Beiträge von Friesin

    Ein thread als Austauschplattform

    die Schule, an der ich unterrichte, ist seit einer Woche geschlossen und im Distanzunterricht.

    Seit dem Frühjahr haben wir dazu gelernt, so dass nun Unterricht aus der Ferne und nach Stundenplan erfolgt. Und siehe da: es klappt!! Deutlich besser als im Frühjahr, als jeder sein eigenes Süppchen kochte und weniger Struktur vorgegeben war. Klasse 5 wurde allerdings von Videokonferenzen ausgenommen auf ausdrücklichen Elternwunsch.

    Und ehrlich gesagt tut es auch mir gut, mit den Schülern in Kontakt zu bleiben ;)

    ich habe bemerkt, dass ich selbst bei Vetretungsunterricht in Klassen, die ich sonst nicht habe, deutlich strenger bin als in meiner eigenen.

    Wenn es Beschwerden über meine Klasse gibt, frage ich meine Klasse immer möglichst auf Augenhöhe: "Da gab es Beschwerden in dem und jenem Fach/ über Tag xy, erzählt mir mal, was war denn da los? Ich möchte mal eure Sichtweise dazu hören" Dann wissen die Schüler, ich vorverurteile sie nicht (sagt man das so?), und sie fühlen sich nicht in die Ecke gedrängt. Meist kommen sogar selbstkritische Töne dabei raus.

    Und anschließend überlegen wir gemeinsam, was ihr Anteil sein könnte, um die Situation zu verbessern. Und auch, was die andere Seite tun kann.

    Ist eine 7.Klasse

    Bei uns ists auch kalt, allerdings kommt mein Raum zumindest noch auf 16 Grad. Nach Beschwerde beim Schulträger die Antwort: "Dann dürfen Sie halt nicht so oft lüften." ..... Schön, ne

    dann wird in dem Raum eben nicht mehr unterrichtet. Punkt. Da wäre ich unnachgiebig

    Nachdem nun auch die erste Corona konforme Idee mit vielen sehr personenreduzierten Führungen (verteilt auf zwei Tage) wegfällt, werden wir uns digital vorstellen: virtueller Rundgang durch die Schule, viele Interviews mit Schülern und Kollegen, Vorstellung des Schulkonzepts usw. Eigentlich ne spannende Herausforderung, wenn nicht gerade so viel Anderes noch zu tun wäre....

    mich würde interessieren, was diesen "Stimmungswechsel" ausgemacht haben mag; du schreibst ja, dass es anfangs ganz gut lief mit der Klasse.

    Zur Evaluation: ich mache das immer mit einem recht eng gefassten Ankreuzkatalog, der ganz viele Details aus dem Unterricht erfasst. z.B. "Die Anzahl der HA war für mich zum Lernen ausreichend -- passned-- zu wenig-"

    etwas freier:

    "Ich hätte bessere Ergebnisse erzielt, wenn ich...."

    So ufert die Umfrage nicht zu sehr aus, und du hast unterscheidliche Unterrichtsbereiche erfasst.

    Am Ende gibts bei mir noch ein "was ich immer schon mal loswerden wollte", das wäre bei deiner jetzigen Klasse dann wohl weniger angebracht ;)

    Ganz ehrlich: Für einen Vokabeltest lernt man (auch ich!) doch nur die paar Vokabeln auswendig, die man genau für diesen Test benötigt - was definitv eine Fleißaufgabe ist, da gebe ich dir recht. Diese Vokabeln gehen ins Kurzzeitgedächtnis und nach dem Vokabeltest sind sie schwupps wieder weg. Von "vernünftig lernen" kann da m. E. nicht die Rede sein. Ins Langzeitgedächtnis gehen diese Vokabeln nur, wenn man sie in der Folgezeit immer wieder anwendet.

    dafür fehlt leider die Zeit im Alltag....

    Wobei meine Vokabeltests außer in den ersten zwei Lektionen immer so aussehen, dass ich aus den Lernwörtern zusammenhängende Sätze baue --soweit das möglich ist. Reines Abspulen von auswendig Gelerntem ist es also nicht

    sicherlich muss man unter normalen Umständen nicht bei jedem bisschen Halskratzen zu Hause bleiben, aber diese dreiviertelkranken Kollegen, die sich "heldenhaft" in die Schule schleppen, waren mir schon immer suspekt.

    Da kommt jemand käsebleich ins Lehrerzimmer, trinkt maximal Kamillentee und erzählt leidend, dass er/sie die halbe Nacht gek.... habe.

    Ganz ehrlich, so was finde ich frech.

    Nein, aber etwas, das durchaus einen Großteil der Note ausmacht.

    Bewertet werden soll aber die Leistung der Schüler.

    Dann müsste man ja dem schlechten, aber ohne Internetzugang eigenständig erarbeiteten Material eine gute Note geben,

    dem Hochglanz-Plakat mit perfekter Performance und herausragender Verköstigung dank der Mithilfe der Eltern eine schlechte.

    Gleiches gilt für Mappen, Aufsätze, Werkstücke, Kunstbilder uvm., die zu Hause waren und unter Hilfe angefertigt wurden.

    Aus genau diesem Grund dürfen HA in manchen Bundesländern nicht benotet werden.

    Kunstbilder würde ich --ebenfalls aus diesem Grund-- nie mit nach Hause geben, Mappen im Leben nicht bewerten (was soll ich da bewerten außer Vollständigkeit? Ob mit blau, rosa oder mit Glitzer unterstichen wurde? Die hübschen Randverzierungen mancher Mädchen ?) -- und wieso macheh Referate einen Großteil der Note aus auf dem Gymnasium?

    Mein Mann sagte auch: Endlich keine täglichen Raufereien am Pausehof mehr... ;)

    schön wärs *seufz*

    Viele Eltern auf "meinem" Gymnasium wollen ihr Kind bei uns so lange wie möglich behalten, weil es bei uns so einen geschützten Raum mit wertschätzendem Umgang und persönlicher Bindung ist

    Ist in Thüringen in manchem Jahrgang möglich, weil es in Kl.5 und 7 keine Versetzung und damit auch kein Sitzenbleiben gibt

    Zumindest dieses Gymnasium kann die eingangs gemachten Vorwürfe ganz entspannt links liegen lassen ;)

    Zitat

    Am Handy siehst du, dass du angerufen wurdest und kannst zu einer passenden Gelegenheit einfach zurückrufen. Oder du schaltest die Mailbox ein. So erreichen dich wichtige Anrufe noch viel besser: nicht erst zuhause, sondern noch während du unterwegs bist.

    Das zeigt mir mein Festnetzgerät auch.

    Und mal ganz ehrlich: was kann denn soo wichtig sein, dass ich es unterwegs (was auch immer "unterwegs" genau ist) erfahren muss?

    Schlechte Nachrichten z.B. verdaue ich lieber zu hause auf dem sofa als im Supermarkt an der Kasse

    Ich denke, mit der Forderung nach ständiger Erreichbarkeit machen wir uns selbst etwas vor.

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