Lehrkräfte, die so vorgehen, haben ja einen langen individuellen und subjektiv so empfundenen Leidensweg hinter sich - die Krankheit ist hier wahlweise Trotzreaktion oder "Selbstschutz", weil man mit den "herkömmlichen" Mitteln entweder nicht ausgekommen ist oder irgendeine Ungerechtigkeit durch das System meint erlitten zu haben.
Die Vorgehensweise an sich kann auch eine Erkrankung darstellen - dann wird es allerdings schwierig.
Beiträge von Bolzbold
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In NRW gibt es die Beurlaubung aus familienpolitischen Gründen, während der Du a) unterhälftige Teilzeit machen kannst und b) an einer anderen Schule als Vertretungskraft arbeiten kannst.
Beurlaubung | Bildungsportal NRW (schulministerium.nrw) -
Stundendeputate, Beförderungen, Anrechnungsstunden - und das an jeder Schule anders.
Anstrengung für eine Beförderung oder Entlastungsstunden oder Anerkennung durch Schulleitung und/oder Kollegium lohnt sich ganz oft nicht.
Ich habe natürlich gut reden in meiner Position und an einer Schule, die die Insel der Glückseligen ist, aber seit meiner Rückkehr aus der Behörde stelle ich nach wie vor fest, dass sich Anstrengung in bestimmten Bereichen auch ohne monetäre oder sonstige Vergünstigung lohnt - und das hatte es sich bei mir auch als ich noch (O)StR war.
Zeit und Energie in die Beziehungen zu meinen Schülern zu investieren oder in meine Klasse, das lohnt sich für mich immer (und hat sich für mich immer gelohnt.) Ich hätte gedacht, dass ich da nach der Behörde anders darüber denke bzw. fühle. Aber ich gehe tatsächlich gerne zur Schule und freue mich auf meine SchülerInnen. Mehr Geld oder gar eine Beförderung hätte es dafür nie gegeben. Mein Verhältnis zu meinen SchülerInnen gibt mir etwas, das man mir mit Geld oder Entlastung nicht geben kann. -
Klar und dann betone ich, wie ich zu dieser tolle produktive Idee kam und das man hier ein Beispiel erhält für wie wir angehende LehrerInnen
nichtwerden wollen…Ich sehe, Du hast das Konzept verstanden.

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Das mit den Kindern macht die Sache für die nächsten zehn Jahre erheblich leichter.
Du nimmst Urlaub aus familienpolitischen Gründen und machst dann Teilzeit an einer anderen Schule. Währenddessen kannst Du mit der Schulleitung der neuen Schule und dem/der zuständigen DezernentIn die langfristige Versetzung eintüten.Meine Frau macht das seit einigen Jahren so. Ihre formale Stammschule dürfte mittlerweile auch kapiert haben, dass sie dorthin nicht mehr zurück möchte.
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Hast Du Kinder? Das könnte das Ganze erheblich erleichtern...
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Ich hatte das ja auch schon angemerkt mit der Häme und den Belehrungen. Die Haltung im Form scheint mittlerweile dergestalt zu sein, dass man sich mit jedem Posting, das man hier einstellt, genau darauf einzustellen hat. Und falls man dies anprangert, wird man erneut belehrt, dass man es doch selbst schuld sei.
Klar, das kann man so sehen. Ist eben Ausdruck einer Mentalität, die wahlweise eben dies propagiert oder aber in die andere Richtung geht. Dann heißt es "sollen die anderen sich mal nicht so anstellen - mein Verhalten ist doch gar nicht so schlimm."So etwas vergiftet auf Dauer nur die Atmosphäre. Und ja, das war vor 15 Jahren oder so hier durchaus einmal anders.
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Da muss ich leider enttäuschen die Mehrdeutigkeit in der Auslegung von Bildungsgerechtigkeit kann im Rahmen der Arbeit nicht aufgelöst werden. Wenngleich aber auf Teildimensionen eingegangen wird.
Die Antwort, die auf Feldschers Nachfrage gegeben wurde, reicht mir völlig aus.
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Da mich die Themen grundsätzlich schon interessieren: Mögen Sie kurz erläutern, inwiefern Sie die Themen KI gestütztes Lernen und Bildungsgerechtigkeit (Bitte erklären Sie was Sie damit meinen, der Begriff ist auf mehrere Arten auslegbar) verknüpfen?
Das würde mich in der Tat auch interessieren. Möglicherweise wird hier ja eine überzeugende Disambiguierung vorgenommen.
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Nur noch einmal für mein Verständnis: Wir bekommen ein Kinderspielzeug als Arbeitsgerät. Ein Gerät das nicht in Ansätzen den Maßstäben der Arbeitsschutzverordnung entspricht - diese wird übrigens in jeder Behörde recht penibel umgesetzt (und ich hatte den direkten Vergleich.)
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Naja, es ist der ungelenke Versuch, das Vorhandensein der Geräte zu legitimieren und die Unzulänglichkeit der Geräte oder die fehlenden tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten durch den unterstellten fehlenden Willen oder wahlweise die didaktische Inflexibilität oder schlicht Unfähigkeit zu übertünchen. Da im öffentlichen Dienst die persönliche (wirtschaftliche) Verantwortung für Entscheidungen, sofern sie nicht (grund)gesetzwidrig sind, nicht existiert, ist das mittlerweile die Standardreaktion.
Ich liebe es... -
Wofür steht den "HK SFP9"? Ah, ich weiß: Holzkolben-Schießeisen für Polizei-Neu(n)linge.
Schöne Idee.
HK SFP9 – Wikipedia -
Ein zentraler Unterschied beim Einsatz eigener Geräte bei uns ist doch, dass wir personenbezogene Daten der SchülerInnen nicht mehr auf unseren privaten Geräten verarbeiten dürfen, wenn ein Dienstgerät zur Verfügung gestellt wird - und sei dieses Gerät noch so schlecht.
Insofern sind die ganzen Vergleiche mit anderen Berufen nicht zielführend. Ein nacktes IPad ohne Software, mit der ich arbeiten kann, zentral verwaltet durch die Kommune, die keine individuellen Installationen zulässt, ist und bleibt eine Farce. -
Bei uns kam schon mehrfach die Idee auf, privat und dienstlich zu verbinden. Man wollte eine zweitägige, externe Fortbildung machen. Da der Fortbildungsetat kein Hotel für alle hergibt, sollte das privat bezahlt werden. Das wäre dann der Ausflug, tagsüber wäre dann Dienst.
Äh, nee.
Ohne mich.
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Das Nebeneinander von kommunaler Trägerschaft und der Bildungshoheit der Bundesländer ist der größte Hemmschuh für irgendeine Form von Veränderung in die richtige Richtung.
Es wäre so einfach, wenn das Land die Trägerschaft für die Schulen übernähme und damit für die gesamte Ausstattung, sprich Schulen, Lehrkräfte, sonstiges Personal etc. zuständig wäre - natürlich bei auskömmlichen Finanzmitteln. -
Gute Frage. Hier ist der Erlass, der noch bis Ende dieses Jahres gilt.
BASS 2023/2024 - 11-02 Nr. 46 Richtlinie über die Förderung von Endgeräten für Schulen in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Digitalen Ausstattungsoffensive für Schulen in NRW (schul-welt.de) -
Anekdotische Evidenz aus Bayern: Ich kenne eine große Anzahl an Kolleg*innen, mich selbst eingeschlossen, die aus ihrer eigenen Erfahrung aus dem Referendariat gesagt haben, dass sie zwar Interesse an der ARBEIT eines Ausbilders, Fachleiters, Seminarlehrer (der bay. Terminus) hätten, aber große Probleme damit hätten, junge Menschen an diesem späten Punkt in ihrer Bildungsbiografie auf eine Art und Weise zu beurteilen, dass bereits Zehntelnoten über den weiteren Lebensweg entscheiden können. Der Punkt hier war, dass junge Menschen nach einem Lehramtsstudium und am Ende eines Referendariats eben einen gewissen Weg eingeschlagen haben, dass so ein minimaler Unterschied bereits ganze Existenzen zumindest in große Probleme bringen kann, was bei einer Abiturnote in diesem Ausmaß zumindest gefühlt nicht der Fall ist.
Und wenn die Guten zu viel Respekt vor dieser Tätigkeit haben, bleiben leider die weniger Guten übrig. Den von Dir beschriebenen KollegInnen müsste man ergänzend sagen, dass es immer noch besser wäre, SIE würden über Wohl und Wehe entscheiden, als dass es eben die Falschen tun.
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Ich versteh bis heute nicht warum dieses System so laufen kann obwohl wir als ausgebildete Lehrer die Seminarleiter werden können einfach mal professionell arbeiten sollten.
Wenn einem die Macht zu Kopfe steigt, kommt das dabei heraus. Es gibt sehr reflektierte und eben weniger reflektierte Menschen. Es gibt Blender und andere Typen. Das System geht eigentlich vom Guten im Menschen aus - und genau das ist seine Schwäche. Gegen vorsätzliche Unfähigkeit und Bösartigkeit gibt es aber leider keine Paragraphen. Das ist in allen Prüfungsordnungen so.
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Gibt es denn Bundesländer in denen die vornote in die Prüfung einbezogen wird?
Also in Hessen war das jedenfalls nicht so.
Was die Durchschnittsnote betrifft und die Konstellationen, mit denen man besteht, so gehen die Vornoten in NRW durchaus in die Prüfung mit ein. Ich habe die aktuelle OVP nicht im Kopf, aber nach der alten mussten Vor- und Prüfungsnote im Schnitt eine 4,0 ergeben, ebenso die beiden Examenslehrproben. Passte das nicht, war man durchgefallen.
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