. für ihre Methodik (s.o.). Dass sie aufgrund ihrer 'Natur' nicht repräsentariv ist (etc.), ist lediglich zusätzliche Bemerkung zu unserem Diskissionsgegenstand hier.

    Zitat

    Das Förderschulsystem in Deutschland muss der UN-BRK nach abgebaut werden. 100-prozentige Inklusion kann es (z.B. durch "Systemsprenger*innen") nicht geben, aber weitestgehend ist Inklusion im Schulsystem eben - auch mit Blick auf den internationalen Vergleich - trotzdem möglich, nötig und das unverhandelbare Ziel. Ich würde sagen, hier passt das Sprichwort: Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Das ist nach wie vor nicht korrekt. Konventionskonforme Bedingungen an 'Regelschulen' zu schaffen, das ist die Verpflichtung des Staates. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit dem 'Abbau' von Förderschulen (oder auch lediglich mit dem 'Rückbau' des Förderschulsysrems o.ä.). Die Pflichterfüllung ist sicherlich eine Frage der Prioritätensetzung und Opportunitätskosten, die einen 'Abbau' o.ä. bedingen könnten, aber das ist eine andere Diskussion.

    Zitat

    Die Hattie-Studie hat ihre Schwächen. So weit so wenig neu. Ich denke trotzdem weiterhin, dass sie eine der bedeutendsten Studien in der Bildungswissenschaft ist, wenn man Meta-Studien als das sieht, was sie sind. Ich kann die Kritik an der Methodik nachvollziehen, sie gehört zum wissenschaftlichen Diskurs ebenso wie Meta-Analysen dazu, gehe aber u.a. auch im Punkt Inklusion mit der Einschätzung mit, dass sie als grobe Orientierung durchaus sehr zu gebrauchen ist, da sie wesentliche Muster valide widergibt.

    Die Studien haben wissenschaftl.-inhaltl. leider, wie meinerseits anhand der methodisch-technischen Defizite dargestellt, keinen Wert, außer als mahnendes Bsp., wie adäquate Forschung nicht aussehen soll und Exempel endemischer Probleme in der Bildungsforschung. Sie sind ein Politikum und vermeintl. Handlungsempfehlung für diejenigen, die sich mit der Aussagekraft der Studien nicht auseinandersetzen wollen u./o. können und ein wissenschaftl. Feigenblatt für politischen u./o. pädagogischen Aktionismus suchen.

    Zitat

    Meta-analyses are strong at what they were originally designed to do: identifying patterns across many studies.

    Wenn eine Metastudie über Metastudien die skizzierten Probleme hat (resp. reproduziert), dann ist das reproduzierte "patterns across many studies" das "pattern" der geneinsamen Probleme dieser Studien, nicht das "pattern" evtl. Wirkzusammenhänge, über die diese Metastudien irgendwelche Ergebnisse zusammentragen wollten. Das ist das zentrale Problem hier: Nicht, dass es um Metastudien geht, sondern dass diejenigen von J. Hattie umfangreich, aber methodisch-technisch extrem schlecht sind.

    Interessant, was du aus der Abwesenheit von Langeweile so folgerst.

    Ich habe nichts daraus gefolgert, sondern lediglich festgestellt, dass Arbeit resp. Beschäftigung insg. nicht das Gegenteil von Langeweile ist (man sich also auch z.B. beim Arbeiten, bisweilen gerade dann, langweilen kann). Schön, wenn einigen ihre Arbeit so zerstreuend (hoffentlich nicht lediglich gefühlsbetäubend) ist, dass sie nicht lediglich beschäftigt, sondern bei ihnen "keine Langeweile auf[tritt]" - freut mich ernsthaft für dich. :)

    Gerade hier an der BBS tritt keine Langeweile auf, wenn man wie ich bereit ist, immer wieder bei Anfrage der AL andere Berufe, andere Schulformen, andere Lernfelder/-bausteine/-module zu unterrichten. Und selbst da, wo ich immerhin schon seit 5 Jahren(!) durchgängig das selbe unterrichte, variiere ich jedes Mal.

    Seit 2 Jahrzehnten bin ich noch nie so weit gekommen, dass ich in einem Schuljahr alles hätte aus dem Archiv ziehen können. ;)

    Und auch hier machen meine SuS meinen Unterricht nicht langweilig :)

    Beneidenswert. Diese Erwerbsarbeit schafft es meinerseits leider nicht zum Gegenteil von Langeweile, im Gegenteil. Dafür bräuchte ich Zerstreuung... und die finde ich nur privat.

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