Beiträge von PaPo

    Es gibt bei uns am Gymnasium keinen Lehrermangel zum Gegenteil.

    ... bei uns schon. Erheblichen.

    Zitat

    Referendariat ist bei uns absolut notwendig. Quereinsteiger müssen es genauso ableisten und bestehen und sind dann wirklich gleichwertig.

    Sofern das normativ gemeint ist, sehe ich das komplett anders, insb. am Gymnasium. Quereinsteiger mit Diplom-, Magister- oder Masterabschluss dürften fachlich nicht nur gleich-, sondern i.d.R. besser qualifiziert sein, insb. wenn sie zudem über Arbeitserfahrung außerhalb der Schule verfügen.

    Was an Arbeitsabläufen in der Schule 'speziell' ist, sollte man nicht überbewerten, dass hat man bspw. in der Wirtschaft auch, da arbeitet man sich 'nebenbei' ein. Was Pädagogik u.ä. betrifft: Ein pädagogischer Schnellkurs ist auch komplett hinreichend - praktische Pädagogik ist keine Raketenwissenschaft, pädagogischen Theorien fehlt zudem oftmals die empirische Fundierung und sie sind im Gros eher Fragen des allg. Zeitgeists u./o. des Gustos, der Menschenbilder u.ä. der Pädagogikvermittler (resp. derjenigen, die seitens der Ministerien entsprechende Leitlinien u.ä. festlegen) u./o. sie sind im Rahmen realer Unterrichtsbegebenheiten nicht realisierbar, außerdem ist das 'Händchen' für Kinder und Jugendliche im Gros auch eine Typfrage und schwerlich erlernbar. Alles diesbzgl. Erlernbare und Notwendige (z.B. entwicklungspsychologische Grundlagen) erlernt man auch ohne intensivste Begleitkurse, nämlich auch on the fly in der Praxis (dazu braucht es auch kein Referendariat) und etwas Lektüre nebenbei.

    Ich weiß, Standesdünkel sind in Teilen meiner Zunft leider populär, aber die rudimentäre, unpraktikable Pädagogik in Studium und Ref siind wahrlich keine strapazierbare Grundlage dafür.

    Zitat

    Ich gebe aber zu, dass mir ein junger Kollege von der Uni im Referendariat lieber ist, als irgendein Quereinsteiger, dessen Unizeit lange her ist, fachlich also nicht mehr auf dem laufenden und ohne Referendariat, Pädagogik und Didaktik auch nicht gelernt hat, aber von sich so überzeugt ist und glaubt, unersetzbar zu sein.

    Was im Lehramtstudium an basaler Pädagogik vermittelt wird, ist qualitativ und quantitativ nicht sooo besonders, wie manche Kollegen oft glauben, und wahrlich nichts, das geeignet wäre, sich über Quereinsteiger zu erheben.

    Oftmals ist entsprechendes Theoriewissen auch nicht wirklich praktisch extrapolierbar.
    Und öfter noch mangelt diesem die empirische Fundierung:
    Qualitative Forschung ('[...] wir haben eine Lehrerin nach ihrer Einschätzung befragt [...]') als vermeintl. Fundament dominiert nach wie vor, quantitative Forschung leidet im Gros an (deshalb) endemischen Problemen in Methodik und Technik (insb. der Auswahl der Sample, der Operationalisierung der Variablen und der Drittvariablenkontrolle).

    Gleiches gilt btw für Didaktik.
    Vom hohen Ross kann man tief fallen... tiefer noch, wenn man alle Quereinsteiger vergrault hat, die einen auffangen könnten.

    Darüber lässt sich streiten

    Nicht wirklich.

    Zitat

    Was schriebst du nicht? Ich habe dich gefragt, ob du 9 bis 12 Lerngruppen in der Oberstufe oder insgesamt - also in Sek I und Sek II - hast. Die Antwort bleibst du schuldig.

    Was du in deiner meinerseits zitierten Frage deinerseits geschrieben hast.

    Aber i.O.: 9 bis 12 Lerngruppen über Sek I und II verteilt (warum auch immer das von Belang ist).

    Zitat

    Nein, das ist überhaupt kein Problem, weder für mich noch für meine BBS-Kolleg:innen. An den Berufsbildenden Schulen war es schon immer so, dass in fast allen Bildungsgängen die Fächer und Lernfelder/Profil- und Qualifikationsbausteine nur zweistündig unterrichtet werden. Also ist es für uns sehr wohl "normaler" Unterrichtsalltag.

    Ich halte die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts für z.T. deutlich (hinsichtlich ihrer Zusannensetzungen und zu vermittelnden Lerninhalte) unterschiedliche Lerngruppen (je mehr desto höher der Aufwand, mehr Konferenzen, Veranstaltungen u.ä. kommen hinzu), die auch noch zudem i.d.R. randvoll sind, so dass der Aufwand noch weiter steigt (mehr Tests, Klassenarbeiten, Klausuren, Elternsprexhtagstermine, Beratungsgespröche etc. etc. etc.), die damit verbundene, auszehrende Arbeitszeitbelastung und Erosion der Förderung von Schülerpotenzialen (wenn man sich nicht komplett aufopfert) schon für problematisch (darum ging es mir), lese guer auch zum ersten Mal überhaupt Gegenteiliges... man lernt nicht aus. Glaube aber nicht, dass dad für unsere Profession attraktivitätssteigernd wirkt.

    Tja, das war bei mir in den Englisch-GK vor 10 oder 15 Jahren leider auch schon der Fall.

    [...]

    Bei mir hat sich in den letzten 10 Jahren nichts an der Korrekturzeit geändert - siehe oben: Ich habe nicht den Eindruck, dass unsere SuS im BG in Englisch schlechter geworden sind (mehr Fehler machen usw.) als noch vor 10 oder 15 Jahren.

    Es sind im Gros mittlerweile halt immer mehr Schüler auf dem Gymnasium, die dort definitiv nicht hingehören.

    Zitat

    Ah ja...

    Ja. Hat u.a. schlichtweg was mit dem Arbeitspensum, dem Erhalt der Arbeitskraft, dem Aufwand zur Gestaltung einer effizienten Lernumgebung, und der Zeit und Zuwendung, die man pro Sch0ler aufbringen kann, zu tun.

    Zitat

    Du hast 9 bis 12 Kurse in der Oberstufe?!? [...] 9 bis 12 Lerngruppen oder unterschiedliche Fächer/Lernfelder/Profilbausteine/Qualifikationsbausteine in verschiedenen Bildungsgängen im Unterricht zu haben, ist für uns Lehrkräfte an BBS normal,

    Schrieb ich nicht. Und dass das "normal" ist, ist ja das Problem.

    Klar machen die mehr Arbeit als Korrekturen von Unterstufen-Klassenarbeiten (oder in meinem Fall: von anderen Bildungsgängen), aber das ist m. E. auch Gewöhnungssache. Mit der Zeit wird man schneller und arbeitet effizienter.

    Mittlerweile wird quasi alles an routine-/effizienzbedingter Zeitersparnis von der exorbitanten Erosion von Textrezeptions- und -produktionskompetenzen der Schüler resp. der entsprechenden Zunahme an Fehlern in deren Texten komplett 'aufgefressen' - bei einem GK mit 26 Schülern ist es inzwischen Glück, wenn ein oder max. zwei Schüler mir Arbeiten einreichen, die ein paar aufeinanderfolgende Sätze ohne Fehler beinhalten, i.d.R. sind nämlich (weit) über 50 % eines jeden(!) Satzes falsch.

    Hinzu kommt einerseits, dass die Prüfungszeiten hier 'explodiert' sind, die Schüler das Mehr an Prüfungszeit aber nicht bspw. zur Fehlerkorrektur o.ä. nutzen, sondern trotz entsprechender Hinweise und Bemängelungen einfach mehr und immer mehr (an Fehlerhaftem) schreiben, und andererseits, dass das Schriftbild flächendeckend das Lesen der Arbeiten auch zum Versuch degenerieren lässt, Hieroglyphen eines außerirdischen Schriftsystem dekodieren zu wollen (in den letzten Jahren bemerke ich insb. eine Abnahme der Fähigkeit Groß- von Kleinbuchstaben zu distinguieren, die Zunahme der 'Eigenart', dass Buchstaben wie 'n' und 'h', 'a' und 'd' etc. homograph geschrieben werden u.ä.). Habe ich vor ca. 10 Jahren mit entsprechender Routine/Effizienz noch mehrere Klausuren in einer Korrekturstunde korrigiert bekommen, sind es heute i.d.R. nur noch 1 1/2 (ein entsprechender Klausurstapel eines Kurses braucht also gerne mal zwei volle Arbeitstage zur Korrektur... in meiner Anfangszeit habe ich sowas noch nach der Arbeit bis in die Nacht korrigieren und am nächsten Tag zurückgeben können).

    Und dennoch sind die Schüler auf dem Papier nicht schlechter als frühere Schüler, die erheblich leistungsfähiger waren, weil die 'von oben' vorgegebenen Bepunktungen das so wollen - war früher die Hälfte falsch, war das allenfalls eine mangelhafte Leistung, heute ist das ausreichend; frustrierend.

    Zitat

    Öhm, 26 SuS im Englisch-Grundkurs finde ich nicht viel, muss ich sagen [...]

    Durchhalten! Du packst das! Schön finde ich im Übrigen, dass du dem Ganzen auch Positives abgewinnen kannst.

    Es ist immer zu viel, i.S.d. Schüler, i.S.d. Kollegen, im Sinne dessen, was Schule eigtl. leisten soll.

    Da bringen auch Durchhalteparolen nichts, es saugt einen mit der Zeit einfach aus (ich habe i.d.R. 9 bis 12 Lerngruppen... das ist schon eine Zumutung, wenn die dann aber auch - wie das hier der Fall ist - alle bei über zwei Dutzend Schülern sind, ist das ein Armutszeugnis für das System... mein LK hat gerade die Hälfte, ist 'ne ganz andere Welt des Unterrichtens).

    Wenn ich dann mit Lehrern anderer Fächer spreche, sagen die zum Beispiel, "in Physik unterrichten wir jedes Jahr dasselbe in der Oberstufe. Wir unterrichten das Curriculum - die Themen ändern sich nicht." Äh... Ja. Haben wir den gleichen Beruf? 😅

    Ich habe k.A., wie das in Nds. ist, aber hier in NRW ist Englisch tatsächlich das einzige meiner drei Fächer, in dem gefühlt jedes Jahr seitdem ich unterrichte landesseitig - ohne jede Not - Veränderungen an den Unterrichtsinhalten, dem Prüfungsaufbau (alleine das bzgl. zeitlichem und formattechnischem Umfang komplett eskalierte Abitur) u.ä. bestimmt werden: Implementationsveranstaltungen über Implementationsveranstaltungen, auch innerhalb laufender Jahre dauerhaftes 'tuning' was wie geprüft werden soll, ständig wechselnde Inhalte (bspw. Indien > Nigeria; Shakespeare > Gender & Identity; Neuseeland > Kanada etc.), bei denen ich vermute, dass die zuständigen Kommissionen den eigenen Gusto zum maßgeblichen Orientierungspunkt ihrer Entscheidungen machen, immer neue Zusatzaufgaben (bspw. ZP10 auch an Gymnasien: neue VERA-Prüfungen etc.) etc. etc. etc. und Dezernenten, die auch k.A. haben, was das eigtl. alles soll...

    Massiv demotivierend und unnötig. Hinzu kommt, wie du ja selbst erwähnst, der absurde Korrekturaufwand und hier das Problem, dass die Fehler der Schüler in ihren Arbeiten auch in der Oberstufe inzwischen derart massiv sind, dass ich im GK kaum mehr Arbeiten (warum müssen die eigtl. alle schreiben?) korrigiere, wo nicht in quasi jedem einzelnen Satz mehrere sprachliche Fehler vorzufinden sind (von Textverständnis und Co. ganz zu schweigen), wovvon auch immer mehr die LK betroffen sind.*seufz*

    [...] weswegen Du hier bist

    Weil ich jetzt tatsächlich zur Schule muss, nur das vorab:

    Nein, Missverständnis. Ich bin hier um mich(!) anderen Meinungen, Perspektiven, Argumenten etc. auszusetzen. Ich habe nichts davon, in meiner Echokammer immer Zuspruch zu bekommen.

    Zitat

    Ich unterstelle einmal, dass die meisten UserInnen sich in ihrem Privatleben auch außerhalb dieses Blase bewegen und in einer persönlichen Diskussion anders auftreten.

    Ich bemesse die Kommentatoren hier an ihrem Verhalten hier, nicht an Spekulationen meinerseits, wie sie abweichend davon außerhalb dieses FOrums auftreten könnten.

    In meiner Fachschaft, die aus ca. 25 Englischlehrkräften besteht, ist das kein Thema, obwohl die Ansichten zum Gendern im Deutschen durchaus unterschiedlich sind.

    Persönlich akzeptiere ich es, wenn Menschen keine gendergerechte Sprache verwenden. Aber dann sollten sie einfach dazu stehen, dass sie es nicht für notwendig halten oder meinetwegen sogar einfach nicht mögen, anstatt die wildesten Diskussionen anzuzetteln.

    Ich sehe die Problematik übrigens so: Bestimmte Interessensgruppen haben sich des Themas angenommen und es dermaßen gehyped, dass es gefühlt in der echten Welt präsenter erscheint als es das tatsächlich ist.

    Da ich nicht nur nur mit Lehrkräften, die ähnliche Ansichten wie ich vertreten, verkehre, sondern mit sehr unterschiedlichen Menschen Kontakt habe, kann ich sagen, dass das Thema nur zur Sprache kommt, wenn jemand es selbst als vermeintliches Problem in die Runde wirft.

    Dass das Thema immer wieder gezielt von Gegner*innen gendersensibler Sprache aufgebracht wird, ergibt aber Sinn, denn das ist mMn. ein geeignetes Mittel einfacher gestrickten Menschen einzureden zu versuchen, dass der Gebrauch ein ganz, ganz großes Problem wäre und dass wir ohne diesen "Unfug" viel weniger Probleme hätten.

    So steht anekdotische Evident gg. Anekdotische Evidenz. ;)

    Es ist btw egal, wer in der Henne-Ei-Problematik zuerst da war, ob "[b]estimmte Interessensgruppen [...] sich des Themas angenommen und es dermaßen gehyped" haben, ob "das Thema immer wieder gezielt von Gegner*innen gendersensibler Sprache" oder ihren Gegenpart "aufgebracht wird", einem das Thema als "ganz, ganz großes Problem" oder Marginalität ist - einerseits alles für die (hier verstorbene) Sachdiskussion irrelavant, andererseits ist das Thema so oder so (auch) außerhalb von Schule kontroverses Thema und wir haben (nach meinem Verständis unserer Profession) damit die Pflicht, uns damit auseinanderzusetzen, wenn es unsere fachliche Sphäre betrifft. Ich unterrichte btw in eher ruraler Gegend, hier ist das auch unter Schülern durchaus ein Thema.

    Ne, mein Eindruck ist, dass du das Internet nur mit deiner Meinung fluten willst. Damit's dann dasteht.

    Und wieder ein ad hominem... Seite über Seite über Seite. Bedauerlich auch, dass du Sachargumente und Meinungen nicht nur nicht differenzieren willst oder kannst, sondern damit auch (mglw.. deinerseits unbemerkt) einen I'm entitled to my opinion-Fehlschluss deinerseits bedienst. Aber OK.

    Zitat

    Und dir wird widersprochen. Freundlich und bestimmt.

    Zählst du dein Kommentar- und Likeverhalten dazu? :)

    Gegen Widerpsruch ist auch nichts einzusetzen, mit reinen Meinungsäußerungen ohne hinreichende Elaboration ist das aber so 'ne Sache...

    Das verstehe ich nicht, denn dieser Thread spiegelt nicht wirklich wieder, worüber sich Englischlehrkräfte häufig Gedanken machen. Wenn man es genau nimmt, scheint das Thema hier nur sehr, sehr wenige tatsächlich zu beschäftigen.

    Hier ist gerade einmal ca. ein halbes Dutzend Perspnen aktiv und ich als offensichtlich als 'Störenfried' empfundene ausschl. Gegenstimme... die allerdings doch erfahrunsgem. (anekdotische Evidenz) in der echten Welt deutlich verbreiteter als hier ist. Der 'Diskurs' hier ist schon äußerst speziell (alleine dessen Homogenität, Hermetisierungsversuche und Fluten an roten Heringen) und nicht repräsentativ (es hilft vielleicht, mal mit Menschen außerhalb der eigenen Blase über derartiges zu kommunizieren - deshalb bin ich hier). Es sind Themen, die durcaus öfter diskutiert werden (müssen), auch weil sie (wie dieser Thread denonstriert) extrem sozio-kulturell und -polit. aufgeladen sind und unser professionelles Handeln betreffen.

    [...]

    Ich werde hier erstens keine längst geführten 'Diskussionen' führen (oder dein sealioning sonstwie bedienen), noch überhaupt mit dir kommunizieren (außer dass "verworren", "voller Fehler" und "dass du anfängst, vernünftige Sätze zu schreiben" natürlich auch rote Heringe sind - vielleicht gibst du damit ja auch nur Zeugnis über deine Rezeptionskompetenzen... ziemlich sicher sogar), wenn du mich als "es" beschimpfst, mitsamt verworrenem, Äpfel mit Birnen vergleichenden Rationalisierungsversuch, der Sprachkonventionen, Semantik und Co. ja auch komplett ignoriert, um eine Menschenverachtung und Infragestellung von Identität (es geht dogmatisch nicht darunter und bezeichnet m.E. den wahren Grund, warum hier derart aggressiv, nonargunentativ und jedes Maß verlierend agiert wird) durch Benennung von sex zu konstruieren versucht).**

    Komisch, dass diejenigen, die sich hier immer für 'gute Sitten' einsetzen, regelmäßig die schlechtesten besitzen.

    *PLONK*

    ** EDIT: Ich habe btw overt bis ostentativ devalvierenden, ja irgendwie zudem vermeintl. verpflichtenden Benennungen wie dem "it" für Menschen im Englischen, auf das du hättest analogisierend/spiegelnd reagieren können, ausdrückl. nicht das Wort geschrieben, sondern im wahrsten Sinne des Wortes nicht diskriminierenden (weil deskriptiven, analytischen, alle Menschen unterschiedslos sex-basiert, also diesbzgl. niemanden bevorzugenden oder benachteiligenden) Benennungsalternativen.

    Deine „Benennung“ eines Beispiels ist kein Beleg für das von mir Erfragte.

    Doch! (Ohh!)

    Zitat

    Die Kolleg:innen haben stets Begründungen angegeben. Auch wenn Du diese inhaltlich falsch findest, so sind es doch Begründungen und somit weit entfernt von „mir nichts, dir nichts“.

    Ja, nicht hinreichend elaborierte "mir nichts, dir nichts"-Begründungen (Stichwort: 'gute Sitten'; vermeintl. Vorgaben im KLP). Mag bona fide geschehen sein, ändert aber nichts daran, dass widerstreitende Sachargumente wohl nicht a priori reflektiert wurden (weil man 'müsse' ja dieses und jenes tun, keine Frage...)* und man ex ante damit konfrontiert fast ausschl. mit allerlei roten Heringen (wie deinem folgenden) reagierte. Das bezeichne ich euphemistisch als "mir nichts, dir nichts".

    * Ist btw kein Vorwurf, wenn man seine Sachanalyse nicht immer in diesem Detail durchführt, man sollte aber mit sachlicher Kritik im Nachgang entsprechend verfahren.

    Zitat

    haben es noch elaborierter ausgeführt, als du es wiedergibst.

    Nein. Oder: Wer denn, außer Maylin85, die expl. nicht mitgeneint war? Da frage ich auch einfach mal nach konkreten Beispielen.

    Zitat

    Deine ganzen Ausführungen sind offenbar der Versuch über linguistisch bzw. sprachphilosophisch durchaus fragwürdige Argumentationen (ich verweise mal auf die verschiedenen Varianten der Bedeutungstheorie) das Gendern in diese „hier-wird-einem-etwas-unrechtmäßig-aufgezwungen-Ecke“ zu stellen und somit zu diskreditieren.

    Auch deine Ablenkungsmanöver und ganzen deinerseits referierten Ausführungen sind offenbar der Versuch, über linguistisch bzw. sprachphilosophisch durchaus fragwürdige Argumentationen (ich verweise mal auf die verschiedenen Varianten der Bedeutungstheorie) das 'Gendern' unkritisch-affirmativ als geboten aufzuzwingen und das 'Nichtgendern' als was auch immer zu diskreditieren (da wurden andere ja schon deutlicher: "eine intolerante, menschenverachtende Einstellung [...] propagier[e] und [...] die [...] Persönlichkeitsrechte [...] einzelner", "Toleranz [...] und die Würde jedes Einzelnen" missachtende Ungeheuerlichkeit... du hast recht, das ist mehr als "mir nichts, dir nichts")...

    ...merkst du selbst, dass dein projektiver Schuh der fehlenden Argumente (warum sonst willst du mit einem appeal to motive von Sachargumenten ablenken) dir passt?

    Was ist an den guten Sitten eigentlich so schlecht oder falsch?

    • Die eigenen 'guten Sitten' sind nicht unbedingt ubiquitär 'gute Sitten' (insb. weil der Primat der 'Rücksichtnahme' auf Gefühligkeit auch Fragen nach der Eingrenzung derselben aufwirft);
    • Wir bewegen uns im Spannungsfeld zwischen Konzessionen (Affirmationen) ggü. anderen und evtl. 'Einschränkung' eigener (konträrer) Einstellungen, Wahrnehmungen, Erwägungen u.ä.
    • Niemand hat ja behauptet, dass 'gute Sitten' irgendwie "schlecht oder falsch" seien, sondern es wurde problematisiert, dass derartiges in den gegenständlichen Leistungsüberprüfungformaten (in denen es eben nicht um Einübung 'guter Sitten' - sofern diese i.S.d. ersten Punkts geklärt sind - geht) zu verlangen (in pucto sachlich-fachlicher Korrektheit und den Metaerziehungszielen von Schule) unangemessen ist (jedenfalls insofern spezifische 'gute Sitten' nicht notwendige Bedingung des schulischen Erziehungsauftrags zur z.B. Gemeinschaftsfähigkeit darstellen - tatsächliche Devalvierungen anderer in einem Schülertext wären z.B. tatsächlich problematisch).

    Ich hoffe, das war hinteichend konkret. :)

    [...]

    Danke für die hinreichende Antwort.

    Zitat

    Dann wäre es zu spät, dann wäre die Beleidigung erfolgt. Ich möchte mich auch nicht kümmern müssen, damit eine beleidigende, übergriffige oder sonstwie unpassende Bemerkung gelöscht wird.

    Nein, dann fühlst du dich beleidigt, es ist aber nicht meine Intention. Deine Drangsalierungs- und Derailmentversuche haben in mir lediglich die Frage geweckt, ob du mich trollen willst (mglw. weil dir die sachliche Diskussion zum Thema warum auch immer ein Dorn im Auge ist) oder tatsàchlich nicht anders kannst (dann würde ich dir ggü. anders erläuternd auftreten).

    Also soll ich ihn nicht löschen? OK.

    Das finde ich jetzt eine krasse Unterstellung. ;)

    Wenn wir schon beim Ablenken sind, auch mal meinerseits whataboutism: Das stört dich, aber beim Vorwurf die (sachlich-fachliche Argumentatiion für die) Nichtnutzung (geschlechtsneutraler Pronomen im Schülertexten in Oberstufenklajsuren im comprehension- oder analysis-Teil) propagiere "eine intolerante, menschenverachtende Einstellung, die Verletzung der "Persönlichkeitsrechte [...] einzelner", der "Toleranz" und der "Würde jedes Einzelnen" etc. erfolgt von dir 'n Like?

    Und meine Anfrage nach einem Beleg bzw. Belegen wird einfach unter Verweis darauf, dass solcherart Beiträge existieren, einfach ignoriert. Dabei war sie absolut ernst gemeint, nicht ironisch, nicht provokativ.
    Also hier noch einmal: Ich lese hier in keinem Beitrag, dass Kolleg:innen „mir nichts, dir nichts“ eine Verwendung eines Pronomens als Fehler anstreichen.

    Fun fact: Ich habe das mittlerweile sogar nochmal (nicht als Antwort an dich) benannt: Wenn z.B. ein Kommentator (stellvertretend dür andere solxhe Kommentare hier) ganz allg. schreibt, "Respekt" bedinge zwingend, geschlechtsneutrale Pronomen nutzen zu müssen, oder dass eine Nichtnutzung Nichtnutzung "eine intolerante, menschenverachtende Einstellung [...] propagier[e] und [...] die [...] Persönlichkeitsrechte [...] einzelner", "Toleranz [...] und die Würde jedes Einzelnen" missachte etc. ,dann ist das „mir nichts, dir nichts“, weil das bestenfalls unüberlegte Kommentare sind (lusrigerweise auch von Kollegen, die fachlich gar nlcht betroffen sind). Wie würdest du das verstehen, außer dass pauschal entsprechendes von den Kollegen als Fehler markiert würde? Mehr 'macht man halt so'-Kommentare darfst du gerne selber raussuchen.

    Es bleibt dabei: Kurios sich an der Frage festzbeissem, statt inhaltliche Sachdiskussionen zum eigtl. Thema zu führen - halte ich nach wie vor ürr ein Ablenkungdmanöver.

    Aber ich schrieb es ja bereits: Egal, das Thema ist ausgelutscht.

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