Beiträge von Bolzbold

    Als der oben kopierte Text hätte in jedem autoritär-totalitären System vorkommen können.

    Was die Mündigkeit und die Obrigkeitshörigkeit betrifft, so hat jeder Staat das ureigene Interesse daran, seine BürgerInnen zu staatstragenden (im Sinne von unterstützenden) BürgerInnen zu erziehen. Daran ist per se erst einmal nichts Verwerfliches zu sehen.

    Hallo und herzlich willkommen in diesem Forum.

    Um auf Deine Frage zu antworten:

    Am Gymnasium bist Du als Sek I Lehrkraft eher unattraktiv. Die Stellen werden in der Regel auf Sek II/I ausgeschrieben, so dass Du Dich gar nicht bewerben könntest. Wenn Du Dich in der Sek I am besten aufgehoben fühlst, dann wäre doch ein Sek I Lehramtsstudium für die anderen Schulformen eine gute Idee.

    Was die Unterrichtsinhalte oder Spielräume betrifft, so empfinde ich Deine Haltung als extrem kurzsichtig und schlichtweg uninformiert - auch wenn man Dir das zweifellos nicht vorhalten kann. Es geht nicht darum, ob Du die Inhalte toll findest oder nicht. Es ist auch keinesfalls so, dass Du in der Sek II weniger Gestaltungsspielraum hättest. Das mag Deinen bisherigen Beobachtungen entsprechen, aber mit etlichen Dienstjahren auf dem Buckel kann ich diese Beobachtung so gar nicht teilen.
    Ich könnte jetzt mit meiner eigenen anekdotischen Evidenz dagegenhalten und sagen, dass ich die besten Stunden methodisch, wie fachlich immer in der Sek II gehalten habe, obwohl ich von Klasse 5 bis Q2 alles unterrichtet habe.

    Aber es geht hier nicht um mich sondern um Dich. Schau Dir doch mal die klassischen Sek I Schulformen an und überlege Dir, ob das nicht etwas für Dich sein könnte.

    Darf ich fragen, was Du genau damit meinst:

    Worin bestand diese Korrektur?

    Das sind auch wichtige Aspekte, die ich bei meiner Entscheidung bedenken sollte.

    Ich wollte damals befördert werden, hatte aber noch nicht so wirklich einen Plan, wohin die Reise mittel- bis langfristig gehen sollte. Die Schulleitung hat mir eine Zusatzaufgabe angeboten, die ich ursprünglich gar nicht so unbedingt machen wollte, sie dann aber nolens volens gemacht habe. Dann kam der Floh mit der A15 - und damit ging die Misere los.
    Die Kurzversion ist, dass ich aus gesundheitlichen Gründen der Möhre, die die Schulleitung mir vor die Nase gehalten hatte, nicht mehr in demselben Tempo hinterherlaufen konnte und dass ich die Zusatztätigkeit nicht mehr machen wollte. Gleichzeitig war klar, dass ich als Vater von drei Kinder auch nicht mehr 150% für die Schule geben konnte und wollte. Da es genug aufstrebende A14er gab, war ab da an meiner Schule EDEKA (Ende der Karriere).
    Dann kam die Möglichkeit, sich im MSB auf eine Stelle als pädagogischer Mitarbeiter zu bewerben. Dann war ich weg.

    Alles Weitere kannst Du in dem einschlägigen Thread von mir nachlesen. Das war ein Prozess, der sich über sechs Jahre oder so hingezogen hat...

    Nö....

    Da sind etliche neue Stellungnahmen von z.B.

    VBE, GEW , Grundschullehrverband... vom 17.3.23 und 20.3.23 eingestellt.

    Ebenso ein sehr interessantes Sitzungsorotokoll....

    Grüße

    Ok, darauf hast Du Dich bezogen. Ich bezog mich auf die von Dir zitierte Passage. Da werden auch noch das Innen- und das Finanzministerium mitreden wollen/müssen.

    Eine "kleine Hausarbeit" sollte dann doch wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Dazu schaut man sich die offiziellen Dokumente zu den Hausaufgaben an und wertet diese aus. (Da muss man halt mal die Vorgaben der 16 Länder selbst googeln).


    Was private oder persönliche Einschätzungen betrifft, sind diese für eine kleine Hausarbeit nicht von Belang.

    Oder sollen wir womöglich die Arbeit für Dich erledigen?

    Ich kann ja jetzt aus Erfahrung schreiben:

    Die Beförderung nach A14 hat sich für mich finanziell vermutlich nicht wirklich gelohnt. Gleichzeitig hatte ich eine saisonale sehr hohe Belastung immer in den Phasen, wo gerade auch die ganzen Klausuren anstanden. Gesundheitlich hatte sich das für mich überhaupt nicht gelohnt und war ein Griff ins Klo. Ich wollte damals aber "weiterkommen", also habe ich das jahrelang geschluckt, bis es nicht mehr ging. Dann bin ich gegangen.

    Die Beförderung nach A15 hat sich - ausgehend von A13 - dann natürlich deutlich mehr gelohnt. Ich habe eine Koordinationsstelle, die zwar Arbeit macht, aber bei der ich mich nicht überarbeite.

    Mit Blick zurück auf die letzten 13 Jahre (2010 wurde ich nach A14 befördert) muss ich sagen, dass man sich im Vorfeld immer fragen muss, was man konkret möchte. Möchte man Karriere machen, mehr Geld verdienen, eine besonders interessante Aufgabe machen - und möchte man ggf. deutlich mehr Zeit und Energie dafür aufwenden.

    Diese Frage muss jede/r für sich beantworten und dann die entsprechenden Entscheidungen treffen. Was zum Zeitpunkt der anstehenden Entscheidung richtig ist, kann sich später als falsch erweisen. Dann muss man sich überlegen, wie man weitermacht. Ich hatte viel Glück (und vielleicht auch den Mut), eine im Nachhinein nicht sonderlich günstige Entscheidung so zu "korrigieren", dass ich jetzt in einer Position bin, in der ich tatsächlich zufrieden bin und es wahrscheinlich auch eine Weile bleiben werde.

    Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann bekomme ich mit A14 6408 € netto, während ich jetzt mit A13 6189 € netto bekomme. Das sind bloß 219 € Unterschied.

    Damit scheint sich für mich die Beförderung überhaupt nicht zu lohnen. Oder seht Ihr das anders? Das steht doch in keinem vernünftigen Verhältnis zum Arbeitsaufwand.

    Mir scheint, Du hast Brutto mit Netto verwechselt. Ich bin A15/11 und komme netto auf keinen der beiden Werte...

    Mein Chef möchte gerne, dass ich Stellvertreter einer unserer Koordinatoren werde. Ich habe ihm aber direkt gesagt, dass ich dafür gerne entlastet werden möchte. Daraufhin hat er gesagt, dass eine Entlastung nicht üblich sei, aber damit eine A14-Stelle verbunden sei, auf die ich mich dann bewerben solle.

    Das klang für mich erstmal ganz gut - abgesehen davon, dass es nicht sicher ist, dass ich dann auch tatsächlich befördert werde. Dann kam aber die Ernüchterung, als ich die damit verbundene Besoldungserhöhung ausgerechnet habe. A14 bedeutet nach meiner Rechnung gegenüber A13 nur knapp 220 € netto mehr pro Monat.

    Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann bekomme ich mit A14 6408 € netto, während ich jetzt mit A13 6189 € netto bekomme. Das sind bloß 219 € Unterschied.

    Damit scheint sich für mich die Beförderung überhaupt nicht zu lohnen. Oder seht Ihr das anders? Das steht doch in keinem vernünftigen Verhältnis zum Arbeitsaufwand.

    Das ist das, was viele Schulleitungen erzählen. Teils sogar bei A15-Stellen. Das ist nur insofern unlogisch, weil die Schulleitung A16 und die Stellvertretung A15Z bekommen UND jeweils Entlastungen im Gesamtumfang von zwei vollen Stellen bei einem durchschnittlichen Gymnasium. Folgte man der Logik der Schulleitung, müssten diese sich ja auch mit Geld und Titel zufrieden geben...

    Die Entlastungsstunden für die Koordinatoren kommen aus dem Schulleitungstopf - muss ich dazu mehr sagen?

    Definiere "zu weit".
    Bisher waren es 35km, die als wohnortnah galten. Das Ganze wird ja jetzt im Rahmen des Lehrermangels auf 50km erweitert.

    Rein rechtlich würde ich behaupten, dass das möglich ist, da Du nach Rückkehr aus der Elternzeit Anspruch auf wohnortnahen Einsatz hast. Und wir wissen ja alle, dass die Kilometerzahl nichts über die tatsächliche Wegezeit aussagt. Insofern schwingt da immer ein Unsicherheitsfaktor mit.

    Wir sollten nicht vergessen, dass unsere aktuellen Lehrwerke auch voll von Ideologie sind - nur dass sie eben als "gute Ideologie" erachtet wird und damit per se legitimiert ist.
    Betrachtet man DDR-Lehrwerke historisch, dann heben sie sich funktional nicht sonderlich ab. Dass die Ideologie womöglich direkter, ungeschminkter zu Tage trat, ist gleichwohl der wesentliche Unterschied.

    Menschenrechts-, Werte- und Demokratieerziehung sind seit jeher die abstrakten Grundziele eines jeden Lehrplans. Inwieweit nun jedes Fach für sich konkret dazu beiträgt, ist natürlich eine andere Sache. Dass diese Grundziele Inhalten, Fähigkeiten und Wissen widersprächen, liegt nicht per se an der Kontrastierung dieser Begriffe sondern daran, womit insbesondere die zuletzt genannten gefüllt werden.

    Es würde mich nicht wundern, wenn es diese verbindlichen Tabellen mit Ausnahme der zentralen Prüfungen wie dem Abitur nicht gibt. Ansonsten wären sie so global an die Prüfungsordnungen oder an das Schulgesetz etc. angebunden, dass man sie finden müsste. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

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