Beiträge von Friesin

    Als mein Lebensgefährte lebensbedrohend erkrankt war, und, als die erste unmittelbare Gefahr vorbei war, 2 Monate später ins Koma gelegt wurde mit erneuter Überlebenschance von 30%, war ich kurz krankgeschrieben.

    Ist sicher nicht vergleichbar mit deiner Situation, vielleicht kann ich mich dennoch ein kleines bisschen in dich hineinversetzen.
    Denke mehr an dich selbst als an deine Schüler !! Du musst für dich sorgen. Die Schüler sind sicherlich auch wichtig, doch du bist in erster Linie für dich verantwortlich.
    Schau auf dich, erspüre, was dir guttut, und zwar möglichst ohne Druck von außen.

    Hast du schon mal daran gedacht, dir psychotherapeutische Hilfe zu holen, z.B. in Form von Gesprächen? Vielleicht täte das gut.
    Ich wünsche dir ganz ganz viel kraft für die kommende Zeit!! :troest:

    Ich steige gerade auf eine Klingel um ... also wie an der Rezeption im Hotel etc. ... da könnte man dann zuhause gleich noch Getränke ordern ...


    Lacht nicht, doch als meine Kinder noch jünger waren, haben wir uns eine Schiffsglocke angeschafft, die geläutet wurde, wenn es Essen gab. Und nur dann.
    Die übertönte auch im Obergeschoss jeden Benjamin Blümchen. ;)
    Und jeder nahm sie ernst und kam gerannt!!

    Mir erging es vor 1,5 Jahren ebenfalls in einer 8.Klasse ähnlich: durch eine Assoziation im Unterricht, deren Wirkung auf mich ich nicht halb so stark eingeschätzt hatte, erwischte es mich und meine Stimme war hörbar am Zittern. Hinter der Brille wurde mir wässrig.
    Die Schüler, eine ganz liebe 8.Klasse (meine eigene), waren betroffen, führten aber das Unterrichtsgespräch mit mir leicht verunsichert weiter. Am nächsten Tag wollte ich den "Vorfall" eigentlich aufklären, fühlte mich aber immer noch nicht stabil genug dafür. Die Stunden darauf fielen aus, und damit war der Zug abgefahren. Ich hätte gerne etwas dazu gesagt vor der Klasse, doch ich denke, so war es auch okay.
    Wichtig ist in meinen Augen, dass man bei so etwas, das ja wirklich selten vorkommt, hinterher nicht zu sehr verkrampft, sondern möglichst "authentisch" bleibt (wie ich dieses Wort hasse :cursing:). Dem Verhältnis zu meiner damaligen Klase hat meine Entgleisung jedenfalls keinen Abbruch getan!

    Nur Mut und viel Kraft in deiner Trauer!

    Hast du schon mal in einer Praxis für Logopädie nachgefragt wegen Stimmtraining? Vielleicht kann dir das auch dein Arzt verschreiben.
    Zum Unterricht:
    Ich beginne den Unterricht erst, wenn es ganz leise geworden ist.
    Auch wenn es zwischendurch mal zu laut wird, verstumme ich. Stemme die Arme in die Hüften und schaue die größten Störenfriede starr und und mit gerunzelten Augenbrauen an.
    Das sind manchmal gefühlte 1000 Minuten, pendelt sich aber recht schnell ein. Und hilft! ;)
    Flüstern soll übrigens schädlicher sein als Sprechen in normaler Lautstärke.

    Es geht wohl darum, dass einige jetzt schlechter bewertet wurden als bei der alten Lehrerin (ist ja auch normal) und dass nun auf die kürzere Zeit schieben.

    Dann kannst du deinen Schülern erklären, dass sie die Klassenarbeit in der dafür vorgesehenen Zeit geschrieben haben, die Parallelklasse aber die Zeit falsch zugewiesen bekommen hat.
    Nicht deine Schüler wurden falsch behandelt, die Kollegin der Parallelklasse hat falsch gehandelt. Wenn, dann muss sie nachschreiben.(was ich persönlich für angemessen hielte).

    Ich würde den Fall der SL vortragen. Scheinbar nicht so ganz nett der Kollegin gegenüber, doch ihr Verhalten dir gegenüber war ja extrem unfair.

    Zitat

    Ich kann nicht für dein Bundesland sprechen, dir nur sagen, dass es bei uns Katholischen in Baden-Württemberg sehr streng zugeht. Aus der Kirche austreten und Religion unterrichten wollen? Das ginge schon einmal gar nicht. Bei uns müssen sich sogar Kollegen, die eine Missio haben und in "wilder Ehe" ( :D ) leben, gut vor dem Schuldekan verstecken.
    Ich habe Religion im Hauptfach studiert und mit sehr gut abgeschnitten. Jetzt bekam ich einen Antrag zugeschickt, was ich alles einreichen muss, um die Missio zu bekommen:
    - meine Taufurkunde
    - Taufurkunden der Kinder (!)
    - Nachweis über kirchliche Heirat (!)
    - beglaubigte Kopien meiner Zeugnisse (einfache Kopien haben nicht gereicht ;) !)


    Das kenne ich von evangelischer Seite genauso.
    auch im privaten Bereich:
    Die Urkunden, die ich als Katholikin einreichen musste, um bei einem evangelischen Kind zweite Tauspatin zu werden, haben mich einige Gänge zum Pfarramt gekostet. Umgekehrt war das nie ein Problem.
    Und eine Pastorin aus B-W darf bei uns keine Pfarraufgaben übernehmen, weil sie der "falschen" evangelischen Landeskirche angehört.
    Probleme gab es auch bei der Frau eines Kollegen. Er war katholisch und unterrichtete Reli, sie war evangelische Pfarrerin. Ein No go für die Landeskirche.

    Manchmal schwer verständlich....

    der Arzt oder Psychologe kann doch nur die Störung im Attest bestätigen.
    Bei anderen Attests konrtollierst du doch auch nicht, ob dagegen behandelt wird.

    Was, wenn die Störung bescheinigt wird, aber der Schüler nichts dagegen unternimmt?
    Was, wenn er an seiner Rechtschreibstörung arbeitet, aber kein Attest vorliegt?
    Woran willst du dich halten als Lehrer?

    die Attestierung allein sagt ja nichts aus darüber, ob der Schüler an seiner Störung arbeitet. Ich würde mal davon ausgehen, dass er es tut. Nur umgekehrt wird ein Schuh draus: ohne Attest keine Sonderrechte

    bei uns gibt es eine Akte für Kinder mit "Besonderheiten". Wer darin als amtlich bescheinigter LRS-Schüler aufgeführt wird, mit beigeheftetem Attest, bekommt den Nachteilsausgleich. Alle anderen nicht.

    Zitat

    Silicium:Dann würde es durchaus vorkommen, dass ich ihn gehörig zurechtweise und ihm auch durchaus mal eine schlechte Note reinwürge oder ihn auflaufen lasse (!!!).

    Was immer du unter "ihn auflaufen lassen" verstehst,
    eine schlechte Note in diesem Fall als Sanktion für seinen beleidigenden Spruch ist ein No Go. Das wird sich auch keinesfalls rechtfertigen lassen. Und in diesem Fall ist das auch gut so und hat mit Kuschelpädagogik nichts zu tun. Verhalten ist eines, Leistung kann was anderes sein. In diesem Fall sind es zweierlei Paar Schuhe. Was du vorhättest, wäre unprofessionell und nicht erlaubt.

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