Beiträge von Friesin

    vielleicht bekommt ein unsportlicher Schüler (und ich setzte das Adjektiv jetzt bewusst NICHT in Anführungszeichen)Spaß an der einen oder anderen Sportart, vll am Schwimmen, vll an Ballspielen, vll am Tanzen.

    Ganz sicher kann man einem Schüler nur ein Erfolgserlebnis "bereiten", wenn er mittut. Wenn er eines erlangen möchte. Nicht bereitet zu bekommen erwartet. In meinen Augen ist dies

    Zitat

    Wie kann man Deiner Ansicht nach einem "unsportlichen Schüler" nun ein Erfolgserlebnis bereiten?

    eine Formulierung, die suggeriert, dass der Lehrer der alleinige Macher ist und die Schüler keinerlei Eigenverantwortung haben.

    Zugespitzt: Tut man den älteren Schülern im Hinblick auf Studierfähigkeit wirklich einen Gefallen, wenn man sich zu viel um sie kümmert?


    Ich habe mal eine Fortbildung besucht mit dem Titel:
    "Was ein Schüler lernt, ist seine Sache".
    Tenor des Ganzen in Kürze:(auf die SekI bezogen)
    wir als Lehrer haben die Aufgabe, den Unterricht so zu gestalten, dass verschiedene Lerntypen der Schüler berücksichtigt werden. Methodenwechsel, Arbeitswechsel, Vielfalt im didaktischen Zugriff, genügend Übungsphasen.
    Was ein Schüler dann daraus macht, liegt nicht mehr in unserer, sondern in seiner Verantwortung.

    War hochinteressant!
    Und sorgte für viel Verwirrung bei den Kollegen: wir sind alle so sehr von der Machbarkeit für alle überzeugt:
    jeder wird alles können, wenn er/sie den Stoff nur individuell genug präsentiert und im Notfall entsprechende Förderung bekommt.
    Dass aber der Lernerfolg auch recht stark von dem abhängt, was ein Schüler daheim und in der Klasse an Einsatz zu bringen bereit und in der Lage ist, wird oft übersehen. Genau DA liegt seine Eigenverantwortung. Auch darin, mal nachzufragen. Sich Informationen zu holen, z.B, nach Krankheit. Versäumtes aufzuarbeiten, wozu ich ihm als Lehrer konkrete Tipps geben kann. Erledigen kann ich es nicht für ihn/sie.

    aber es ist doch nicht ungewöhnlich, dass man gerade bei 4 oder 5 auch auf die Leistungsbereitschaft bzw. die eprsönlichen Erfolge schaut.
    Was nur fange ich an mit jemandem, der das Schuljahr so grottenschlecht begann, dass er im Schriftlichen eigentlich keine 6, sondern eine 10 erzielt hatte? Und der sich dann wahnsinnig reinkniete, seine Fehlerzahl halbierte, aber schriftlich immer noch bei 6 landete? Eine ganz beachtliche Leistung! Leider half ihm das wenig im Sinne der Zeugnisnote.Ich habe das damals auf der Zeugniskonferenz zur Sprache gebracht und den Antrag gestellt, dass eine positive Bemerkung ins Zeugnis kam. Ich kann nur hoffe, dass sich der Schüler dadurch nicht veräppelt gefühlt hat.

    Und wie handahbt man es umgekehrt: wenn einem Schüler ein Fach "zufliegt" und er sich nicht groß anstrengen muss, dann mag er mangels mündlichem Engagement vielleicht auf einer 2 statt auf einer 1 landen, aber würde man ihn deshalb runterstufen auf eine 3, um die Vergleichbarkeit zu jemand anderem herzustellen, der sich sehr bemüht hat??
    Was ich damit sagen will: die persönlichen Anstrengungen in allen Ehren, aber irgendwo sind uns als Lehrern Grenzen gesetzt.

    ch sage nur, dass mein Unterricht über die Jahre so aufgebaut ist, dass ein durchschnittlicher Schüler schon alleine mit dem Lernen der Vokabellisten, der besonderen Redewendungen, der Landeskunde-Informationen, usw.. auf eine 3 bzw. 2 kommt.

    Das erstaunt mich.

    Für eine 3, erst recht für eine 2, gehört m.E. schon ein bisschen mehr als Auswendiglernen von Vokabeln und Redewendungen oder Landesinformationen.
    Das ist ja ein rein reproduktiver Bereich und mag im ersten Lernjahr angemessen sein, aber mit weiterem Fortkommen ? Sagen das die Richtlinien aus?

    ich denke, du als Lehrer sollst auch nicht selbst therapeutisch einschreiten, sondern als Bindeglied zwischen der Schülerin/ dem Schüler und Fachleuten. Dafür muss man aber informiert sein über Hilfsangebote und -Möglichkeiten.

    Wir hatten an der Schule mal eine Fortbildung zum Thema Magersucht. Ziemlich schwierige Angelegenheit, bei der man sehr viel Fingerspitzengefühl braucht. Und immer wieder gab/gibt es an der Schule Mädels mit Magersucht, bei denen die KL nach Absprache mit den Kollegen (oft sind es die Sportklehrer, denen etwas auffällt) Gesprächsbereitschaft zeigten und auch sich an die Eltern wandten. In Zusammenarbeit mit der Schulleitung.
    Wie gesagt, dass alles ist eine Gratwanderung,
    aber nichts tun im Sinne von Wegschauen kann es auch nicht sein!!

    Zitat

    Verstehe ich dich richtig, dass man direkt nach dem Abitur, also ca. mit 19, schon eine genaue Vorstellung davon haben soll/muss, was man später mit dem begonnenen Studium machen will?

    Das halte ich nicht für veraltet, sondern für vernünftig. Zumindest sollte man mit 19 eine Vorstellung davon haben, was man beruflich gerne machen würde. Was ist daran veraltet oder ungewöhnlich? Sooo plötzlich und unerwartet sollte ein Schulabschluss nicht kommen, da erwarte ich von einem/r 19 Jährigen, dass er/sie nicht sagt: "Huch, da habe ich ja ein Abizeugnis, ja, was mach ich denn nur damit?"

    Real- und Hauptschulabsolventen müssen sich bereits 3-4 Jahre früher eine Vorstellung von ihrem möglichen Beruf machen.
    Und wenn man ein Studium beginnt, dann erwarte ich auch, dass man sich über die spätere Einsatzfähigkeit Gedanken gemacht hat.
    Ich jedenfalls kann nicht für mehrere Kinder ein Studium finanzieren, die überhaupt nicht wissen, wozu das gut sein soll, "Hauptsache, es macht Spaß". Irgendwann muss man doch auch mal erwachsen werden und ernsthaft über seine Zukunft nachdenken.

    Ob das dann immer klappt, ist eine andere Frage.
    Dass man heute nicht mehr eine Ausbildung macht und bis zur Rente dasselbe ausübt, die Erwartung ist tatsächlich veraltet.

    Aber ich merke gerade, es geht wieder Off topic :wacko:

    ich finde es ganz toll und sehr kompetent, wie die Schüler mit ihrem Konflikt umgegangen sind.
    Vieles von dem, was die Kinder untereinander regeln, geht an den Eltern vorbei. Wenn damit der Konflikt für beide befriedigend aus der Welt ist, besteht keine Notwendigkeit, die Eltern im Nachgang zu informieren. So sollte Erwachsenwerden funktionieren.
    Das kann man den Eltern versuchen zu übermitteln.
    So sehe ich das, allerdings ohne Kenntnis von einer evtl. Gesetzeslage zu haben.

    ich habe den Eindruck, Suiram, du bist so gutmütig, dass die Schüler dich und deine scheinbare Hilfsbereitschaft ausnutzen.
    Schick die angeblich kranken ins Sekretariat, und wenn insgesamt die Klasse nicht arbeiten will, könntest du mit Schreiben anfangen:
    diktiere ihnen Aufgaben, Zusammenfassungen, das, was eigentlich ein Tafelanschrieb wäre. Lass sie möglichst viel schriftlich tun, in EA.
    Schreiben hält ruhig.

    Und versuche, solche privaten Kinkerlitzchen nicht IN der Stunde zu klären. Damit lässt du dich nur instrumentalisieren.

    Ich hatte mal eine sehr wilde 7.Klasse. Die waren durchaus pfiffig, aber laut (besonders die Mädchen kreischten auch auf dem Pausenhof ständig) ujnd unkonzentriert. Sehr schnell ablenkbar.
    Durch ständigen Methodenwechsel, viel viel Schreiberei, unentwegte Kontrollen nicht nur der HA, sondern auch der Lernschritte, durch die Maßnahme growing homework, dazu ganz konsequentes Durchgreifen beim Unterschleif, jede Woche Elterngespräche und wiederum Belohnungen, wenn der Tages-Stoff geschafft worden war, wurde die Situation im Laufe der Wochen besser.
    Persönliche Streitereien würge ich sofort ab: "Das tut jetzt nichts zur Sache, ihr könnt NACH der Stunde kommen". Meist hatte es sich bis dahin eh erledigt, weil sie ihre Pause nicht kürzen wollten, bzw. weil der Unterricht eh weiter ging und ich ihnen kein Publikum bot. ;)

    Vielleicht kannst du mal einen Kollegen mit in die Klasse nehmen zur Hospitation, damit du ein konkretes Feedback erhältst?

    Ich hatte auch Latein-Leute mit in meiner Spanisch-Klasse, allerdings haben diese von Latein nur sehr, sehr wenig nutzen können.

    Wenn meine 1. Antwort (s. Smilies) auch mit einem halben Augenzwinkern geschrieben war, wundert mich das Obige aber nun doch gewaltig. Gerade zwischen Latein und Spanisch gibt es doch sehr viele Parallelen,
    aber wie auch immer,
    ich vermute einfach, dass in Französisch als 3. Fremdsprache viele Schüler anzutreffen sind, denen Fremdsprachen tendenziell leichter fallen. Vorkenntnisse erleichtern das Lernen dann noch einmal.
    Timo, handelt es sich bei dem Beginn der 3. Fremdsprache um Jahrgangsstufe 8 ?

    Vielleicht sind die Schüler besser, weil es eher die sprachstarken Schüler sind, die sich eine 3. Fremdsprache "zumuten"?
    Und mit Sicherheit auch, weil sie vorher Latein gehabt haben und dadurch stärker zu strukturiertem Lernen fähig sind :whistling::whistling::whistling:

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