[... weil ich das Zeichenlimit erreicht habe: Teil 1]
Bolzbold
Ich weiß nicht, wie konstruktiv es ist, Derartiges hier zu diskutieren (insofern ich ja permanent moniere, dass hier im Gros nicht themenrelevant diskutiert wird), aber insofern ich meine, in deinem Kommentar ein ernsthaftes Anliegen zu erkennen:
Zitat
glaubst Du, dass die in vielen Fällen nicht gelingende Kommunikation primär an dem defizitären Kommunikationsverhalten der anderen, hier teils seit Jahren aktiven UserInnen liegt, oder wäre es denkbar, dass hier auch andere, bei Dir liegende Faktoren eine Rolle spielen?
Tatsächlich habe ich hier im Thread bei Verständnisproblemen meinerseits meinen Diskussionspartnern ggü. entsprechende Nachfragen formuliert und erwarte Dgl. auch im Fall von Verständnisproblemen (die hier ja z.T. auch expl. geäußert, z.T. in Form der Reaktion demonstriert wurden) meinen Kommentaren ggü. - ich bin immer bereit, meine Kommentare entsprechend zu reformulieren.
Mir ist zudem bewusst, dass die Quantität meiner Kommentare insg. und die durchschnittliche Menge an Wörtern in diesen i.V.m. meiner hypotaktischen Syntax, meiner Wortwahl, den Abbreviationen etc. ein Faktor "nicht gelingende[r] Kommunikation" darstellen kann, insofern dies bspw. (a) warum auch immer tatsächlich nicht oder missverstanden wird oder (b) warum auch immer i.S.v. präziöser, prätentiöser, vermeintl. vom Inhalt ablenken wollender (der Vorwurf wurde hier ja auch bereits formuliert) Provokation (die sie aber de facto nicht ist) wahrgenommen wird und derart starkes Stimulanz darzustellen scheinen, dass man sich lediglich über den Duktus echauffiert, aber nicht inhaltlich diskutiert - beides ist jedoch primär rezipientenverortert.
Unklarheiten im Fall von (a) kann ich allerdings klären, normative Wahrnehmungen wie im Fall von (b), die sich ausschl. aus idiosynkratischen Aversionen ggü. einem gewissen Stil speißen, allerdings nicht. Und ich wundere mich tatsächlich immer wieder, wie massiv entsprechende Aversionen ggü. solchen Stilen sein können, insb. bei akademischem Publikum. Warum ich diesen Stil überhaupt pflege, ist eigtl. irrelevant, aber ich habe denselben schlichtweg habitualisiert (ich komme aus dem aktiven Wissenschaftsbetrieb), er ist mir präziser und prägnanter (und ich gestehe, dass er ein gewisses auch inhaltliches Diskursniveau und eine Bereitschaft zur inhaltlichen, fokussierten Auseinandersetzung voraussetzt, das ich bzgl. entsprechend komplexer Themen voraussetze; gatekeeping).
Dies zu meinem Beitrag zur "nicht gelingende[n] Kommunikation" - die andere Seite der Medaille ist m.E. tatsächlich "primär [...] dem defizitären Kommunikationsverhalten der anderen" geschuldet. Ich glaube, dass nicht lediglich der Stil diese Aversionen evoziert, sondern (und das ist in einigen Kommentaren überdeutlich) die kognitive Dissonanz, die meine Kommentare ausgerechnet in einer Sphäre 'provozieren', die besonders sozio-kuturell und -politisch belastet ist und sich hier relativ homogen zeigt.
Es ist allerdings egal, ob man Probleme mit meinem Stil oder mit meinen Argumenten hat, niemand muss den Stil des anderen wertschätzen, niemand die Argumente der 'Gegenseite' affirmieren. Dies legitimiert allerdings nicht Unredlichkeiten wie die meinerseits monierten Ablenkungsmanöver, rote Heringe etc., egal ob hier User "teils seit Jahren akti[v]" sind (tatsächlich ist das Ausmaß an gegenseitiger unkritischer Affirmation des etwa Dutzends hier im Thread beachtlich, m.E. hermetisch und tatsächlich thematisch zumindest recht homogen).
Zitat
Ich bin nun kommunikativ und rhetorisch beileibe nicht unerfahren oder unversiert, komme aber nicht umhin, Deinen Kommunikationsstil als anstrengend zu empfinden. Würde ich Dir in gleich welchem Thread auf eine Erwiderung Deinerseits (auf einen beliebigen Beitrag von mir) antworten, so hätte ich zu erwarten, dass ich von einem rhetorischen Bulldozer überrollt werde.
Mag sein, es ist allerdings nicht simple Rhetorik, denn ich meine schon, entsprechend sachlich-inhatlich, logisch, objektiv bis intersubjektivierbar und ggf. daten- und faktenbasiert zu argumentieren (und dass es seinen Grund aht, das evtl. Fehler diesbzgl. hier nie adressiert wurden). Ich versuche tatsächlich Gegenantworten, Anmerkungen, Einwände u.ä. zu antizipieren und a priori umfassend und möglichst eindeutig mittels entsprechender Elaboration zu adressieren (was Auswirkungen auf den Umgfang meiner Kommentare zeitigt). Wenn der "Bulldozer" einen zu "überroll[en]" droht, wäre doch eine Maßnahme, sich bulldozersicher zu machen (nicht den Bulldozerfahrer ad hominem anzugehen), oder nicht (wobei du ja später die nachvollziehbaren Gründe formulierst, warum man das vielleicht doch nicht macht)?
Zitat
Mir fällt bei den allermeisten Deiner Beiträge auf, dass Du nicht exklusiv auf der Sachebene argumentierst, sondern für gewöhnlich auch in Kombination mit der Meta-Ebene. Dabei verwendest Du relativ regelmäßig Etikettierungen für Argumente (oder auch das, was Du nicht als Argument erachtest) des Gegenübers. Sei es der rote Hering, das Gaslighting, ad hominem oder was auch immer.
Solange mein Ggü. auf der Sachebene argumentiert, argumentiere ich ebenfalls auf der Sachebene - proaktiv argumentiere ich ohnehin derart.
Begegnet man meinen Kommentaren nicht auf der Sachebene, was wäre denn eine legitime Reaktion? Man könnte derartiges ignorieren, sicherlich. Aber warum? Ich adressiere derart disruptives Verhalten lieber und benenne es konkret.
Das ist btw auch keine "Etikettierun[g]", sondern simple (objektive) Identifikation von i.d.R. informell (un)logischen Fehlschlüssen. Ich kann gerne immer jeweils konkret benennen, welcher Fehlschluss warum vorliegt (statt nur die emtakategorie des roten hering zu bemühen), sollte aber beim Gros derselben offensichtlich sein; nehmen wir das "Ich finde diese Art zu schreiben von dir [...] unerträglich" (MarieJ), das mit dem Thema, meiner Argumentation nichts zu tun hat sondern tone policing darstellt. Dies zu benennen und zu kritisieren, dass dies eine Ablenkung vom eigtl. Thema und kein Argument darstellt, ist m.E. aber immer noch eine Reaktion auf der Sachebene (wenn auch ggf. nicht mehr zum eigtl. Thema, das ja bereits mit entsprechenden unsachlichen Kommentaren verlassen wurde). Inwiefern ist das Problem meinerseits zu verorten, dass einige meiner 'Diskussionspartner' hier Entsprechendes bemühen?
Du schreibst später: "Gleichwohl suggeriert Dein Kommunikationsstil einen Anspruch auf Überlegenheit bzw. die Demonstration der Unterlegenheit des Gegenübers." Das ist nicht meine intention, mit einer Ausnahme: Dort, wo mir ad hominem begegnet wird (ich erinnere an den wenig subtilen Vorwurf der vermeintl. Propagierung "eine[r] intolerante[n], menschenverachtende[n] Einstellung", der Missachtung der "Persönlichkeit [...] und Persönlichkeitsrechte" und der Abrede von "sich aktiv für Toleranz, Respekt und die Würde jedes Einzelnen ein[zu]setzen" - das ist maximal unbegründet und unter der Gürtellinie, da trage ich keine Samthandschuhe.