Ja, aber wenn es dich mal erwischen sollte, bist du erledigt und kannst auch direkt den Wohnort wechseln. Seit dieser unsäglichen meeToo-Bewegung und den ganzen Missbrauchsskandalen kann man sich als Mann sicherlich nicht mehr "normal" in der Schule bewegen. Es fängt schon damit an, dass es bei uns untersagt ist, den SuS die Hand zum Geburtstags-Beglückwünschen zu geben. Und das nicht erst seit Corona. Das ist doch völlig irre, wenn überall eine potentielle sexualisierte Übergriffigkeit vermutet wird. Ich habe da keinerlei Verständnis für und hüte mich vor allem, was mich nur im Entferntesten verdächtigen könnte. Wenn eine Gruppe Schülerinnen bauchfrei in Augenhöhe und mit weitem Ausschnitt vor meinem Pult steht, ist es gar nicht so leicht, in die korrekte Richtung zu schauen. Entweder aufs Pult, oder aus dem Fenster und tut so, als würde man nichts gesehen haben 🙈🙈
Doch, kann man(n) (also sich frei bewegen.)
Was die sexualisierte Übergriffigkeit angeht, gebe ich Dir Recht.
Die Entwicklung hat meines Erachtens aber ihren Ursprung darin, dass wir jahrzehntelang genau das Gegenextrem hatten, d.h. dass sich beispielsweise Lehrkräfte lange keine Sorgen machen mussten, was Übergriffigkeiten unterhalb des Strafbaren oder im Graubereich desselben betraf, solange ihnen keine Affären mit SchülerInnen nachgewiesen werden konnte.
Ich habe die Hoffnung, dass sich das mittelfristig einpendelt, d.h. dass Männer einerseits insgesamt sensibler sind und dass andererseits nicht hinter jedem individuell als nicht genehm empfundenen Verhalten reflexhaft ein sexuelles Fehlverhalten herausgelesen wird.
Und natürlich, dass es künftig ausschließlich diejenigen "trifft", die sich falsch verhalten.
Ich würde mir ferner wünschen, dass in Zweifelsfällen die unterschiedlichen Wahrnehmungen zwischen den Beteiligten ehrlich kommuniziert werden können, ohne deswegen Angst vor Kriminalisierung oder Bagatellisierung haben zu müssen.