Beiträge von Friesin

    Nein. Wir leben in einer offenen und freien Gesellschaft, in der jeder eine Meinung haben kann und kundtun darf.

    In der Tat. Manche Äußerungen sind jedoch keine Meinung, sondern z.B. Volksverhetzung. Zu Rassismus kann man keine Meinung haben, das ist keine Ansichtssache. Rassismus ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    Wenn man jedoch ernst genommen will, sollte man schon wissen, worum es geht. Die Erfahrungen, die ganze Volksgruppen als diskriminierend erleben, kann man als Nichtbetroffener einfach nicht wirklich teilen.
    Dein Recht auf freie Meinungsäußerung würde dir beispielsweise nicht gesetzlich verbieten, als Mann Meinungen zum Thema Gebären zu verkünden. Nur: ernst genommen wirst du damit nicht.

    Dann kann man natürlich sagen, dass es keinen Rassismus gegen Weiße gibt oder dass Männer nie sexistisch diskriminiert werden. Nur dass alleine ändert eben nichts an konkret erlebten Diskriminierungserfahrungen.

    ach ja?
    Selbst wenn es eine anekdotische Evidenz dafür gäbe, kannst du doch einzelne persönliche Erfahrungen nicht vergleichen mit systemischem Rassismus oder Sexismus
    Als Nichtbetroffene/r kann man einfach nicht mitrden, schon gar nicht vollmundig.

    "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fr.... halten" (Zitat von ich weiß nicht mehr wem).

    denn auch eine AfD könnte nicht mal eben Gewerkschaften, Rechtsschutz oder auch Arbeitsgerichte/Verwaltungsgerichte komplett im eigenen Sinn umkrempeln oder abschaffen.

    wirklich nicht?

    Seit die Rechten so einen Aufschwung erleben, wird mir immer wieder bewusst, wie 1933 die Machtsicherung der NSDAP ablief, und mir wird angst und bange bei der Vorstellung, als Geschichtslehrer in einem AfD geführten Staat zu arbeiten.
    Ich weiß, das GG ist nicht die Weimarer Verfassung, doch Hilters Satz,

    er habe die Demokratie in der Demokratie mit Hilfe der Demokratie besiegt,

    lässt mich manchmal nicht los.

    Danke, Bolzbold, für diesen thread!!

    Zurück zur Ausgangsfrage:

    ich denke, es ist egal.
    In der 7. und 8.Klasse gebe ich höchstens mal an, unter welches Trennbaltt ein Hefteintrag gehört (Latein) oder wenn ein neues Kapitel beginnt (Geschichte)
    Ansonsten sollen die Schüler mit ihren Aufzeichnungen arbeiten können, da ist mir persönlich ihr System völlig wurscht.

    Wer es bis dahin nicht gelernt hat, hat Pech gehabt. Oder kann wunderbar arbeiten trotz chaotischer Heft(er)führung. Alles schon vorgekommen.

    ich fühle mich angesprochen :)

    An unserer kleinen Schule weiß ich genau, wer geflüchtet ist (einzelne Ukrainer in den verschiedenen Jahrgängen).
    Bevor ich eine Kriegsdoku anschaue, mache ich alle Schüler darauf aufmerksam, dass hinausgehen kann und bitte ruhig soll, wer sich aus irgendeinem Grund emotional zu sehr angesprochen fühlt. Ich schaue allerdings nur eine Doku zum Ersten Weltkrieg, beim Thema Zweiter Weltkrieg komme ich ebenso gut ohne Doku aus.
    Lieber schaue ich Zeitzeugenberichte zur Verfolgung von Minderheiten in der NS Zeit, das berührt die Schüler auch, doch hängt es nicht direkt mit Kriegserlebnissen zusammen.

    Mit Rücksicht auf einen Ukrainer in der eigenen Klasse habe ich den Vorschlag, zum Paintball/Laserpointer zu gehen, abgelehnt- Das halte ich aber generell nicht für eine Klassenaktivität, die die Schule organisieren sollte.

    vll können wir uns darauf einigen, dass das Stressempfinden etwas recht Persönliches ist.

    Ich z.B. empfinde es als (unangenehmen) Stress, wenn ich (viele) unerwartete Zusatztermine bekomme.
    Korrigieren ist langweilig, aber gut auszuhalten und selbst einteilbar. Denke ich. Andere sehen das völlig anders.

    Von daher ist eine Frage wie die Ausgangsfrage auch nur auf der persönlichen Erzählebene zu beantworten und wird vermutlich dem TE nicht viel bringen

    ich fand das Ref nicht halb so schlimm wie prognostoziert, aber ähnlich wie im Beruf (ich vermute, in jedem Beruf) gab es dort besondere Hoch-Zeiten mit hohem Stresslevel.

    Ansonsten ist es wohl tatsächlich sehr personenabhängig, was jeder einzelne als wie stressig empfindet. Je älter ich werde, desto weniger ficht mich Stress an :)

    Im Allgemeinen

    als Angestellte im Schuldienst reiche ich jährlich eine Urlaubskarte ein wie andere Angestellte auch.
    Werde ich innerhalb der als Urlaub genehmigten Zeit krank, bekomme ich die Tage im nächsten Jahr "gutgeschrieben" auf meine Urlaubstage.

    Mit ein wenig Disziplin habe ich gelernt, die schulischen Tätigkeiten tatsächlich in den Ferien nur dann zu erledigen, wenn ich keinen Urlaub habe.
    Hat sehr zu meinem persönlichen Wohlbefinden beigetragen ;)

    Langsam bin ich auch an den Punkt dass ich mir denke man WILL mir einfach nicht die Türe aufmachen.

    mich wundert immer wieder, dass hier potentielle Quereinsteiger auftauchen und sich gerieren, als habe die Schulwelt nur mit dem roten Teppich auf sie gewartet--jenseits von Qualifikationen. Auch als Quereinsteiger muss man sich an die Vorbedingungen des ÖD halten; merkwürdig, oder nicht?

Werbung