Und wer kann es beurteilen? Machst du dich generell vom Urteil anderer frei? Wenn auch die Schulleitung nie ein "danke sehr" oder "gut so" übrig hat, die Schüler sowieso nicht, die Eltern sich allenfalls beschweren, woraus ziehst du deine Erfolge? Wir stellen nichts her, wir schreiben keine schwarzen Zahlen, kein Projekt wird honoriert, wir steigen nicht auf, es gibt keinen Titel. Wir arbeiten in einem sozialen Beruf, indem der Erfolg nicht messbar ist. Im Schnitt hat man einige Konflikte, negative Rückmeldung oder gar keine Resonanz aber nie positive Rückmeldung. Denn der eigentliche Erfolg (Kind hat was gelernt) ist natürlich auch nicht der unsrige, denn Kind a lernt und versteht halt und Kind b wird nie einen Schulabschluss schaffen. Jedenfalls wird nie jemand sagen "toll, wie Sie (fachfremd) Geschichte vermitteln, mein Kind hat etwas über die Neandertaler oder unsere Demokratie gelernt."
Vielleicht kann sich der eine oder andere komplett frei machen von messbaren Erfolgen, mir scheint das eher die Ausnahme zu sein.
ich merke doch, ob die Schüler im Unterricht mitgehen, etwas lernen, angeregt diskutieren, Fragen stellen (auch im Einzelgespräch vor oder nach der Stunde), ich merke, wie ich mit einer Klasse zusammenwachse, und ich merke, dass bei den Schülern doch etwas hängenbleibt. Oder wenn die Älteren nostalgisch in ihren Erinnerungen an die ersten Jahre auf der Schule schwärmen.
Gerade während des Lockdowns gab es positives Feedback von den Eltern.
Das Gerangel um Noten kenne ich nur teilweise: wir haben an der Schule einheitliche Bewertungstabellen (XY Rohpunkte entsprechen ABC Notenpunkten/Noten), und ganz ehrlich: wer in der Sek I immer eine 4 hatte, freut sich in der Oberstufe über 5 oder mehr Punkte.
Transparenz ist hier das Zauberwort.
Nein, meine SL sagt tatsächlich eher selten: "Toll, wie Sie die Renaissance rübergebracht haben", woher soll sie es auch wissen??
Aber sie weiß, wer was macht und wer welchen Ruf im Kollegium und der Schülerschaft genießt. Schüler sind da deutlich duldsamer, als man oft denkt.
Geht es denn einem Sachbearbeiter im gehobenen Dienst anders? Wenn er/sie alleine im Büro vor sich hin arbeitet?
An der Schule kann man viel Kreativität einbringen, genau das liebe sich so an unserem Beruf, auch nach 14 Jahren noch.
Was man selbst ändern kann:
Fremdwörter lernen
Z.B. "Nein" oder "Tut mir leid, das geht (jetzt) nicht/ nicht auch noch"
Konzentriert am Stück arbeiten ohne dauernd aufs Handy zu schauen (Konzentriert am Stück ist schwer mit eigenen Kindern, ich weiß)
Nicht den Anspruch haben, alles zu 100% zu machen (Betrifft z.B. Arbeitsblätter, stundenlange Fotorecherche zum Thema,... )
Mails u.Ä. nicht auf dem Handy aufploppen lassen
kein Whats App mit Schülern oder Eltern
sich nicht ständig verfügbar machen