Beiträge von Friesin

    was ich von Schülern und Eltern gespiegelt bekommen hatte:

    alles musste sich erst mal einpendeln.

    Die Kleinen in Kl.6 waren sehr fleißig, manchmal schneller als ich :D, alle haben sich über die zeitnahe Korrektur/Feedback gefreut.

    Die Größeren ab Kl.10 haben ihre Abgabetermine eingehalten, manchmal erst 3 Minuten vor Ende der Deadline, aber ist ja okay.

    Die Eltern der Jüngeren hatten manchmal Probleme, mit den Kindern den Alltag zu strukturieren, aber das habe ich nicht als meine Aufgabe angesehen. Die Kinder, die sonst auch gut organisiert sind, waren es auch in Coronazeiten. Den Alltag zu strukturieren ist in meinen Augen Aufgabe der Familien, auch ohne Lockdown ;)

    freie Kunst zu studieren halte ich für sehr zweifelhaft, weil du damit kaum Zukunftschancen hast. Es sei denn, du gewinnst diverse Kunstpreise und gehst als Neuentdeckung durch die Decke, kannst dich gut vermarkten, bist bereit, von sehr wenig und sehr unregelmäßigen Einnahmen zu leben.

    Wie wäre es mit einem Design-Studium an einer FH? Weiß allerdings nicht, wie da hinterher die Berufschancen stehen.:gruebel:

    Ich unterrichte Kunst, allerdings fachfremd. Zum Kunststudium kann ich dir also nicht viel sagen.

    Wohl aber zum Unterrochtsalltag. Und der unterscheidet sich gar nicht sooo sehr vom Unterrichten anderer Fächer, mit dem entscheidenden Unterschied: du hast keine Korrekturen (in der SekI)

    Bewerten musst du die Schülerarbeiten natürlich trotzdem, nachdem du dir und ihnen die Kriterien mitgeteilt hast.

    Anders als in "härteren" Fächern gibt es oft das Problem, dass viele Schüler und ihre Eltern das Fach unst nicht wirklich ernst nehmen.

    Heißt:

    manche arbeiten nur sehr lustlos mit, kaspern mehr rum, denken, in Kunst gäbe es keine schlechten Noten.

    Da musst du schon sehr selbstbewusst sein, um dich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.

    Du darfst dir den eigenen Spaß nicht durch klustlose Schüler verderben lassen. Das gilt natürlich für alle Fächer, aber z.B das Fach Englisch wird als "wichtiger" akzeptiert.

    Kusntunterricht kann auch davon abhängen, wie deine Schule ausgerüstet ist, wie hoch das Budget für Verbauchsmaterialien ist, welche räumlichen Möglichkeiten vorherrschen. Das kann u.U. die tollsten kreativsten Ideen aushebeln.

    Dann musst du bedenken, dass du im Unterricht selten richtig tief ins Fach eindringen kannst. Du hast nicht die begnadeten Talente vor dir sitzen, und natürlich ist dein eigener künstlerischer Anteil im Unterricht gleich Null. Du bist Lehrer, d.h. Anleiter, Entdeckungsleiter, Motivator, Materialbeschaffer und -Verteiler, Mahner zum SArbeiten und hinterher zum Putzen. Ähnlich wie in anderen Fächern auch.

    Im Geschichtsunterricht überlege ich mir ja auch, wie ich welches Thema auf das Schüleralter runterbreche, wie sie die festgelegten Ziele erreichen können, wie ich das überprüfen kann -- und studiere nicht genüssslich irgendwelche Quellen.:pfeif:

    Wenn ein Thema erst mal angelaufen ist, hast du für die nöchsten ein/zwei/drei Stunden weniger Vorbereitung, musst dich dann aber um Differnezierung kümmern für diejenigen, die ihre Arbeit schon fertig haben und gefördert oder weiter motiviert werden wollen. Wie in jedem anderem Fach auch.

    Ich will dir jetzt nichts madig machen. Ich will dir nur klar machen, dass Kunstunterricht mit eigener künstlerischer Arbeit nicht viel zu tun hat. Eher mit Begleitung von teils interessierten Schülern (meist Mädchen, die gerne liebevoll zeichnen oder malen:staun:), teils solchen, die meinen, sie hätten jetzt eine Stunde zum Abhängen vor sich.

    Als Kunstlehrerin oder auch nur als an Kunst interessierte Person kannst du aber auch in Projektwochen künstlerische Themen anbioeten, im AG-Bereich und natürlich an der good old Volkshochschule. Da arbeitest du dann meist mit Leutehn, die intrinsisch motiviert sind.

    Zum eigenen Künstlern komme ich in bestimmten Zeiten des Schuljahres gar nicht. Und ich habe keine kleinen Kinder mehr im Haus, sondern einen ebenfalls künstlernden Mann :D. Ich bin jetzt 12 Jahre nach dem Ref und die Unterrichtsvorbereitung in meinen studierten Fächern geht mir deutlich schneller von der Hand als in den ersten 5 Jahren. Trotzdem gibt es Wochen/Monate, in denen ich nicht zum kreativen Arbeiten komme, selbst wenn ein Zeitfenster da ist: der Kopf ist einfach nicht frei. Das ist für mich okay so, weil ich den Rhythmus kenne und weiß, dass so ein "Malkater" wieder vorbei geht.

    Wenn du viel Zeit für dein zeitaufwändiges Hobby haben möchtest, warum gehst du dann nicht in die Verwaltung? Ein Beruf, der dir klare Arbeitszeiten vorgibt und der nicht viel Menschen zu tun hat, verschafft dir vll eher freie Wochenenden.

    Danke für eurer doch sehr umfangreiches Feedback. Es zeigt doch schon sehr deutlich, dass C. bei vielen auch das Privatleben drastisch einschränkt.

    "Drastisch" würde ich es jetzt nicht nennen, wenn das eine oder andere Freizeitvergnügen wegfällt oder anders ablaufen muss.

    Ein drastischer Einschnitt in mein Privatleben wäre es, wenn ich mit Corona mehrere Tage (Wochen) ins KH müsste und Nachwirkungen hätte.

    abgesehen von den (wohl eher an den Haaren herbeigezogenen) rechtlichen Problemen - wie unterrichtet ihr dann eigentlich mit dem Fetzen vor Mund und Nase? Abgesehen davon, daß die Kommunikation eingeschränkt ist (Mimik und Gestik), hört und versteht man das Gegenüber ja nur sehr schlecht. Ich würde mich diesbezüglich sehr über Berichte aus eigener Erfahrung freuen! Danke!

    ich unterrichte seit Anfang Mai mit einer FFP2 Maske.

    Muss vll im Fach Latein in der Fremdsprache (Jaaa, ioch spreche immer mal Latein) ein klein bisschen deutlicher sprechen, aber es geht einwandfrei.

    Allerdings waren bislang ja auch immer nur halbe Klassen in den Räumen

    ich habe auch den Hartschalentrolley von time-tex und kann dafür nur positive Werbung machen!

    Sehr geräumig,

    durch die 4 Rollen auch sehr beweglich,

    auf Treppen trägt man ihn mal kurz. Kein Problem.

    Habe ihn jetzt seit 3 Jahren, und die Rollen sind noch tiptop.

    Mein Alleinstellungsmerkmal in der Schule, über das sich die Abiturienten in der Motto-Woche gerne amüsieren :lach:

    Ich gehe auch davon aus, dass du als Lehrkraft gar keine Predigten halten sollst. Die Katholiken sind da ja bekanntermaßen eher engstirnig, wer die Worte Gottes wie auslegen darf

    nein, eine Predigt darf auch im katholischen Gottesdienst ein Laie halten. Nur wenn es um die Sakramente geht (außer Taufe), muss ein Priester sie ausüben. Die Lesung des Evangeliums wird nach meinen persönlichen Erfahrungen unterschiedlich gehandhabt. Kann aber auch anekdotisch sein.

    Meine Erfahrungen an einer evangelischen Privatschule decken sich mit denen von Schmidts Katze. Andachten einaml zu Wochenbeginn, und die halten nach einer gewissen Einführung die Schüler reihum.

    Das Wcihtigste finde ich den Unterchied im Umgang miteinander, in der Atmosphäre. Ist schwer zu beschreiben hier im Netz, macht aber tatsächlich einen sehr großen Unterschied:

    persönlicher,

    kurze, auch unkonventionelle Wege werden beschritten,

    insgesamt sehr entspannt

    Da die Arbeiter aus Südosteuropa ihr Geld nach hause schicken, sind sie oft sehr daran interessiert, möglichst wenig Geld für ihre Unterbringung zu zahlen.
    Natürlich haben sie kein Interesse daran, sich mit Covid 19 oder was auch immer anzustecken, aber man müsste Wege finden, sie günstig UND ordentlich unterzubringen.

    Mit Fleisch hat das nicht in erster Linie etwas zu tun und gilt nicht nur bei Tönnies, wie Miss Jones gerade schrieb.

    ich möchte anregen, das Ref doch nicht ganz außer Acht zu lassen.
    Man mag dazu stehen, wie man will, aber das Handwerkszeug für Lehrer lernst du dort schon.

    Ich arbeite an einer evangelischen Privatschule. Ohne Ref kannst du dort maximal zwei Jahre unterrichten. Ohne christliche Konfessionszugehörigkeit übrigens auch.

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