Beiträge von Friesin

    Ich habe ein paar Jahre in Bayern an einem Gymnasium gearbeitet und fand manches ... befremdlich. Und damit meine ich nicht nur die Ausdrucksweise ( z.B. "Schulaufgabe", "Angabe" und, mein Liebling: "Unterschleif" :rofl: ). Das sind Äußerlichkeiten, die schnell gelernt sind.
    Z.B. aber das strikte Respizienssystem.
    Es hat natürlich durchaus Vorteile, schafft vll mehr Vergleichbarkeit, ist aber für alle Beteiligten eine Zumutung.
    Insgesamt war der Verwaltungsaufwand noch mal um ein Beträchtliches höher als ich es kannte.

    KA spielten eine ungleich größere Rolle in der Gesamtnotenberechnung als alle anderen =kleineren Leistungen. Das hat zur Folge, dass wegen KA ein immens großer Druck herrscht, nicht nur auf den Schülern. Das bedeutet auch, dass man versemmelte KA kaum wieder ausgleichen kann. Das bedeutet ebenso, dass die mündliche Beteligung im Unterricht eine deutlich geringere Rolle spielt, als ich das aus den norddeutschen Schulen kannte.

    Was mir aber am unangenehmsten auffiel:

    bei sehr vielen (nicht bei allen, aber wirklich bei sehr vielen) Kollegen gleich welchen Alters herrrschte die Meinung vor, man müsse Schülern grundsätzlich misstrauen. Weil sie nämlich zu Dummheit, Faulheit und letztlich zur Unehrlichkeit neigten.
    Ausnahme: die Einser- Schüler, die es dank eines stark ans Auswendiglernen orientierten Systems übrigens gar nicht so selten gab.
    So wurde auch bei disziplinarischen Kleinigkeiten sofort mit der Verweiskeule geschwungen.
    Dieses Menschenbild, dass prinzipiell Schülern mit Misstrauen zu begegnen sei und man als Lehrer immer und ständig auf der Hut sein müsse, nicht ausgetrickst zu werden, dass man sich bei allem und jedem absichern müsse --
    das empfand ich als hochgradig antiquiert und als belastend.
    Das Rollenverständnis vieler Kollegen hatte bei mir eher Bundeswehrassoziationen hervorgerufen.

    Übrigens wird dieser Eindruck verstärkt von dem einen oder anderen Kollegen aus BY, der in meinem jetzigen Kollegium arbeitet/e. Und das sind/ waren beileibe keine alten Herrschaften.

    Was bitte lernt man in BY im Ref???

    genausowenig wie ich mich dafür rechtfertigen möchte, dass und wie viele Kinder ich habe--
    ob oder ob ich nicht heirate--
    ob oder ich nicht mir jemandem zusammenlebe--
    ob oder ob ich nicht VZ arbeite--
    dass und warum ich Lehrer gworden bin :D

    "Und wie stehts bei euch mit dem Sex?"

    auf eine dreiste Frage gibts ne dreiste Antwort 8)

    wobei ich durchaus einen Unterschied darin sehe, ob die eigenen (Groß-) Eltern Fragen nach der Lebensplanung stellen oder Frau B. aus dem Nachbarhaus

    mir geht es genau umgekehrt:

    mache ich einen Fehler ( sei es beim Tippen, mit der interaktiven Tafel, beim Korrigieren in irgendeiner Form, sei es, dass ich fachlich grade passen muss),

    entschuldige ich mich -- und alles ist paletti

    kein Problem, weder bei den Schülern noch bei mir, solange es nicht alle naselang vorkommt.

    Ist doch total entspannt ;) ,

    und kann sich mit Sicherheit ein Arzt oder ein Busfahrer/Pilot schwerer erlauben

    Leider ja Zitat: "Die bekommen die schriftliche Note. Wenns unklar ist und der ist 'n Arsch, dann die schlechtere, wenn der sich benimmt, dann die bessere." So hat jeder seine Art, seinen Job auszuüben

    OT: gibt es denn in NRW keine Vorgaben, dass mündliche Noten genauso (transparent) gemacht werden müssen wie schriftliche??

    Bloß nicht die unbeteiligten Eltern anrufen oder gar allen einen Elternbrief mit Lob hinterherschicken :schreck:

    das wirkt panisch und damit höchst unprofessionell.

    Wenn du zum Elternabend noch nicht eingeladen hast:

    hast du denn schon mal mit den störenden Kindern unter 4 Augen gesprochen? Ihnen einzeln (!!) klargemacht, dass solche Sprüche nicht geduldet werden?
    Ggf kannst du auch für einen Wiederholungsfall Konsequenzen aufzeigen, die ihr / deine Vorgänger an der Schule beschlossen habt. Ich bin sicher, da gibt es einen Sanktionenkatalog.

    Wenn du das gemacht hast und nach kurzer Zeit keine Besserung eintritt, kannst du die Eltern mit dem jeweiligen Kind zum Gespräch einladen. Unter Einbeziehung eines Mitglieds der SL, wie schon empfohlen wurde.
    Lege dir dafür einen Gesprächsverlaufsplan zurecht. Das kann man, ondem man alle möglichen Elternreaktionen vrowegnimmt. Am besten, wendest du dich erst mal an das Kind, denn um dessen Äußerung geht es ja.

    Mach dir klar, dass das Verhalten der Schüler nicht deine Schuld ist, nicht deine Schuld sein kann. Wer weiß, was vorher falsch gelaufen ist. (Das sage ich nicht, damit du das so den Eltern weitergibst, sondern um dir klar zu machen, dass du dir diesen Schuh nicht anziehen sollst!)


    Das Motto der alten Römer war schon sinnvoll: divide et impera. :D

    Heißt hier:

    Knöpfe dir die Übeltäter einzeln vor. Begib dich nicht vor der gesamten Elternschaft in eine Rechtfertigungsposition.

    Und nicht vergessen: es geht nicht um dich als Mensch, sondern um deine Rolle !!

    Viel Erfolg wünsche ich dir!!

    Soso und was "Masse" und wer "Minderheit" ist, bestimmt wer?

    Wir reden hier von Rechten, die Menschen in Deutschland nach dem Sozialgesetzbuch zustehen und nicht von deinem persönlichen Geschmack ggü. Einzelnen.

    Warum so unterschwellig aggressiv?
    Es geht nicht um Füller Fuxis persönlichen Geschmack ggenüber Einzelnen. Nicht mit einem Wort lässt sie durchblicken, dass ihr der Junge unsympathisch sei, oder gar dass sie generell eine Antipathie gegenüber Kindern mit ADHS habe.

    Es geht darum, was sie persönlich verantworten kann und was nicht. Und dafür fragt sie hier.

    Mag sein, dass FüllerFuxi unnötig verunsichert ist.
    Aber manche Dinge klärt man besser vorher als hinterher.
    Darum, so habe ich es verstanden, dieser Thread.
    Kein Grund, die TE anzugehen.

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